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Oktober 2021

 

Freigelassen:

 

Saudi-Arabien Nassima Al-Sadah
Frauenrechtlerin
Int. VS 15.08.18

 Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 




arrow32pxACAT Online-Gebetstreffen
Der Termin für das Online-Gebetstreffen im Oktober wird noch bekannt gegeben.
TeilnehmerInnen an bisherigen Treffen erhalten eine Benachrichtigung per Email, wenn der Termin für ein Gebet feststeht. Wenn Sie grundsätzlich an einer Teilnahme interessiert sind und über anstehende Termine informiert werden möchten, melden Sie sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.

 

Aktuelle Entwicklungen:


arrow32pxWelttag gegen die Todesstrafe – „Zum Tode verurteilte Frauen: Eine unsichtbare Realität“
... diesen Titel trägt der 19. Welttag gegen die Todesstrafe, der am 10. Oktober begangen wird.
Das Cornell Center on the Death Penalty schätzt, dass Frauen weniger als 5% der im Todestrakt Inhaftierten darstellen und weniger als 5% der Hingerichteten. Unter 483 exekutierten Personen waren laut Amnesty International 16 Frauen.
Andererseits scheinen Frauen in einigen Ländern im Justizsystem Benachteiligungen erfahren. Zu nennen sind Zusammenhänge zwischen Armut oder fehlender Ausbildung und unfairen Urteilen. In patriarchalischen Gesellschaften fehlt Frauen bisweilen eine Möglichkeit, sich angemessen zu verteidigen. Immer wieder werden Frauen wegen Mordes zum Tode verurteilt, wenn die ihnen angelasteten Taten in Reaktion auf häusliche Gewalt stattfanden. Laut dem Büro der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte werden derartige Situationen im Urteil nur extrem selten als mildernder Umstand berücksichtigt. In Asien und im Mittleren Osten befinden sich Frauen vielfach wegen Drogenkriminalität im Todestrakt. Viele von ihnen kommen aus benachteiligten Schichten. Oft werden sie als Drogenkuriere eingesetzt, nicht selten handelt es sich um Arbeitsmigrantinnen.
Auch Anklagen wegen Ehebruchs führen vergleichsweise oft zu Todesurteilen.  Ausführliche Informationen bei der Weltkoalition gegen die Todesstrafe:

Englisch: https://worldcoalition.org/2021/08/04/hrc47-women/

Französisch: https://worldcoalition.org/fr/2021/08/04/hrc47-women/

 

arrow32pxAbschaffung der Todesstrafe in Sierra Leone
Am 23. Juli hat das Parlament des westafrikanischen Staates Sierra Leone einstimmig die Abschaffung der Todesstrafe beschlossen. Das ehemalige Bürgerkriegsland wird in Afrika der 23. Staat ohne Hinrichtungen. Auch wenn seit 1998 keine Exekutionen mehr stattgefunden haben und Todesurteile oft umgewandelt worden sind, sollen sich laut Amnesty International noch 94 Menschen im Todestrakt befinden.
Quelle: https://worldcoalition.org/2021/08/02/sierra-leone-abolishes-the-death-penalty/

 

arrow32pxGlobal Witness: Weltweit 227 Morde an Umweltschützern
Die NGO Global Witness stellte kürzlich eine Studie mit erschreckenden Ergebnissen vor: Im Jahr 2020 sind 227 Umweltschützer(innen) ermordet worden. Noch nie seien so viele Umweltschützer(innen) weltweit getötet worden. Drei Viertel von ihnen seien in Lateinamerika gestorben.Es sei anzunehmen, dass die tatsächliche Zahl der Getöteten noch deutlich höher liege. Weltweit wurden die meisten Morde im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft verübt, gefolgt von Wasser- und Dammbauprojekten und der Landwirtschaft, wie aus dem Bericht hervorgeht. Chris Madden von Global Witness: „Jene, die im Kampf gegen die Klimakrise ihr Leben riskieren, um die Wälder, Flüsse und Ökosysteme zu retten, tragen eine schwere Last. Das muss aufhören.“
Quellen:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/getoetete-umweltaktivisten-101.html

