Drucken

Ökumenisches Gebet für Gerechtigkeit und Frieden
Eingangslied: „Christ ist erstanden“ Gotteslob (GL) 318, Evangelisches Gesangbuch (EG) 99
Wir haben Ostern gefeiert, die Auferstehung des Herrn. Auch uns sind Auferstehung und der Friede Gottes zugesagt. Aber wie viele leben in Angst und Verfolgung? Wir wollen für all die beten, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen und gerade deshalb den Mächtigen ein Dorn im Auge sind und verfolgt, inhaftiert und gefoltert werden.
Zunächst danken wir Dir, Gott, dafür, dass 3 Gefangene freigekommen sind: der Journalist Afgan Mukhtarli aus Aserbaidschan, Frau Nazanin Zaghari-Ratcliffe aus dem Iran und der Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang aus China.

Lesung des Tages: Apg- 14, 19-28  

In jenen Tagen
19kamen Juden von Antiochia und Ikonion und überredeten die Volksmenge. Und sie steinigten den Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot.
20Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Am anderen Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter.
21Als sie dieser Stadt das Evangelium verkündet und viele Jünger gewonnen hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück.
22Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.
23In jeder Gemeinde bestellten sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.
24Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien,
25verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab.
26Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes empfohlen hatte.
27Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte.
28Und sie blieben noch längere Zeit bei den Jüngern.

 Zur Lesung (nach Erzabtei Beuron):
Die Mission in Lystra hatte mit abgöttischer Verehrung begonnen und endigte mit Steinigung (V. 19). Das ist Apostelschicksal. Paulus-Saulus war mit der Steinigung des Stephanus einverstanden gewesen (Apg 8,1); er war auch damit einverstanden, nun selbst die harten Steine zu spüren. Die Verse 20-27 sind ein abschließender Bericht über die erste Missionsreise; die Reise endet dort, wo sie begonnen hat, im syrischen Antiochia. Zunächst ist noch von einer erfolgreichen Tätigkeit in Derbe die Rede, dann von einer Art „Nachmission“ bei den früher gegründeten Gemeinden. Wichtig ist in V. 23 die Notiz über eine beginnende Organisation der neuen Gemeinden. Die Gemeinde muss ja mit einer langen Zukunft, einem „langen Marsch“ rechnen; dazu braucht sie außer Glauben und Geduld (V. 22) auch eine Verfassung. Die eingesetzten Leiter der Gemeinde werden (nach jüdischem Vorbild) „Älteste“ genannt, griechisch „Presbyter“ (davon „Priester“). Über die besonderen Vollmachten dieser Ältesten wird uns hier nichts mitgeteilt. Die Gemeinde ist wichtiger als das Amt; das Amt hat dem Glauben der Gemeinde zu dienen.


Lied: „Salz sein, Licht sein, Christ sein“ Halleluja (Hal) 253 oder:
„Suchen und fragen“ GL 457 oder:
„ Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun“ EG 658, GL 446

Nun wollen wir für Gefolterte und von Ansteckung bedrohte Gefangene beten, deren Schicksale die ACAT-Deutschland für den Monat Mai zusammengetragen hat (4 weitere Fälle finden Sie im „Gebetsblatt“ Mai 20, das beigefügt ist).

Nach jedem Fürbittgebet singen wir
„Du sei bei uns“ GL 182, Hal 30 oder: „Kyrie eleison“ EG 178.9, GL 155


„Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.”
Hebr. 13, 3

 

Denken wir an inhaftierte Kinder auf den PHILIPPINEN
Auf den Philippinen gibt es Tausende Kinder, die hinter Gittern leben. Die meisten von ihnen werden ohne Anklage wegen Kleinigkeiten inhaftiert. Sie werden z.B. beim Betteln aufgegriffen. In den Kindergefängnissen sind sie zahlreichen Misshandlungen ausgesetzt. So berichteten mehrere aus dem Gefängnis befreite Kinder, dass sie gezwungen wurden, in Stresspositionen auszuharren, sie wurden an den Füßen aufgehängt, es wurde ihnen Zahnpasta in die Augen geschmiert und sie wurden geschlagen. Während der Corona-Krise kommt nun für diese Kinder hinzu, dass sie wegen Überfüllung, Unterernährung und mangelnder Hygiene schutzlos der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus ausgesetzt sind. Es ist daher wichtig, dass die Kinder – genau wie alle anderen Gefangenen, die unter diesen Bedingungen inhaftiert sind – zügig freigelassen werden. In der Regel sind sie ohne Anklage und ohne Verfahren eingesperrt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Kinder und die älteren Gefangenen, die unter unwürdigen und gefährlichen Bedingungen eingesperrt sind. Schütze sie vor Infektionen, anderer Krankheit, Misshandlung und Tod. Wir bitten auch für ein Umdenken im Umgang mit bettelnden Kindern und Straßenkindern. Statt eingesperrt zu werden sollten sie Hilfe erhalten!

