ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM 
Am 2. Januar 2018 hat das Volksgericht der Provinz Dak Nong in Vietnam Dang Van Hien wegen Mordes zum Tode verurteilt. Am 12 Juli 2018 hat das Oberste Gericht die Todesstrafe bestätigt. Beide Gerichte haben es abgelehnt, mildernde Umstände zu berücksichtigen. Dabei gibt es nach dem vietnamesischen Strafrecht wohl 7 Gründe, mildernde Umstände in dem Fall Dang Van Hiens gelten zu lassen. Dazu gehören das Recht auf Selbstverteidigung und sein Eingeständnis der Schuld . Dang Van Hien, Angehöriger der Minderheit Nung, hatte 2005 in der Provinz Dak Nong Land gekauft, um dort Cashewnüsse und Kaffee anzubauen. 2 Jahre später erlaubte die Provinzregierung einem großen Unternehmen 1000 Hektar Land zu kaufen, dessen Begrenzung nicht genau definiert war. Es kam 2008 zu gewaltsamen Übertretungen der Grenzen durch Angestellte des Unternehmens und Zerstörungen der Ernten von Dang Van Hien und von seinen Nachbarn. Nach deren Petition an die Provinzregierung war zunächst Ruhe, aber bald wurden die Bauern wieder Opfer von gewaltsamen Angriffen. Die Angreifer blieben immer straflos. 2016 forderte Dang Van Hien dann seine Nachbarn auf, sich ihrerseits zu bewaffnen und die Angreifer zu vertreiben. Dabei kam es zu 3 Todesopfern. Dang Van Hien und 2 Nachbarn haben sich der Polizei gestellt. 2 Nachbarn bekamen Gefängnisstrafen, Dang Van Hien die Todesstrafe.
Gebet: Guter Gott, Du kennst die Not der Bauern, die wehrlos sind gegenüber dem Zugriff der Großgrundbesitzer. Zeig Dang Van Hien Deine Nähe in dieser unmenschlichen Situation. Hilf, dass die Todesstrafe weltweit geächtet wird.  

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler in BANGLADESCH
Am Nachmittag des 5. August wurde Shahidul Alam in Dhaka von einer bewaffneten Gruppe angegriffen, während er eine Demonstration von Studenten für sichere Straßen aufzeichnete. Er flüchtete in ein Gasthaus und postete kurz darauf diesen Vorfall bei Facebook. Noch am selben Abend erschienen Polizeikräfte in Zivil bei ihm zuhause und nahmen ihn fest. Seine Familie und sein Anwalt erhielten zunächst keine Angabe über seinen Aufenthaltsort. Am nächsten Morgen hielten sie eine Pressekonferenz ab. Am Nachmittag wurde Shahidul Alam barfuß und humpelnd bei Gericht vorgeführt. Bei der Anhörung gab er an, zunächst gefoltert und dann gezwungen worden zu sein, das Blut aus seiner Kleidung zu waschen. Der Leiter des Gerichtes ordnete die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft für 7 Tage an wegen „Verbreitung von Propaganda und falschen Informationen über die Regierung“. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er am Tag darauf in das Universitätskrankenhaus verlegt. Es geschieht in Bangladesch häufig, dass Menschenrechtler/innen in Untersuchungshaft misshandelt und gefoltert werden.
Gebet: Dass Folter in Bangladesch in der Untersuchungshaft als ein probates Mittel angesehen wird, um Informationen zu erhalten, empört uns, Gott. Wir bitten dich für diejenigen, denen dies als eine angemessene Methode erscheint: Lass sie die Gefangenen als Ihresgleichen erkennen und das Foltern beenden.

Denken wir an eine inhaftierte Frauenrechtlerin in SAUDI-ARABIEN      
Am 30. Juli wurde die Frauenrechtlerin Samar Badawi festgenommen und am 2. August an einen unbekannten Ort gebracht. Es ist zu befürchten, dass sie gefoltert wird. Seit 2014 wurde sie mehrfach wegen ihrer Menschenrechtsarbeit eingeschüchtert und angegriffen. Am 16.09.2014 wurde gegen sie ein Ausreiseverbot verhängt, um ihre Teilnahme an einer Sitzung des Menschenrechtsrates der UNO zu verhindern. Sie wurde bereits im Januar 2016 für kurze Zeit festgenommen und im Februar 2017 zu einem Verhör durch die Ermittlungsbehörde in Jeddah zitiert. Seit Mai dieses Jahres haben die saudischen Behörden die Unterdrückung von Frauenrechtlerinnen massiv verstärkt (s. auch Gebetsblatt Juli/August).           
Gebet: Wir sind in Sorge, Gott, um die Gesundheit von Samar Badawi und hoffen sehr, dass sie bewahrt wird vor jeglicher Misshandlung. Und wir hoffen für die gesamte Frauenrechtsbewegung in Saudi-Arabien, dass sie sich nicht einschüchtern lässt durch die vielen Festnahmen der letzten Monate.

