ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

important

Vietnam: Nguyen Ngoc Nhu Quynh u.a., drohende Folter

Hintergrundinformationen

globe

Vietnam: 88,7 Mio. Einwohner auf 331.114 km2 Fläche, BSP/Einw. 1.400 $ (2012), Bevölkerung: 87% Vietnamesen, Hmong, Thai, Khmer, Chinesen; Religion: über 50% Buddhisten, 8-10% Christen (v.a. Katholiken und protestantische „Hauskirchen“), 2-4% Anhänger des Hoa Hao, 2% Anhänger des Caodaismus, Minderheit von Muslimen.
Vietnam hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Die vietnamesische Bloggerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh befindet sich seit Oktober 2016 in Haft. Die Festnahme der zu dem Zeitpunkt 37-Jährigen erfolgte, als sie einen anderen Aktivisten in einem Gefängnis besuchen wollte. Im Juni 2017 wurde die alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern laut ACAT-Frankreich in einem unfairen Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilt. Erst neun Tage vor dem Gerichtstermin erhielt sie Zugang zu ihrem Anwalt, der am Prozesstag immer wieder an seinem Plädoyer gehindert wurde. Ende 2017 wurde das beantragte Berufungsgesuch von einem Gericht abgelehnt. Ihr Rechtsanwalt wurde aus der Anwaltskammer ausgeschlossen.
Die Aktivistin beschäftigt sich seit 2006 mit Umwelt- und Menschenrechtsthemen. Sie protestierte u.a. gegen Umweltschäden durch ein Stahlwerk, das im April 2016 große Mengen hochgiftiger Abwässer illegal im Meer entsorgt hatte. Die Verseuchung eines ganzen Küstengebiets zerstörte die Existenz vieler Fischer.
Seit der Inhaftierung kümmert sich die Mutter der Gefangenen mit Unterstützung von Freunden um die beiden Kinder. Nguyen Ngoc Nhu Quynh wurde laut der Organisation Front Line Defenders im Februar 2018 in ein Gefängnis in Thanh Hoa im Norden Vietnams verlegt, das für harte Haftbedingungen bekannt ist. Die Entfernung von 900 km zu ihrer Heimat erschwert Besuche und die Übermittlung von Nahrung und Medizin.

Auch der 45-jährige Menschenrechtsverteidiger und protestantische Pastor Nguyen Trung Ton befindet sich in Haft. Am 30. Juli 2017 wurde er im Zuge von Maßnahmen der Behörden gegen die Bruderschaft für Demokratie, einer zivilgesellschaftlichen Organisation für Menschenrechte, festgenommen. Nguyen Trung Ton wurde unter dem Vorwurf, einen Umsturz zu planen, angeklagt. Trotz der Beendigung der Ermittlungen im Dezember 2017 wurde noch kein Gerichtstermin mitgeteilt. Der Menschenrechtsverteidiger wird ACAT-Frankreich zufolge in der Haftanstalt B14 in der Hauptstadt Hanoi festgehalten, 220 km bzw. 6 Busstunden von seiner Familie entfernt. Im Februar 2018 konnten ihn seine Frau und einer der Söhne erstmals besuchen.
Bei einer früheren Inhaftierung zwischen 2011 und 2013 hatte Nguyen Trung Ton Misshandlungen durch das Gefängnispersonal erlitten und gesundheitliche Auswirkungen davongetragen. Die damaligen Haftbedingungen waren von Mangel an Nahrung, schlechter Wasserqualität und wenig Tageslicht geprägt. Infolgedessen leidet der Gefangene bis heute an Augenproblemen und Nierensteinen. Obwohl er dafür Medikamente benötigt, durften ihm die Angehörigen beim Besuch im Februar 2018 diese nicht aushändigen.
Nach Angaben seiner Frau ist Nguyen Trung Ton zudem von Verletzungen seiner Beine betroffen, die auf eine brutale Attacke vor seiner Inhaftierung zurückgehen.

Die Behörden und die regierende kommunistische Partei nutzen immer wieder die ungenau formulierte Gesetzgebung, um Menschenrechtsverteidiger zu verfolgen und Widerspruch zu ersticken. Die Haftbedingungen entsprechen allgemein grausamer und unmenschlicher Behandlung bis hin zu Folter. Besonders in der Untersuchungshaft werden Gefangene durch Folter gezwungen, angebliche Verbrechen zu gestehen.

