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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

important

Jemen / Vereinigte Arabische Emirate: Awad Kashmeem, drohende Folter, „Verschwindenlassen“

Hintergrundinformationen

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Jemen: 23,8 Mio. Einwohner auf 536.869 km² Fläche, BSP/Einw.: k.A., Einwohner: Jemeniten, Minderheiten von Indern, Pakistanern und Somaliern, Religion: 99% Muslime (meist Sunniten und Zaiditen). Die Republik Jemen hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

Status-dialog-information-icon

Am 21. Februar 2018 wurde der jemenitische Journalist Awad Kashmeem von Angehörigen einer Eliteeinheit der jemenitischen Armee in der Stadt Mukalla verhaftet. Der Haftbefehl soll vom Gouverneur der Provinz Hadramawt veranlasst worden sein.
Awad Kashmeem hatte für die Zeitung „Aden Al-Ghad“ gearbeitet, bevor er Herausgeber der Zeitung „30. November“ wurde. Er ist nach Angaben der renommierten Menschenrechtsorganisation Gulf Center for Human Rights – GCHR (Golf Zentrum für Menschenrechte) seit langer Zeit Mitglied der Jemenitischen Union für Journalisten, deren Komitee für Meinungsfreiheit er leitet.
Der Journalist wurde auf seinem Weg zur Arbeit von Eliteeinheiten verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Es gibt Hinweise, dass Awad Kashmeem bei der Armee in Mukalla, der Hauptstadt von Hadramawt, festgehalten wird. Die jemenitischen Behörden haben dies allerdings zurückgewiesen.
Der Journalist ist bekannt für seine Kampagnen gegen Korruption von Staatsbediensteten und für seine starke Kritik an den Militäraktionen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Hadramawt. Alle Truppen in der Provinz stehen unter der Aufsicht der VAE, die das Gebiet kontrollieren.
In seinem letzten Beitrag bei Facebook kritisierte Awad Kashmeem die Militärpropaganda der VAE. Er verwies auf den Verlust an Menschenleben in der jemenitischen Bevölkerung, die Zerstörungen und äußerte sich kritisch gegenüber der jüngsten Militäraktion in der Provinzhauptstadt Mukalla.
Mukalla litt bis 2016 unter der Kontrolle durch das Terrornetzwerk Al-Qaida. Anschließend wurde die Stadt bei der Eroberung durch die VAE stark verwüstet und von deren Truppen besetzt.
Der Jemen ist für Journalisten eines der gefährlichsten Länder der Welt.
Als Kriegspartei, die u.a. die Provinz Hadhramawt kontrolliert, sind die VAE nach Einschätzung der Organisationen GCHR und Reporter ohne Grenzen direkt für das Schicksal des „Verschwundenen“ verantwortlich. Awad Kashmeem ist in großer Gefahr, gefoltert zu werden.

Wie Recherchen von Human Rights Watch und der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ergaben, sind die VAE und mit ihnen verbündete Militäreinheiten im Jemen für zahlreiches „Verschwindenlassen“ und für die massive Anwendung von Folter in Geheimgefängnissen verantwortlich.
Die VAE haben 2015 an der Seite Saudi-Arabiens militärisch eingegriffen, um für den gewählten und international anerkannten Präsidenten Hadi die Herrschaft über das gesamte Staatsgebiet zurückzuerlangen und die Huthi-Regierung zu vertreiben. Zudem kämpft die Militärkoalition gegen sunnitische Terrororganisationen.
Der Jemen-Krieg gilt mit seinen Folgen als eine der derzeit größten humanitären Katastrophen. Durch den Stellvertreterkrieg sind mindestens zwei Drittel der Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen. Aufgrund der unzureichenden Versorgung sind Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Etwa eine Million EinwohnerInnen sind an Cholera erkrankt. Seit Jahren erhalten die VAE auch aus Deutschland Waffen und Militärtechnologie.