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/studie-von-ngo-global-witness-mehr-als-220-aktivisten-sind-2020-im-kampf-fuer-die-natur-gestorben/27607154.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE


arrow32pxACAT Seminar Neudietendorf – Tagungsbericht der Evangelischen Akademie Thüringen
„Ein Schmuddelthema? Eindrücke der Menschenrechtstagung“

„Da stehen wir beim Kirchentag unter hunderten von Ständen mit unserem Schmuddelthema.“ Diese Wortmeldung eines Mitglieds der Menschenrechtsorganisation „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“ (ACAT) in der Schlussdiskussion markiert einen entscheidenden Punkt: Wer sich mit Menschenrechtsverletzungen befasst, findet oft wenig Gehör.
Wer kann, wer will das hören? So wurde wiederholt gefragt bei der Tagung „Menschenrechte unter Druck. Aus Vergangenheit und Gegenwart in (ex)sozialistischen Staaten“ vom 11.-12. September, eine Kooperation der Evangelischen Akademie Thüringen und ACAT.
Es ging um Tschechien, die DDR und Vietnam: Drei Länder, unterschiedlich miteinander verbunden und zugleich durch den Kommunismus geprägt. Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen, Enteignungen, erzwungene Flucht, Unterdrückung von politischer und von Meinungsfreiheit, der Druck auf Christen: Immer war es das gleiche Lied, wenn auch in unterschiedlichen Tonarten.
Per Livestream aus Prag zugeschaltet sprach Monika Žarská vom Prager Frühling und der Charta 77 und darüber, wie einflussreich die alten Eliten in Tschechien wieder sind. Ton-Vinh-Trinh-Do, 1979 aus Vietnam geflohen und heute Sozialtherapeut sowie zweiter Vorsitzender des Bundesverbands der vietnamesischen Flüchtlinge in Deutschland, brachte das Schicksal der Boat-People nahe. Vieles wusste er auch von den gegenwärtigen Aktivitäten des vietnamesischen Geheimdienstes hierzulande zu berichten. Um die DDR und deren Opfer ging es im Vortrag von Christian Dietrich, Pfarrer und von 2013-2018 Thüringer Landesbeauftragter für die Opfer der SED-Diktatur.
Doch ist ein Wissen darüber nur das eine. Die damit verbundenen Bilder und Gefühle fanden ihren Ausdruck besonders im abendlichen Konzert mit Lesung. Unter dem Titel „In mir steckt ein Schrei“ boten der Arzt und Liedermacher Dr. Karl-Heinz Bomberg, die Psychotherapeutin und Autorin Dr. Jutta Kranich-Rittweger sowie die Zeitzeugin und Liedermacherin Kathrin Begoin-Weber eindrückliche künstlerische Verarbeitungen von DDR-Gefängnis-, Jugendwerkhofs-, und Foltererfahrungen.
Eindrücklich bis an die Schmerzgrenze war schließlich der Vortrag über „Folter im global war on terror“. „Hören Sie endlich auf! Das hätte ich zwischendurch am liebsten sagen wollen“ – so eine Publikumsreaktion danach. Sebastian Köthe (UdK Berlin), schilderte die Praktiken der sogenannten „sauberen Folter“ in Guantánamo und ließ die Opfer ausführlich zu Wort kommen. Denn er habe nicht das Recht deren Zeugnisse abzuschwächen, so Köthe.
Mit Guantánamo kam auch in den Blick, wie sehr Anspruch und Ideal „westlicher Werte“ und die westliche Praxis in Sachen Menschenrechte heute auseinanderklaffen.
So bleibt der Einsatz für Menschenrechte wichtig. Bei ACAT ist er christlich gegründet. Zu den Briefaktionen kommt das Gebet, wie im Menschenrechtsgottesdienst am Sonntag im Kirchsaal der Brüdergemeine Neudietendorf. Der Leitspruch der Menschenrechtsorganisation ist dem Hebräerbrief entnommen:
„Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.“

http://www.ev-akademie-thueringen.de/blogartikel/ein-schmuddelthema-eindruecke-der-menschenrechtstagung/