ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dezember 2018

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

BANGLADESCH: Shahidul Alam

Int.-VS 10/18
PAKISTAN: Asia Bibi

GB 12/10, 11/14, 04/15, 11/16
ÄGYPTEN: Haytham Mohamadein

Int.-VS 26.05.18
IRAN: Abdolfattah Soltani Int.-VS 08.07.11 und 13.07.14,
GB 02/12 und 05/14

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!



arrow32pxJahresrückblick / Weihnachtsgruß
In dem nun zu Ende gehenden Jahr durften wir in der ACAT für vieles dankbar sein. Dazu gehören sicher auch das Seminar und die Mitgliederversammlung in Schwerte. Die Vorträge der ReferentInnen und die Berichte über ihre persönlichen Erfahrungen in der Menschenrechtsarbeit haben uns in unserem gemeinsamen Anliegen bestätigt. Obwohl viele Gefährdungen der Menschenrechte aufgezeigt wurden, sollten wir nicht vergessen, dass wiederholt Anlass zu Optimismus sichtbar wurde. Froh sind wir auch über den lebendigen Austausch der TeilnehmerInnen in Schwerte.
Durch ein spürbar erhöhtes Spendenaufkommen in 2018 sehen wir nun die finanziellen Voraussetzungen unserer Arbeit stabilisiert. Ermutigend sind ebenfalls die vielen freundlichen und wertschätzenden Worte von Mitgliedern, die uns über die Geschäftsstelle erreichen, wie auch deren Engagement für ACAT-Gebete, –Gottesdienste und -Aktionen. Herzlichen Dank!
Der Internationale Rat der FIACAT in der Elfenbeinküste im Frühjahr hat die Solidarität und Zusammenarbeit der ACATs auf den unterschiedlichen Kontinenten vertieft. Durch FIACAT-Projekte konnten erneut zahlreiche Menschen aus Gefängnissen befreit werden.
Zugleich müssen wir allerdings beobachten, dass Menschenrechte vielfach eingeschränkt werden und Menschenrechtsverteidiger erheblichem Druck und Gefahren ausgesetzt bleiben. Der ACAT-Menschenrechtsverteidiger Germain Rukuki in Burundi muss nun voraussichtlich das zweite Jahr in Folge Weihnachten in Gefangenschaft verbringen. Wir möchten Sie dazu einladen, weiter an Germain Rukuki zu denken und für ihn zu beten.
Im Jahr 2018 wurden Flüchtlinge erneut zur Zielscheibe von Populisten – und in neuem Umfang sahen sich humanitäre Helfer wie etwa die SeetnotretterInnen Anfeindungen bis hin zu Repressalien auf Ebene der Justiz ausgesetzt. Rettungsschiffe mit entkräfteten Menschen mussten auf dem Mittelmeer umherirren, weil ihnen das Anlegen in europäischen Häfen verwehrt blieb.
Wir wünschen uns für das kommende Jahr, nicht nachzulassen, in unserem Bemühen, Unrecht zu erkennen und für die Würde von Menschen einzutreten. Dazu möge uns allen Weihnachten Kraft und Hoffnung geben.

Im Namen des ACAT-Vorstands und der Geschäftsstelle wünschen wir Ihnen eine frohe und segensreiche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Jahresbeginn in 2019.

 

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxBangladesch – Der Fotograf und Menschenrechtler Shahidul Alam, der nach seiner öffentlichen Kritik am gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen demonstrierende Studenten inhaftiert und in der Haft gefoltert worden war, wurde am 15. November 2018 gegen Kaution freigelassen. Das Gerichtsverfahren gegen ihn läuft aber weiter.


arrow32pxPakistan – Die Christin Asia Bibi, die 2010 wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden war, wurde vom Obersten Gerichtshof am 31. Oktober 2018 freigesprochen und daraufhin freigelassen. Neuesten Meldungen zufolge könnte Asia Bibi mit ihrer Familie in Deutschland Asyl erhalten.


arrow32pxÄgyptenHaytham Mohamadein, ein Arbeitsrechtler und Mitglied des El-Nadim Centre für Folteropfer, der im Mai 2018 verhaftet und wegen seiner angeblichen Teilnahme an einer illegalen Demonstration angeklagt worden war, wurde bis zu seinem Prozess unter Auflagen freigelassen.

arrow32pxIran – Der Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani wurde auf Bewährung freigelassen, nachdem er über die Hälfte seiner 13-jährigen Haftstrafe verbüßt hat.


