ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Briefaktionen 2012 Dringlichkeitsaktion 7/12 Sudan

Dringlichkeitsaktion 7/12 Sudan

Drucken

important

Dringlichkeitsaktion 07/12 – Sudan: Jalila Khamis Koko, drohende Folter

 


Hintergrundinformationen

globe

Sudan: 38,5 Mio. Einwohner auf 2.505.813 km2 Fläche, BSP/Einw. 950 $ (2007), Bevölkerung: 40-50 % Araber und arabisierte Ethnien, 30% Afrikaner (572 Ethnien), Islam ist Staatsreligion: 70 %Sunniten, 20 % Anhänger von Naturreligionen, 10 % Christen. Unabhängig seit 1956. Die Republik Sudan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe unterzeichnet.

Status-dialog-information-icon

Am 15. März 2012 wurde die Lehrerin Jalila Khamis Koko um 2.00 Uhr morgens von einer Gruppe unbekannter Männer bei sich zuhause in der Hauptstadt Khartum festgenommen. Ihr Ehemann wandte sich noch am selben Tag an die Zentrale des sudanesischen Geheimdienstes NISS (National Intelligence and Security Service) in Khartum. Dort räumten MitarbeiterInnen ein, dass seine Frau sich in ihrem Gewahrsam befindet. Jalila Khamis Koko wird derzeit in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und ihr wird der Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihrer Familie verweigert. Ihr drohen nach Angaben von Amnesty International Folter und andere Misshandlungen.
Die Lehrerin gehört zur ethnischen Gruppe der Nuba und ist Mitglied der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung des Nordens (Sudan People's Liberation Movement-North - SPLM-N).
Die Festnahme von Jalila Khamis Koko geht einher mit Verhaftungen von Intellektuellen, AktivistInnen und anderen Menschen nubischer Herkunft durch die sudanesischen Behörden. Die Behörden werfen diesen Personen vor, der im Sudan verbotenen Partei SPLM-N anzugehören.
Im vergangenen Jahr hat sich die Bevölkerung des Südsudan in einem Referendum für die staatliche Unabhängigkeit entschieden, die offiziell auch von der Regierung der Republik Sudan und deren Präsidenten Omar Hassan Ahmed al-Bashir anerkannt worden ist.
In den weiterhin zum Sudan gehörenden Bundesstaaten Südkordofan und Blauer Nil gründete sich daraufhin die sudanesische Volksbefreiungsbewegung des Nordens (SPLM-N), die zuvor Teil der im Süden regierenden Partei SPLM (Sudan People's Liberation Movement) gewesen war.
Am 5. Juni 2011 brachen Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (Sudanese Armed Forces - SAF) und dem bewaffneten Flügel der SPLM-N aus. Seitdem ist das Leben für die Menschen in großen Bereichen von Südkordofan nicht mehr sicher. Viele Menschen müssen fliehen.
Die sudanesische Regierung hat den Zugang zu Informationen über den anhaltenden Konflikt in Südkordofan stark eingeschränkt. Sudanesische AktivistInnen, die die Menschenrechrechtsverletzungen an den Nuba in Südkordofan öffentlich machen und verurteilen, werden zunehmend vom NISS schikaniert, festgenommen und Verhören unterzogen.
Seit Ausbruch des Konflikts haben zudem internationale humanitäre Organisationen sowie Menschenrechtsgruppen keinen freien Zugang mehr in die Region Südkordofan.
Wie sehr Menschen in Gewahrsam des Geheimdienstes NISS in Gefahr sind, geht auch aus dem Jahresbericht 2011 von Amnesty International hervor. Darin heißt es:

„Im Februar 2010 trat ein neues Gesetz über die nationale Sicherheit (National Security Act) in Kraft [...]. Das Gesetz bestätigte die weitreichenden Machtbefugnisse des Geheimdienstes NISS, der Personen festnehmen und für einen Zeitraum von bis zu viereinhalb Monaten ohne richterliche Überprüfung inhaftieren kann. Der Geheimdienst NISS setzte seine Praxis fort, politisch aktive Bürger und Menschenrechtsverteidiger festzunehmen und zu inhaftieren, jeglichen Kontakt der Häftlinge zur Außenwelt zu unterbinden, die Gefangenen zu foltern und zu misshandeln und sie wegen der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf freie Meinungsäußerung sowie auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit strafrechtlich zu verfolgen.“

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Justizminister der Republik Sudan und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 27.04.2012 [Fax-Nr. der Botschaft: 030/89409693, S.E. Herrn Baha'aldin Hanafi Mansour Waheesh; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ]

 

Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302
Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN

Exzellenz,

bitte gestatten Sie mir, Ihnen meine große Sorge über die Festnahme der Lehrerin Jalila Khamis Koko vorzutragen.
Diese wurde am 15.März 2012 gegen 2.00 Uhr von einer Gruppe unbekannter Männer bei sich zuhause in Khartoum verhaftet. Mitarbeiter des National Intelligence and Security Service räumten auf Anfrage des Ehemanns von Frau Jalila Khamis Koko ein, dass sie sich in ihrem Gewahrsam befindet. Nach meinen Informationen wird die Lehrerin ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und ihr wird der Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihrer Familie verweigert. Dadurch ist sie in großer Gefahr, misshandelt zu werden.

Aus diesem Grund ersuche ich Sie, Exzellenz, sich umgehend dafür einzusetzen, dass Frau Jalila Khamis Koko schnellstmöglich und bedingungslos freigelassen wird, sofern sie nicht in einem fairen Gerichtsverfahren einer erkennbaren Straftat angeklagt wird. Ebenso bitte ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass die Gefangene in der Haft permanenten Schutz vor jeder Art von Folter und Misshandlung erhält.

Bitte stellen Sie sicher, dass die Lehrerin Kontakt zu ihrer Familie, einem Rechtsbeistand und bei Bedarf einem Arzt aufnehmen kann.

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Bemühungen

Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Baha'aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin

 

S.E. Herrn
Baha'aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin

 

Exzellenz,
im unten stehendem Schreiben an den Justizminister der Republik Sudan geht es um die Situation der inhaftierten Lehrerin Jalila Khamis Koko. Ich möchte hiermit auch Sie, Exzellenz, auf ihr Schicksal aufmerksam machen. Vielleicht können Sie sich für die Gefangene einsetzen. Gern würde ich von Ihnen hören, wenn Ihnen weitere oder neue Informationen vorliegen.

Mit hochachtungsvollem Gruß



Zum Download als Word-Datei

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/