ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Friedensgang am Karfreitag 2018 zur Friedenseiche

Die Frauengemeinschaft und die ACAT-Gruppe danken euch für die Beteiligung am heutigen Friedensgang. Lasst uns beginnen mit dem Lied: „Wo Menschen sich vergessen“ Str. 1-3

Eingangslied: „Wo Menschen sich vergessen“ Hal 217, Str. 1-3 (Halleluja. Lieder vom Aufbruch. Bistum Essen)

Begrüßung:
Im November diesen Jahres jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkrieges.
Vier Jahre zuvor hatte Kaiser Wilhelm II. Millionen junger Männer zum Kriegsdienst gerufen.
Viele der jungen Menschen begeisterten sich für diesen „Ausflug in ein wildes, männliches Abenteuer“, sie drängten jubelnd in die Züge, die sie zur Schlachtbank führten.
Sie wurden zu Tätern und sie wurden zu Opfern.
Im Frühjahr 1918 ist der Kriegsrausch verflogen, niemand meldet sich mehr freiwillig. Die jungen Rekruten, fast noch Kinder,  sind schlecht ernährt und schwach. Viele weigern sich ins Feld zu fahren.  Lieber zur Strafe im Zuchthaus hungern als draußen verrecken. 
Der Dichter Hermann Hesse sagt:
Erkennt den Krieg nicht als von außen, sondern von euch selbst geschaffen und gewollt, so habt ihr den Weg zum Frieden vor euch.
Lasst uns der Toten der Weltkriege gedenken. Die Erinnerung darf nicht in Vergessenheit geraten.
Nur durch das Erinnern werden wir sensibilisiert für die Macht des Krieges, der Gewalt und des Bösen.

Gedanken zu Karfreitag und den Folteropfern heute
Zu Karfreitag, wenn Christinnen und Christen des Leidens und Sterbens Christi gedenken, der am Kreuz gefoltert und getötet wurde, erinnert die „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter und der Todesstrafe“ (ACAT) daran, dass Jesus in diesem Sinn der Bruder aller Folteropfer und aller zum Tod Verurteilten ist.
So lädt die ACAT jedes Jahr zu Karfreitag Mitglieder und die breite Öffentlichkeit ein, der Männer, Frauen und Kinder zu gedenken, die heute misshandelt, gefoltert oder umgebracht werden.

Karfreitagskampagne 2018
Seit mehreren Jahren tun sich verschiedene Länder-ACATs zusammen, um die sog. Karfreitagskampagne auszurichten. In diesem Jahr geht es um eine Unterschriftenaktion, die die ACAT-Kanada initiiert hat.
Im vergangenen Jahr hat die neue Regierung Kanadas seinen Sicherheitsdiensten untersagt, Informationen ausländischer Geheimdienste zu verwenden, wenn diese möglicherweise durch Folter erlangt wurden. So weit, so gut – doch es gibt eine heikle Ausnahme: Nämlich wenn es darum geht, den Verlust von Menschenleben oder schwerwiegende Übergriffe auf Personen zu verhindern. Dieser Passus, auch wenn er achtbaren Zwecken dient, hebelt das absolute Folterverbot aus – und macht Kanada u.U. zum Komplizen der Folterer.

Wenn Sie bisher noch nicht an dieser Unterschriftenaktion  teilgenommen haben, zu der wir Mitte März am Ende der Gottesdienste aufgerufen haben, dann haben Sie jetzt noch die Gelegenheit, durch ihre Unterschrift den kanadischen Behörden zu signalisieren, dass das Verbot der Folter unter KEINEN Umständen unterlaufen werden darf. Herzlichen Dank!
Währenddessen ein Taizé-Lied :  z.B. „Ubi caritas et amor“ Hal 158

 Meditation Karfreitag 2018
Über Folter zu sprechen bedeutet, in einen Abgrund von Leid, Schmerz und Gewalt zu blicken. Folter ist ein barbarischer Akt und der Zivilisation unwürdig. Denn Folter spricht Personen die Menschenwürde ab. Menschenwürde kommt jeder Person, allen Menschen zu. Wir alle sind Söhne und Töchter Gottes. Dieses Geschenk Gottes ist nichts, was je nach menschlichen Vorstellungen verhandelbar oder aufhebbar wäre. Entscheidend sind die Folgen, die sich aus diesem Grundsatz für die Menschheit ergeben. Dieser schließt nämlich mit ein, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, und zwar unabhängig von Lebensumständen und Taten. Ein Verbrecher mag abscheuliche und unerträgliche Taten begangen haben, gleichwohl geht er seiner Menschenwürde nicht verlustig. Tief innen bewahrt er eine Spur von Licht und Heiligkeit.
Einen Verbrecher, einen Terroristen, einen Psychopathen foltern heißt, ihn seiner Menschenwürde gänzlich zu berauben. So wird in den von Gott angelegten Kern der menschlichen Natur eine Bresche geschlagen. Aus Gründen der Terrorbekämpfung und Sicherheitspolitik sehen einige Regierungen Ausnahmen vor, die u.a. zur Erhöhung der Sicherheit des Landes den Einsatz von Folter in einem angeblich präzisen Kontext zulassen. So ist ein Staat bereit, die eigene Verfassung zu brechen. (Er führt das Konzept einer gespaltenen Menschheit ein: auf der einen Seite eine in ihrer Würde anerkannte Menschheit, auf der anderen Seite eine unwürdige Menschheit von unzivilisierten Menschen.)
Gewalt kann nie die Antwort auf Gewalt sein. Einen Menschen in der Absicht foltern, ihm ein Geständnis oder nützliche Informationen zu entreißen, ist ein Gewaltakt gegen die menschliche Natur und eine Verletzung Gottes.

