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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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ACAT-News Mai 2017

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Mai 2017

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

TÜRKEI: Vizepräsident der türkischen Menschenrechtsvereinigung IDH Raci Bilici Int. VS 18.03.17

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!


Aktuelle Entwicklungen

arrow32pxRaci Bilici, Vizepräsident der türkischen Menschenrechtsvereinigung IHD, war am 15.03.2017 verhaftet worden und es gab am 18.03. eine Vorstandsintervention für ihn. Am 21.03. wurde er nach einer gerichtlichen Anhörung vorläufig freigelassen. Es wurde aber ein Reiseverbot gegen ihn verhängt und der Staatsanwalt kündigte eine Untersuchung und Anklageerhebung gegen Herrn Bilici wegen angeblicher Beziehungen zur PKK an.


arrow32pxMáxima Acuña sagt Danke
Eine Kleinbäuerin im Norden Perus widersetzt sich seit Jahren einem Bergbauunternehmen - dieser ungleiche Kampf hat tausende Menschen auf der ganzen Welt dazu bewegt, ihre Stimme für Máxima Acuña zu erheben. Die Peruanerin sitzt buchstäblich auf einem Goldschatz. Reich macht sie das nicht. Stattdessen wird sie seit Jahren bedroht. Das Bergbauunternehmen Yanacocha beansprucht das Land der Kleinbäuerin für sich - mit allen Mitteln.
2011 schlugen Polizisten sie und ihre Tochter bewusstlos, mehrmals versuchte die Polizei, das Gelände gewaltsam zu räumen, und im Frühjahr 2016 vernichteten private Sicherheitskräfte ihre Kartoffelernte. "Sie sagen, sie haben Geld", sagt die Kleinbäuerin, "und deswegen können sie machen was sie wollen."
Doch Máxima Acuña kämpft trotz allem weiter für ihre Rechte und ist landesweit zu einer Ikone des Widerstands gegen die Bergbau-Lobby geworden. Im April 2016 erhielt sie den Goldman-Preis, der als "Umwelt-Nobelpreis" gilt. Mit dem Bergbauunternehmen muss sie allerdings weiter streiten.
Allein ist sie dabei aber nicht. Im Gegenteil, die Peruanerin hat viele tausend Unterstützerinnen und Unterstützer auf ihrer Seite: im Rahmen des Amnesty-Briefmarathons 2016 erreichten Máxima über 150.000 Briefe aus aller Welt, die ihr Mut zusprechen und sie bestärken, nicht aufzugeben: "Du bist ein Geschenk Gottes und wir bewundern dich sehr. Dein Leben und deine Arbeit sind sehr wichtig."
"Ich bin sehr dankbar, dass ich nicht allein bin. Und dafür, dass mich so viele Menschen aus der ganzen Welt unterstützen", sagt Máxima. "Danke für alles. Macht weiter." Quelle: Amnesty International, dazu auch Video: https://www.amnesty.de/2017/3/20/maxima-acuna-sagt-danke?destination=startseite

ACAT Unterstützung: DA 03/16, Int. VS 15.02.1016



arrow32pxAntwort zur DA Kasachstan, März 2017
Zahlreiche Mitglieder haben auf die Dringlichkeitsaktion März 2017 für die Gefangenen Maks Bokaev und Talgat Ayan eine Antwort des kasachischen Justizministeriums erhalten.
Wir sind sehr dankbar, wenn Sie uns über solche Reaktionen von Behörden oder Regierungen informieren. In Ausnahmen kam es in der Vergangenheit bereits vor, dass nur einzelne Mitglieder / Gruppen eine Antwort erhielten. Daher ist es sehr hilfreich, uns zu benachrichtigen.
Im Antwortschreiben aus Kasachstan heißt es, dass die Briefe an den Obersten Gerichtshof und an das Büro des Generalstaatsanwalts weitergeleitet worden seien, um zur Kenntnis genommen und angemessen beantwortet zu werden. Es werden die Adressen beider Organe genannt, um künftig direkt dorthin zu schreiben.
Das Justizministerium bezieht bedauerlicherweise nicht Stellung zur Situation der beiden Gefangenen. Stattdessen hebt das Ministerium die Unabhängigkeit der Justiz hervor. Angesichts der Mängel in den Gerichtsverfahren der beiden Inhaftierten bestehen jedoch erhebliche Zweifel daran, dass unabhängig und vor allem unvoreingenommen geurteilt wurde.
Gedenken wir weiterhin der Gefangenen auch im Gebet.