arrow32pxSaudi-Arabien – In einem gemeinsamen Statement fordern über 160 NGOs, darunter ACAT, angesichts der Verfolgung von MenschenrechtsverteidigerInnen, Frauenrechtlerinnen, der Ermordung des Journalisten Jamal Ahmad Khashoggi und der Kriegsverbrechen im Jemen, dass Saudi-Arabien zur Verantwortung gezogen wird. Der vom Gulf Centre for Human Rights (GCHR) verbreitete Appell richtet sich an die Behörden von Saudi-Arabien, aber auch an die internationale Gemeinschaft. Auf der Website der Organisation GCHR kann der vollständige Text auf Englisch gelesen werden: https://www.gc4hr.org/news/view/1971


arrow32pxFriedensnobelpreis für Denis Mukwege
Schon seit 20 Jahren wird Vergewaltigung in der Demokratischen Republik Kongo als Kriegswaffe eingesetzt. Die Peiniger zerstören die Geschlechtsorgane der Frauen mit irreversiblen Folgen für Leib und Seele der Betroffenen. Seit 17 Jahren widmet sich der Gynäkologe Denis Mukwege der „Wiederherstellung“ der Opfer, sowohl in der Behandlung ihrer körperlichen als auch ihrer seelischen Verletzungen.
Täglich kommen Frauen und Mädchen in sein Krankenhaus in Panzi (im Osten der DR Kongo), die Opfer sexueller Gewalt wurden. Dr. Mukwege machte sich an die unvorstellbar große Arbeit, sowohl den Opfern zu helfen als auch für diese Vergehen eine Öffentlichkeit herzustellen.
Er engagiert sich seit Jahren gegen die Strafffreiheit der Täter. 2012 entging er deshalb nur sehr knapp einem Mordversuch, (bei dem einer seiner Mitarbeiter starb) lebte daraufhin einige Monate im Ausland, kehrte aber zurück und arbeitet nun hinter den verschlossenen Türen seines Krankenhauses und unter ständigem Schutz der Blauhelme.
Dr. Mukwege und ACAT-Frankreich arbeiten schon längere Zeit daran, dass die Verantwortlichen bestraft werden. Im Jahr 2010 wurde ein Bericht von den Vereinten Nationen veröffentlicht, in dem die Identität von mutmaßlichen Verantwortlichen für 617 gewalttätige sexuelle Übergriffe in den Jahren 1993 bis 2003 genannt wird. Dieses Dokument („Mapping“) beschuldigt ausdrücklich Offiziere der kongolesischen Armee sowie Armeeangehörige aus sieben anderen Ländern, die in diesem bewaffneten Konflikt beteiligt sind. Diese Verantwortlichen der Gewalttaten sollen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Aber bisher „werden die Opfer von der internationalen Gemeinschaft vergessen“, stellt Clement Boursin, Afrika-Verantwortlicher von ACAT-Frankreich, fest, „auch 8 Jahre nach der Veröffentlichung dauert die Straffreiheit an“. Die Hoffnung ist groß, dass sich dies ändert durch die Öffentlichkeit, die durch den verliehenen Friedensnobelpreis nun entsteht.
Denis Mukwege erhielt bereits zahlreiche Preise in der ganzen Welt, darunter 2014 den Sakkharov Preis des Europäischen Parlamentes und 2008 den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen.
Wir haben im vergangenen Jahr in zwei Gebetsblättern Fürbitten für die Frauen im Kongo veröffentlicht. Anlässlich des Friedensnobelpreises für Dr. Mukwege nehmen wir das Gebet für sie in diesem Monat wieder auf.
Anmerkung: Denis Mukwege wird zusammen mit der Yesidin Nadia Murad der Friedensnobelpreis verliehen, die sich ebenso für die Abschaffung sexueller Gewalt als Kriegswaffe engagiert.


arrow32pxBriefaktion Mauretanien, November 2018
Viele von Ihnen haben uns mitgeteilt, dass das Schreiben an die mauretanische Botschaft ungeöffnet zurückgesendet wurde, mit dem Hinweis „falsche Anschrift“. Vielen Dank für die Benachrichtigung!
Wir haben die Adresse der Botschaft in mehreren Verzeichnissen überprüft und konnten keinen Fehler feststellen. Daher können wir uns dies nicht erklären. Bitte schicken Sie Ihren zurückerhaltenen Brief an die Geschäftsstelle. Wir werden versuchen, die Briefe gesammelt an die Botschaft zu senden.

 

arrow32pxVersandtermine 2018
In der ACAT-Geschäftsstelle wurden die Versandtermine für das 1. Halbjahr 2018 geplant:
11.01., 06.02., 01.03., 03.04., 03.05., 05.06., 28.06. 

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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