[Sie können sich für diese Kinder einsetzen, indem sie den unterschriftsfertigen Petitionsbrief  unterschreiben und an die Botschaft der Philippinen in Deutschland schicken, s. Briefaktionen der ACAT]

„Du sei bei uns“

Denken wir an gefährdete und getötete Inhaftierte im IRAN
Die Haftbedingungen in iranischen Gefängnissen werden von vielen Gefangenen als unakzeptabel beschrieben: Überfüllung, Mangel an Hygiene- und Sanitär-Artikeln, fehlende Medikamente usw. Da sich unter diesen Umständen Infektionskrankheiten leicht ausbreiten können, haben in den letzten Wochen Tausende Gefangene aus Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus protestiert. Die Sicherheitskräfte reagierten mit brutaler Gewalt gegen die Aufstände. Es wurden auch Tränengas und scharfe Munition eingesetzt. Dabei kamen 36 Gefangene ums Leben. Von einem Gefängnis wird berichtet, dass es nach einem solchen Aufstand zu öffentlichen Misshandlungen von beteiligten Gefangenen im Gefängnishof kam.
Da die Forderungen der Gefangenen, z.B. nach der Isolierung von infizierten Gefangenen und nach Corona-Tests, nicht umgesetzt wurden, sind die Gefangenen weiterhin in erhöhter Gefahr, sich zu infizieren.
Gebet: Guter Gott, wir sind entsetzt sowohl über die Zustände in den Gefängnissen als auch über die brutale Reaktion der Sicherheitskräfte auf die Forderungen der Gefangenen. Wir bringen die Situation der Ermordeten, der weiterhin der Gefahr der Infektion ausgesetzten Gefangenen und auch der Sicherheitskräfte vor dich. Wir hoffen auf eine Besserung der Situation durch weitere Entlassungen, verbesserte Hygiene und ein Umdenken der Verantwortlichen.

[Sie können diesen Gefangenen ebenfalls durch einen Petitionsbrief helfen]

„Du sei bei uns“

Denken wir an Folter-Opfer und Täter aus SYRIEN
In Koblenz in Deutschland hat am 23.04.2020 ein Prozess gegen zwei Syrer begonnen. Einer von ihnen soll in einem syrischen Geheimdienst-Gefängnis in Damaskus für die Folterung von zahlreichen Gefangenen verantwortlich gewesen sein. Es werden ihm „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und 58-facher Mord vorgeworfen. Dem zweiten Angeklagten wird Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.
Dieser Prozess, der nun in unserem Land stattfindet, bringt das Thema der Folter in syrischen Gefängnissen wieder in unsere Medien und damit verstärkt wieder in unser Bewusstsein.
Gebet: Guter Gott, du liebst uns Menschen, du hast uns mit Würde geschaffen. Wir bitten dich für die Gefangenen und ehemaligen Gefangenen, die in den Gefängnissen in Syrien gefoltert wurden und immer noch werden und deren Würde mit Füßen getreten wird. Wir bitten dich für den Prozess, mit dem viele Hoffnungen verbunden sind: Wir bitten um Weisheit für die Richter, Einsicht für die Täter, und dass dieser Prozess ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt werden kann.

Vater unser

Lasst uns beten:  

Gott der Wüste und Gott des Gartens: Dein Sohn ist in die Wüste gegangen. Dort saß er. Dort betete er. Dort träumte er von einem Leben in größerer Fülle für andere. Sieh uns, wie wir uns bemühen, für eine ungewisse Zeit in der Einsamkeit Wurzeln zu schlagen. Lass uns die Ruhe finden, die wir brauchen. Und lass neue Ideen in uns aufkeimen für die, die keine Ruhe kriegen.                                                                                                                       
(Dr. Johannes Goldenstein)

Schlusslied: „Herr, wir bitten, komm und segne uns“ EG 607, Hal 239 oder:
„Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“ GL 451, EG 170

 

Download Informationen Aktion Philippinen
Download Brief Aktion Philippinen

Mehr zu ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) unter www.acat-deutschland.de