ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

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Ägypten: Ahmed Abdelsattar Amasha, Folter, willkürliche Haft           

Hintergrundinformationen

globe

Ägypten: 76,6 Mio. Einwohner auf 1.002.000 km2 Fläche, BSP/Einw. 3.000 $ (2012), Bevölkerung: 99% Araber, Minderheiten von Nubiern, Beduinen, Berbern, Beja u.a., Religion: über 80% Muslime (fast ausschließlich Sunniten), ca. 15% Kopten sowie weitere Minderheiten von Christen und von Juden, Islam ist Staatsreligion. Die Arabische Republik Ägypten hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

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Am 10. März 2017 wurde der Menschenrechtsverteidiger Ahmed Abdelsattar Amasha in der Nähe von Kairo festgenommen und von der Polizei entführt. Sein Aufenthaltsort blieb über einen Monat lang unbekannt, bis ihn seine Anwälte offenbar treffen konnten.

Der 56-jährige Ahmed Abdelsattar Amasha war Recherchen der Menschenrechtsorganisation Front Line zufolge am 10. März 2017 um 17 Uhr von Staatsbeamten entführt worden, als er einen Polizei-Checkpoint im Kairoer Vorort Nasr City passierte. Freunde und Passanten waren Zeugen seiner Festnahme. Die Polizei legte offenbar keinen Haftbefehl vor und gab keine Gründe für die Festnahme an. Auch blieb der Aufenthaltsort geheim. Es gab allerdings Hinweise darauf, dass er zum Staatssicherheitsdienst von Al-Abasiyyah gebracht worden war.
Die Familie sowie verschiedene Organisationen und Menschenrechtsverteidiger reichten bei den ägyptischen Behörden, namentlich beim Staatspräsidenten, dem Premierminister, dem Innenminister und dem Staatsanwalt, zahlreiche Beschwerden ein.
Nach neuesten Informationen der ACAT-Schweiz konnten die Anwälte Ahmed Abdelsattar Amasha nach mehr als einem Monat erstmals besuchen. Dabei soll er ihnen auch gesagt haben, dass er die öffentliche Mobilisierung zu seinen Gunsten gespürt habe, indem die Polizei ihn vom dritten Tag an besser behandelt und nicht mehr gefoltert habe. Zuvor habe er insbesondere Elektroschocks und sexuelle Gewalt erlitten.

Ahmed Abdelsattar Amasha ist ein bekannter Menschenrechtler in Ägypten. Er hat die Vereinigung der Angehörigen von Verschwundenen mitbegründet, eine Plattform für Familien von Opfern des „Verschwindenlassens“. Die Vereinigung organisiert neben juristischer Unterstützung auch Medienkampagnen, öffentliche Kundgebungen zugunsten der „Verschwundenen“ und ihrer Angehörigen sowie Seminare und Workshops mit anderen Menschenrechtsorganisationen.
Ahmed Abdelsattar Amasha ist auch ein Gewerkschafter, Umweltaktivist und Mitglied der Oppositionsbewegung Kefaya („Genug“). Er ist Tierarzt und leitet die Gewerkschaft seines Berufsstands.
In den Monaten vor seiner Festnahme hatte sich Ahmed Abdelsattar Amasha für die Organisation El Nadeem Centre zur Rehabilitatoin von Folteropfern engagiert. Das Zentrum für Opfer staatlicher Gewalt wurde am 9. Februar 2017 nach einer Reihe von gerichtlichen Schikanen von der Polizei geschlossen. 

Menschenrechtsverteidiger sind in Ägypten umfangreichen Repressalien ausgesetzt. Die Zahl der Fälle von „Verschwindenlassen“ nimmt zu. Willkürliche Festnahmen und das gewaltsame „Verschwindenlassen“ scheinen eine Taktik der Regierung zu sein, um die rechtmäßige und gewaltfreie Arbeit der Menschenrechtsverteidiger zu behindern.

Durch konstruierte Gerichtsfälle mit erpressten „Beweisen“ sollen Menschenrechtsverteidiger an ihrer Arbeit gehindert und eingeschüchtert werden, damit sie nicht die zahlreichen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen der Regierung ans Licht bringen.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Generalstaatsanwalt der Arabischen Republik Ägypten und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost, 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.06.2017. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/4771049, S.E. Herrn Badr Ahmed Mohamed Abdelatty; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]


Hon. Judge Nabil Sadek
Prosecutor General
Office of the Public Prosecutor
Madinat al-Rehab, New Cairo
EGYPT

 

                                            
Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

in großer Sorge um das Schicksal des Menschenrechtsverteidigers Herrn Ahmed Abdelsattar Amasha wende ich mich an Sie.

