ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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ACAT-Gottesdienst am 11.10.2015 „Weisheit“

Das neue Lied:“ Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut“ Hal 177 bitte vor 10:00 einüben!

Eingangslied: „Den Namen des Vaters wollen wir ehren“ Hal 1

Evtl. Begrüßung der ACAT-Gruppe.

Einführung durch ACAT-Mitglied:
Die aktuelle Herausforderung in Deutschland ist der große Flüchtlingsstrom. Die Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt, Verfolgung, Folter; oft geht es um das nackte Überleben.

Vertreter der verschiedenen europäischen ACATs haben im Mai dieses Jahres in Brüssel das Problem debattiert: Wir ACAT-Mitglieder stehen für das Leben. Entscheidend ist uns eine menschenwürdige Behandlung der Flüchtlinge. Dazu gehört auch, dass durch Kriegsverbrechen, Folter und Misshandlungen traumatisierte Flüchtlinge fachmännisch behandelt werden. Es kann nicht angehen, dass Flüchtlinge zurückgeschickt werden, um den Verfolgern wieder in die Hände zu fallen oder im europäischen Ankunftsland mittellos auf der Straße dahinzuvegetieren.

Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika „Laudato si“ die Zusammenhänge zwischen der entfesselten freien Marktwirtschaft, der Zerstörung der Umwelt, des Klimawandels und der Verelendung der Armen, die davon besonders heimgesucht werden, dargestellt und die allgemeine Gleichgültigkeit der Wohlhabenden angeklagt. Er fordert alle Menschen guten Willens in den reichen Ländern auf, die Verantwortung für das eine gemeinsame Haus, unsere Erde, mitsamt den Pflanzen und Tieren und allen Schwestern und Brüdern zu tragen, den Lebensstil zu verändern und hier und heute tätig zu werden. Papst Franziskus bringt es auf den Punkt. Die Enzyklika ist umfassend, aufrüttelnd und unbedingt lesenswert.

Wir können nicht so weitermachen wie bisher. In der schwierigen Gemengelage der verschiedenen Meinungsäußerungen zum Flüchtlingsproblem und seiner Lösung in Deutschland, sind wir Christen aufgefordert, Profil zu zeigen und die Worte der Bergpredigt zu unserem Aktionsplan zu machen. (Wir haben den seltenen Fall, dass wir zum richtigen Zeitpunkt Handreichungen durch die Enzyklika des Papstes bekommen haben. Wollen wir glaubhafte Christen bleiben, können wir eigentlich nur diese Anweisungen umsetzen. >Gedanke evtl. in die Predigt bringen!)

Die Flüchtlinge bieten uns die Chance, uns von ihrem Elend anrühren zu lassen, unseren Horizont durch andere Lebensentwürfe, Kulturen und Religionen zu erweitern, unseren Glauben zu erneuern. Bitten wir Gott – so wie der König Salomo in der heutigen Lesung – um Weisheit, damit wir die Flüchtlingsfrage positiv und mit Herzenswärme angehen, damit sowohl den Menschen geholfen wird, die in ihrer Not zu uns kommen,  als auch unsere eigenen Grundwerte erhalten bleiben, die ein wesentliches Merkmal unserer Gesellschaft sind.

Statement des Flüchtlings

Kyrie:

Fast überall auf der Welt gibt es Flüchtlinge
Herr, erbarme dich
Sie hungern nach einem Leben in Würde
Christus, erbarme dich
Wie nehmen wir sie auf?
Herr, erbarme dich

Gloria: „Laudato si“ Hal 128, Str. 6 + 7    oder: „Gloria, Ehre sei Gott“ Hal 16 oder aus dem Gotteslob

Tagesgebet des Tages:
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(evtl. hier: Statement des Flüchtlings)

Erste Lesung: Weish 7, 7-11

Antwortgesang: „Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut“ Hal 177, Str. 1-4

(Zweite Lesung evtl. weglassen)

Evangelium: Mk 10, 17-27 (kürzere Fassung)

Predigt: Vorschlag: Inhalte der Enzyklika „Laudato si“ mit dem Evangeliumstext verknüpfen: nicht alles verkaufen, was man hat, aber sich einen neuen Lebensstil aneignen, sozialgerecht und umweltgerecht, so dass die Armen (Verlierer unserer Wirtschaft und des Klimawandels) eine Chance haben……. Statt regelmäßig Freizeitspaß sich ein paar Stunden Zeit nehmen für die Armen, die Flüchtlinge……

Credolied: „Ich glaube an Gott, den Vater“ Hal 24

Fürbitten:
Gott, du bist voll unendlicher Weisheit und Güte. Durch deinen Sohn Jesus Christus hast du uns dein Gebot geschwisterlicher Liebe gegeben. Du öffnest uns darin den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden Darum bitten wir dich:

Für die vielen Heimatlosen, die durch Krieg und Gewalt alles verloren haben und um ihr Leben fürchten mussten. Gib uns die Weisheit, den Flüchtlingen mit warmherziger Gastfreundschaft zu begegnen.
Du, Gott der Weisheit, --- wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten für die vielen Flüchtlinge, die durch Verfolgung und Folter im Heimatland und schreckliche Erlebnisse auf der Flucht traumatisiert sind. Gib ihnen Kraft und lass ihnen fachmännische Hilfe zuteilwerden.

