ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Da zurzeit wegen der Coronakrise keine Gottesdienste in den Kirchen stattfinden können, bieten wir Ihnen mit diesen Gebets-Texten die Möglichkeit, sich im Gebet untereinander und mit den Gefolterten und Misshandelten zu verbinden und dabei die Anwesenheit des Gekreuzigten in Ihrer Mitte zu erfahren.

 

Ans Kreuz genagelt

Ein heutiger Kreuzweg von ERITREA übers Mittelmeer nach EUROPA
(anstelle des Friedensgangs zur Friedenseiche am Karfreitag in Byfang)

Bis heute werden Menschen „ans Kreuz genagelt“. Sie werden gefoltert, vergewaltigt, sie verhungern oder werden in den Wahnsinn getrieben. Auch da, wo sie Schutz suchen, besteht ihr Alltag oft aus Perspektivlosigkeit.
Zum Karfreitag zeigt die ACAT-Schweiz fünf heutige „Kreuzweg-Stationen“ von Menschen, denen es gelungen ist, der eritreischen Diktatur zu entfliehen. Es sind nicht nur ihre eigenen Geschichten, sondern auch die von Millionen weiterer Geflüchteter. 

Lied: „In Ängsten die einen“ Halleluja 6:

In Ängsten die einen, und die andern leben, und die andern leben und sie leben nicht schlecht.
In Hunger die einen, und wir andern leben, die im Hunger leben schlecht.
Kyrie, Kyrie eleison! Herr, guter Gott, erbarme dich!

Gefangen die einen, und die andern leben, und die andern leben, und sie leben nicht schlecht.
Geschunden die einen, und wir andern leben, und wir andern leben, die Geschundenen leben schlecht.
Kyrie, Kyrie eleison! Herr, guter Gott, erbarme dich!

Beten wir nun die 5 Stationen des heutigen Kreuzwegs. Die Beschreibungen zu den Stationen sind stark gekürzt, die Originalfassung können Sie anklicken. Nach jeder Station singen wir das Lied: „Bleibet hier und wachet mit mir“ EG 585, GL 286, Hal 96

1. Station: Im militärischen Ausbildungslager in ERITREA

Daniel: „Mit 18 war das Leben vorbei“.

Daniel berichtet von Drill, Zwangsarbeit, Mangelernährung, Durst, sexuellem Missbrauch von Mädchen und, schon bei kleinen Versäumnissen, von üblen Folterungen. Fast die ganze Bevölkerung muss nach der 12. Klasse den „Nationaldienst“ für den Staat leisten.

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Gebet:  Herr Jesus Christus, Du wurdest verspottet und verhöhnt mit einer Dornenkrone. Lass die Azubis im Militärlager ihre Menschenwürde spüren und gib ihnen Mut und Kraft zum Durchhalten. Bring die Militärs zu einer menschengerechten Behandlung der jungen Leute.

„Bleibet hier und wachet mit mir“



2. Station: Auf der Flucht von ERITREA zum Mittelmeer

Yodit: Jede Frau wird vergewaltigt. Während der Fahrt durch die Wüste gab es jeden Tag Schläge und Vergewaltigungen. Unsere Fahrzeuge wurden beschossen. Als wir in der Nähe der libyschen Küstenstadt Misrata ankamen, fehlten in einem Fahrzeug Menschen. Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist.

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Gebet: Herr Jesus Christus, der Weg mit dem Kreuz auf deiner Schulter war außerordentlich mühsam. Der Weg durch die Lybische Wüste ist dazu noch gefährlich und überall lauern Menschen, die aus der Not der Flüchtenden Profit schlagen wollen und vor keinem Verbrechen zurückschrecken. Sei den Flüchtenden, vor allem den Frauen, nahe und schütze sie vor allen Gefahren.
„Bleibet hier und wachet mit mir“



3. Station: Im winzigen Schlauchboot über das Mittelmeer von LYBIEN nach ITALIEN

Meles: „Todesangst auf dem Meer“

In einem nur 4 m langen Schlauchboot saßen 126 Menschen so eng aneinander gepfercht, dass sie sich nicht mal minimal bewegen konnten. Nach 4 Stunden fiel der kleine Bootsmotor aus und das Boot wurde in die falsche Richtung getrieben. Selbst die einzige Nahrungsquelle musste über Bord geworfen werden, damit kein Streit ausbrechen konnte. Erst nach 14 Stunden wurden sie gerettet.

