ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an eine Frauenrechtsverteidigerin im IRAN
Saba Kord Afshari wurde am 1. Juni 2020 festgenommen, weil das Gericht in Teheran den zuvor am 17. März 2020 schriftlich ausgesprochenen Freispruch zurückgenommen hatte. Sie wurde erneut angeklagt wegen „Anstiftung und Erleichterung von Korruption und Prostitution“, weil sie sich ohne Kopftuch (Hijab) in der Öffentlichkeit aufgehalten hatte. Schon 2018 war sie aus diesem Grund verurteilt worden. Sie hatte an der Kampagne „White Wednesday - My Stealthy Freedom“ teilgenommen, die Frauen dazu ermutigt, ohne Hijab in der Öffentlichkeit aufzutreten und ihre Fotos oder Videos in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Sie wurde dann aber zusammen mit einer großen Anzahl von Gefangenen am 14. Februar 2019 anlässlich des 40. Jahrestages der Islamischen Revolution begnadigt.  Saba Kord-Afshari wurde erneut am 1. Juni 2019 in ihrem Haus festgenommen und wiederum beschuldigt, „Menschen zu unmoralischem Handeln und / oder Prostitution ermutigt zu haben“, weil sie ohne Hijab draußen zu sehen war, sowie zwei weiteren ähnlichen Anklagen. Ihr wurde der Kontakt zu einem Anwalt verweigert, und sie wurde von den Behörden unter Druck gesetzt, sich in einem Fernsehauftritt selbst zu belasten. Die Behörden nahmen auch ihre Mutter Raheleh Ahmadi fest und verurteilten sie zu 31 Monaten Gefängnis. Raheleh verbüßt derzeit ihre Haftstrafe im Evin-Gefängnis zusammen mit ihrer Tochter. Weder Saba noch ihre Mutter wurden während der COVID-19 Pandemie vorübergehend freigelassen.
Gebet: Die psychische Tortur, der man Saba Kord Afshari aussetzt, wirkt unerträglich auf uns, Gott. Wir bitten dich darum, dass weder Saba Kord Afshari noch ihre Mutter darunter zerbrechen und dass sie die Hoffnung auf Geschlechtergerechtigkeit im Iran nicht verlieren.

 

Denken wir an Gefangene in NIGER
Seit nunmehr 100 Tagen sind Maikoul Zodi, Halidou Mounkaila und Moundi Moussa inhaftiert. Halidou Mounkaila ist Mitglied der Lehrergewerkschaft, Maikoul Zodi und Moundi Moussa sind Journalisten. Bei einer internen Prüfung des Verteidigungsministeriums Anfang 2020 soll die Unterschlagung von Geldern zur Sprache gekommen sein. Die drei genannten Vertreter der Zivilgesellschaft forderten Rechenschaft darüber. Am 15. März 2020 fand in Niamey eine Demonstration statt, auf der man die Unterschlagung anprangerte. Die Demonstration wurde von den Behörden gewaltsam aufgelöst. Dazu wurden die Einschränkungen infolge von COVID-19 als Vorwand genutzt. Als bei einem Brand drei Personen unter noch nicht geklärten Umständen starben, wurden die drei oben Genannten mit noch anderen Aktivisten verhaftet. Ein Gesuch um Freilassung der drei wurde abgewiesen, während andere Aktivisten freigelassen wurden. Die drei sind nun beschuldigt, eine nicht genehmigte Demonstration organisiert zu haben, an der Unterschlagung öffentlicher Gelder beteiligt zu sein und durch einen willentlich verursachten Brand Menschen getötet zu haben. Hintergrund dieser Verhaftungen ist, dass im Dezember 2020 Präsidentschaftswahlen anstehen und jede Kritik an der Regierung unterdrückt wird.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die drei Inhaftierten in einem fairen Prozess den wahren Sachverhalt vortragen können, Gehör finden und bald freigelassen werden.