Die Menschenrechtsorganisation GCHR dankt ACAT sehr für die Unterstützung für Awad Kashmeem.


mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Premierminister und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost, 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.04.2018. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/51651900, S.E. Herrn Aki Abdulla Mohamed Saeed Alahmed; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]



His Highness
Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum
Prime Minister and Minister of Defense of UAE
Prime Minister's Office, PO Box: 212000
Dubai
UNITED ARAB EMIRATES

 

Eure Hoheit,

in großer Sorge um das Schicksal des jemenitischen Journalisten Herrn Awad Kashmeem wende ich mich an Sie.
Am 21. Februar 2018 wurde dieser von Angehörigen einer Eliteeinheit der jemenitischen Armee auf seinem Weg zur Arbeit in der Stadt Mukalla verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Der Haftbefehl soll durch den Gouverneur von Hadramawt veranlasst worden sein.
Einigen Hinweisen zufolge wird Awad Kashmeem bei der jemenitischen Armee in Mukalla festgehalten. Die jemenitischen Behörden haben diese Berichte allerdings zurückgewiesen.

Eure Hoheit, aufgrund der militärischen Kontrolle, die Ihr Land in der Republik Jemen ausübt, ersuche ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • Herrn Awad Kashmeems körperliche und psychische Integrität geachtet wird und ihm uneingeschränkter Zugang zu Ärzten, Angehörigen und Anwälten gewährt wird;
  • Herr Awad Kashmeem und alle anderen inhaftierten Journalisten und Menschenrechtsverteidiger unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft freigelassen werden und ihrer legitimen Arbeit ohne Repressalien nachgehen können;
  • die Praxis des „Verschwindenlassens“ und der willkürlichen Haft in allen von den Sicherheitskräften Ihres Landes oder von verbündeten Militäreinheiten kontrollierten Gebieten des Jemen beendet wird.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.

Mit hochachtungsvollem Gruß

Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Aki Abdulla Mohamed Saeed Alahmed
Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate
Hiroshimastraße 18 - 20
10785 Berlin


Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Premierminister und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate auf die Verhaftung des jemenitischen Journalisten Herrn Awad Kashmeem aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich dessen Schicksals anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

 


Zum Download des Briefes als Word-Datei

 

 


important

Venezuela:Gilber Caro, willkürliche Haft, grausame und unmenschliche Behandlung


Hintergrundinformationen

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Venezuela: 29,9 Mio. Einw. auf 912.050 km² Fläche, BSP/Einw. 12.470$ (2012), Bevölkerung: 75-80% europäisch-afrikanisch-indigener, 15-20% europäischer, 3-5% afrikanischer Abstammung; Religion: 90% Katholiken, 5% Protestanten, Minderheiten von Orthodoxen, Muslimen und Juden. Die Republik Venezuela hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

Status-dialog-information-icon

Am frühen Morgen des 02.03.2018 wurde der in Venezuela inhaftierte Abgeordnete Gilber Caro ohne Begründung und Benachrichtigung seiner Rechtsbeistände und Angehörigen an einen neuen Haftort gebracht. Gilber Caro wird laut Amnesty International (AI) aus politischen Gründen in Haft gehalten.
Seit der Verlegung hatten die Rechtsbeistände und Angehörigen wiederholt öffentlich um Informationen zu seinem Schicksal und Verbleib gebeten, doch die Behörden haben diese Anfragen ignoriert. Erst bei der Anhörung am 13.03. konnten sie ihn sehen und erfuhren, wo er jetzt inhaftiert ist.
Während der Anhörung war Gilber Caro sichtlich abwesend und bei schlechter Gesundheit.
Seine Angehörigen äußerten gegenüber AI, dass sie um seine Gesundheit und sein Wohlergehen fürchten, solange er in staatlichem Gewahrsam ist.
Auch Gilber Caro teilte dem Gericht mit, dass er am neuen Haftort, in der Comunidad Penitenciaria Fénix-Laraim Bundesstaat Lara im Westen Venezuelas, um sein Leben und seine Unversehrtheit fürchte. Dieses Gefängnis ist für gewalttätige Aufstände bekannt.
Seit seiner willkürlichen Verlegung am 02.03.2018 verweigern die venezolanischen Behörden den Rechtsbeiständen und Angehörigen des Gefangenen den Zugang und die Kommunikation mit ihm.
Am 11.01.2017 befand sich Gilber Caro im Bundesstaat Carabobo auf dem Heimweg nach Caracas, als ihn Angehörige des venezolanischen Geheimdienstes SEBIN festnahmen. Gilber Caro befand sich in Begleitung von Steyci Escalona, einer Aktivistin der Oppositionspartei Voluntad Popular, die ebenfalls festgenommen wurde, dann aber am 24.11.2017 gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Am selben Tag sagte der venezolanische Vizepräsident in einer Fernsehansprache, dass man bei Gilber Caro und Steicy Escalona eine Schusswaffe und Sprengstoff gefunden habe. Er warf Gilber Caro terroristische Aktivitäten vor und deutete an, dass er heimlich die Grenze zu Kolumbien übertreten habe.
Gilber Caro wurde am 01.06.2017 vor ein Militärgericht gestellt und angeklagt, militärische Ausrüstung gestohlen und Landesverrat begangen zu haben. Nicht nur seine parlamentarische Immunität wurde dabei verletzt. Er wurde ohne Haftbefehl ins Gefängnis gebracht und vor ein Militärgericht gestellt, obwohl er ein Zivilist ist.
Am 02.03.2018 wurde Gilber Caro dann willkürlich aus der Haftanstalt im Bundesstaat Carabobo in die neue Einrichtung im Bundesstaat Lara im Westen Venezuelas verlegt. Diese Haftanstalt gilt allgemein als hochgefährlich für die Insassen.

