ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dringlichkeitsaktion 01/12 – Usbekistan: Azam Formonov u.a.

 


 Hintergrundinformationen

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Usbekistan: 26,1 Mio. Einwohner auf 447.400 km2 Fläche, BSP/Einw. 730$ (2007), Bevölkerung: 73,7% Usbeken, 5,5% Russen, 5,1% Tadschiken, 4,2% Kasachen, 2% Krimtataren, 2% Karakalpaken, 1,1% Koreaner u.a., Religion: 90% Muslime (Sunniten), Minderheiten von Orthodoxen und Juden. Die Republik Usbekistan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Die Weltorganisation gegen die Folter (OMCT) meldet, dass aktuell sieben inhaftierte Mitglieder der „Menschenrechtsgesellschaft von Usbekistan“ (HRSU) in besonders schlechtem Gesundheitszustand festgehalten werden. Kürzlich wurde auch die erneute Misshandlung des Menschenrechtsverteidigers Azam Formonov bekannt. Am 16. November 2011 soll er schwer geschlagen und gefoltert worden sein. Er hatte sich geweigert, eine Erklärung zu verfassen, dass er in der Strafkolonie niemals gefoltert worden sei, dass seine Rechte immer respektiert worden seien und er sich in einem guten Gesundheitszustand befinde.
OMCT berichtet, dass er eine Stunde lang von einem hochrangigen Gefängnismitarbeiter misshandelt wurde. Der Mitarbeiter habe seine Hände gefesselt und ihn in den Rücken und Bauch und auf den Kopf geschlagen. Zudem habe er den Menschenrechtsverteidiger mit dem Tode bedroht und auch Drohungen gegen seine Ehefrau und Kinder geäußert.
Azam Formonov wurde am 29. April 2006 zusammen mit dem Menschenrechtsverteidiger Alisher Karamatov verhaftet, weil sie sich weigerten, ihr Menschenrechtsengagement aufzugeben. Beide hatten sich mit der Verletzung sozialer und wirtschaftlicher Rechte von Bauern und von Menschen mit Behinderung befasst. Am 15. Juni 2006 wurden sie zu neun Jahren Haft verurteilt. Seitdem halten die Behörden Azam Formonov im berüchtigten Jaslik-Gefängnis fest, wo er schon mehrfach Folter erlitten hat.
Alisher Karamatov wird in der Strafkolonie von Qarshi festgehalten. Er wurde seit 2007 Opfer von Folter und Demütigungen und hat nahezu die Hälfte seines Gewichts verloren. Auch leidet er an Tuberkulose, sodass er mehrfach in ein Gefängniskrankenhaus verlegt werden musste. Dort zwang man ihn aber im Oktober 2008, über Stunden hinweg in eisiger Kälte auszuharren.
Habibullo Akpulatov ist Mitglied der HRSU in Ishtikhan. Im Oktober 2005 wurde er wegen angeblicher „Verleumdung“ und „Erpressung“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. 2009 stellte man ihm die Freilassung in Aussicht, aber ein Gericht verlängerte die Freiheitsstrafe um drei Jahre, da er Haftregeln verletzt habe.
Gaybullo Jalilov wurde im September 2009 verhaftet und 2010 u.a. wegen „Anstiftung zu nationalem, ethnischem oder religiösem Hass“ zu neun, später zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Durch die Misshandlung mit einem Schlagstock hatte er sein Hörvermögen verloren, sodass er seiner Gerichtsverhandlung nicht folgen konnte. Im Gefängnis wird Gaybullo Jalilov regelmäßig gefoltert.
Wegen angeblicher „Erpressung“ und „Rowdytums“ wurde Nasim Isaqov im Jahr 2005 zu acht Jahren Haft verurteilt. Seitdem befindet er sich in einer Strafkolonie in der Region um die Hauptstadt. Aufgrund von Folter leidet das Mitglied der HRSU-Regionalgruppe von Jizzakh dauerhaft an Kopfschmerzen und ebenfalls an einer Verschlechterung seines Hörvermögens.
Zafarjon Rahimov, Mitglied der HRSU in Kashkadarya, musste im Oktober 2007 eine sechsjährige Gefängnisstrafe antreten.
Yuldash Rasulov wurde im April 2007 verhaftet und im darauffolgenden Oktober wegen vermeintlich verfassungswidrigen Aktivitäten zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Angehörige der HRSU wird in der Region Bukhara in einer Strafkolonie festgehalten. Er hatte sich für Opfer religiöser Verfolgung eingesetzt.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Usbekistan und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.01.2012.  
[Fax-Nr. der Botschaft: 030/39409862, S.E. Herrn Dilshod Akhatov; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]

 

Islam Karimov
ul. Uzbekistanskaya, 43,
700163 g. Tashkent

USBEKISTAN

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund tiefer Besorgnis über den Gesundheitszustand von sieben Angehörigen der „Menschenrechtsgesellschaft von Usbekistan“ (HRSU) wende ich mich an Sie mit der Bitte um Unterstützung. Es handelt sich hierbei um folgende Menschenrechtsverteidiger:

Azam Formonov (Jaslik-Gefängnis, 64/71), Habibullo Akpulatov (Gefängnis 64/45 in Olmalik),
Alisher Karamatov und Gaybullo Jalilov (Straflager 64/49 in Sheyhali / Qarshi),
Nasim Isaqov (Gefängnis 64/3 in Tavaksay), Zafarjon Rahimov (Gefängnis 64/21 in Bekabad),
Yuldash Rasulov (Gefängnis 64/25 in Karabulbazar, Region Bukhara).

Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass Herr Azam Formonov am 16. November 2011 gefoltert worden ist. Ein Gefängnismitarbeiter soll ihn gefesselt und in den Rücken und Bauch sowie auf den Kopf geschlagen haben. Zudem habe der Gefängnismitarbeiter ihn mit dem Tode bedroht und auch Drohungen gegen die Ehefrau und Kinder des Menschenrechtsverteidigers geäußert.
Aufgrund dieser Vorkommnisse ersuche ich Sie, sehr geehrter Herr Präsident, Herrn Azam Formonov und alle anderen Inhaftierten wirksam vor Folter zu schützen und zu jedem Zeitpunkt ihre erforderliche medizinische Versorgung zu garantieren.
Ebenso bitte ich Sie, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Foltervorwürfe einzuleiten und die mutmaßlichen Urheber der Misshandlungen in einem fairen Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards zur Verantwortung zu ziehen sowie Herrn Azam Formonov eine Entschädigung zu gewähren.

Da die oben genannten Personen offenbar allein aufgrund ihres friedlichen und rechtmäßigen
Einsatzes für die Menschenrechte festgenommen und verurteilt worden sind, bitte ich Sie, bei den zuständigen Behörden auf ihre sofortige und bedingungslose Freilassung hinzuwirken.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Dilshod Akhatov
Botschaft der Republik Usbekistan
Perleberger Str. 62
10559 Berlin

 

S.E. Herrn Dilshod Akhatov

Botschaft der Republik Usbekistan

Perleberger Str. 62
10559 Berlin

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie zusende, möchte ich den Staatspräsidenten der Republik Usbekistan auf die Situation von sieben inhaftierten Menschenrechtsverteidigern aufmerksam machen und darum bitten, sich deren Schicksal anzunehmen. Sehr dankbar wäre ich Ihnen für Informationen über die zur Aufklärung der erwähnten Foltervorwürfe unternommenen Anstrengungen. Mit hochachtungsvollem Gruß


Zum Download als Word-Datei

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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