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Gebet: Herr Jesus Christus, Simon von Zyrene half dir das Kreuz tragen. Gib auch den Flüchtenden, die zu ertrinken drohen, Helfer in der Not.
„Bleibet hier und wachet mit mir“


4. Station: Abgewiesenes Asylgesuch in der SCHWEIZ

Milena: Sackgasse SCHWEIZ

Milena (25), die 2015 in der Schweiz ankam, steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem ihr Asylgesuch abgelehnt wurde. Sie muss in einer vom Kanton bestimmten Kollektivunterkunft wohnen, darf weder arbeiten noch zur Schule gehen und hat keinen Anspruch auf Integrationsmaßnahmen, erhält lediglich Nothilfe; aber fühlt sich wie eine Gefangene.

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Gebet: Herr Jesus Christus, auf dem Kreuzweg sind dir deine Mutter und besorgte JüngerInnen begegnet. Schenk den Asylsuchenden offene empathische Menschen, die sie verstehen und ihnen helfen. Lass die Regierenden umdenken hin zu einer menschenfreundlichen Politik der Aufnahme und Integration.
„Bleibet hier und wachet mit mir“


5. Station: In BELGIEN (Brüssel) untergetauchte Eritreer und Äthiopier auf dem Weg nach ENGLAND

Sarah und Solomon: untergetaucht

Sie wurden vor 1 ½ Jahren aus der SCHWEIZ ausgewiesen und sind in Brüssel untergetaucht. Sie versuchen jeden Abend auf einen Lastwagen zu gelangen, der sie mit nach ENGLAND nimmt. Sie leben in ständiger Angst und möchten einfach einen Ort finden, wo sie in Ruhe leben, schlafen und arbeiten können.

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Gebet: Herr Jesus Christus, in deiner Todesangst hast Du gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Begleite die abgewiesenen Asylbewerber in ihrer großen Angst. Schenk ihnen Hoffnung und Zuversicht… Letztendlich bitten wir Dich, schenk dem Diktator in ERITREA den Geist der Einsicht, damit er seine Politik ändert, den „Nationaldienst“ zeitlich begrenzt und menschenwürdig gestaltet, so dass eine Flucht aus Angst davor nicht mehr nötig ist.

„Bleibet hier und wachet mit mir“


Gedicht von Anette Feigs (ACAT-Mitglied):
Aufstand
Sich erheben
gegen Zwietracht
gegen Unrecht
gegen Gewalt

protestieren
gegen Verletzungen
gegen Böswilligkeit
gegen Dummheit

Wege aufzeigen
zur Verständigung
zur Versöhnung
zur Heilung

erahnen lassen
das Ziel, das heißt

L i e b e

Die Problematik der Geflüchteten aus Eritrea steht im Mittelpunkt einer Petition, die die ACAT-Schweiz „für eine menschliche Schweizer Politik gegenüber Asylsuchenden aus Eritrea“ lanciert hat und die in der Karfreitagskampagne 2020, der sich ACAT-Deutschland anschließt, fortgesetzt wird. Die Schweizer Politik ist zunehmend restriktiv, eine der restriktivsten in Europa, und dies trotz der systematischen Menschenrechtsverletzungen in Eritrea. Sie können helfen, indem Sie die Petition ausdrucken, unterschreiben und an die ACAT-Schweiz senden.

