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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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ACAT-News Juli/August 2014

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Juli/August 2014

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

BAHRAIN:

Nabeel Rajab
Leiter des Menschenrechtszentrums von Bahrain

Int.VS: 25.05.; 08.06.; 05.07.; 8.12.2011;
01.08.; 18.08.2012;    -    DA Juni 2012
ACAT-Aktuell Juli/August und Sept. 2012 und Jan. 2013

Nach seiner Entlassung erzählt er, wie es ist, inhaftiert - aber nicht zum Schweigen gebracht - zu werden und was internationale Unterstützung für ihn bedeutet: „Die Behörden nahmen mich fest, um die Botschaft zu verbreiten, dass man festgenommen wird, wenn man in Bahrain öffentlich die Menschenrechte verteidigt. Seltsamerweise war ihnen nicht bewusst, dass sie so Hunderte neue AktivistInnen geschaffen haben, die denselben Weg beschreiten werden wie ich.
Während der Zeit der Isolation erzählte mir meine Frau während unserer kurzen Telefonate und Treffen von der Solidarität, die mir von den Menschen in der freien Welt entgegengebracht wurde, und von den Kampagnen, die Amnesty und andere organisierten. So spürte ich in meinem Herzen, dass ich nicht allein war.
Die meisten MenschenrechtsaktivistInnen und führenden PolitikerInnen in Bahrain sind hinter Gittern. Ich kämpfe unermüdlich für ihre Freilassung und setze dabei verschiedenste friedliche Mittel ein. Anschließend brauchen wir einen gesunden nationalen Dialog, der zur Achtung der Menschenrechte führt. Wir werden unsere Arbeit fortsetzen, weil es immer noch viele politische Gefangene gibt, darunter gewaltlose politische Gefangene, die auf der Grundlage konstruierter Anklagen festgehalten werden.
Ich möchte Allen für ihre Beharrlichkeit danken, mit der sie die Menschenrechte und die Freiheit verteidigen. Ich danke euch auch für all eure Arbeit und Kampagnen, mit denen ihr euch für meine Freilassung eingesetzt habt. Eure Arbeit hat mir die Hoffnung gegeben, dass es eine bessere Zukunft für die ganze Welt geben wird.“   (Quelle: ai)

 


SUDAN:

Meriam Yehya Ibrahim Ishag
Ärztin

GB und DA Juni 2014

Nur 24 Stunden nach ihrer Freilassung wurde sie an der Ausreise in die USA gehindert und zum Verhör geladen. Gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern befindet sie sich derzeit in der US-Botschaft in Khartum.


BELARUS:

Ales Bialatski
Präsident des Menschenrechtszentrums Viasna

11 Int.VS 2011 bis 2014;
GB Sept. 2011 und Juni 2012

Beim emotionalen Wiedersehen mit seiner Familie am Bahnhof in Minsk sagte er: "Die Entlassung kam völlig unerwartet. Ich war gerade dabei, meiner Gefängnisarbeit nachzugehen, da setzten sie mich in einen Zug nach Minsk. Ich bin überzeugt, dass meine Freilassung vor meinem Haftende durch nationalen und internationalen Druck erwirkt wurde."  (Quelle: ai)

 

 Dank sei Gott! – Gott sei Dank!


Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern


ÄGYPTEN: In ACAT-Aktuell April 2014 hatten wir die vorläufige Freilassung von Alaa Abdel Fatah gemel­det. Das Gerichtsverfahren gegen ihn und Ahmed Abdel Rahman lief aber weiter. Am 11. Juni wurden die beiden unter anderem zu 15 Jahren Haft verurteilt und sofort nach dem Urteil erneut inhaftiert.

BAHRAIN: GB Juni und Dez. 2013 Int.VS 5.11.2013: Das Urteil zu 15 Jahre Haft gegen  Naji Fateel, Vorstands­mitglied der 'Bahrain Youth Society for Human Rights'  (BYSHR) wurde am 29. Mai 2014 bestätigt. (Quelle: OMCT)

CHINA: DA 24/12 Dez. 2013 ACAT- Aktuell Februar und März 2014 Robert Rother: Frau Rother informierte uns, dass kurzfristig am 9. Juni eine Berufungsverhandlung angesetzt wurde. In Begleitung eines Mitarbeiters des Auswärtigen Amtes nahm sie an der Verhandlung teil. Leider wurde das Urteil bestätigt, obwohl die chinesische Mitarbeiterin, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, seine Unschuld beteuerte. Herr Rother wird nun zur Verbüßung seiner 8-jährigen Haftstrafe in ein 100km entfernt liegendes Gefängnis verlegt. Sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert. Wir werden weiterhin Kontakt mit Frau Rother und dem Auswärtigen Amt halten. Gerne leiten wir Ermutigungsbriefe von Ihnen an Robert Rother weiter.



ACAT-intern    
                                                                                      

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ACAT Karfreitagskampagne - Dringlichkeitsaktion März 2014: Elfenbeinküste:
Unsere Karfreitagskampagne über die Menschenrechtsverletzungen in der Republik Elfenbeinküste war ein Erfolg. Mit der Beteiligung des internationalen ACAT Netzes sind am 22.Mai 2014 insgesamt 8346 Unterschriften dem Präsident Quattara über seine Botschafter in der Schweiz und Deutschland überreicht worden.
Auf einen Begleitbrief des Vorsitzenden der deutschen ACAT an den Botschafter in Berlin antwortete dieser u.a. (übersetzt aus dem Französischen): „Die Elfenbeinküste ist und will ein Rechtsstaat bleiben [...]Deshalb verabscheut der Präsident Alassane Quattara die Anwendung von Folter und andere entwürdigenden Handlungen als Ausdruck der Ausübung von Gerechtigkeit [...]

