ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dezember 2014

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)


Freigelassen:

 

BAHRAIN: Nabeel Rajab *
Leiter des Menschenrechtszentrums von Bahrain
Int.VS 08.10.14, 16.10.14 und 4.11.14
Zainab Al-Khawaja**
Menschenrechtsaktivistin
DA Nov. und ACAT-Aktuell Okt. 2014

 * Die Anklage wurde jedoch aufrechterhalten. Nabeel Rajab darf das Land nicht verlassen, das Urteil  in seinem Prozess soll am 20. Januar 2015 verkündet werden.
**  Das Urteil dieses Verfahrens wird für den 4. Dezember erwartet. Die Urteile in drei weiteren Prozessen gegen sie sollen am 9. Dezember verkündet werden.

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!


„Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!“ - so heißt es im Refrain des Weihnachtsliedes von Dieter Trautwein, das er als Frankfurter Pfarrer 1963 schrieb (EG 56).

„Der immer schon uns nahe war,
stellt sich als Mensch den Menschen dar.
Nimm an des Christus Freundlichkeit,
trag seinen Frieden in die Zeit!
Schreckt dich der Menschen Widerstand,
bleib ihnen dennoch zugewandt!“

Ich glaube, mehr als 50 Jahre später sind diese weihnachtlichen Gedanken immer noch aktuell. 40 Jahre nach Gründung der ACAT in Frankreich und 30 Jahre seit Bestehen der deutschen ACAT, bleiben wir den Menschen „zugewandt“, setzen wir uns für von Folter und Todesstrafe bedrohte Menschen ein.
Ich bin sicher, das wird auch im Neuen Jahr so sein.

Ihnen allen gesegnete Weihnacht und einen guten Start in das Jahr 2015!
Wolfgang Bentrup

 

 

Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

MAURETANIEN: DA Dez.11 und Febr. und Juli 12; GB Juni 2012; Int. des VS 5.Sept. 2012 und ACAT-Aktuell Dez. 11 und Jan. 2014:
Biram Dah Abeid, der Vorsitzende der mauretanischen Menschenrechtsorganisation IRA (Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffung der Sklaverei) erhielt überraschend bei den Präsidentschaftswahlen in Mauretanien im Juni 2014 die zweitmeisten Stimmen. Nun wurde er während einer Demonstration am 7. Nov.  mit weiteren Mitstreitern verhaftet.
(Quelle GfbV)

ASERBEIDSCHAN: DA Sept. 2014 Leyla Yunus u.a.
Eine Kirchengemeinde erhielt ein ausführliches Antwortschreiben der Botschaft. Darin wird auf die Rechtsstaatlichkeit des Gerichtsverfahrens hingewiesen. „Die aserbeidschanischen Behörden sind über die unzulässige Einmischung in die Tätigkeit ihrer öffentlichen Institutionen besorgt.“  
Falls weitere Mitglieder eine Antwort erhalten haben sollten, würden wir uns freuen, wenn sie uns dies mitteilen.
Inzwischen berichtet ai, dass zwei Rechtsbeistände, die die inhaftierte Menschenrechtsverteidigerin Leyla Yunus vertreten haben, vom Verfahren ausgeschlossen wurden. Der dritte Anwalt, der sie vertritt, steht derzeit wegen Verleumdung unter Anklage - offenbar wegen seiner anwaltlichen Tätigkeit für sie. Der Ausschluss der beiden Hauptanwälte und die Anklagen gegen einen dritten Anwalt stellen eine Verletzung des Rechts dar, von Rechtsbeiständen eigener Wahl vertreten zu werden. Dies ist ein wichtiges Element des Rechts auf ein faires Gerichtsverfahren.
OMCT macht zudem darauf aufmerksam, dass ihr Gesundheitszustand besorgniserregend ist und die ärztliche Versorgung nicht ausreichend gewährleistet wird.

SYRIEN: Int.VS: 9.12.11; 1.5.12; GB Sept. 12 und ACAT-Aktuell Juni 12: Das Syrische Zentrum für Medien und Medienfreiheit und dessen Leiter, der Rechtsanwalt und Journalist Mazen Darwish, erhalten den diesjährigen Zivilcourage-Preis: „Das unerschrockene Wort“ in Wittenberg. Damit soll die Freilassung  von ihm und weiteren Journalisten, die sich für Pressefreiheit einsetzen, unterstützt werden.
Die 1996 gestiftete Auszeichnung wird alle zwei Jahre im Namen von deutschen Lutherstädten vergeben. Mit dem Preis werden Menschen geehrt, die wie einst der Reformator Martin Luther ihre Überzeugung mutig und standhaft gegen Widerstände verteidigen.


arrow32pxVersandtermine der ACAT-Monatssendungen im ersten Halbjahr 2015
7. Januar, 3. Februar, 3. März, 31. März, 28. April und 2. Juni

 

arrow32pxInternationaler Tag der Menschenrechte am 10.12.2014
Anlässlich des diesjährigen Menschenrechtstags und des 30. Jahrestags der Annahme des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe fordern wir mit unserer Dringlichkeitsaktion die Republik Togo auf, ihre Bemühungen zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte zu verstärken.