Informationen zur Karfreitagskampagne

Petitionsbrief

Vater unser

Schlusslied: „Gottes Macht erhalte dich“  Hal 238 oder:
„Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ EG 171, GL 453, Hal 237

„Nur wenn wir in dieser Welt gemeinsam leben, Hass abbauen und Freundschaften schließen, nur dann hat diese Welt eine Zukunft.“ (Johannes Rau)

 

 


 

Meditation Karfreitag 2020

Gedanken zu Karfreitag
 
Von Christoph Albrecht SJ

Albrecht

 

Christoph Albrecht ist Elektroingenieur und Doktor der Theologie. Seit 1989 ist er Jesuit, seit 2010 im Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz und seit 2016 in der katholischen Seelsorge der Fahrenden in der Schweiz.

David* und Johannes* sind zwei junge Eritreer, die ich im Container-Lager am Rand der Piste 34 des Flughafens Zürich-Kloten regelmäßig treffe. Es ist das Rückkehrzentrum (RKZ) für abgewiesene Asylsuchende. David hat mir kürzlich erzählt, welchen Weg er durch Äthiopien, den Sudan und Libyen gegangen ist, manchmal auf Lastwagen, manchmal zu Fuß. Unterwegs mit anderen und doch jeder für sich allein. Einmal marschiert die Gruppe während zwei Wochen praktisch ohne Wasser. Wie er das überleben konnte? Er weiß es nicht (mehr). Aber er erinnert sich, dass es nicht alle geschafft haben. Der Gedanke an die Angst, im Nirgendwo zu sterben, lässt sein Gesicht auch jetzt noch erbleichen.

Johannes erzählt mir nur andeutungsweise, was er in Libyen erlebte. Er versteht sich als einer, der nur dank göttlicher Vorsehung vor dem sicheren Tod errettet wurde. Und was fühlten die beiden beim Gedanken, dass andere es nicht überlebten? Diese Frage wagte ich nicht zu stellen.          
David sagt mir, er sei Christ, orthodox, und: «Gott ist für mich gestorben». Plötzlich ist in diesem absurden Drama des nackten Überlebenskampfes eine Dimension spürbar, die ihm offenbar das Weiterleben ermöglicht.

Das Echo des Karfreitags 

Was kann das Erinnern der Passion Christi einem Menschen bedeuten, der selbst unsägliches Leid durchmacht? Am Karfreitag blickt die Christenheit auf den Weg zwischen Jerusalem und Golgatha. Die römische Besatzung hat wieder einmal ihre Todesstrafe gegen drei «gefährliche» Subjekte angeordnet. Dass da auch Jesus dabei ist, der so vielen Menschen geholfen hat und von dem man nur Gutes erfahren hatte, entsetzt Viele. Nicht alle sind davon gleich betroffen. Manche verstehen die Welt nicht mehr. Andere bleiben gleichgültig.

Weitere ergötzen sich am Schauspiel der Gewalt. Die öffentliche Folter hatte damals vielleicht eine ähnliche Wirkung auf die Massen, wie heute die Kriegsfilme und Zerstörungsspiele am Computer.

Doch es gab auch diejenigen, die mit Jesus selbst in Kontakt waren, die ihm ein Stück nachgefolgt waren. Sie hatten nun Angst, von den Verfolgern mit Jesus in Verbindung gebracht zu werden. Sie schauten weg, rannten weg, verleugneten ihn und taten alles, um sich selbst zu schützen.        

Und dann wissen wir auch von manchen – vorwiegend Frauen –, die Jesus nahestanden und von seinem Leid so betroffen waren, dass sie alle Angst um sich selbst vergaßen und versuchten, Jesus nahe zu bleiben. Sie litten mit ihm die Qualen der Verzweiflung, organisierten die Kreuzabnahme, die Grablegung und gingen nach dem Pessachfest am frühen Morgen zum Grab, um Jesu Leichnam einzubalsamieren. So wurden sie auch zu den ersten Zeuginnen einer ganz anderen Wirklichkeit.

Kreuzabnahme heute


Ich selbst habe Krieg noch nie am eigenen Leib erfahren. Aber die Begegnungen mit Menschen, die ihm entkommen sind, vermitteln mir immer wieder eine Sicht auf die Zerbrechlichkeit des Lebens. Der Krieg, das große Monster, frisst nicht nur die Menschen, die ihm zum Opfer fallen, sondern beschädigt zutiefst auch alle jene, die als Überlebende daraus hervorgehen.

