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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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ACAT-News November 2017

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November 2017

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

USBEKISTAN: Menschenrechtsverteidiger Azam Formonov DA 08/11, 01/12 & 06/15;
GB 10/12 & 05/15;
Int.-VS 30.11.11 & 21.04.15

USBEKISTAN: Journalist und Menschenrechtler Salijon  Abdurakhmanov

DA 08/11, GB 09/14
USBEKISTAN: Menschenrechtler Agzam Turgunov

DA 08/11, Int.-VS 20.01.09
VIETNAM: Menschenrechtsaktivist Dang Xuan Dieu DA 06/16,; GB 06/16

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxUsbekistan - Die drei usbekischen Gefangenen wurden Anfang Oktober nach vielen Jahren in Haft freigelassen. Nachdem im vergangenen Jahr der langjährige autokratische Präsident Karimov gestorben ist, bleibt abzuwarten, inwieweit sein Nachfolger Mirziyoyev die Achtung der Menschenrechte verbessert. So sehr die Freilassungen zu begrüßen sind, darf nicht vergessen werden, dass sich noch immer zahlreiche Regierungskritiker in Gefangenschaft befinden.
Front Line Defenders berichtet unter Berufung auf lokale Menschenrechtsorganisationen, dass mehr als 12.000 Personen aus politischen Gründen inhaftiert sind. Es kommt zu Zwangsarbeit, auch von Kindern, bei der Baumwollernte. Ebenso sind Zwangssterilisierungen, Folter und fehlende Unabhängigkeit der Medien zu beklagen.
Alle drei nun Freigelassenen waren Opfer von Folter bzw. grausamer und unmenschlicher Behandlung.
Der Menschenrechtsverteidiger Azam Formonov war 2006 zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Wegen angeblicher Verletzung von Gefängnisregeln war er 2015 wenige Tage vor Ablauf der Haftstrafe zu weiteren fünf Jahren verurteilt worden.
Solijon Abdurakhmanov befand sich seit 2008 in Haft. Er hatte sich als Journalist und Menschenrechtsverteidiger engagiert. Er hatte sich für die Rechte von Bauern und Kindern sowie für deren Bildung eingesetzt. Ebenso beschäftigte er sich mit ökologischen Fragen bezüglich des Aralseebeckens.

Agzam Turgunov war 2008 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sich für Folteropfer eingesetzt. Ebenfalls hat er für die Oppositionspartei "Erk" (Freiheit) gearbeitet.


arrow32pxVietnam - Erst kürzlich erreichte uns die Meldung, dass der Menschenrechtsverteidiger Dang Xuan Dieu bereits am 12. Januar 2017 freigelassen wurde. Die Entlassung aus der Haft erfolgte unter der Auflage, Vietnam zu verlassen. Dang Xuan Dieu konnte nach Frankreich ausreisen und hat dort wenig später ACAT-Frankreich besucht.
Sein Schicksal als Gefangener und Folteropfer wurde in der Nächtlichen Gebetswache 2016 thematisiert. Dang Xuan Dieu war widerrechtlich festgenommen und zu 13 Jahren Haft verurteilt worden, weil er angeblich versucht haben soll, die Regierung seines Landes zu stürzen. Tatsächlich missfiel der Regierung sein Engagement für die Menschenrechte. Er setzte sich für Taifun-Opfer, für den Schutz von Frauen, für Menschen mit Behinderung und für Bildungschancen von Kindern in Armut ein. Auch hat Dang Xuan Dieu, der sich zum Christentum bekennt, Schriften verbreitet, in denen er die religiöse Verfolgung durch die vietnamesischen Behörden aufgezeigt hat.
Die eigene Erfahrung, dass andere Menschen während der Jahre der Isolationshaft für ihn beteten, schildert Dang Xuan Dieu so: „Als Christ ist es sehr bedeutend, durch andere Christen unterstützt zu werden. Die Verbundenheit durch das Gebet ist ein nicht zu leugnender Rückhalt.“
Auf der Website der ACAT-Frankreich sind auf Französisch ausführliche Informationen über Dang Xuan Dieu zu lesen. Es befindet sich dort auch eine Video-Dokumentation, in der er u.a. über die Unterstützung durch ACAT spricht:

