ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

important

Jemen/Saudi-Arabien: Sabri Salmeen bin Makhashin u.a., drohende Folter, willkürliche Haft

Hintergrundinformationen

globe

Jemen: 23,8 Mio. Einwohner auf 536.869 km² Fläche, BSP/Einw.: k.A., Einwohner: Jemeniten, Minderheiten von Indern, Pakistanern und Somaliern, Religion: 99% Muslime (meist Sunniten und Zaiditen). Die Republik Jemen hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Anfang Dezember 2018 berichteten zahlreiche Medien, dass erste Schritte hin zu einem Friedensprozess für den unter einem Stellvertreterkrieg leidenden Jemen unternommen wurden.
Dennoch dauern die Menschenrechtsverletzungen an. Alle Kriegsparteien haben sich bereits schwerster Verbrechen schuldig gemacht. Der Krieg hat laut UNO aktuell die weltweit schlimmste humanitäre Katastrophe verursacht. Journalisten und Menschenrechtsverteidiger geraten immer wieder zwischen die Fronten.

Am 3. Dezember 2018 wurde der Journalist Sabri Salmeen bin Makhashin in der Stadt Mukalla verhaftet.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Gulf Centre for Human Rights (GCHR) ist er Herausgeber einer Zeitung sowie einer entsprechenden Nachrichtenwebsite.
Der für die Inhaftierung verantwortliche jemenitische Militärgeheimdienstapparat, der mit der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition verbündet ist, machte keine Angaben zu den Gründen für die Festnahme oder zu möglichen Anklagen. Es ist jedoch anzunehmen, dass diese mit Veröffentlichungen des Journalisten auf Facebook und in anderen sozialen Medien zusammenhängt. Darin hatte Sabri Salmeen bin Makhashin den Gouverneur der Region Hadramawt kritisiert. Er beklagte unter anderem, dass der Gouverneur staatliche Medien und den Militärgeheimdienst nutze, um die Kommunikation und Tätigkeiten von Aktivisten zu überwachen. Ebenso würden Lügen und Anschuldigungen über sie verbreitet und zu öffentlicher und nichtöffentlicher Aufstachelung gegen Journalisten ermutigt.
Am 8. Dezember wandte sich Sabri Salmeen bin Makhashins Familie an die Zivilgesellschaft und an Menschenrechtsorganisationen, um Unterstützung für seine Freilassung zu erbitten.
Der Journalist wird in der Region Hadramawt in Haft gehalten. Die Familie erklärte, dass er sich in schlechtem Gesundheitszustand befindet. Er sei an Fieber erkrankt und leide an Diabetes. Dennoch erhalte er nicht die benötigten Medikamente. Ebenso erwähnt die Familie in ihrem Appell, dass Sabri Salmeen bin Makhashin in einen Hungerstreik getreten sei.
Die Familie verweist im Hinblick auf seinen Verbleib und seine Sicherheit auf die Verantwortung des Gouverneurs von Hadramawt und des Direktors des Militärgeheimdiensts.

Saudi-Arabien verfügt als Verbündeter über maßgeblichen Einfluss auf die Behörden in Hadramawt. Daher fordern wir, dass es seinen Einfluss zu Gunsten des inhaftierten Journalisten geltend macht.

Auch in Saudi-Arabien selbst ist ein jemenitischer Journalist seit Monaten verschwunden. Marwan al-Muraisy, dem im Kurzbotschaftendienst Twitter mehr als 100.000 Nutzer folgen, wurde am 1. Juni 2018 in seiner Wohnung in der saudischen Hauptstadt Riad festgenommen. Seitdem hat seine Familie nichts mehr von ihm gehört. GCHR geht davon aus, dass er in Isolationshaft gehalten wird. Marwan al-Muraisy lebt seit 2003 in Saudi-Arabien. Er hatte sich nicht vorrangig zu Menschenrechtsfragen geäußert, sondern hauptsächlich zu digitalen Themen. Laut Reporter ohne Grenzen könnten aber Kontakte zu regierungskritischen Journalisten zu seiner eigenen Festnahme geführt haben.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den König des Königreiches Saudi-Arabien und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto nach Berlin 0,70 EUR, Luftpost nach Saudi-Arabien 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.01.2019. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/88925176, S.E. Prinz Khalid bin Bandar bin Sultan bin Abdulaziz Al Saud; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]