Der Krieg ist ein Ort der Straflosigkeit für Zerstörung und Vernichtung von allem, was nicht zur eigenen Seite gehört. Demokratische Republik Kongo, Zentralafrika, Südsudan, Afghanistan, Pakistan, Sri Lanka, Syrien, Palästina, Ukraine, Libyen, Westsahara, Nigeria, Jemen, Irak ... Orte ungestrafter Gräueltaten.

Krieg ist auch dort, wo kein politischer Dialog zugelassen ist, wo Mitglieder oppositioneller Gruppen verfolgt werden, wo Minderheiten weichen müssen. Myanmar, Türkei, Iran, Honduras, Brasilien, China, Israel, Saudi-Arabien, Philippinen, Eritrea, Äthiopien, Ägypten, Marokko, Simbabwe... Orte ungesühnter Verfolgungen.

Krieg und die Gesetze der Entrechtung und Entmenschlichung herrschen auch in vielen Gefängnissen und Lagern, wo geflohene Menschen unbefristet und oft ohne Urteil festgehalten werden und nicht geahndeter Gewalt ausgeliefert sind.

Krieg in allen diesen Erscheinungsformen herrscht an viel zu vielen Orten. Ich traue den globalen Untersuchungen nicht, die nachweisen wollen, gemessen an der aktuellen Weltbevölkerung habe es noch nie so wenige Kriege und bewaffnete Konflikte gegeben wie heute. Und selbst wenn es stimmen würde, darf das kein Grund sein, die Weltlage zu verharmlosen. Denn zu beobachten ist, dass wichtige Institutionen wie die UNO und internationale Gerichtshöfe, auch NGOs und Gruppierungen der Zivilgesellschaft an Einfluss verlieren und immer weniger Gewalt verhindern können.           
Doch überall dort, wo Menschen vor Konflikt und Krieg in Sicherheit gebracht werden – und auch dort, wo kriegstraumatisierte Menschen aufgenommen werden, wo ihnen geholfen wird in ihrer Trauer um die Getöteten und in der Aufarbeitung ihrer Traumata, geschieht so etwas wie eine Kreuzabnahme.

Alltägliche Auferstehung

Die Christenheit in allen Konfessionen, Kirchen und Gemeinden hat in der karfreitäglichen liturgischen Trauer um das Sterben Gottes einen ungeahnten Schatz der tiefen und universalen Solidarität mit allen Menschen, die noch immer «gekreuzigt» werden – in allen Formen ihrer zerstörten Leben.

Diese Solidarität kann nicht theoretisch bleiben. Solidarität ist nur, wo sie gelebt wird, wo wir bewusst hinschauen, hinhören, uns betreffen lassen, die Trauer annehmen und neuer Hoffnung Raum geben. Dann haben wir Kraft zu konkreten Taten, die zu einer Wirtschaftsordnung und zu einer Politik führen, die den Einzelnen hilft, einen ökologisch verträglichen Lebensstil zu pflegen, fair produzierte und gehandelte Produkte zu kaufen, geflüchtete Menschen aufzunehmen und sie, als gute Nachbarn, willkommen zu heißen.

Das Evangelium nach Lukas und das Evangelium nach Johannes erzählen, wie der vom Tod Auferstandene zu seinen versammelten, verwirrten Jünger*innen tritt und als erstes zu ihnen sagt: «Friede sei mit euch!» Mit offenen Wunden beendet er den Krieg.

Wo sind wir herausgerufen, aus unserer Routine, aus unseren Ängsten, aus unseren Absicherungen? Wo können wir im Licht der Auferstehung, angesteckt von der Hoffnung, die unserem Leben Würde und Weite verheißt, die Todesangst hinter uns lassen? Den Krieg gegen die Elenden, die Armen, die Geflüchteten, die ausgebeutete Natur… beenden?

