ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Oktober 2020

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

 

Freigelassen:

 

Venezuela: Maury Carrero

GB 05/20, DA 16/20
China: Guligeina Tashimaimaiti DA 22/19

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 

Aktuelle Entwicklungen:


arrow32pxChinaGuligeina Tashimaimaiti wurde Anfang Mai 2020 freigelassen. Nach ihrer Entlassung aus der Haft konnte sie per Videoanruf mit ihrer Familie sprechen. Dies war der erste Kontakt, den sie seit 2017 mit ihren Angehörigen hatte. Nach Angaben ihrer Familie schien Guligeina Tashimaimaiti in guter Verfassung zu sein. Sie unterrichtet derzeit Englisch in Xinjiang. Seit Ende 2017 war sie vermisst worden, als sie aus Malaysia in ihre Heimatstadt Yili in der uigurischen Autonomen Region Xinjiang in China zurückkehrte. Quelle: ACAT Schweiz, Amnesty International


arrow32pxKirgisistan: Azimjan Askarov wegen mangelnder medizinischer Versorgung verstorben
Am 25. Juli 2020 starb der Menschenrechtsverteidiger Azimjan Askarov im Alter von 69 Jahren in der Strafkolonie No. 47. Einen Tag zuvor war er für eine medizinische Untersuchung dorthin verlegt worden. Sein Rechtsanwalt Valeryan Vakhitov hatte Azimjan Askarov am 22. Juli im Gefängnis besucht. Er berichtete, dass Azimjan Askarov nicht mehr ohne Hilfe laufen konnte und von zwei Gefängnisbeamten zu dem Treffen gebracht werden musste. Zudem hatte er an Gewicht verloren, hustete und hatte so starke Luftnot, dass es ihm schwerfiel, zu reden. Er aß nur wenig und erhielt Glukose-Injektionen. Der Menschenrechtler war bereits seit weit über einer Woche so schwer erkrankt. Die offizielle Todesursache lautet „doppelseitige Lungenentzündung“. In Kirgisistan wurden zahlreiche Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 als „doppelseitige Lungenentzündung“ oder „ambulant erworbene Lungenentzündung“ dokumentiert.
Azimjan Askarov befand sich über 10 Jahre unschuldig in Haft. ACAT hatte sich im Juli 2012 und im September 2016 mit Briefaktionen für ihn eingesetzt. Mehrfach wurde für ihn interveniert und sein Schicksal im Gebetsblatt thematisiert. Menschenrechtsorganisationen wie Front Line Defenders, aber auch u.a. die deutsche Bundesregierung hatten auf seinen kritischen Gesundheitszustand und die besondere Gefahr durch COVID-19 hingewiesen. Unabhängig davon, ob Askarov an COVID-19 verstarb, ist eindeutig zu erkennen, dass die Behörden des Landes aufgrund seiner jahrelangen Inhaftierung und der fehlenden Versorgung für seinen frühen Tod die vollständige Verantwortung tragen.

 

arrow32pxMorde an Umweltaktivisten nehmen zu 
Bei ihrem Einsatz für die Natur, sauberes Wasser und den Schutz indigener Gruppen sind im vergangenen Jahr weltweit mindestens 212 Umweltschützer getötet worden. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Global Witness“ ist dies die höchste Zahl, die bisher in einem einzelnen Jahr dokumentiert wurde. „Viele der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen haben mit der Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen sowie Korruption in Politik und Wirtschaft zu tun“, heißt es im Bericht der Organisation. „Umweltschützer sind jene, die dagegen aufstehen.“
Die meisten Morde an Umweltaktivisten wurden der Studie zufolge in Kolumbien (64), den Philippinen (43) und Brasilien (24) verübt. Mehr als zwei Drittel aller Fälle registrierte „Global Witness“ in Lateinamerika. Aber auch im EU-Land Rumänien wurden demnach im vergangenen Jahr zwei Umweltaktivisten getötet.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/ausland/naturschuetzer-101.html

https://www.sueddeutsche.de/politik/global-witness-umweltschuetzer-ermordet-1.4982424

 

