ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dringlichkeitsaktion 03/12 – Mauretanien: Lehbous Ould Omar u.a. - Misshandlung, Sklaverei

 


 Hintergrundinformationen

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Mauretanien: 3,1 Mio. Einwohner auf 1.030.700 km² Fläche, BSP/Einw. 840 Dollar (2007), Bevölkerung: 81% arabisch-berberische Mauren, Schwarzafrikaner (7% Wolof, 5% Toucouleur, 3% Sarakolé, 1% Fulbe, Bambara, Soninke u.a.), Religion: 99% Muslime (Sunniten), christliche Minderheit. Mauretanien hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und mit Einschränkungen das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Im Dezember 2011 haben wir uns an einer Kampagne für die Abschaffung der Sklaverei im westafrikanischen Mauretanien beteiligt. Der Appell war von der ACAT-Schweiz in Zusammenarbeit mit der lokalen Menschenrechtsorganisation „IRA-Mauritanie“ (Initiative für die Wiederbelebung der Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei in Mauretanien) vorbereitet worden war. Am 10. Dezember 2011 wurde der Vorsitzende der IRA, Biram Dah Abeid, für sein mutiges Engagement mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet.
Doch aktuell erreichen uns neue erschreckende Berichte über die Verfolgung von Angehörigen der IRA-Mauretanien, die Anlass zu einer weiteren Briefaktion geben.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Front Line Defenders meldet, dass vier Mitglieder der IRA, Lehbous Ould Omar, Ely Ould Ravaa, Ell Mehdy Ould Lemrabott und Abdallahy Abou Diop, neun Tage lang inhaftiert und misshandelt wurden.
Am 10. Januar 2012 waren sie von der Hauptstadt Nouakchott nach Ain Farba gereist, um vor der dortigen Polizeistation gegen Mängel bei Ermittlungen in vermuteten Fällen von Sklaverei zu protestieren.
Es waren ihnen Berichte zugetragen worden, wonach im Dorf Aghaghar fünf Minderjährige als Sklaven festgehalten würden.
Der Kommandeur der Polizeiwache erklärte am 11. Januar, dass er mit weiteren Polizisten zu einer Untersuchung in das genannte Dorf aufbrechen wolle. Zuvor bat er die IRA-Mitglieder, in Ain Farba zu bleiben, um Konfrontationen in dem Dorf zu vermeiden. Die Menschenrechtsverteidiger erklärten sich dazu bereit unter der Bedingung, dass der Kommandeur ein korrektes Ermittlungsverfahren durchführt.
Später erfuhren sie, dass sich die Polizei mit dem mutmaßlichen Sklavenhalter in freundschaftlicher Atmosphäre getroffen und niemanden der Verdächtigen verhört habe. Hingegen sei eines der mutmaßlichen Opfer demütigend behandelt worden. Der Kommandeur habe diesem angedroht, dass es für das „Verbrechen der falschen Anschuldigungen“ büßen werde.
Nach seiner Rückkehr nach Ain Farba hat der Kommandeur die IRA-Mitglieder aufgefordert, sich von der Polizeiwache fern zu halten. Als diese jedoch ihre Präsenz fortsetzten, wurden sie am Morgen des 12. Januar in Gewahrsam genommen. Später wurden sie unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation in die Stadt Aouin gebracht und dort inhaftiert (die Behörden verweigern der IRA seit Jahren die Registrierung als legale Organisation).
Am 21. Januar wurden die vier Menschenrechtsverteidiger freigelassen. Sie berichten, in der Haft Misshandlungen erlitten zu haben. Tagsüber seien sie gefesselt und mit den Händen an Gitterstäben aufgehängt worden. Auch mussten sie sich zeitweise nahezu vollständig entblößt in der Kälte aufhalten. Ebenfalls wurden sie mit Faustschlägen malträtiert und mussten die Nacht in einer engen Zelle zubringen.
Aufgrund dieser Misshandlungen haben sie eine Beschwerde gegen die Polizei eingereicht.
Ein Staatsanwalt soll ihnen daraufhin mit nicht näher genannten Gerichtsverfahren gedroht haben, falls sie diese nicht widerrufen. Dennoch halten die IRA-Mitglieder ihre Beschwerde weiterhin aufrecht. Damit sind sie in großer Gefahr, erneut festgenommen oder misshandelt zu werden.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Staatspräsidenten der Islamischen Republik Mauretanien und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 28.02.2012.
[Fax-Nr. der Botschaft: 030/20674750, S.E. Herrn Bebbe Ould Mohamed M’Bareck; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]