Der 56-Jährige war am 10. März 2017 um 17 Uhr von Staatsbeamten festgenommen worden, als er einen Polizei-Checkpoint im Kairoer Vorort Nasr City passierte. Die Polizei legte offenbar keinen Haftbefehl vor und gab keine Gründe für die Festnahme an. Über einen Monat blieb Herrn Ahmed Abdelsattar Amashas Verbleib unklar. In dieser Zeit der Isolation soll er Folter erlitten haben. Es gab allerdings Hinweise darauf, dass er zum Staatssicherheitsdienst von Al-Abasiyyah gebracht worden war. Inzwischen soll Anwälten ein Besuch bei dem Gefangenen gewährt worden sein.
Herr Ahmed Abdelsattar Amasha ist Mitgründer der Vereinigung der Angehörigen von Verschwundenen. Er engagiert sich in mehreren weiteren Verbänden und Initiativen der Zivilgesellschaft. In den vergangenen Monaten hat er sich auch für die Menschenrechtsorganisation El Nadeem Centre eingesetzt, die am 9. Februar 2017 von der Polizei geschlossen wurde.

Hiermit ersuche ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • Herr Ahmed Abdelsattar Amasha unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft freigelassen wird und Schutz vor jeder Art von Folter und anderer Misshandlung erhält;
  • ggf. unter Folter erpresste „Geständnisse“ vor Gericht nicht gegen ihn verwertet werden;
  • die Festnahme und die Foltervorwürfe zum Gegenstand einer unabhängigen und unparteiischen Untersuchung gemacht werden und die für die Gewalttaten Verantwortlichen in einem fairen Prozess gemäß internationalen Standards vor Gericht gestellt werden.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Badr Ahmed Mohamed Abdelatty
Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
Stauffenbergstraße 6/7
10785 Berlin


Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Generalstaatsanwalt der Arabischen Republik Ägypten auf die Festnahme eines Menschenrechtsverteidigers aufmerksam machen und darum bitten, sich dessen Schicksals anzunehmen. Sehr dankbar wäre ich Ihnen für Informationen über die zu Gunsten des Gefangenen unternommenen Anstrengungen.

Mit hochachtungsvollem Gruß


Zum Download des Briefes als Word-Datei

 

 


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Vietnam: Trần Thị Thúy,Gesundheitszustand, willkürliche Haft


Hintergrundinformationen

globe

Vietnam: 88,7 Mio. Einwohner auf 331.114 km2 Fläche, BSP/Einw. 1.400 $ (2012), Bevölkerung: 87% Vietnamesen, Hmong, Thai, Khmer, Chinesen; Religion: über 50% Buddhisten, 8-10% Christen (v.a. Katholiken und protestantische „Hauskirchen“), 2-4% Anhänger des Hoa Hao, 2 % Anhänger des Caodaismus, Minderheit von Muslimen.
Vietnam hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

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Trần Thị Thúy ist Angehörige der buddhistischen Glaubensgemeinschaft Hoa Hao und setzte sich für Landrechte ein. Ihr Schicksal wurde bereits im März 2017 im ACAT-Gebetsblatt geschildert. Trần Thị Thúy verbüßt eine achtjährige Haftstrafe, zu der sie gemäß Paragraf 79 des Strafgesetzbuchs wegen „Aktivitäten, die den Sturz der Regierung zum Ziel haben“ verurteilt wurde.
Sie war im August 2010 festgenommen worden und befindet sich derzeit in der Haftanstalt An Phước in der Provinz Bình Dương.
Die Gefangene leidet seit einer Tumordiagnose im April 2015 unter starken Schmerzen.
Sie hat gegenüber ihrer Familie mehrfach die Befürchtung ausgedrückt, im Gefängnis sterben zu müssen.
Die Behörden weigern sich, sie angemessen behandeln zu lassen, solange sie nicht die angeblich begangenen Straftaten „gesteht“, auf deren Grundlage sie verurteilt wurde.

