ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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ACAT protestiert gegen Haft ohne Prozess für Deutschen in China

Robert Rother sitzt seit mehr als zwei Jahren ohne Gerichtsverfahren im Untersuchungsgefängnis von Shenzhen

Lüdinghausen.- ACAT – Deutschland, die „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“ macht in diesem Jahr anlässlich des UN-Menschenrechtstags am 10. Dezember auf einen besonderen Fall von Menschenrechtsverletzung an einem Deutschen in China aufmerksam: Seit mehr als zwei Jahren sitzt Robert Rother im Untersuchungsgefängnis von Shenzhen und wartet auf seinen Prozess. Seine Mutter Elfi Rother ist verzweifelt. Sie beschreibt, dass er in der Haft physischen und psychischen Misshandlungen ausgesetzt wurde, u.a. mit einer Scheinhinrichtung bedroht. Im Gefängnis hat sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechtert, jedoch wird ihm angemessene medizinische Behandlung verweigert, er ist suizidgefährdet.
Die ACAT fordert einen fairen Prozess oder seine sofortige Freilassung.

Robert Rother stammt aus Unna in Nordrhein-Westfalen. Er war in China als Investmentbanker tätig. Am 21. Mai 2011 wurde er von mehreren Polizisten ohne Angabe von Gründen in einer Hotelbar festgenommen, wo er sich mit einem Freund verabredet hatte. Seitdem wartet der 31-Jährige im Untersuchungsgefängnis Nummer 3 der Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong auf seinen Prozess. Es wurde ihm angeblich die Häftlings-Nummer 639 zugewiesen.
Der Staatsanwalt hat bis jetzt kein Gerichtsverfahren eingeleitet mit der Begründung, es müssten noch Details zu seinem Fall überprüft werden. Auf diese Weise wurde der Beginn des Prozesses immer wieder verzögert, obwohl die Beschuldigungen gegen ihn längst widerlegt sind. Offenbar hat eine Mitarbeiterin ein Geständnis abgelegt, dass sie in der Abwesenheit von Robert Rother seine Unterschrift gefälscht und zu betrügerischen Zwecken benutzt hat. Es ist unklar, welche Vergehen ihm genau vorgeworfen werden.

Die ACAT fordert die chinesischen Behörden auf, die Anklage zu formulieren und ein faires Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards einzuleiten. Es muss ihm Gelegenheit gegeben werden, zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung zu nehmen. Liegen keine Gründe für eine Anklage vor, ist er sofort freizulassen.
In jedem Fall ist dafür zu sorgen, dass der Gefangene die erforderliche medizinische Versorgung erhält und wirksam vor Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung geschützt wird. Die ACAT hat einen Appellbrief an die chinesischen Behörden in Peking entworfen, in dem ein fairer Prozess oder seine sofortige Freilassung gefordert wird.

Das Schreiben ist im Internet abrufbar unter
http://www.acat-deutschland.de/index.php/briefaktionen/58-briefaktionen-2013/162-briefaktionen-dezemeber-2013-benin-a-china.html

Wolfgang Bentrup, der Vorsitzende der ACAT-Deutschland, fordert die Bundesregierung auf, ihren Einfluss geltend zu machen, damit Robert Rother sofort aus der Haft entlassen wird, wenn es keine konkreten Anschuldigungen gegen ihn gibt. „Ich bin entsetzt darüber, dass ein deutscher Staatsbürger ohne Anklage mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft sitzt, ohne dass  konkrete Anklagepunkte vorgelegt werden können. Es kann nicht sein, dass solche Menschenrechtsverletzungen unwidersprochen bleiben“, erklärt der ACAT-Vorsitzende. „Ich fordere dazu auf, mit unserem Appellbrief bei den chinesischen Behörden zu intervenieren. Christinnen und Christen sind durch ihren Glauben dazu aufgerufen, sich für Menschen einzusetzen, denen Unrecht geschieht.“

Pressekontakt: ACAT-Büro, Telefon 0 25 91 / 75 33, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Eine Welt ohne Folter - für dieses Ziel setzen sich die Mitglieder der internationalen christlichen Menschenrechtsvereinigung ACAT seit nunmehr über 30 Jahren ein. Die ACAT bietet viele Möglichkeiten, sich gegen Folter zu engagieren: vom individuellen Gebet über Fürbitten im Gottesdienst oder gemeinsame Gebetstreffen bis zum Versand von Appellen zugunsten gefolterter Gefangener in aller Welt. Wer sich regelmäßig gegen Folter und Todesstrafe einsetzen will, kann Mitglied der ACAT werden. ACAT-Mitglieder erhalten jeden Monat Anregungen für ihr individuelles Engagement, einen spirituellen Impuls in Form eines Gebetsblattes, zwei Beispiele über Folterungen mit vorformulierten Briefen zugunsten der Folteropfer an die verantwortlichen Behörden und Institutionen, an die appelliert werden soll.
Gegründet wurde die ökumenische Initiative 1974 in Frankreich - daher der französische Name: „Action des Chrétiens pour l’Abolition  de la Torture“, zu deutsch „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“, kurz ACAT. Der deutsche Zweig wurde 1984- vor 28 Jahren – im Münsterland gegründet. Seitdem kämpfen die Mitglieder der ACAT Deutschland mit Briefaktionen, Protestnoten und Eingaben an Regierungen und Behörden in aller Welt gegen Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Misshandlung, Todesstrafe. Neben den Aktionen ist das Gebet das charakteristische Element der Arbeit in der ökumenischen Menschenrechtsorganisation. Dabei wird nicht nur der Folteropfer, sondern immer auch der Täter gedacht. Wer die Arbeit der ACAT unterstützen möchte, kann dies tun mit einer Spende für die ACAT Deutschland, Sparkasse Westmünsterland, Konto 8664 (BLZ 401 545 30). Eine Spendenquittung wird automatisch zugesandt. Weitere Informationen zur Arbeit der ACAT unter http://www.acat-deutschland.de/.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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