Der gesamte Text des Antwortbriefes kann in der Geschäftsstelle angefordert werden. Als ACAT bleiben wir aber dabei, dass die geschilderten Menschenrechtsverletzungen gut recherchiert worden sind und unsere Bitten um Ver­besserungen aufrechterhalten werden.

 arrow32pxFriedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche
Auch in diesem Jahr gestaltete ACAT wieder das Montagsgebet in der Nikolaikirche, diesmal unter dem Leit­wort „Voll Vertrauen den Weg der Gerechtigkeit wagen“. Pater Bernhard Kohl sprach dabei über die Verletz­lichkeit der Menschenwürde. Bei den Fürbitten wurde u.a. auch an Meriam Yehya Ibrahim Ishag gedacht, die als Christin im Sudan zum Tode verurteilt worden war. Während die Fürbitte vorgetragen wurde, rief eine Besucherin in der Kirche: „die Frau ist jetzt frei“. Wenige Stunden vorher war ihre Freilassung in den Medien gemeldet worden.   

 arrow32pxKatholikentag in Regensburg
Unter dem Leitwort „Öffne deinen Mund für die Stummen“ wurde am 30. 5. 2014 in der Evangelischen Neu­pfar­r­kirche ein Morgengebet von der ACAT gestaltet. Die Ansprache hielt Domdekan Dr. Christoph Kohl, Speyer. Die aktuellen Fürbitten wurden unserem Gebetsblatt entnommen.   Wolfgang Bentrup

 

Zum internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer

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Wir weisen auf die Pressemitteilung von Radio Vatikan hin: „Foltern ist eine Todsünde!" Mit diesen harschen Worten hat Papst Franziskus jegliche Form von Folter verur­teilt. Aus Anlass des UN-Anti-Foltertags am 26. Juni sagte er beim Angelusgebet am Sonntag: „Erneut verurteile ich jegliche Anwendung von Folter und ich lade die Christen dazu ein, mitzuarbeiten im Kampf für ihre Ab­schaf­fung, und bitte sie, den Opfern und ihren Familien beizustehen. Menschen zu Foltern ist eine Todsün­de! Eine sehr schwere Sünde!“ – Der „Internationale Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter“ wurde im Dezem­ber 1997 von der UNO-Generalversammlung ausgerufen und soll auf die nur schleppende Umsetzung der Folterkonvention von 1987 hinweisen. So konnte nachgewiesen werden, dass Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika auch in der jüngeren Vergangenheit systematisch gefoltert haben. >

(Quelle:http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/22/papst:_foltern_ist_eine_tods%C3%BCnde!/ted-808633)


arrow32pxAnlässlich des Internationalen Tags des Folteropfers erklärt Petra Follmar-Otto, Leiterin der Abteilung Menschen­rechtspolitik Inland/Europa im Deutschen Institut für Menschenrechte:
“Die Vereinten Nationen haben bei der Überprüfung der Umsetzung des Zusatzprotokolls zur UN-Antifol­ter­kon­vention in Deutschland in ungewöhnlich scharfer Form darauf hingewiesen, dass die ‘Nationale Stelle zur Verhütung von Folter’ in Wiesbaden die völkerrechtlichen Anforderungen nicht erfüllt.
Der Bericht des UN-Unterausschusses zur Verhütung von Folter (SPT) von 2013 hat das Dilemma der Nationalen Stelle klar zu Tage gebracht: Sie ist eine Stelle mit einem umfassenden Auftrag, den sie aber aufgrund ihrer Ausgestaltung und geringen finanziellen Ausstattung unmöglich erfüllen kann. Angesichts des absoluten Verbots von Folter und Misshandlung und der daraus resultierenden Notwendigkeit wirksamer Prävention ist dies ein erschreckender Befund. Bislang sind grundlegende Konsequenzen in Deutschland ausgeblieben. Bundesregierung und Bundesländer sollten deshalb jetzt die personellen und finanziellen Ressourcen der Nationalen Stelle stufenweise erheblich verstärken und das Prinzip der Ehrenamtlichkeit der Mitglieder aufheben.

Die Justizministerkonferenz vom 24./25. Juni in Binz hat über die Erhöhung des Jahresbudgets der Nationalen Stelle beraten. In der Pressemeldung am 26.6. heißt es: "Justizministerin Uta-Maria Kuder (Mecklenburg-Vorpom­mern) lobte ... das Ergebnis der Konferenz, die "Nationale Stelle zur Verhütung von Folter" personell aufzusto­cken." Die vier Kommissionsmitglieder brauchen für die vielen unterschiedlichen zu prüfenden Einrichtungen in den Ländern und für den thematisch umfassenden Auftrag mehr Kraft. Insbesondere begrüße ich die Einigkeit, dass wir zusätzliche Sachverständige aus nichtjuristischen Bereichen benötigen, wie der Polizei, der Psychiatrie oder aus geschlossenen Heimen", betonte Ministerin Kuder. Die "Nationale Stelle zur Verhütung von Folter" wird von jetzt vier auf künftig acht ehrenamtliche Mitglieder aufgestockt. Zwei Mitglieder der Länderkommission stehen für eine neue Amtszeit zur Verfügung. Das sind die frühere Thüringer Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Petra Heß, sowie der Justizstaatssekretär a.D. Rainer Dopp aus Mecklenburg-Vorpommern."
ACAT-Deutschland hat 3 Personen benannt, die bereit wären, ehrenamtlich bei der Überprüfung von Gefängnissen und Gewahrsamseinrichtungen mitzuwirken.

 


 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/