http://www.acatfrance.fr/actualite/dang-xuan-dieu--hyperactiviste-en-exil


arrow32pxUnterstützung für Appell von Pro Asyl: Schutz für Flüchtlinge in Libyen
In Libyen werden Flüchtlinge in großer Zahl Opfer von Inhaftierung und Folter. Trotz der massiven Menschenrechtsverletzungen durch Schlepper, aber auch durch lokale Behörden, kooperiert die EU mit der Küstenwache Libyens. Kürzlich hatte Pro Asyl einen Brief entworfen, um Politiker zu einer Abkehr von dieser Praxis aufzufordern. ACAT hat den Brief über den Emailverteiler weitergeleitet und zu einer Unterstützung des Appells aufgerufen. Wir bitten um Verständnis, dass dies nur auf elektronischem Wege möglich war. Die Briefe an Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Gabriel sind auch auf unserer Website zu finden:
http://acat-deutschland.de/index.php/aktuell/342-rueckfuehrungen-in-die-folterlager-von-libyen-stoppen-fluechtlinge-schuetzen.html

Ausführliche Hintergrundinfos unter: https://www.proasyl.de/hintergrund/menschenrechte-ueber-bord-warum-europas-kooperation-mit-libyen-so-schaendlich-ist/



arrow32px10. Oktober – Welttag gegen die Todesstrafe
An dieser Stelle einige Pressemeldungen zum Welttag gegen die Todesstrafe:

https://www.hna.de/welt/un-generalsekretaer-fordert-weltweite-abschaffung-todesstrafe-zr-8762040.html

http://www.zeit.de/news/2017-10/10/uno-un-generalsekretaer-fordert-weltweite-abschaffung-der-todesstrafe-10212202

http://de.radiovaticana.va/news/2017/10/11/franziskus_will_nein_zur_todesstrafe_im_katechismus_haben/1342353

Sicherlich nicht repräsentativ, so zeigen die Meldungen doch, dass dieses Anliegen prominente Unterstützung findet. Wir fühlen uns ermutigt, weiter für die Abschaffung der Todesstrafe zu arbeiten.



arrow32pxDanke Elisabeth Gallhoff!!
Elisabeth Gallhoff wird vielen von Ihnen als Autorin unseres Gebetsblattes ein Begriff sein. Nach jahrelanger Mitarbeit scheidet sie nun aus der Redaktion des Gebetsblatts aus. Unermüdlich brachte sie ihr Fachwissen und ihre Sprachkenntnisse in diese Arbeit ein. Der Einsatz für die
Menschenrechte und für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen liegt ihr sehr am Herzen!
Wir danken Frau Gallhoff sehr für ihre langjährige, zuverlässige und kompetente Arbeit für unser Gebetsblatt und wünschen ihr alles Gute!
Der Vorstand der ACAT-Deutschland