 
ACAT-intern
                                                                                      

arrow32pxUN-Welttag zur Abschaffung der Todesstrafe am 10. Oktober 2014
Über 1700 Unterschriften gingen in unserer Geschäftsstelle zur Dringlichkeitsaktion Japan ein. Wir werden sie der japanischen Regierung und die entsprechenden Kopien der Botschaft Japans in Berlin zusenden. Vielen Dank für Ihr Engagement und für die Grüße und Wünsche, die oft den Briefen beilagen.

 arrow32px30 Jahre ACAT-Deutschland: Anlässlich der Gründung der ACAT am 8.Dez. 1984 haben wir eine Informationsbroschüre herausgegeben, um ACAT in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Diese Broschüre kann in der Geschäftsstelle von Ihnen bestellt werden. Wir freuen uns natürlich, wenn Sie dieses Jubiläum zum Anlass nehmen, unsere Arbeit auch finanziell zu unterstützen oder sich zu einer Mitgliedschaft entscheiden.  

arrow32pxBericht über das 40-jährige Jubiläum der ACAT-France:
Am Samstag, dem 15. Nov. 2014 feierte die ACAT-France in Paris ihr 40-jähriges Jubiläum, 40 Jahre im Dienst der Menschenwürde mit dem Thema: „Die Folter in der Welt ausrotten“. 300 ACAT-Mitglieder aus ganz Frankreich sowie Vertreter aus der Schweiz, aus Belgien und Deutschland nahmen teil.
Der ökumenische Gottesdienst in der Kirche St.-Merri mit dem orthodoxen Metropoliten Emmanuel von Frankreich, Herrn Francois Claveroly (Präsident d. protestantischen Föderation) und dem kath. Bischof von Saint-Denis, Monseigneur Pascal Delannoy und einer großen Vorbereitungsgruppe erinnerte an die Schreie der Gefolterten und den zu Hilfe eilenden Gott (Zug der Israeliten durch das Rote Meer), begleitet von eindrucksvoller Orgelmusik und einem orthodoxen arabisch singenden Chor.
Das Kolloquium mit Vorträgen und einem runden Tisch fand im Institut Catholique statt. „Es reicht nicht, die Folter „abzuschaffen“ – denn Gesetze, auch ratifizierte – verhindern nicht den Missbrauch – wir müssen sie mit der Wurzel „ausrotten“ – ein langer Weg, der Information und Erziehung mit beinhaltet“, so Sylvie Bukhari-de Pontual, Präsidentin der FIACAT. Die Anwesenheit und das Grußwort der Vertreterin der ACAT-Deutschland, Marlise Morgenschweis, wurden in Dankbarkeit gewürdigt.
Die 5 Vorträge zeigen umfassend aus verschiedener Sicht Bilanz und Perspektiven der Arbeit für die Wahrung der Menschenrechte:
Die erfahrene Journalistin des internationalen Radio France: Véronique Gaymard zeigte die Grenzen und Möglichkeiten der Medienpräsentation zur Folter und unmenschlichen Behandlung auf (kurze Zeitfenster und Hierarchie der Aktualität). Stéphane Chmelewsky, ehem. Botschafter Frankreichs in Minsk, beschrieb den schmalen Grat zwischen politisch-wirtschaftlichen Interessen einerseits und der Forderung von Menschenrechten andererseits und betonte dabei, dass immer der einzelne Fall wichtig ist. Serge Portelli, Präsident der Kammer des Berufungsgerichts von Versailles führte aus, dass in einer globalisierten Welt die Folter, selbst wenn sie keine Spuren hinterlässt, immer weniger zu verbergen ist. Deshalb ist es unbedingt notwendig, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und zu verurteilen, auch wenn die Taten lange zurückliegen. Der ehem. Generalsekretär von OMCT (Weltorganisation gegen die Folter) Eric Sottas, der auch die Initiative SOS Torture in 100 Ländern ins Leben gerufen hat, erklärte, dass Zahlen bei der Folter keinen Sinn machen, da staatlich beeinflusste Dokumentationen sehr unterschiedlich sind. Wie viel mehr kann eine nicht staatlich oder nicht kirchlich geleitete Organisation wie die ACAT bewirken. Anne-Cécile Antoni, ACAT-France-Präsidentin 2008-10 machte eine Bilanz der biblischen 40 Jahre ACAT-Arbeit in „militance, expertise und spiritualité“. Ihre Perspektive in einer Welt, wo die Folter zunehmend an Aktualität gewinnt: Wir müssen die Wurzeln des Übels anpacken, die Trägheit bekämpfen, eine geeignete Ausbildung der Polizei vorantreiben, die Undurchsichtigkeit und Straffreiheit ausmerzen und den Gefolterten einen Rechtsbeistand beschaffen. Wachsamkeit ist die beste Prävention. Francois Picard, Präsident der ACAT-France seit 2013, Priester und Dozent am Institut Catholique, zeichnete ein Bild der zukünftigen Entwicklung der Menschenrechtsarbeit, eingebettet in die christliche Hoffnung auf. Die Utopie der Gründerinnen Édith du Tertre und Hélène Engel sollen uns ermuntern und mobilisieren. Die Welt hat sich verändert, die ACAT auch; die Verteidigung des Asylrechts ist als neue Aufgabe hinzugekommen.
Im Anschluss an den runden Tisch wurde der 1. Engel-du Tertre-Preis der Stiftung ACAT an Mutabar Tadjibaeva verliehen, einer Menschenrechtsaktivistin, die in Usbekistan inhaftiert war und gefoltert wurde und die in Frankreich weiterarbeitet für die politischen Gefangenen in ihrer Heimat mithilfe ihrer Vereinigung „Coeurs ardents“ (glühende Herzen).
Den Ausklang bildete ein hervorragendes Kammerkonzert mit klassischer Musik.           

Marlise Morgenschweis

 

 

 

 



Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/