Gib den Politikern in Deutschland und Europa die Einsicht, gesetzliche Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen zu schaffen und gib auch uns den Mut, in der Flüchtlingspolitik für die christlichen Werte einzustehen.

Wir bitten für die vielen ehrenamtlichen Helfer: Gott, gib du ihnen Ausdauer und Stärke für die vielen Aufgaben, die oft ihre eigene Kraft übersteigen.

Wir bitten für alle, die sich für eine Kultur der Begegnung mit Flüchtlingen engagieren durch gemeinsame Aktivitäten wie Sport, Kochen, Ausflüge, Singen, Feste… Hilf du, dass die gemeinsame Freude sich ausbreiten kann und zu einer positiven Entwicklung wird.

Herr, nimm die Menschen, die durch Flucht und Folter ums Leben gekommen sind, bei dir auf und lass auch all unsere Verstorbenen bei die geborgen sein; heute bitten wir namentlich für………..

Denn in unserem “Erdenhaus“ wohnt eine einzige Menschheitsfamilie. Wir werden dann im Inneren des Herzens glücklich sein können, wenn wir wissen, dass es auch den anderen gut geht.

Lied zur Gabenbereitung: Wenn wir das Leben teilen“ Hal 184, Str. 1,2 und 4

Sanctus: „Du bist heilig, du bringst Heil“  Hal 43

Friedensgruß: „Shalom, shaverim“ hebr.-dt-bebr. Hal 207 (bei knapper Zeit weglassen)

Agnus Dei: Lamm Gottes, für uns gegeben“ Hal 64, Str. 1-3 oder GL 208 oder gesprochen

Meditation nach der Kommunion : (wenn Zeit) oder Meditation von Pater Johnson

„Die Fremden“ von Ali Schirasi, Flüchtling aus dem Iran in Deutschland
Die Fremden sind
in den ersten Tagen der Fremde
durstig. Sie dürsten
nach einem Lächeln
nach einem freundlichen Blick
nach einem Wort der Hoffnung.

Bei unserem ersten Treffen
an jenem Tag
war dein Gesicht für mich
eine Quelle.
Eine Quelle, aus der ich
freundliche Blicke
ein warmes Lächeln
und hoffnungsfrohe Sätze
trinken konnte.

Lied: „Salz sein“ Hal 253, Str. 1-3

Schlussgebet:

Gott gebe uns Augen,
die die kleinen Dinge des Alltags wahrnehmen und ins rechte Licht rücken.
Er gebe uns Ohren,
die die Schwingungen im Gespräch mit anderen aufnehmen.
Er gebe uns Hände,
die nicht lange überlegen, ob sie helfen sollen.
Er gebe uns ein liebevolles Herz,
von dem wir uns leiten lassen.

Segen:
Gott erfülle uns mit Weisheit und Liebe. Er durchströme unser Herz, dass Freundlichkeit und Güte in ihm wohne. So segne uns der allmächtige Gott.

Hinweis der ACAT:
Die ACAT-Deutschland ist dankbar für die Freigelassenen des letzten Monats:
……..
Dank sei Gott!
Im Mittelpunkt des diesjährigen UN-Welttages gegen die Todesstrafe, der am 10. Oktober begangen wird, steht der Drogenhandel. In 33 Ländern ist er die häufigste Ursache für Todesurteile und Hinrichtungen. Aber mit der Todesstrafe lässt sich der Drogenhandel nicht ausrotten. Der Rückgriff auf die Todesstrafe seit den 2000er Jahren hat nachweislich zu keinem Rückgang des Drogenkonsums geführt. Die große Mehrheit der zum Tode Verurteilten sind arme und verletzliche Menschen, die den Drahtziehern des illegalen Drogenhandels auf den Leim gehen. Oft werden Urteile auf der Grundlage von unter Folter erzwungenen „Geständnissen“ gefällt.
Die ACAT Deutschland unterstützt die Aktion …..

Sie können Sie helfen: Hinten auf den Tischen befinden sich Unterschriftenlisten mit dem Appell an……. Sie können unterschreiben.
Sie können beten, dass die Politiker die Einsicht bekommen und die Todesstrafe endgültig abschaffen. Dazu halten wir einen Augenblick Stille.

(Während oder nach dem stillen Gebet wird das ACAT-Licht angezündet und zur Pietà getragen.)

Schlusslied: „ Herr, wir bitten, komm und segne uns“ Hal 239 Str. 1,4,5  oder:
„Lass uns in deinem Namen, Herr“ Hal 213

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/