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Juni 2022

 

Freigelassen:

 

Ägypten Ibrahim Ezz El-Din DA 20/20, Int.VS 19.01.21
11.12.19, 13.04.20, 19.01.21
Ukraine / Russland / Indien Viktor Maruniak, Dmytro Bodyu und Serhiy Pryima DA 07/22, GB 05/22

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 




arrow32pxNächtliche Gebetswache / ACAT Online-Gebetstreffen
Das nächste Online-Gebetstreffen findet am Sonntag, 26. Juni, um 20 Uhr im Rahmen der Nächtlichen Gebetswache statt. Dieser Gebetsanlass wird auf der Videoplattform „Zoom“ durchgeführt. Die bisher Teilnehmenden an den ACAT Online-Gebetstreffen erhalten automatisch einen Einladungslink.
Wenn Sie am 26. Juni gerne teilnehmen möchten und bei diesem Gebetstreffen noch nicht dabei waren, melden Sie sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit dem Stichwort „Einladung Nachtgebet“ an.
Der Einladungslink wird ab dem 20. Juni an alle Angemeldeten versendet.
Das Treffen beginnt um 20:00 Uhr mit einem Taizé-Nachtgebet aus dem Ökumenischen Zentrum Neckarelz. Mit Gesängen aus Taizé, Gebeten, Bibelworten und Briefen soll an Menschen, die Folter erlitten haben, und an ihre Angehörigen gedacht werden.
Der 26. Juni ist der Internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer. Für die weltweite ACAT-Bewegung ist dieser Tag ein Schlüsseldatum. 2006 hat ACAT-Frankreich die Nächtliche Gebetswache ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative soll eine internationale Kette von Menschen geschaffen werden, die in dieser Nacht der Opfer gedenken.

Falls Sie auf eine eigene Veranstaltung, insbesondere online, aufmerksam machen möchten, informieren Sie weiterhin gern die ACAT-Geschäftsstelle.
Zusätzlich können Gebetsanlässe auch auf der Kampagnen-Website der Gebetswache eingetragen und nachgesehen werden: https://nuitdesveilleurs.fr/de/anlaesse/

Gebetsanlässe in Präsenz:
20.06.: Friedensgebet um 17:00 Uhr in der Leipziger Nicolai-Kirche
24.06.: Gebetswache in Hildesheim in der Kirche Hl. Kreuz, Kreuzstr. 4, 21:00 Uhr
26.06.: Fußwallfahrt der Kevelaer-Wallfahrtsgemeinschaft Essen-Byfang e.V. in Kevelaer

 

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxÄgypten –  Der Menschenrechtsanwalt Ibrahim Ezz El-Din, der seit  Juni 2019 inhaftiert war und dessen Untersuchungshaft immer wieder verlängert worden war, wurde laut OMCT am 26. April 2022 ohne Bewährungsauflagen freigelassen. Die Anklage gegen ihn wegen „Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe“ wurde allerdings nicht fallen gelassen. Für Ibrahim Ezz El-Din hat es bisher vier Vorstandsinterventionen  gegeben: 24.06.19, 11.12.19, 13.04.20 und 19.01.21.

 

arrow32pxUkraine / Russland / Indien – OMCT meldete Anfang Mai die Freilassung einzelner Gefangener: Viktor Maruniak, Dmytro Bodyu und Serhiy Pryima. Laut OMCT hat zumindest Viktor Maruniak in der Gefangenschaft Folter erlitten. Wir hatten uns im April für diese und weitere Personen, die durch Angehörige des russischen Militärs oder Geheimdiensts festgenommen wurden, eingesetzt. Dazu hatten wir den Premierminister von Indien aufgerufen, seinen Einfluss auf Russland zu nutzen.
Andere Personen, für die wir ebenfalls geschrieben hatten, sind weiter inhaftiert oder „verschwunden“: Ivan Samoidiuk, Yevhen Matveyev und Serhiy Tsyhipa. Russland hat den Familien dieser Gefangenen wie in anderen Fällen auch keine Angaben zum Aufenthaltsort oder zum Gesundheitszustand mitgeteilt. Die Familie des Journalisten Serhiy Tsyhipa konnte jedoch in Erfahrung bringen, dass er nach Russland verschleppt wurde. In einer Fernsehsendung soll er offizielle Positionen Russlands zur Ukraine geäußert haben. Die Familie ist überzeugt, dass er dazu gezwungen wurde. Vor seinem erzwungenen „Verschwinden“ hatte er über die Lage in der besetzten Stadt Cherson berichtet.

