ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Oktober 2019

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

 

Freigelassen:

 

Turkmenistan: Gaspar Matalaev


DA 13/18 und 06/19

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxTurkmenistan – Am 6. September 2019 wurde der Journalist Gaspar Matalaev aus dem Gefängnis von Turkmenabat freigelassen, nachdem er seine dreijährige Haftstrafe vollständig verbüßt hat.
Matalaev hatte zu der weit verbreiteten Zwangsarbeit von Erwachsenen und Kindern bei der Baumwollernte recherchiert. Zwei Tage nach Erscheinen eines kritischen Berichts über die Baumwollernte wurde er in der Nacht vom 4. Oktober 2016 verhaftet. Matalaev wurde in Isolationshaft gehalten und mit Elektroschocks gefoltert, um ein Geständnis zu erpressen.
Für die Freilassung Matalaevs engagierte sich insbesondere die Cotton Campaign, ein internationales Bündnis aus Organisationen gegen Zwangsarbeit in der Baumwollernte. ACAT hat wiederholt Appelle der Cotton Campaign unterstützt.
Nähere (englischsprachige) Informationen zur Zwangsarbeit bei der Bauwollernte in Turkmenistan unter: http://www.cottoncampaign.org


arrow32pxThailand – Die Menschenrechtsaktivisten Sirawit Seritiwat, Karn Phongprapaphan, Sukrit Piansuwan, der Menschenrechtsanwalt Anon Nampa sowie die Menschenrechtsaktivistinnen Nattha Mahatthana und Chonticha Jaengrew waren wegen Anstiftung zu öffentlicher Unruhe angeklagt worden, nachdem sie im Februar 2018 eine friedliche Demonstration gegen die Verschiebung von Wahlen organisiert hatten. (Vorstandsintervention am 12.02.18 für Sirawit Seritiwat, Sukrit Piansuwan, Anon Nampa, Nattha Mahatthana und Rangsiman Rome). Ihnen drohten bis zu sieben Jahre Haft. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten, Rangsiman Rome, wurde auf Mitte 2020 verschoben, weil er seit der Wahl am 24. März 2019 Parlamentsabgeordneter ist.


arrow32pxSaudi-Arabien – Der in Saudi-Arabien lebende Journalist Marwan al-Muraisy (DA 01/19) ist seit dem 1. Juni 2018 „verschwunden“. Der ursprünglich aus dem Jemen stammende Journalist war in seiner Wohnung in der saudischen Hauptstadt Riad festgenommen worden, als er von einem Besuch im Krankenhaus bei seinem damals fünfjährigen Sohn zurückkehrte.
Ende Mai 2019 berichteten verschiedene, auch deutschsprachige Medien, dass al-Muraisy ein kurzer Telefonanruf bei seiner Frau gestattet wurde. Die Familie weiß noch immer nicht, wo sich der Gefangene aufhält und was ihm vorgeworfen wird.


arrow32pxACAT-Friedensgebet in Leipzig 14.10.2019  –  Einladung, mitzuwirken
Am Montag, 14. Oktober 2019, findet in der Nikolai-Kirche in Leipzig um 17 Uhr ein Friedensgebet statt, das von unserem Vorstandsmitglied Magdalena Fleischer vorbereitet wird. Die Predigt hält der Jesuitenpater Stefan Taeubner. In diesem Jahr wird thematisch das Anliegen des Welttags gegen die Todesstrafe aufgegriffen – „Kinder, ungesehene Opfer“.
Erstmalig fanden zu DDR-Zeiten in den Jahren 1981/82 montags Friedensgebete statt, nachdem sich zuvor in Erfurt und Dresden Menschen zum Gebet getroffen hatten.
Magdalena Fleischer hat für ACAT seit mehreren Jahren das Friedensgebet in Leipzig organisiert. Um dabei auch künftig das Anliegen der ACAT einbringen zu können, ist der ACAT-Vorstand auf personelle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie Interesse haben, an der Vorbereitung und Durchführung des jährlichen ACAT-Friedensgebets mitzuwirken, melden Sie sich gern für weitere Informationen oder Absprachen in unserer Geschäftsstelle.