 

arrow32pxChina: Uiguren in Zwangsarbeit / 180 NGOs appellieren an Mode-Unternehmen
Eine weltweite Koalition aus über 180 Nichtregierungsorganisationen hat sich zur Kampagne „End Uyghur Forced Labor“ (Uigurische Zwangsarbeit beenden) zusammengeschlossen. Die NGOs rufen Bekleidungsmarken und Einzelhandelsunternehmen auf, ihre Unterstützung von Zwangsarbeit in der Autonomen Region Xinjiang in der Volksrepublik China einzustellen. Diese mache sie zu Komplizen der fortdauernden Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung. Nahezu alle großen Bekleidungsmarken und -händler erzielten einen Teil ihrer Gewinne durch uigurische Zwangsarbeit.
Die Kampagne ruft die betreffenden Unternehmen dazu auf, innerhalb von zwölf Monaten sämtliche Verbindungen zu Lieferanten abzubrechen, die in Zwangsarbeit verwickelt sind. Auch sollen sie alle Beschaffungen aus der Region Xinjiang beenden, von Baumwolle über Garn bis hin zu fertigen Kleidungsstücken. Die chinesische Regierung hat schätzungsweise 1 bis 1,8 Millionen Uiguren und andere Angehörige muslimischer Turkvölker in Haft- und Zwangsarbeitslagern zusammengetrieben. Die Gräueltaten in Xinjiang – darunter Folter, erzwungene Familientrennung und die Zwangssterilisation uigurischer Frauen – sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Quelle:
https://enduyghurforcedlabour.org/

www.gfbv.de/de/news/kampagne-von-ueber-180-zivilgesellschaftlichen-organisationen-10125/

 

arrow32px18. Welttag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober 2020
„Zugang zu Verteidigung: eine Frage von Leben oder Tod“ - Der 18. Welttag gegen die Todesstrafe widmet sich unter diesem Motto dem Recht auf eine wirksame Verteidigung in allen Prozessphasen. Für Menschen, denen die Todesstrafe droht, kann der Zugang zu einem Anwalt den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten, wie aus den folgenden Zitaten von Anwälten hervorgeht:

JAPAN, Teppei Ono,Rechtsanwalt und Mitglied der Arbeitsgruppe für die Abschaffung der Todesstrafe des Verbandes der Japanischen Anwaltskammern:
„Japanische Todestrakt­insassen sind einer extremen Isolation ausgesetzt. Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, ihren ‚Seelenfrieden‘ zu bewahren. Somit sind sie gezwungen, einfach ihre Hinrichtung abzuwarten und sind anfällig für psychisches Leiden. […] Derart strenge Einschränkungen hindern sie jedoch daran, persönliche Beziehungen aufzubauen oder zu pflegen – oder gar Rechtsbeistand zu erhalten. […] Einige Teile meiner Korrespondenz […] [an einen Häftling im Todestrakt des Tokioter Gefängnisses] wurden zensiert, einschließlich derer, in denen ich meine Funktion als Rechtsbeistand ausübte.“

USA, Patrick Mulvaney, Leitender Anwalt des Southern Center for Human Rights:
„ ,Nichts vonseiten der Verteidigung, Euer Ehren.‘  Dieses Zitat stammt von einem Pflichtverteidiger.
Er sagte dies in der Urteils­phase bei einem Prozess wegen Kapitalverbrechens – in dem Augenblick also, in dem er darlegen konnte, warum das Leben seines schwarzen Mandanten es wert war, verschont zu werden.  Seine Aussage war ganz klar nicht auf einen Mangel an mildernden Umständen zurückzuführen. Der Klient war ein geistig behinderter Teenager. Seine Kindheit war von Traumata und Vernachlässigung geprägt, und er war nicht derjenige, der bei dem Mord, für den er verurteilt wurde, den Schuss abgegeben hatte. Trotzdem: ,nichts vonseiten der Verteidigung, Euer Ehren‘. Und der Klient wurde zum Tode verurteilt.“

KENIA, Gatambia Ndung’u, Anwalt: „Leider ist es nicht ungewöhnlich, dass Mordverdächtige [...] ihren Anwalt zum ersten Mal vor Gericht treffen, während des Plädoyers [...].  
Ich habe eine solche Situation selber erlebt […].Ich traf meinen Mandanten zum ersten Mal im Gerichtssaal, in den Zellen, die für die Haft vor dem Prozess vorgesehen sind, und ich konnte nur wenige Informationen über die geplante Aussage der Anklage vor Gericht sammeln. Glücklicherweise war diese Aussage nicht die komplexeste, und ich denke, mein Kreuzverhör verlief gut. Danach konnte ich Gefängnisbesuche arrangieren und sogar Zeugen für eine Aussage zu Gunsten meines Mandanten gewinnen. Schließlich entkam mein Mandant dem Galgen, nachdem seine Mordanklage in Totschlag umgewandelt wurde. […]“

Quelle:     
https://www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/welttag_gegen_todesstrafe/

Weitere Infos auf Englisch und Französisch:

http://www.worldcoalition.org/worldday.html

http://www.worldcoalition.org/fr/worldday.html

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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