ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dringlichkeitsaktion 08/12 – Sri Lanka: Ramasamy Prabaharan u.a., Verschwindenlassen

 


Hintergrundinformationen

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Sri Lanka: 19.6 Mio. Einwohner auf 65.610 km2 Fläche, BSP (2007): 1540 $, Bevölkerung: 81,9% Singhalesen, 8,0% Moors (Muslime), 5,1% Indien- oder Kandy-Tamilen, 4,4% Ceylon- oder Jaffna-Tamilen, Religion: 77% Buddhisten, 8,5% Muslime, 8% Hindus, 6 % Katholiken; unabhängig seit dem 04.02.1948. Sri Lanka hat das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe sowie den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert.

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Am 11. Februar 2012 wurde der Geschäftsmann Ramasamy Prabaharan in der srilankischen Hauptstadt Colombo von sieben bewaffneten Männern in Zivilkleidung aus seinem Haus entführt. Er gehört der Bevölkerungsgruppe der Tamilen an.
Zuvor hatte er Anzeige gegen die srilankische Polizei wegen Folter und unrechtmäßiger Festnahme und Inhaftierung erstattet. Er hätte am 13. Februar vor Gericht erscheinen sollen.
Laut Amnesty International packten ihn die Männer am Nacken und zwangen ihn in einen weißen Lieferwagen mit der Registrierung n° 254-2106. Später am Tag der Entführung erhielt die Familie über das Mobiltelefon von Ramasamy Prabaharan eine Lösegeldforderung. Seitdem hat sie jedoch nichts mehr über seinen Verbleib gehört. Sein Aufenthaltsort und sein Schicksal sind unbekannt. Die Familie meldete den Vorfall der Polizeiwache in Wellawatte (Bearbeitungsnummer 224/222/GCIB).
Herrn Ramasamy Prabaharans Anzeige gegen die Polizei bezieht sich auf eine Inhaftierung im Jahr 2009. Damals war er wegen des Verdachts, er sei ein Anhänger der Liberation Tigers of Tamil Eelam („Befreiungstiger von Tamil Eelam“ - LTTE), festgenommen worden. Während der 28 Monate in Haft wurde er Opfer schwerer Folter, bevor er im September 2011 aus Mangel an Beweisen wieder frei kam.
Ramasamy Prabaharan hatte vor dem obersten Gerichtshof von Sri Lanka eine Beschwerde wegen der Verletzung seiner Grundrechte gegen leitende PolizeibeamtInnen, den Generalstaatsanwalt und acht weitere Personen eingelegt (Verfahrensnummer S/C FR 963/2009). Seine Anschuldigungen lauten auf Folter, unrechtmäßige Festnahme und Inhaftierung. Der Tamile fordert deswegen Schadenersatz.
Das oberste Gericht stimmte einem Verfahren zu und eine Anhörung wurde für den 13. Februar angesetzt.
Nach Einschätzung der Weltorganisation gegen die Folter (OMCT) könnte die Entführung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Klage gegen die Behörden stehen.

Auch der Verbleib des renommierten Menschenrechtsverteidigers Sinnavan Stephen Sunthararaj (DA 11/09 und 14/10) ist noch immer nicht aufgeklärt. Als Leiter des Zentrums für Menschenrechte und Entwicklung war er insbesondere mit der Dokumentation von Kindesmisshandlung in der Region Jaffna befasst. Am 07. Mai 2009 wurde er während einer Autofahrt mit seiner Familie von fünf bewaffneten Männern auf einer belebten Straße in Colombo gestoppt und in einen weißen Lieferwagen gezwungen.

Inzwischen wurde laut OMCT bekannt, dass Stephen Sunthararajs Ehefrau einen Polizeibediensteten unter den Entführern erkannt zu haben glaubt. Der mutmaßliche Täter war vor dem „Verschwinden“ ihres Ehemanns an einer Hausdurchsuchung beteiligt. Die Behörden haben dennoch bisher keine Untersuchungen eingeleitet. Im Dezember 2009 erklärte ein Vertreter des srilankischen Außenministeriums gegenüber Mitarbeitern der US-Botschaft und der Europäischen Union, dass Stephen Sunthararaj nicht entführt, sondern vermutlich von Geheimdienstmitarbeitern verhaftet worden sei. Seitdem hat seine Ehefrau an den Präsidenten appelliert, den Aufenthaltsort bekannt zu geben und den Menschenrechtsverteidiger frei zu lassen. Doch blieben alle ihre Gesuche unbeantwortet.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka und senden Sie eine Kopie an die Botschaft in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.04.2012. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/80909757, S.E. Herrn Upali Sarrath Kongahage; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]

 

His Excellency the President
Mahinda Rajapaksa
Presidential Secretariat
Colombo 1
SRI LANKA

Exzellenz,

aufgrund tiefer Besorgnis über Fälle von „Verschwindenlassen“ in Sri Lanka wende ich mich an Sie.
Am 11. Februar 2012 wurde der tamilische Geschäftsmann Ramasamy Prabaharan in der Hauptstadt Colombo von sieben bewaffneten Männern in Zivilkleidung in seinem Haus aufgesucht und in einen weißen Lieferwagen mit der Registrierung n° 254-2106 gezwungen, der daraufhin mit hoher Geschwindigkeit davon fuhr. Später am Tag der Entführung erhielt die Familie über das Mobiltelefon von Herrn Ramasamy Prabaharan eine Lösegeldforderung. Seitdem hat sie jedoch nichts mehr über seinen Verbleib gehört. Die Familie meldete den Vorfall der Polizeiwache in Wellawatte (Bearbeitungsnummer 224/222/GCIB).
Herr Ramasamy Prabaharan hatte vor seiner Entführung vor dem obersten Gerichtshof von Sri Lanka eine Beschwerde wegen der Verletzung seiner Grundrechte gegen leitende Bedienstete der Polizei, gegen den Generalstaatsanwalt und acht weitere Personen eingelegt (Verfahrensnummer S/C FR 963/2009). Während seiner Inhaftierung von 2009 bis 2011 hatte er schwere Folter erlitten.

Gestatten Sie mir zudem, Exzellenz, an das Schicksal des renommierten Menschenrechtsverteidigers Herrn Sinnavan Stephen Sunthararaj zu erinnern. Der Leiter des Zentrums für Menschenrechte und Entwicklung in Colombo wurde am 07. Mai 2009 auf einer Autofahrt auf einer belebten Straße in der Hauptstadt von fünf bewaffneten Männern in Militäruniformen entführt. Obwohl seine Ehefrau einen Polizeibediensteten, der an einer Hausdurchsuchung beteiligt war, unter den Entführern erkannt zu haben meint, wurden bisher keine Untersuchungen eingeleitet.

In Anbetracht dieser Umstände ersuche ich Sie, beide genannten Verbrechen unverzüglich und vollständig aufklären zu lassen, damit die „Verschwundenen“ aus ihrer geheimen Haft befreit und vor Folter geschützt werden können.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegen bringen, danke ich Ihnen.

Mit hochachtungsvollem Gruß

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Upali Sarrath Kongahage
Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
Niklasstr. 19
14163 Berlin

 

S.E. Herrn Upali Sarrath Kongahage
Botschaft der
Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
Niklasstr. 19
14163 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben an den Präsidenten der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka möchte ich meine Sorge um zwei entführte Männer zum Ausdruck bringen und darum bitten, beide Fälle untersuchen zu lassen. Für Informationen über die zur Aufklärung ihres Schicksals unternommenen Anstrengungen wäre ich Ihnen sehr dankbar. Mit hochachtungsvollem Gruß


Zum Download als Word-Datei


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

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Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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