* Namen geändert

 

 


 

Ökumenisches Gebet für Gerechtigkeit und Frieden in der Karwoche

Eingangslied: „Holz auf Jesu Schulter“ Evangelisches Gesangbuch (EG) 97, Gotteslob (GL) 291, Str. 1-3 oder:
„O Haupt voll Blut und Wunden“ EG 85, GL 289, Strophen 1 + 2

In der Karwoche erinnern wir uns an den Kreuzestod Jesu. Dem ging ein unfairer Prozess und ein ungerechtes Urteil voraus. Jesus wurde gefoltert und hingerichtet. Auch heute gibt es Tausende Menschen, die sich für andere und für Gerechtigkeit und Frieden in ihrem Land einsetzen. Aber weil sie Kritik an den Mächtigen üben und die Ungerechtigkeiten öffentlich machen, sollen sie mundtot gemacht werden. Für diese Verfolgten, Inhaftierten, Gefolterten, Verschleppten und zum Tode verurteilten wollen wir heute beten.

Zunächst danken wir Dir, Gott, für die Freilassung von Dr. Eduardo Cardet aus CUBA, Leiter der christlichen Befreiungsbewegung, die sich für Demokratie einsetzt.

Lesung des Tages: Jes 50, 4-9a, 3. Lied vom Gottesknecht

4Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
5Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
6Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
7Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
8Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.
9aSeht her, Gott, der Herr, wird mir helfen.

 Zur Lesung (nach Erzabtei Beuron): Der Gottesknecht ist das Gegenbild seines Volkes, dem es so schwerfällt, auf das Wort Gottes zu hören. Der „Knecht“ wird hier als der vollkommene Schüler oder Jünger vorgestellt. Zwei Verhaltensweisen kennzeichnen ihn: 1. er ist ganz Ohr für das Wort seines Herrn, er hört mit dem Herzen; 2. er verkündet das, was ihm gesagt und aufgetragen wird, unbekümmert um die Feindschaft, die er sich zuzieht. Das kann er nur, weil er weiß, dass Gott ihm nahe ist und ihn stützt. - Wer ist dieser Knecht? Wir können an manche Prophetenschicksale denken, vor allem an Jeremia. Aber nicht er ist gemeint, sondern ein kommender Prophet. - Jesus steht zum Vater in einem vollkommenen Jüngerverhältnis, und er erfährt Widerspruch und Verfolgung.
Meditieren wir ein wenig über die Lesung vom Gottesknecht.

Lied: „Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn“ EG 675, Halleluja (Hal) 208 oder:
„Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun“ EG 658, GL 446

Nun wollen wir für Gefolterte beten, deren Schicksale die ACAT-Deutschland für den Monat April zusammengetragen hat (vier weitere Fälle finden Sie im „Gebetsblatt April 20, das beigefügt ist). Nach jedem Fürbittgebet singen wir „Bleibet hier und wachet mit mir“ EG 585, GL 286, Hal 96

„Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.”
Hebr. 13, 3

Denken wir an einen in der Haft Verstorbenen in RUANDA

Kizito Mihigo, ein in Ruanda bekannter Sänger christlicher Herkunft, ist mit 38 Jahren tot in der Polizeistation in Remera aufgefunden worden. Die Polizei sagt, dass er in seiner Zelle Selbstmord begangen habe. Es wurde weder ein Untersuchungsbericht herausgegeben noch wurde eine Autopsie gemacht. Kizito Mihigo hat den Genozid von 1994 überlebt und wurde eine Zeitlang vom Regime von Paul Kagame als Sänger der Versöhnung propagiert, bis er 2014 das Chanson „Erklärung des Todes“ herausbrachte. In diesem Chanson ging er andeutungsweise auf die durch das Regime von Kagame gegen die Hutus begangenen Verbrechen ein, ein Tabuthema in Ruanda. Er wurde entführt, an einem geheimen Ort gefoltert, mit dem Tod bedroht und zu 10 Jahren Haft verurteilt. Im September 2018 wurde er im Rahmen einer vom Präsidenten verfügten Amnestie freigelassen. Das hing damit zusammen, dass die Außenministerin zur Präsidentin der internationalen Organisation der Frankophonie gewählt werden sollte. Es wurde Kizito Mihigo gesagt, dass er keine 2. Chance erhalten würde. Er fühlte sich in Ruanda nicht mehr sicher. Er wollte das Land verlassen, weil seine Lieder verboten waren und er nicht mehr als Sänger arbeiten konnte. Ohne Pass konnte er kein Visum erlangen. Er wurde am 13.2.2020 nahe an der Grenze zu Burundi verhaftet, nach Kigali gebracht und beschuldigt, dass er illegal die Grenze überschreiten wollte, um sich Terroristen anzuschließen.
Gebet: Guter Gott, nimm den Verstorbenen auf in Dein Reich. Hilf, dass die Umstände seines Todes aufgeklärt werden. Hilf dem ruandischen Volk, nach den schrecklichen Morden von 1994 zu einem friedlichen und vertrauensvollen Zusammenleben zu finden.
„Bleibet hier und wachet mit mir“

Denken wir an eine inhaftierte Aktivistin in CHINA

Li Qiaochu ist Feministin und Arbeitsrechtlerin, sie forscht zu Arbeitsrechten und setzt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein. Im Dezember wurde ihr Partner, ebenfalls ein Aktivist, so wie viele andere Anwälte und Aktivisten, verhaftet, nachdem er an einem Treffen teilgenommen hatte. Am 31. Dezember war Li Qiaochu von der Polizei vorgeladen worden. Sie wurde dort 24 Stunden festgehalten und überwiegend zu ihrem Partner befragt.
Am 16. Februar wurde sie nun von der Polizei verhaftet und befindet sich seitdem an einem unbekannten Ort. Es besteht daher die große Gefahr, dass sie misshandelt und gefoltert wird.
In den vergangenen Monaten wurde bei Li Qiaochu eine Depression diagnostiziert. Ohne richtige Medikation ist auch dadurch ihr seelisches und körperliches Wohl in Gefahr.
Gebet: Gott, Li Qiaochu ist in großer Gefahr. Wir bitten dich um Schutz und Bewahrung für sie. Wir bringen auch die Verantwortlichen für diese gefährliche Praxis der Haft an unbekannten Orten und die Menschen, die dort mit den Häftlingen umgehen, vor dich: Lass sie in den Gefangenen Mitmenschen, die mit Würde und mit Rechten ausgestattet sind, erkennen.
„Bleibet hier und wacht mit mir“

Denken wir an die vielen von der Pandemie bedrohten Flüchtlinge an den Grenzen Europas

Gebet: wir sind in großer Sorge, Gott, um die vielen Menschen, die nach den aktuellen Entscheidungen nun überhaupt keine Möglichkeit mehr haben, um in die EU einzureisen und hier Asyl zu erbitten und ohne Hoffnung in den völlig überfüllten Lagern ausharren müssen. Wir bitten um ein Umdenken aller Verantwortlichen. Das Virus hat die Grenzen längst überschritten, es darf nicht zum Vorwand genommen werden, um Menschen vom Recht auf Asyl auszuschließen. Wir bitten dich für die Menschen in den Lagern, besonders in der Türkei:  um Kraft, Durchhaltevermögen, um Hoffnung.
„Bleibet hier und wachet mit mir“

Vater unser

Folgen wir in der Zeit der Corona-Epidemie der Einladung der Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der EU (COMECE) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE) und sprechen folgendes Gebet aus ACAT Aktuell:
„Gott Vater, Schöpfer der Welt, du bist allmächtig und barmherzig. Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt. Schau auf deine Kinder, die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden, um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen. Befreie uns von Krankheit und Angst, heile unsere Kranken, tröste ihre Familien, gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit, den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft, den Verstorbenen das ewige Leben. Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung, sondern erlöse uns von allem Bösen. Darum bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen. (...)“

Schlusslied: „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ EG 171, GL 453, Hal 237

Mehr zu ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) unter www.acat-deutschland.de


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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