Politischen Häftlingen wird regelmäßig der Zugang zu Medikamenten verwehrt.


mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Ministerpräsidenten der Sozialistischen Republik Vietnam und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.05.2018. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/53630200, S.E. Herrn Xuan Hung Doan; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]



Nguyen Xuan Phuc
Prime Minister
Prime Minister's Office

Ha Noi
VIETNAM

 

 

Exzellenz,

Berichte über die fortdauernde Inhaftierung der Bloggerin Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh und des Menschenrechtsverteidigers und Pastors Herrn Nguyen Trung Ton erfüllen mich mit großer Sorge.

Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh befindet sich seit Oktober 2016 in Haft. Im Juni 2017 wurde sie in einem unfairen Prozess zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Ende 2017 wurde ihr Berufungsgesuch von einem Gericht abgelehnt. Ihr Rechtsanwalt wurde aus der Anwaltskammer ausgeschlossen. Die Mutter von zwei kleinen Kindern wurde im Februar 2018 in ein Gefängnis in Thanh Hoa im Norden Vietnams verlegt, 900 km von ihrer Familie entfernt.
Herr Nguyen Trung Ton wurde am 30. Juli 2017 verhaftet und unter dem Vorwurf, einen Umsturz zu planen, angeklagt. Trotz der Beendigung der Ermittlungen im Dezember 2017 wurde noch kein Gerichtstermin mitgeteilt. Der Menschenrechtsverteidiger wird in der Haftanstalt B14 in Hanoi festgehalten, 220 km von seinen Angehörigen entfernt. Aufgrund seiner beeinträchtigten Gesundheit benötigt der Gefangene Medikamente, die ihm bisher verwehrt blieben.

Exzellenz, ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh und Herr Nguyen Trung Ton:

  • in der Haft vor Folter oder anderer grausamer und unmenschlicher Behandlung geschützt werden und zu jeder Zeit die erforderliche medizinische Versorgung erhalten;
  • über uneingeschränkten Zugang zu Rechtsanwälten und Familienangehörigen verfügen;
  • unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft aus der Haft entlassen werden.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.
Mit hochachtungsvollem Gruß



Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Xuan Hung Doan
Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam
Elsenstraße 3
12435 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übermittle, möchte ich den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam auf die Situation von zwei Inhaftierten aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich ihres Schicksals anzunehmen.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

 Zum Download des Briefes als Word-Datei

 

 


important

Sudan:Matar Younis Ali Hussein, drohende Folter, willkürliche Haft



Hintergrundinformationen

globe

Sudan: 38,5 Mio. Einwohner auf 2.505.813 km² Fläche, BSP/Einw. 1.450 $ (2012), Bevölkerung: 40-50% Araber und arabisierte Ethnien, 30% Afrikaner (572 Ethnien), Islam ist Staatsreligion: 70% Sunniten, 20% Anhänger von Naturreligionen, 10% Christen. Unabhängig seit 1956.
Die Republik Sudan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe unterzeichnet.

 

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Matar Younis Ali Hussein wurde am 1. April 2018 vom sudanesischen Geheimdienst NISS (National Intelligence and Security Services) in Zalingei, der Hauptstadt des Bundesstaates Zentral-Darfur im westlichen Sudan festgenommen.
Derzeit wird er in der Haftanstalt des NISS im Kober-Gefängnis der Hauptstadt Khartum ohne Kontakt zu Rechtsbeiständen und Familienangehörigen gefangen gehalten. Bis zu seiner Inhaftierung hat Matar Younis Ali Hussein lautstarke Kritik an der Regierungspolitik in der Region Darfur geäußert. Außerdem beklagte er in der Vergangenheit öffentlich, dass die Regierung in der Region tausende junger Menschen für die Armee rekrutiere und die Region mit Waffen beliefere. Den Friedensprozess in Darfur bezeichnete er darüber hinaus als „Scheinfrieden“ und er forderte den Schutz von Vertriebenen.