His Majesty King Salman bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court
Riyadh
SAUDI-ARABIEN

 

Majestät,

in großer Sorge um das Schicksal des jemenitischen Journalisten Herrn Sabri Salmeen bin Makhashin ersuche ich Sie um Unterstützung.
Am 03. Dezember 2018 wurde dieser in der Stadt Mukalla vom jemenitischen Militärgeheimdienst festgenommen, vermutlich auf Befehl des Gouverneurs von Hadramawt. Der Journalist wird in der Region Hadramawt in Gefangenschaft gehalten. Er soll sich in schlechtem Gesundheitszustand befinden und war zur Zeit seiner Festnahme an Fieber erkrankt. Ebenso leidet er an Diabetes, ohne die benötigten Medikamente zu erhalten. Nach seiner Inhaftierung ist er in einen Hungerstreik getreten.

Majestät, aufgrund der militärischen Kontrolle, die Ihr Land in der Republik Jemen ausübt, ersuche ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • Herrn Sabri Salmeen bin Makhashins körperliche und psychische Integrität geachtet wird und ihm uneingeschränkter Zugang zu Ärzten, Angehörigen und Anwälten gewährt wird;
  • Herr Sabri Salmeen bin Makhashin und alle anderen inhaftierten Journalisten und Menschenrechtsverteidiger unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft freigelassen werden und ihrer legitimen Arbeit ohne Repressalien nachgehen können;
  • das humanitäre Völkerrecht auch bei Kampfhandlungen vollständig respektiert und die umfassende Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung effektiv sichergestellt wird.

Auch in Saudi-Arabien selbst ist ein jemenitischer Journalist seit Monaten verschwunden. Marwan al-Muraisy wurde am 1. Juni 2018 in seiner Wohnung in Riad festgenommen. Es ist davon auszugehen, dass er in Isolationshaft gehalten wird. Ich appelliere an Sie, diesen Gefangenen ebenfalls unverzüglich freizulassen und eine menschenwürdige Behandlung zu garantieren.

Mit hochachtungsvollem Gruß



Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Prinz Khalid bin Bandar bin Sultan
bin Abdulaziz Al Saud
Botschaft des Königreiches Saudi-Arabien
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin




Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den König des Königreiches Saudi-Arabien auf die Verhaftung des jemenitischen Journalisten Herrn Sabri Salmeen bin Makhashin aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich dessen Schicksals anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 


Zum Download des Briefes als Word-Datei



important

Iran: Reza Entesari u.a., drohende Folter


Hintergrundinformationen

globe

Iran: 65,5 Mio. Einwohner auf 1.648.000 km² Fläche, BSP/Einw. 1.720 $ (2002), 50% Perser, 20% Aserbaidschaner, 10% Luren und Bachtiaren, 8% Kurden, 3% Araber, 2% Turkmenen, Islam ist Staatsreligion: 99% Muslime (überwiegend Schiiten), Minderheiten von Bahá’í, Christen, Juden und Parsen. Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, nicht jedoch das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.

 

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Am 20.02.2018 war es in der iranischen Hauptstadt Teheran zu Protesten von etwa Tausend Derwischen des Gonabadi-Ordens gekommen. Die Derwische, die der im Iran unterdrückten Sufi-Bewegung angehören, protestierten gegen die Inhaftierung eines 70-jährigen Glaubensbruders.
Sicherheitskräfte umstellten im Februar 2018 in Teheran das Haus von Dr. Noor Ali Tabandeh, dem spirituellen Leiter (Qutb) der Gonabadi-Derwische im Iran. Hunderte Anhänger kamen aus allen Teilen des Landes, um ihr Oberhaupt zu schützen.
Aus den Protesten wurden gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Schließlich wurde ein Bus in eine Gruppe von Polizisten gesteuert, sodass mindestens drei von ihnen getötet und 30 verletzt wurden.
Unter den Demonstranten soll es infolge der Kämpfe ebenfalls Verletzte gegeben haben.