Denken wir an einen entführten Menschenrechtler im JEMEN 
Kamal Qishrah Al Shawish
wurde am 14. August von zwei bewaffneten Männern, die zur Gruppe der Huthi Rebellen gehören, entführt. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Kamal Qishrah arbeitet für die Organisation Mwatana, die Menschenrechtsverletzungen im Jemen beobachtet und dokumentiert. Die Organisation Mwatana ist schon mehrfach Ziel von Angriffen von verschiedenen Seiten gewesen, weil sie Menschenrechtsverletzungen und andere Verbrechen dokumentiert. 
Gebet: Guter Gott, wir machen uns Sorgen um Kamal Quishrah Al Shawish. Er ist in Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden. Wir bitten für die Menschen, die sein Verschwinden zu verantworten haben, lass sie die Würde auch von Gegnern und von Gefangenen erkennen und ihr Handeln ändern.

Denken wir an einen erschossenen Menschenrechtsverteidiger auf den PHILIPPINEN     
Am 8. August wurde Butch Rosales erschossen. Er war auf dem Weg nach Mandaue in der Provinz Cebu. Er bestieg einen Jeep, der für öffentlichen Personenverkehr genutzt wird und setzte sich auf einen der vorderen Sitze. Dort wurde er von hinten mit mehreren Schüssen in den Kopf getötet. Der Täter entkam mit Hilfe eines Mannes, der mit einem Motorrad gewartet hatte. Beide Männer waren nicht maskiert, der Vorfall geschah am hellen Tag. Die Täter scheinen keine Strafverfolgung zu fürchten. Butch Rosales war Menschenrechtsverteidiger und Volontär für die Organisation „Rise Up“, die sich u.a. um die Familien von Erschossenen im „Krieg gegen Drogen“, der vom Präsidenten Duterte ausgerufen wurde, kümmert. Seine Ermordung steht vermutlich in direktem Zusammenhang zu seinem Einsatz für die Menschenrechte.          
Gebet: Vater, wir sind traurig und schockiert über die unverhüllte Gewalt dieser und ähnlicher Taten auf den Philippinen. Wir hoffen auf ein Umdenken der Politiker und der Täter. Wir bitten dich für Trost für Freunde und Angehörige von Butch Rosales. 

Denken wir an einen verhafteten Politiker in UGANDA 
Der Politiker Robert Kyagulanyi (bekannt als Bobi Wine) wurde am 14. August festgenommen. Bei Wahlkampfveranstaltungen kam es am 13. August zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der Regierungspartei und Unterstützern der Opposition in der Gemeinde Arua im Norden Ugandas. Am folgenden Tag wurde Robert Kyagulanyi festgenommen mit dem Vorwurf, nicht registrierte Waffen in seinem Hotelzimmer gehabt zu haben. Sein Rechtsbeistand, seine Frau sowie die Hoteldirektion widersprechen diesen Vorwürfen. Am 16. August wurde er dem Militärgericht vorgeführt. Er wird wegen des rechtswidrigen Besitzes von Schusswaffen und Munition nach Paragraf 119, 1(h) des Gesetzes der ugandischen Streitkräfte (Uganda People’s Defence Force – UPDF) von 2005 angeklagt und soll bis zum 23. August in Haft bleiben. Sowohl seine Frau als auch sein Rechtsbeistand bemerkten bei Besuchen Schwellungen und Verletzungen an seinen Augen, Ohren, Gesicht und am Körper. Beim Besuch seiner Frau wurde er von zwei Personen zu ihr geschleppt, da er offenbar allein nicht gehen konnte.
Gebet: Himmlischer Vater, stärke Robert Kyagalanyi und seine Frau und hilf ihnen, mit den Folgen der Misshandlungen zurechtzukommen. Wir bitten dich für die Politiker von Uganda, dass sie friedliche Wege für ihre Auseinandersetzungen finden und fair miteinander umgehen.

Denken wir an einen verschwundenen Mann in ANGOLA          
Joaquim Costa Zangui,
der Nationale Jugendsekretär der Partei Demokratischer Block, Jurastudent und Grundschullehrer, wurde am 12. August von unbekannten Männern verschleppt. Er hatte zuvor in der Gemeinde Massaque die Wahl des neuen Präsidenten der Wohnungskommission der Gemeinde überwacht. Einen Tag danach wurde er verschleppt. Es wird befürchtet, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen ist, das oft eingesetzt wird, um politisch unliebsame Gegner zu schädigen.         
Gebet: Gott, bitte schütze die Gesundheit und das Leben von Joaquim Costa Zangui. Schenke auch in Angola ein Umdenken über den Umgang mit politischen Gegnern.

 

Jenseits der Barrieren, die die Weißen von den Schwarzen trennen,
versöhne uns, Christus, durch dein Kreuz.
Jenseits der Barrieren, die die Reichen von den Armen trennen,
versöhne uns, Christus, durch dein Kreuz.
Jenseits der Grenzen, die die Angehörigen verschiedener Religionen und die Atheisten von den Gläubigen trennen, versöhne uns, Christus, durch dein Kreuz.
Jenseits der Grenzen, die die Alten von den Jungen trennen,
versöhne uns, Christus, durch dein Kreuz.
Zeige du uns, Christus, wo sich in unseren Gebeten Ängste und Vorurteile verstecken und befreie uns von jeglichem Überlegenheitsgefühl. Mach uns fähig, den tiefen Grund unseres Kampfes zu erkennen.
Lehre uns zu wachsen - gemeinsam mit allen Kindern Gottes.

Ökumenischer Rat der Kirchen, Vancouver 1983


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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