 

S.E.M. Mohamed Ould Abdel Aziz
Président de la République
La Présidence, BP 184
Nouakchott
ISLAMISCHE REPUBLIK MAURETANIEN


Sehr geehrter Herr Präsident,

gestatten Sie mir, Sie in nachfolgend geschildertem Fall um Unterstützung zu ersuchen.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ACAT-Deutschland wurden vier Angehörige der IRA-Mauretanien (Initiative pour la résurgence du mouvement abolitionniste en Mauritanie), Herr Lehbous Ould Omar, Herr Ely Ould Ravaa, Herr Ell Mehdy Ould Lemrabott und Herr Abdallahy Abou Diop, vom 12. bis zum 21. Januar 2012 in Haft genommen.

Am 10. Januar 2012 waren die Menschenrechtsverteidiger von der Hauptstadt Nouakchott nach Ain Farba gereist, um bei der dortigen Polizeistation eine angemessene Untersuchung eines mutmaßlichen Falles von vier minderjährigen Sklaven im Dorf Aghaghar zu fordern.
Der Kommandeur der Station brach am 11. Januar mit weiteren Polizisten für Ermittlungen nach Aghaghar auf. Allerdings erfuhren die vier IRA-Angehörigen, dass niemand der Verdächtigen verhört wurde, sondern der Kommandeur vielmehr einem vermuteten Opfer Konsequenzen wegen falscher Anschuldigungen angedroht habe. Daher blieben sie weiterhin vor der Polizeistation präsent, anstatt, wie von den Behörden gefordert, den Platz zu verlassen. Am Morgen des 12. Januar wurden sie festgenommen und nach Aouin gebracht. Im Gefängnis haben die Menschenrechtsverteidiger schwere Misshandlungen erlitten. Nach ihrer Freilassung drohte ihnen ein Staatsanwalt mit Gerichtsverfahren, falls sie Beschwerden einreichen.
Aufgrund dieser Vorkommnisse bitte ich Sie, die IRA-Mitglieder vor weiterer Gewalt und vor juristischen Repressalien zu schützen und ihnen die ungehinderte Ausübung ihres legitimen Engagements zu ermöglichen. Die Sklaverei- und Misshandlungsvorwürfe sollten zum Gegenstand unabhängiger und unparteiischer Untersuchungen gemacht werden, damit die Urheber dieser Verbrechen
in einem fairen Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards zur Verantwortung gezogen werden. Sehr dankbar wäre ich Ihnen, wenn Sie mich über das Ergebnis der Untersuchungen informieren würden.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Bebbe Ould Mohamed M’Bareck
Botschaft der Islamischen Republik Mauretanien
Kommandantenstr. 80
10117 Berlin

 

S.E. Herrn Bebbe Ould Mohamed M’Bareck
Botschaft der Islamischen Republik Mauretanien
Kommandantenstr. 80
10117 Berlin

 

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben möchte ich den Staatspräsidenten der Islamischen Republik Mauretanien auf die Situation von vier Menschenrechtsverteidigern aufmerksam machen und ihn ersuchen, sich deren Schicksal anzunehmen. Gestatten Sie mir zudem, die Bitte vorzubringen, mich über die zur Aufklärung der erwähnten Sklaverei- und Misshandlungsvorwürfe unternommenen Anstrengungen zu informieren.
Mit hochachtungsvollem Gruß



Zum Download als Word-Datei


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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