Nach einem Besuch bei Trần Thị Thúy hat ihre Familie vor ein paar Monaten mitgeteilt, dass ihr Gebärmuttertumor größer geworden sei und sie aufgrund der starken Schmerzen nicht mehr alleine gehen könne. Sie hat zudem ständig schmerzhafte Geschwüre am ganzen Körper, die stark anwachsen und dann aufplatzen, bluten und eitern.
Trần Thị Thúy schläft auf dem bloßen Zellenboden, weshalb sie Gefahr läuft, dass sich ihre Wunden infizieren. Dennoch weigern sich die Gefängnisbehörden, ihr die medizinischen Pflaster auszuhändigen, die ihre Familie bereitgestellt hat. Die Familie hat zudem wiederholt betont, dass sie bereit ist, privat für die nötige Behandlung aufzukommen, doch auch dies wurde verweigert.
Die Ursache für die Geschwüre ist nach wie vor unbekannt. Sie werden ebenso wie der Gebärmuttertumor nicht angemessen medizinisch behandelt.
Die Familie gab gegenüber Amnesty International an, unter ständiger Überwachung zu stehen und regelmäßig von der Polizei besucht zu werden, die sie verhört und einschüchtert. Die Angehörigen werden häufig von religiösen Zusammenkünften abgehalten und wurden offenbar von der Polizei darüber informiert, dass sie festgenommen würden, wenn sie gegen ihre Behandlung protestierten.

Die Familie bringt der Gefangenen jeden Monat Nahrungsmittel ins Gefängnis, obwohl sich die Haftanstalt eine eineinhalbtägige Reise vom Wohnort entfernt befindet. Trần Thị Thúy hat keine Möglichkeit, sich ihr Essen selbst zuzubereiten, und erhält dabei keine Hilfe. Daher nimmt sie die Nahrung oft trocken und unzubereitet zu sich. Die Medikamente, die ihre Familie mitbringt, werden ihr von den GefängniswärterInnen oftmals gar nicht erst ausgehändigt.
Trần Thị Thúys Gefängnisstrafe endet erst im August 2018. Sie und sechs weitere mit ihr angeklagte AktivistInnen werden beschuldigt, der Gruppe Viet Tan nahezustehen bzw. beigetreten zu sein. Dabei handelt es sich um eine im Ausland ansässige Bewegung, die sich friedlich für Demokratie in Vietnam einsetzt.

Die UN-Arbeitsgruppe zu willkürlichen Inhaftierungen erklärte im September 2011, dass die Inhaftierung der beschuldigten AktivistInnen willkürlich ist und sie freigelassen und entschädigt werden müssen.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Ministerpräsidenten der Sozialistischen Republik Vietnam und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.06.2016. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/53630200, S.E. Herrn Xuan Hung Doan; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]




Nguyễn Xuân Phúc
Prime Minister
Prime Minister's Office

Hà Nội
VIETNAM

 

 

Exzellenz,

gestatten Sie mir, Sie aufgrund des lebensbedrohlichen Gesundheitszustands der Gefangenen Frau Trần Thị Thúy um Unterstützung zu ersuchen.

Die Landrechtsaktivistin und Angehörige der Glaubensgemeinschaft Hoa Hao verbüßt eine achtjährige Haftstrafe, zu der sie nach Paragraf 79 des Strafgesetzbuchs wegen vermeintlicher „Aktivitäten, die den Sturz der Regierung zum Ziel haben“ verurteilt worden war. Sie war im August 2010 festgenommen worden. Die UN-Arbeitsgruppe zu willkürlichen Inhaftierungen bezeichnete ihre Festnahme 2011 als willkürlich.
Derzeit befindet sich Frau Trần Thị Thúy in der Haftanstalt An Phước in der Provinz Bình Dương.
Bei der Gefangenen wurde im April 2015 ein Tumor diagnostiziert. Aufgrund ihrer Erkrankung leidet sie unter starken Schmerzen. Dennoch verweigern die Behörden ihr eine angemessene medizinische Versorgung. Zudem bilden sich an ihrem Körper ständig schmerzhafte Geschwüre. Frau Trần Thị Thúy muss auf dem bloßen Zellenboden schlafen, weswegen Gefahr besteht, dass sich ihre Wunden infizieren.

Exzellenz, ich appelliere an Sie, dafür Sorge zu tragen, dass:

  • Frau Trần Thị Thúy permanent und uneingeschränkt die erforderliche medizinische Behandlung, bei Bedarf auch durch einen Krankenhausaufenthalt, erhält;
  • sie zu jedem Zeitpunkt ihre körperliche und psychische Integrität geschützt wird;
  • sie unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft aus der Haft entlassen wird.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Xuan Hung Doan
Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam
Elsenstraße 3
12435 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übermittle, wende ich mich im Falle der lebensbedrohlich erkrankten Gefangenen Frau Trần Thị Thúy an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam mit der Bitte, sich ihres Schicksals anzunehmen.

Mit hochachtungsvollem Gruß

 


Zum Download des Briefes als Word-Datei

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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