arrow32pxVorstellung des FIACAT-Präsidenten: Paul Angaman (Elfenbeinküste)
Seit fast einem Jahr sind das internationale Büro als ehrenamtlicher Vorstand der FIACAT und deren Vorsitzender nun im Amt. Mit Paul Angaman war erstmals ein Afrikaner zum Präsidenten der internationalen Föderation der ACAT gewählt worden. In den 20 Jahren seines Engagements in der ACAT hat der heute 54-Jährige mehrere Krisenzeiten der Menschenrechte in seiner Heimat erlebt. Sein Einsatz und seine Hoffnung können auch uns Mut zusprechen.
„Nachdem ich am ersten Ausbildungszyklus von Norbert Kenne (FIACAT-Projekt) im Jahr 1997 in Yaoundé / Kamerun teilgenommen hatte, beschloss ich, mich der ACAT-Elfenbeinküste anzuschließen. Drei Jahre später wurde ich deren Präsident. In dem Jahrzehnt versank die Elfenbeinküste in einer politischen und militärischen Krise mit über 3000 Toten. In dieser Zeit des sozialen Zusammenbruchs fanden schwerwiegende Verletzungen der Menschenrechte und der Menschenwürde statt und die ACAT-Elfenbeinküste war mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert, die ihre Existenz bedrohten. Seitdem diese Krise beendet ist, hat sich die ACAT-Elfenbeinküste weiterentwickelt. Sie verdankt den Fortschritt der Unterstützung durch die FIACAT und der Anstrengung ihrer Mitglieder.“
ACAT-Elfenbeinküste führt aktuell zwei Projekte selbst aus und unterstützte zahlreiche andere. Die ACAT-Elfenbeinküste unterhält gute Beziehungen zu den nationalen Behörden und den Institutionen, deren Auftrag die Menschenrechtsarbeit ist. Seit 2012 bringt sie regelmäßig Berichte gemeinsam mit der FIACAT heraus und veröffentlicht jährlich ihren Tätigkeitsbericht.
Paul Angaman sieht in der früheren Arbeit an der Spitze der ACAT-Elfenbeinküste, durch den vielseitigen Austausch auf nationaler, regionaler und insbesondere internationaler Ebene im Auftrag der FIACAT, eine große Bereicherung. Er ist auch als Präsident der Föderation weiterhin Mitglied in einer Arbeitsgruppe der FIACAT, die mit der Afrikanischen Menschenrechtskommission (CADHP) zusammenarbeitet. Damit unterstützt er das FIACAT-Sekretariat in Paris in der Begleitung der afrikanischen ACATs. Sein wesentliches Anliegen für seine Zeit als FIACAT-Präsident charakterisierte Paul Angaman vor seiner Wahl folgendermaßen:
„Ich möchte auch von den verschiedenen ACATs lernen und bei all denen, die dies wünschen, dazu beitragen, dass sie in ihrem Engagement tatkräftiger werden. Meine Aufgabe wird sein, sie untereinander im gemeinsamen Geist zu verbinden. Ziel ist, dass das globale Netzwerk der ACATs solidarisch untereinander wird, stark und glaubwürdig, um sich wirksam zur Abschaffung von Folter, Todesstrafe, außergerichtlichen Hinrichtungen und „Verschwindenlassen“ einsetzen zu können. Die Herausforderung ist beträchtlich, aber nicht unmöglich, sofern man aus Glaube, Hoffnung und Liebe lebt.


arrow32pxAppell zum Schutz für Flüchtlinge in Libyen
Mehrere Mitglieder erhielten eine Reaktion des Auswärtigen Amts bezüglich des Appells, in dem wir auf die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die libysche Küstenwache hingewiesen und eine Einstellung der Kooperation gefordert haben. Weitere Informationen, auch zu einer möglichen Antwort, werden folgen.


arrow32pxACAT Geschäftsstelle im November 2017
Die ACAT Geschäftsstelle in Hildesheim bleibt vom 10.11. bis 01.12. geschlossen. Ein „Notdienst“ für dringende Angelegenheiten ist am 17.11., 24.11, 01.12.17 jeweils von 10:00 - 11:00 Uhr eingerichtet.

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download

 

gebetswache2015
gebetswache web

UPDATE: Bericht zur Gebetswache jetzt online

In diesem Jahr wird zum 20. Mal die Nächtliche Gebetswache anläßlich des Internationalen Tags der Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni durchgeführt.

Vorschlag der Gruppen Essen Byfang und Hattingen Niederwenigern, auch gern als Vorlage für eigene Gebetswachen verwendbar:
Weiterlesen...


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.