arrow32pxKampagne zum 10.12.2016: Antwort des bayerischen Justizministeriums
Unser Appell zum Tag der Menschenrechte am 10.12.2016 wurde von 457 Personen unterzeichnet. Wir haben der Staatskanzlei und dem Justizministerium von Bayern die Anzahl der Unterschriften und die Petition für eine gleichwertige medizinische Versorgung von Gefangenen wie Menschen in Freiheit übermittelt. In einer ausführlichen Stellungnahme hat das bayerische Justizministerium reagiert. Darin bekräftigt es zunächst das Prinzip der Abstinenz als „Primäres Ziel“. Dieses hat bisher vermutlich dazu beigetragen, dass in Bayern der Zugang von Häftlingen zu einer Substitutionstherapie deutlich erschwert ist. Hinsichtlich präventiver Angebote werden in der Antwort u.a. Einzel- und Gruppengespräche sowie die Vermittlung einer externen Therapieeinrichtung genannt. Substitution komme dann in Frage, wenn diese nach Einschätzung eines Arztes „die erfolgversprechendere Behandlung darstellt“.
Positiv zu sehen ist, dass das Ministerium Anstrengungen erwähnt, ein bedarfsgerechtes Substitutionsangebot sicherzustellen, und seine Maßnahmen eigenen Angaben zufolge intensiviert hat.
Das Justizministerium unterstütze „nach Kräften“ eine suchttherapeutische Zusatzqualifikation für Anstaltsärzte. Auch wird mitgeteilt, dass Gefangene bei Bedarf für eine Substitutionsbehandlung in eine andere Anstalt verlegt werden. Das bayerische Justizministerium bekennt sich in der Stellungnahme ausdrücklich zu den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR). Der EGMR hatte im September 2016 einen Verstoß Deutschlands gegen die Menschenwürde festgestellt, weil einem heroinabhängigen Gefangenen in Bayern nicht ermöglicht worden war, eine Substitutionstherapie zu erhalten. Das Ministerium versichert: „Selbstverständlich wird aber von hier aus dafür Sorge getragen, dass die notwendigen Behandlungskapazitäten in den Justizvollzugsanstalten zur Verfügung stehen und die rechtlichen Vorgaben des EGMR beachtet werden“. ACAT wird die weitere Entwicklung beobachten.

arrow32pxTreffen der europäischen ACATs in Rom
Vom 10. bis 12. März fand in Rom eine Konferenz der europäischen ACATs statt.
Eine besondere Freude war es für alle TeilnehmerInnen, den neuen Vorsitzenden der FIACAT, Paul Angaman, kennenzulernen. Paul Angaman ist aus seiner Heimat, der Elfenbeinküste, nach Rom gekommen, um anschließend zu einem Treffen des internationalen Büros der FIACAT nach Paris zu reisen. Er hat einen anschaulichen Überblick über die Arbeit der afrikanischen ACATs und über die Erfolge und Herausforderungen der FIACAT in Afrika gegeben. Trotz aller Schwierigkeiten sind die dortigen ACATs aktiv. Wichtig sind laut Paul Angaman weitere Schritte zur Professionalisierung. Sehr ermutigende Beispiele sind die jüngsten Gefängnis-Projekte der FIACAT in Benin, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Elfenbeinküste. Die Projekte haben die Kompetenz der Aktivisten von ACAT und anderen NGOs deutlich erweitert und beachtliche Erfolge erzielt: 2000 Fälle von Untersuchungshaft konnten überprüft werden, in 500 Fällen führte dies zu einer Freilassung.
Die ACATs in Afrika können insbesondere jüngere Menschen für ihr Anliegen mobilisieren. Dagegen bleibt dies für die europäischen ACATs eine große Herausforderung. Die Frage, wie junge Menschen – auch angesichts von Jugendarbeitslosigkeit – in Europa künftig für die Menschenrechtsarbeit gewonnen werden können, wurde in den Vorträgen mehrerer ReferentInnen aufgegriffen.
Darüber hinaus diente das Treffen dem Austausch über die Sicherung der FIACAT-Finanzierung und über die weitere Zusammenarbeit der europäischen ACATs.
Abschließend hat ACAT-Italien zu einer kleinen Feier ihres 30-jährigen Bestehens eingeladen. Dabei haben die Gründungsmitglieder dieser ACAT einen Rückblick auf die Anfänge ihrer Arbeit gegeben. Sehr bewegt hat die Anwesenden auch der Vortrag des Journalisten Luca Attanasio, der u.a. für die Zeitungen La Repubblica und La Stampa schreibt. Er berichtete über seine Recherchen über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Europa und seine Reisen in die afrikanischen Transitländer. Erschütternd hat er geschildert, in welchem Ausmaß auch Kinder und Jugendliche auf der Flucht Opfer von Folter werden. Seinen Appell, diesen Menschen eine Perspektive zu eröffnen, untermauerte er mit seiner Erfahrung, dass die aufgenommenen Jugendlichen die ihnen gebotene Chance dankbar und engagiert nutzen. Für ACAT-Deutschland haben Sabine Aldenhoven und Christoph Schürhaus an dem Europa-Treffen teilgenommen.


arrow32pxDu siehst mich
Unter diesem Motto steht der diesjährige Deutsche Evangelische Kirchentag  vom 24. – 28. Mai 2017 in Berlin – Wittenberg. Wie bereits im letzten ACAT Aktuell angekündigt, wird die ACAT vertreten sein mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten (MdM) vom 25. – 27.05., um über ihre Arbeit zu informieren.  Die Hallen-/Standnummer ist 2.1-D14 auf der Messe Berlin. Wir freuen uns ganz besonders auch über den Besuch von Mitgliedern und Freunden!! Weitere Informationen zum Kirchentag: https://www.kirchentag.de/ oder über unsere Homepage: http://www.acat-deutschland.de/

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download

 

gebetswache2015
gebetswache web

UPDATE: Bericht zur Gebetswache jetzt online

In diesem Jahr wird zum 20. Mal die Nächtliche Gebetswache anläßlich des Internationalen Tags der Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni durchgeführt.

Vorschlag der Gruppen Essen Byfang und Hattingen Niederwenigern, auch gern als Vorlage für eigene Gebetswachen verwendbar:
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Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.