In seinem öffentlichen Leben hat Jesus Taten oder Verhaltensweisen angeprangert, die dem von seinem Vater errichteten Reich zuwiderlaufen. Doch stets hat er jede Form von Gewalt abgelehnt. Selbst bei seiner Festnahme und in der Gewissheit gefoltert und getötet zu werden, ermahnt er alle Anwesenden, die Waffen zu strecken, sich jeder Form von Gewalt zu enthalten und das Leben eines jeden zu achten – auch seiner Peiniger.
(Er sagte zu Petrus: Steck dein Schwert an seinen Ort! Alle, die zum Schwert greifen werden durch das Schwert umkommen.) Gilt das nicht auch für jene, die zur Folter greifen? Und wenn wir einem Staat den Einsatz von Folter zugestehen, werden wir dann nicht alle zu Komplizen dieses gewalttätigen Systems?                                         (nach Michael Steck, Vorstandsmitglied ACAT-Schweiz)

Bekenntnis zu den Menschenrechten (alle, s. Liedblatt)

Fürbitten:

Denken wir an bedrohte und einen getöteten Menschen in KOLUMBIEN
Im Departement Valle del Cauca war der Monat Januar 2018 besonders gefährlich für Menschenrechtler, Gewerkschaftler und Führer von sozialen Gruppen. Obwohl die Regierung im Friedensvertrag mit der FARC von 2016 all diesen Gruppen Schutz versprochen hat, schreitet sie nicht ein, wenn jemand bedroht wird. Am 15. Januar 2018 hat die paramilitärische Gruppe Autodéfense gaitaniste de Columbien (AGC) etwa 12 Führern von Nichtregierungsorganisationen gedroht, sie werde sie verschwinden lassen wie viele andere vor ihnen. Zu den Bedrohten gehört auch Walter Agredo Munoz, der sich um politische Gefangene kümmert, gegen Folter eintritt und mit ACAT zusammenarbeitet.
Am 27. Januar 2018 wurde Temiscoles Machado von 2 Männern auf einem Motorrad erschossen. Er widersetzte sich Megaprojekten im Hafen von Buenaventura und den illegalen bewaffneten Gruppen. Er wollte die Rechte der afrostämmigen Gemeinschaften der Region schützen, die oft von Erpressung und Übergriffen bedroht sind. Die Morddrohungen gegen ihn waren den staatlichen Behörden bekannt. Anstatt effektive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, verunglimpften sie den Menschenrechtler.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der Menschen, die Morddrohungen erhalten. Hilf dem kolumbianischen Volk, dass der Weg der Gewaltlosigkeit nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch von den Verantwortlichen gewollt und durch geeignete Maßnahmen gesichert wird.

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir“ Hal 96

Denken wir an öffentlich gedemütigte Transgender-Frauen in INDONESIEN
Am 27. Januar hat die Polizei in Nord-Aceh zwölf vermeintliche Transgender-Frauen willkürlich festgenommen, gedemütigt und gefoltert. Dabei wurden sie von Polizisten in einen Park geführt und vor Zuschauern gezwungen, sich halbnackt auszuziehen, sich die Haare abzuschneiden, sie wurden angebrüllt, in den Rücken getreten und weiteren Schikanen ausgesetzt. Diese öffentlichen Demütigungen dauerten insgesamt zwei Stunden. Sie wurden zwar am folgenden Tag wieder freigelassen, sind jedoch schwer traumatisiert, einige haben ihre Arbeit verloren und andere sahen sich aus Angst um ihre Sicherheit zur Flucht gezwungen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten für die Täter dieser Misshandlungen und Demütigungen. Lass sie erkennen, dass alle Menschen – egal welche sexuelle Identität oder Orientierung sie haben – Menschenwürde besitzen, und keiner das Recht hat, diese zu verletzen. Für die Opfer bitten wir um die Kraft, die Erlebnisse zu verarbeiten und für die Geflohenen um Menschen, die sie auf der Flucht aufnehmen.

Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir“

Lasst uns nun gemeinsam für den Frieden in aller Welt und in unserer Gemeinde, in unserem Haus, in jedem Einzelnen von uns das Vater unser beten:
Den Mut, standhaft zu sein, wenn das Leben uns herausfordert und die Kraft, Leid und Schmerzen auszuhalten – auch die unserer Nächsten – brauchen wir alle, besonders aber die Verfolgten und Gefolterten.
Wenden wir uns deshalb an die Gottesmutter, die den hingerichteten Sohn in ihren Armen hält, mit dem etwas anderen Ave Maria, das auf dem Liedblatt steht:

Gegrüßet seist du Maria (s. Liedblatt)

Kreuznägel  (Anette Feigs)

Jede Beleidigung
jede Erniedrigung
jede Ungerechtigkeit
jeder Racheakt
jeder Hass
ein Kreuznagel,
der IHN tötet,
scheinbar endlos
in dieser Welt.

Und doch –

jede Ermutigung
jede Anerkennung
jede Wahrhaftigkeit
jedes Verzeihen
jedes Lieben
verwandelt
Stück für Stück
die Kreuznägel
in Nagelkreuze der

V e r s ö h n u n g

Vorschlag für einen Segensspruch:
Wer im Vertrauen auf Gott sät, wird Segen ernten. Wo gebetet wird, fließt Segen.
Nicht mit Ellenbogen, sondern auf Knien kommt Segen in unser Leben.
So bitten wir Gott um seinen Segen für uns und alle die Menschen, die unter Gewalt und Krieg leiden.
So segne euch (Priester) der allmächtige Gottim Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.
(Wenn jemand von uns den Segen sagt, heißt es „So segne uns…)
Schlusslied: „Komm näher, Friede“ Hal 214


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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