Während seiner Haft hat der Abgeordnete wiederholt Verletzungen seines Rechts auf Nahrung und grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung angezeigt. Am 23.10.2017 stufte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen Gilber Caros Fall als eine willkürliche Inhaftierung ein und forderte seine sofortige Freilassung.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an die Ministerin für Strafvollzug von Venezuela und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.04.2018. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/83224020, S.E. Herrn Ramon Orlando Maniglia Ferreira; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]





Ministra del Poder Popular para el Servicio
Penitenciario de Venezuela
Iris Varela
Avenida Norte 15 entre Av. Este 0 y
Av. Urdaneta, Caracas
VENEZUELA

 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

Berichte über die Haftumstände des Abgeordneten Herrn Gilber Caro erfüllen mich mit großer Besorgnis.
Am 11.01.2017 war Herr Gilber Caro von Angehörigen des venezolanischen Geheimdienstes SEBIN festgenommen worden. Am 01.06.2017 wurde er vor einem Militärgericht angeklagt, militärische Ausrüstung gestohlen und Landesverrat begangen zu haben. Er wurde ohne Haftbefehl ins Gefängnis gebracht. Während seiner Haft hat Herr Gilber Caro wiederholt Verletzungen seines Rechts auf Nahrung und grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung angezeigt. Am 23.10.2017 stufte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen seinen Fall als eine willkürliche Inhaftierung ein und forderte seine sofortige Freilassung.
Am frühen Morgen des 02.03.2018 wurde der Gefangene ohne Begründung und Benachrichtigung seiner Rechtsbeistände und Angehörigen an einen neuen Haftort, zur Comunidad Penitenciaria Fénix-Lara, gebracht. Bis zur Anhörung am 13.03.2018 war sein Verbleib unklar. Herr Gilber Caro teilte dem Gericht mit, dass er in dem derzeitigen Gefängnis um sein Leben und um seine Unversehrtheit fürchte.

In Anbetracht dieser Vorkommnisse ersuche ich Sie:

  • Herrn Gilber Caros körperliche und psychische Unversehrtheit zu schützen;
  • ihm unverzüglichen und uneingeschränkten Zugang zu seiner Familie und zu Rechtsbeiständen seiner Wahl sowie zu medizinischer Versorgung zu gewähren;
  • dem Angeklagten ein faires, rechtsstaatliches Verfahren gemäß internationalen Standards zu ermöglichen.

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit verbleibe ich

mit hochachtungsvollem Gruß



Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Ramon Orlando Maniglia Ferreira
Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
Schillstraße 10
10785 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich die Ministerin für Strafvollzug der Bolivarischen Republik Venezuela auf die Inhaftierung des Abgeordneten Herrn Gilber Caro aufmerksam machen und sie darum bitten, sich dessen Schicksals anzunehmen.

Mit hochachtungsvollem Gruß


Zum Download des Briefes als Word-Datei


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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