 

arrow32pxBericht vom Katholikentag 2022
Nach zwei Jahren Corona bedingter Pause war ACAT in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag (25. – 29.5.22) in Stuttgart mit einem Stand präsent. Wie auf Katholikentagen üblich, haben wir uns den Stand mit Amnesty International geteilt und die gute Zusammenarbeit hat sich auch dieses Mal wieder sehr bewährt. Je nach Ausrichtung der Interessent*innen konnten wir mitunter auch gegenseitig auf die Anliegen des Anderen verweisen.
An drei Tagen haben wir die Besucher*innen über unsere aktualisierte DA vom April zu entführten und gefolterten Menschen in der Ukraine informiert und um Beteiligung gebeten sowie um Unterschrift für eine Petition zum Schutz von bedrohten Exilvietnames*innen in Deutschland. Das Interesse war tatsächlich vielseitig und sehr unterschiedlich. Manche wollten nur unsere Petition unterschreiben. Andere wollten umfassender informiert werden, einerseits über die Fälle an sich, aber auch z.B. über unsere Motivation, diese Arbeit zu tun, und haben dabei auch deutlich Anerkennung geäußert. Mehrfach haben Menschen einige Briefe der DA mitgenommen, um sie beim heimischen Friedensgebet für die Ukraine an Interessierte weiterzugeben.
Immer wieder mussten wir die Frage beantworten: „Nützt denn Ihr Engagement wirklich etwas?“, sodass wir froh waren, auf die „Liste der Freilassungen 2020-22“ verweisen zu können.
Womöglich kamen weniger Menschen an unseren Stand als vor drei und mehr Jahren. Zu beobachten war hingegen, dass eher mehr Menschen mit einem intensiven Mitteilungs- bzw. Gesprächsbedürfnis zu uns kamen. Manche sprachen uns auf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ an, als sie die Titelseite unserer neuen Broschüre erblickten. Besonders beeindruckend war die Begegnung mit einer muslimischen Frau, selbst ehemalige politische Gefangene in der Türkei, der zwei Menschen von der Liste persönlich bekannt waren. Auch wenn kaum sprachliche Verständigung möglich war, war eine Anerkennung unserer Arbeit spürbar. Anders als bei einem Mann aus Kamerun, der von einem Freund erzählte, der 17 Jahre als politischer Gefangener inhaftiert war. Er äußerte sich skeptisch über die Wirkung unserer Arbeit – und wollte vielleicht seine eigene Enttäuschung benennen, dass er seinem Freund nicht helfen konnte. Beeindruckend waren auch mehrere Gespräche über die Wirksamkeit unseres Betens für die Gefangenen, über die Hoffnung, sie damit unterstützen zu können, das Ringen darum, an seine Wirkung glauben zu können, das eigene Durchhaltevermögen. Wir luden ein, bei Gelegenheit und besonders am 26.06.22 für die Opfer von Folter zu beten. Manche nahmen die angebotene Gebetskarte für ukrainische Ofer von Folter gern mit, auf deren Rückseite unsere ACAT-Ikone mit der Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis und dem Pfingstereignis zu sehen ist.

 

arrow32pxZentralafrikanische Republik schafft Todesstrafe ab
Die Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) hat am 27. Mai 2022 das Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe in der ZAR verabschiedet. Nach der Verkündung des Gesetzes durch Präsident Touadéra wird die Zentralafrikanische Republik der 24. Staat in Afrika und weltweit der 110. Staat ohne Todesstrafe sein. Auch wenn seit 1981 keine Hinrichtungen mehr durchgeführt wurden, könnte die Abschaffung ein wichtiges Symbol für die Achtung der Menschenrechte in dem Bürgerkriegsland sein. FIACAT und ACAT ZAR hatten sich wiederholt für die Abschaffung eingesetzt.

 

arrow32pxVietnam kandidiert für UN-Menschenrechtsrat / Online Petition
Vietnam will trotz systematischer Menschenrechtsverletzungen und der kriegsbefürwortenden Haltung für den russischen Krieg gegen die Ukraine für den UN-Menschenrechtsrat kandidieren. Mit einer Online-Petition können die UN-Mitgliedsstaaten aufgerufen werden, Vietnam nicht in den Menschenrechtsrat für 2023-2025 zu wählen. Weitere Infos und Appell auf Englisch unter:
https://www.change.org/p/do-not-elect-vietnam-to-the-united-nations-human-rights-council-for-the-2023-2025-term