 

Denken wir an eine inhaftierte Frau in CHINA
Die Arbeits- und Frauenrechtlerin Li Qiaochu wurde am 16. Februar 2020 in Peking von der Polizei abgeführt. Sie ist an einem unbekannten Ort inhaftiert. Sie engagierte sich ehrenamtlich in der Prävention von COVID-19. Sie verteilte Gesichtsmasken an Beschäftigte im Gesundheitswesen und half schwangeren Frauen aus betroffenen Gemeinden dabei, sich gegenseitig zu unterstützen. Vermutlich hängt ihre Festnahme mit ihren Aktivitäten gegen geschlechtsspezifische Gewalt zusammen und mit der Tatsache, dass ihr Partner Xu Zhiyong im Dezember 2019 an einem informellen Treffen von Anwälten und Aktivisten teilgenommen hat.
Da Li Qiaochu ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird und keinen Zugang zu ihrer Familie oder einem Rechtsbeistand ihrer Wahl hat, befindet sie sich in großer Gefahr, gefoltert oder misshandelt zu werden. 
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich um Schutz für Li Qiaochu. Wir sind dankbar für ihren mutigen Einsatz für andere. Hilf auch uns dabei, im Einsatz für andere nicht müde zu werden.

 

Denken wir an einen Gefangenen in ÄGYPTEN
Seit 2014 verteidigte der Rechtsanwalt Mohamed Elbaker politische Gefangene in Ägypten. Während der Welle von Demonstrationen gegen die Regierung von Al-Sissi im September 2019 wurde er verhaftet, und zwar in den Räumen des staatlichen Sicherheitsdienstes. Elbaker war dabei, einen bekannten Aktivisten zu verteidigen, eine Ikone der Revolution von 2011. Am 9. Oktober 2019 wurden er und sein Klient Alaa in Präventivhaft genommen, die immer wieder um 45 Tage verlängert wurde. Mohamed Elbaker wird vorgeworfen, an der Finanzierung einer terroristischen Gruppe beteiligt zu sein und falsche Informationen verbreitet zu haben, die die nationale Sicherheit gefährden. Bereits 2014 war er für mehrere Monate inhaftiert, weil er an einer nicht genehmigten Demonstration teilgenommen hatte. Elbaker wird unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten. Zu Beginn der Haft hatte er weder Bett noch Matratze. Er litt unter Rückenschmerzen und an einer Haut- und Nierenerkrankung. Er bekam weder Trinkwasser noch eine medizinische Versorgung, obwohl er darum bat. Auch danach blieben die Haftbedingungen sehr schlecht. Die Präventivhaft wurde zuletzt am 5. Mai verlängert, obwohl es in dem Gefängnis mehrere Sterbefälle in Zusammenhang mit COVID-19 gab.
Gebet: Guter Gott, gib Mohamed Elbaker die Hoffnung, dass seine Arbeit als Menschenrechtsverteidiger nicht umsonst war und dass er und seine Mitangeklagten einen fairen Prozess erhalten. Gib den Verantwortlichen die Einsicht, dass die Gefangenen als Mitmenschen eine menschenwürdige Behandlung verdienen.

 

Denken wir an zwei junge Inhaftierte Männer in WEiSSRUSSLAND
Vladislav Sharkovsky und Emil Ostrovko sitzen seit 2018 wegen geringfügiger gewaltfreier Drogendelikte im Gefängnis. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme waren sie 17 Jahre alt. Beide Männer leiden unter schweren Erkrankungen. Emil Ostrovko hat chronisches Asthma, und Vladislav Sharkovsky leidet unter permanentem Husten und Thrombose. Sein Sehvermögen ist außerdem durch Lichtblitze im Auge eingeschränkt. Die zunehmende Zahl der COVID-19-Erkrankungen stellt ein großes Risiko für Inhaftierte in Weißrussland und damit auch für diese beiden vorerkrankten Männer dar.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich für die Verantwortlichen für Verhaftungen und für Haftbedingungen in Weißrussland. Berühre die Herzen der Menschen und lass sie mit Gerechtigkeit, Gnade und Menschenliebe handeln. Wir bitten dich auch für Vladislav Sharkovsky und Emil Ostrovko: Schütze ihre Gesundheit, lass ihnen Gerechtigkeit und Schutz vor COVID-19 widerfahren.