Auch Reza Entesari, Kasra Nouri, Mohammad Sharifi Moghadam, Mehdi Eskandari, Hesam Moini, Morteza Kangarloo, Amir Nouri und Sina Entesar gehören der Minderheit der Gonabadi-Derwische an. Am 20. Februar 2018 wurden sie alle in Teheran in der 7th Golestan Street verhaftet, wie ACAT-Schweiz berichtet. Zur gleichen Zeit durchsuchten Polizei und Angehörige der freiwilligen Basij-Miliz das Haus von Dr. Noor Ali Tabandeh.
Die Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichts verurteilte die acht Beschuldigten zu langen Gefängnisstrafen und/oder Peitschenschlägen, zu erzwungenem Exil oder zum Verbot, das Land zu verlassen.

Am 29. August 2018 stürmten Wärter ihre Zelle in der Einheit 3 des Gefängnisses in Fashafouyeh, nahe Teheran. Während der Stürmung ihrer Zelle sollen Reza Entesari und Kasra Nouri verletzt worden sein. Fast vier Monate lang haben die Verwandten nichts über das Schicksal der Gefangenen erfahren. Die acht Derwische wurden vier Monate lang in Einzelhaft gehalten. Erst kürzlich wurden sie in eine Sicherheitsabteilung verlegt. Zwar wurde ein telefonischer Kontakt mit ihrer Familie erlaubt. Ihre genauen Haftbedingungen bleiben jedoch unklar.

Der Gonabadi-Orden ist ein Zweig der jahrhundertealten Sufi-Bewegung im Iran. Die Derwische betrachten sich als Angehörige der schiitischen Glaubensrichtung. Die Gonabadi-Derwische bekennen sich zu sozialem Engagement und Askese. Der Orden erkennt nicht das Prinzip der religiösen und politischen Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten, auf dem die Islamische Republik Iran basiert, an. Daher betrachtet die iranische Regierung die Derwische als Bedrohung. Es kommt immer wieder zu Verhaftungen von Sufis.

Der Sufismus gilt als eine äußerst friedfertige Bewegung. Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen seinen Angehörigen und Sicherheitskräften waren bisher nicht bekannt.  

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Islamischen Republik Iran und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto nach Berlin 0,70 EUR, Luftpost in den Iran 0,90 EUR).
Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.01.2019. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/83 2229133, S.E. Herrn Ali Akbar Dabiran, Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.); E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]




President
Hassan Rouhani
Pasteur Street, Pasteur Square
Tehran

IRAN

 

Exzellenz,

mit großer Besorgnis verfolge ich Berichte über die Inhaftierung von acht Derwischen des Gonabadi-Ordens.
Am 20. Februar 2018 wurden Reza Entesari, Kasra Nouri, Mohammad Sharifi Moghadam, Mehdi Eskandari, Hesam Moini, Morteza Kangarloo, Amir Nouri und Sina Entesari in Teheran in der 7th Golestan Street verhaftet. Zur gleichen Zeit durchsuchten Polizei und Angehörige der Basij-Miliz das Haus des spirituellen Leiters der Gonabadi-Derwische im Iran. Die Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichts verurteilte die acht Personen zu langen Gefängnisstrafen und/oder Peitschenschlägen, zu erzwungenem Exil oder zum Verbot, das Land zu verlassen.
Die Derwische wurden vier Monate lang in Einzelhaft gehalten. Erst kürzlich wurden sie in eine Sicherheitsabteilung verlegt.

Ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • eine unverzügliche Untersuchung über den Zustand dieser acht Personen stattfindet und dass ihre Familien darüber informiert werden;
  • alle Gefangenen unmittelbar und bedingungslos freigelassen werden, falls sie einzig aufgrund ihrer Verbindungen zum Gonabadi-Orden, aufgrund ihres Glaubens oder friedlicher Aktivitäten im Namen dieser Bewegung inhaftiert wurden;
  • sie vor jeglicher Folter oder anderer Misshandlung geschützt werden, regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien und einem Anwalt ihrer Wahl haben dürfen und dass ihnen Zugang zur nötigen medizinischen Versorgung gewährt wird;
  • die erlittene Einzelhaft und möglicherweise seitens der Sicherheitskräfte begangene Gewaltanwendung unabhängig und unparteiisch untersucht wird.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
Herrn Ali Akbar Dabiran, Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.)
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übermittle, möchte ich den Präsidenten der Islamischen Republik Iran auf die Inhaftierung von acht Derwischen aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich ihrer Fälle anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß




Zum Download des Briefes als Word-Datei


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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