Matar Younis Ali Hussein leidet unter einer Einschränkung seiner Sehkraft. Er ist Vater von acht Kindern und Religionsgelehrter der Moschee in Zalingei in der Hauptstadt des Bundesstaates Zentral-Darfur im Westen des Sudans.
Der Geheimdienst NISS hatte ihn zunächst in Zalingei inhaftiert, bevor Matar Younis Ali Hussein ein paar Tage darauf in die Haftanstalt des NISS ins Kober-Gefängnis nach Khartum überführt wurde.
Schon im Gefängnis in Zalingei wurde seiner Familie der Kontakt zu ihm verwehrt und noch immer hat sie keine Möglichkeit, ihn in Khartum zu besuchen.
Ehemalige Mitgefangene im Kober-Gefängnis berichteten Amnesty International (AI), dass keine Anklage gegen ihn vorliege und sich die Gefängnisleitung weigere, ihn mit einem Blindenstock auszustatten, der unerlässlich für seine Fortbewegung im Gefängnis ist.
AI befürchtet, dass Matar Younis Ali Hussein infolge seiner willkürlichen Festnahme Folter und anderen Formen der Misshandlung ausgesetzt sein könnte.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Sicherheitslage in Darfur bis heute instabil. Einer der Gründe ist die Zunahme bewaffneter Gruppen in der Region. Einige von ihnen können als regierungsfreundlich eingestuft werden. Ein weiterer Grund ist das Fehlen greifbarer Fortschritte im Friedensprozess zur Bewältigung der Ursachen und Folgen des Konflikts. Es kommt zu rechtswidrigen Tötungen, Folter, Entführungen, Vergewaltigungen und willkürlichen Festnahmen von Binnenvertriebenen und anderen Zivilpersonen.
Dennoch beschreibt die sudanesische Regierung die Sicherheitslage in Darfur immer wieder als verbessert und „stabil“. Interne Kämpfe innerhalb der oppositionellen Sudan Liberation Army – Abdel Wahid (SLA-AW), der Sudanesischen Befreiungsarmee, sowie Kämpfe zwischen der SLA-AW und Regierungstruppen lösten jedoch im Zeitraum von November 2017 bis März 2018 massive Vertreibungen aus.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an die Präsidenten der Republik Sudan und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin.
Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich.
Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.05.2018. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/89069823, S.E. Herrn Badreldin Abdalla Mohamed Ahmed A. Alla; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]




H.E. Omar Hassan Ahmad al-Bashir
President of Sudan
Office of the President
People's Palace, PO Box 281
Khartoum
SUDAN

 

Exzellenz,

aufgrund tiefer Besorgnis über die Festnahme des Religionsgelehrten Herrn Matar Younis Ali Hussein ersuche ich Sie um Unterstützung.
Am 1. April 2018 wurde Herr Matar Younis Ali Hussein vom sudanesischen Geheimdienst NISS (National Intelligence and Security Services) in Zalingei in Zentral-Darfur festgenommen.
Derzeit wird er in der Haftanstalt des NISS im Kober-Gefängnis in Khartum ohne Zugang zu Rechtsbeiständen und Familienangehörigen gefangen gehalten. Der fehlende Kontakt zur Außenwelt gibt Anlass zu großer Sorge um seine Sicherheit.
Der Religionsgelehrte der Moschee in Zalingei und Vater von acht Kindern leidet unter einer Einschränkung seiner Sehkraft.
Ich befürchte, dass die Festnahme allein wegen der gewaltlosen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung, welches der vom Sudan ratifizierte Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte garantiert, erfolgt ist.

In Anbetracht dieser Umstände ersuche ich Sie:

  • Herrn Matar Younis Ali Hussein unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft freizulassen;
  • den Gefangenen vor Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung zu schützen;
  • ihm für die verbleibende Zeit in Haft regelmäßigen Zugang zu seinen Familienangehörigen und einem Rechtsbeistand seiner Wahl sowie zu medizinischer Versorgung zu gewähren.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.

Mit hochachtungsvollem Gruß



Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Badreldin Abdalla Mohamed Ahmed A. Alla
Botschaft der Republik Sudan
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin


Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Präsidenten der Republik Sudan auf die Verhaftung des Religionsgelehrten Herrn Matar Younis Ali Hussein aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich dessen Schicksals anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß



Zum Download des Briefes als Word-Datei


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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