ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dringlichkeitsaktion 04/12: Kolumbien: Abelardo Sánchez Serrano u.a. - Morddrohung, Inhaftierung

 


 Hintergrundinformationen

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Kolumbien: 44,9 Mio. Einwohner auf 1.141.748 km² Fläche, BSP/Einw. 2020 $ (2004), 58% Mestizen, 20% Weiße, 14% Mulatten, 4% Schwarze, 3% Zambos, 20.000 Ureinwohner, Religion: 92% Katholiken, Minderheiten von Protestanten und Juden. Kolumbien hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Am 13. Januar 2012 ist der kolumbianische Menschenrechtsverteidiger Abelardo Sánchez Serrano von zwei bewaffneten Männern massiv bedroht worden. Der Zwischenfall ereignete sich in der Stadt Barrancabermeja im Departamento Santander.

Abelardo Sánchez Serrano ist Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation „Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos“ (CREDHOS) in Barrancabermeja.
Er war auf dem Weg zum CREDHOS-Büro, als sich ihm zwei Männer auf einem Motorrad näherten.
Einer der beiden zog eine Pistole und rief Abelardo Sánchez Serrano zu, er solle aufhören, „die Streitkräfte zu verleumden“. Der Mann fuhr fort, sie hätten bereits einen CREDHOS-Aktivisten ins Gefängnis gebracht, und drohte: „Sollte es nötig sein, wird den anderen das Gleiche passieren, um euch mundtot zu machen“. Bevor die Männer fortfuhren, erklärten sie, der Menschenrechtsverteidiger habe noch genau 72 Stunden Zeit, um die Stadt zu verlassen. Der Abelardo Sánchez Serrano fürchtet nun um sein Leben, aber auch um die Sicherheit der übrigen CREDHOS-AktivistInnen.
Die beiden Männer spielten in ihrer Äußerung auf das Schicksal des CREDHOS-Mitarbeiters David Ravelo Crespo an, der sich seit September 2010 in Haft befindet. Ihm wurde vorgeworfen, Verbindungen zu Guerillagruppen zu unterhalten. Menschenrechtsorganisationen vermuten hinter der Anklage jedoch den Versuch, CREDHOS zum Schweigen zu bringen und die Organisation zu diskreditieren. Die Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen haben in der Vergangenheit Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften immer wieder als Kollaborateure oder Unterstützer der Guerilla bezeichnet und ihre Mitglieder bedroht, verschleppt oder getötet. Auch Guerillagruppierungen haben wiederum MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, weil sie diese verdächtigten, mit der gegnerischen Partei zu kooperieren.

CREDHOS ist eine regional tätige Menschenrechtsorganisation, die sich im Departamento Santander und angrenzenden Gegenden dafür einsetzt, dass Menschenrechtsverletzungen geahndet werden. Sicherheitskräfte, die teilweise mit paramilitärischen Gruppen paktieren, tragen in der Region für zahlreiche Menschenrechtsverstöße die Verantwortung.
In den zurückliegenden Jahren sind CREDHOS-MitarbeiterInnen immer wieder mit dem Tod bedroht worden.
Zahlreiche Aktivisten mit ähnlicher Zielsetzung sind bereits Mordanschlägen zum Opfer gefallen.

CREDHOS hat sich inzwischen mit mehr als 20 Fällen außergerichtlicher Hinrichtungen von Zivilpersonen durch Angehörige der Streitkräfte beschäftigt. Das Militär behauptet jedoch wider besseres Wissen, bei den Opfern habe es sich um „Guerillakämpfer“ gehandelt, die bei Gefechten ums Leben gekommen seien. Im Laufe des bewaffneten innerstaatlichen Konfliktes, der sich schon über vier Jahrzehnte hinzieht, haben die Sicherheitskräfte systematisch zahlreiche Menschen außergerichtlich hingerichtet.

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Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Kolumbien und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 27.02.2012. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/26396125, S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]


Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8 No.7-26
Bogotá
KOLUMBIEN


Sehr geehrter Herr Präsident,

Berichte der ACAT-Deutschland über die Bedrohung des kolumbianischen Menschenrechtsverteidigers Herrn Abelardo Sánchez Serrano erfüllen mich mit großer Sorge. Herr Abelardo Sánchez Serrano ist Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation „Corporación Regional para la Defensa de los Derechos Humanos“ (CREDHOS) in Barrancabermeja.
Am 13. Januar 2012 näherten sich ihm auf dem Weg zum CREDHOS-Büro zwei Männer auf einem Motorrad. Einer der beiden zog eine Pistole und rief, der Menschenrechtsverteidiger solle aufhören, „die Streitkräfte zu verleumden“. Die Unbekannten forderten ihn auf, Barrancabermeja innerhalb von 72 Stunden zu verlassen. Ebenso drohten sie, dass die Angehörigen von CREDHOS dasselbe Schicksal wie Herr David Ravelo Crespo erleiden würden. Der Mitarbeiter derselben Menschenrechtsorganisation wird seit September 2010 wegen angeblicher Verbindungen zu Guerillagruppen in Gewahrsam gehalten.

Sehr geehrter Herr Präsident, hiermit ersuche ich Sie, in Absprache mit den Betroffenen umgehend wirksame Schutzmaßnahmen für Herrn Abelardo Sánchez Serrano und alle weiteren MitarbeiterInnen von CREDHOS zu veranlassen. Auch möchte ich Sie bitten, die Drohungen einer vollständigen und unparteiischen Untersuchung zu unterziehen und Ermittlungen gegen die Verantwortlichen einzuleiten, damit sie in einem fairen Gerichtsverfahren zur Rechenschaft gezogen werden können.
Da die Anklage gegen Herrn David Ravelo Crespo nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen allein darauf abzielt, ihn an seinem legalen Engagement zu hindern, bitte ich Sie, für die permanente Einhaltung internationaler Standards für faire Verfahren Sorge zu tragen.
Auch appelliere an Sie, die Rechtmäßigkeit seiner Inhaftierung zu überprüfen und die Achtung der körperlichen und psychischen Integrität des Gefangenen sicherzustellen.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Botschaft der Republik Kolumbien
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin

S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Botschaft der Republik Kolumbien
Kurfürstenstr.
84
10787 Berlin

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übermittle, wende ich mich an den Staatspräsidenten der Republik Kolumbien, um ihn wegen der schwerwiegenden Bedrohung von Angehörigen einer Menschenrechtsorganisation um Unterstützung zu bitten. Mit hochachtungsvollem Gruß



Zum Download als Word-Datei


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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