Denken wir an zum Tod verurteilte Journalisten im JEMEN
Der Krieg im Jemen hat in den vergangenen fünf Jahren tausende Menschen das Leben gekostet. Journalisten, die darüber berichten, werden von den Hutu-Rebellen inhaftiert. Seit dem 11. April fürchten die Journalisten Abdel-Khaleq Amran, Akram al-Walidi, Hareth Hamid und Tawfiq al-Mansouri die Vollstreckung der Todesstrafe, zu der sie verurteilt wurden, weil sie in ihren Veröffentlichungen über das Leiden im Jemen berichtet haben. Sie und sechs weitere Journalisten wurden wegen „Verrat“ und „Spionage“ zum Tod verurteilt. Die Familie von Abdel-Khaleq berichtet, dass Mitgefangene ihn unter Folter haben schreien hören.
Gebet: Gott, die Brutalität, mit der die Bürgerkriegsparteien gegen die Bevölkerung im Jemen vorgehen, erschüttert uns. Wir bitten dich um Schutz für diejenigen, die ihren Beruf ausüben und von den Gräueltaten berichten. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass die zehn Journalisten begnadigt werden.

 

Denken wir an einen inhaftierten Aktivisten im SÜDSUDAN
Kanybil Noon ist ein Aktivist der südsudanesischen Zivilgesellschaft. Er ist Mitglied des Strategic Defence and Security Review Board, des Prüfungsgremiums für strategische Verteidigung und Sicherheit des 2018 neu aufgelegten Friedensabkommens. Am 29. Mai nahm ihn der Nationale Sicherheitsdienst (NSS) in der Hauptstadt Dschuba fest. Seither befindet er sich im Hauptquartier der Sicherheitsbehörde, auch bekannt als "Blue House". Er hat weder Zugang zu seiner Familie noch zu seinem Rechtsbeistand. Es ist sogar unklar, ob Kanybil Noon über die gegen ihn erhobenen Anklagen informiert ist. Möglicherweise steht seine Verhaftung in Zusammenhang mit einer Ende 2019 gegen ihn erhobenen Anklage. Auf Betreiben des Direktors der Abteilung für Innere Sicherheit des Nationalen Sicherheitsdienstes, Akol Koor, wurde Kanybil Noon wegen Verleumdung angeklagt. Hintergrund waren Äußerungen von Kanybil Noon auf Facebook und ein an das Staatsoberhaupt gerichteten Brief mit kritischem Inhalt zu Akol Koor. Zum Zeitpunkt der Festnahme am 29. Mai war dieser Verleumdungsfall noch nicht abgeschlossen.
In dem „Blue House“ werden Gefangene häufig brutal geschlagen, es herrschen dort sehr schlechte Haftbedingungen. Kanybil Noon ist daher ebenfalls in Gefahr, misshandelt zu werden.
Gebet: Vater, wir sind in Sorgen um die Gesundheit und das Wohlergehen von Kanybil Noon. Wir vertrauen darauf, dass du ihm nah bist und Kraft und Hoffnung schenkst.

 

Da aber erschien unsere Rettung, die göttliche Freundlichkeit und Menschenliebe.             
Sie hat uns aus dieser Verstrickung gerettet, keineswegs aufgrund gerechter Taten, die wir vollbracht hätten, sondern allein, weil Gott Mitgefühl mit uns hatte.

               
So hat Gott uns gerettet durch das Bad, in dem wir noch einmal geboren und neu geschaffen werden durch die heilige Geistkraft.

               
Diese hat Gott reichlich über uns ausgegossen durch die Vermittlung Jesu, des Christos, unseres Retters, damit wir, durch dieses Geschenk gerechtfertigt, Anteil an der Hoffnung auf das ewige Leben erhielten.

Auf dieses Wort ist Verlass!
               
Und ich will, dass du dafür mit Nachdruck eintrittst, damit die, die auf Gott vertrauen, engagiert nach Möglichkeiten suchen, für das Gemeinwohl tätig zu werden. Das ist gut und von Nutzen für die Menschen.

Tit 3, 4-8 (zitiert aus der „Bibel in gerechter Sprache“)

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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