arrow32pxACAT-Tagung „Kinderrechte - Menschenrechte“
Am 6. und 7. September 2019 fand in Zusammenarbeit von ACAT und dem Franz-Hitze-Haus Münster das Seminar „Kinderrechte – Menschenrechte“ statt. Der ACAT-Vorstand vernahm sehr viel positive Resonanz seitens der Teilnehmenden. Gleichwohl mutete insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Thema „Kindersoldaten“ den Anwesenden einiges zu. Was bereits im Eröffnungsvortrag dargestellt wurde, brachte der Dokumentarfilm „Lost Children“ am Beispiel von Kindern während des
Bürgerkriegs in Uganda auf beklemmende Weise zum Ausdruck: Kinder werden in Kriegen als „Soldaten“ rekrutiert, um sie zur bedingungslosen Gefolgschaft zu manipulieren. Sie erleiden brutalste Menschenrechtsverletzungen und werden oft gezwungen, anderen Kindern oder ihren Familien schlimmste Gewalt anzutun.
In Rehabilitationszentren können Sie umfassende psychosoziale Begleitung und die Möglichkeit erhalten, einen Beruf zu erlernen. Trotz der erlittenen Traumata schöpfen viele von ihnen neue Hoffnung für die Zukunft. Dennoch gelingen nicht alle Bemühungen, ehemalige Kindersoldaten in ihre Familien und Gemeinschaften zurückzuführen, dauerhaft. Entfremdungen und die Angst der Angehörigen vor den ehemaligen Kindersoldaten erschweren vielfach die Wiederaufnahme von Kontakt oder die Zusammenführung mit den Familien.
Weitere Berichte über die Vorträge folgen!
Die ReferentInnen haben ihre informativen Bildschirm-Präsentationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Diese können über die Website des Franz-Hitze-Hauses eingesehen werden:

https://www.franz-hitze-haus.de/artikel/kinderrechte-menschenrechte/

 
arrow32px17. Welttag gegen die Todesstrafe: Kinder, ungesehene Opfer
Ein Todesurteil hat immer auch Folgen für die Angehörigen des Verurteilten. Der Welttag gegen die Todesstrafe am 10. Oktoberbeleuchtet die Situation von Kindern, deren Vater oder Mutter zum Tode verurteilt oder hingerichtet wurde. Noch heute, dreißig Jahre nach Verabschiedung der UNO-Kinderrechtskonvention, werden Kinder in Mithaftung genommen.
Drei Beispiele, wie Angehörige, Kinder oder auch Enkelkinder, von Verurteilten an den Folgen leiden:
Winnie Ndago (Uganda): „Ich bin achtzehn Jahre alt und komme aus einer Familie mit achtzehn Kindern. Mein Vater wurde 2012 zum Tod verurteilt. [...] Die Situation zu Hause verschlechterte sich, als Dorfbewohner in ihrer Wut gegen die Familie unseren Besitz verwüsteten und stahlen. Sie haben sogar uns Kinder und weitere Verwandte gesucht mit der Absicht, uns zu töten. Sie sagten, wegen unseres Vaters sei jedes Mitglied der Familie ein Mörder. Keiner von uns ging noch zur Schule, weil der Vater im Gefängnis saß. Jedes Mal, wenn ich andere Kinder morgens zur Schule gehen sah, rollten mir die Tränen über die Wangen.“
Syed Homan Mousavi (Iran): „Ich wurde geboren im Gefängnis, in der Nacht der Wintersonnenwende von 1986. Einen Monat zuvor war mein Vater aufgrund falscher Beweise wegen Beziehungen zu einer verbotenen Oppositionsgruppierung verhaftet worden. Er wurde ins Adelabad-Gefängnis in Shiraz, meiner Stadt, verlegt und hingerichtet. [...] Meine Mutter brachte mich im Adelabad-Gefängnis zur Welt, wo ich die ersten zwei Jahre meines Lebens verbrachte. 1988 wurde meine Mutter während einer fünfmonatigen Welle von Massenhinrichtungen politischer Gefangener umgebracht. Der Schatten der Hinrichtung meiner Eltern schwebte nun für den Rest meines Lebens über mir. [...] Meine Kindheit war [...] gezeichnet von Armut und Vernachlässigung. Ich spürte weder die Hand eines Vaters auf meiner Schulter noch die Zuneigung einer Mutter. Ich träumte, wie sie ein Geburtstagsfest für mich organisieren würden, wie jemand mir ein Geschenk geben würde. Aber das ist nie passiert. [...]“
Aliaksandra Yakavitskaya (Belarus):Einen Monat nach der Hinrichtung bekam ich einen Brief, ein simples Blatt Papier, in dem mir mitgeteilt wurde, dass die Hinrichtung stattgefunden hatte. [...] Es ist sehr schwer, sich vor Augen zu führen, was passiert ist, weil uns die persönlichen Gegenstände meines Vaters [Henadz Yakavitski] nicht zurückgegeben wurden. Nicht mal seinen Leichnam durften wir sehen. Das Gesetz verbietet es uns, ihn zu beerdigen. [...] Es war schwer für mich, den Schock zu verarbeiten, als ich bestimmte Kommentare über meine Tochter im Internet las. Sie ist erst vier. Einige Leute sagten, sie sollte das gleiche Schicksal treffen wie meinen Vater, weil sie die gleichen Gene teilen.“

Video der ACAT Schweiz zum 10. Oktober und weitere deutschsprachige Informationen:

https://www.youtube.com/watch?v=3Ns8vx2VBCk&feature=youtu.be

https://www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/welttag_gegen_todesstrafe/

Website der Weltkoalition gegen die Todesstrafe: https://www.worldcoalition.org

 

 




 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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