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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dringlichkeitsaktion 10/12 Dschibuti

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Dringlichkeitsaktion 10/12 – Dschibuti:Mohamed Ahmed, Folter

 


 Hintergrundinformationen

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Dschibuti: 0,8 Mio. Einwohner auf 23.200km² Fläche, BSP/Einw. 1.090 $ (2007), Bevölkerung: ca. 50% Issa (Nord-Somali), 40% Afar, Europäer (meist Franzosen) sowie Araber, Religion: fast 100% Muslime (Sunniten). Dschibuti hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Im Sommer 2011 hat sich das internationale ACAT-Netzwerk für drei Gefangene im ostafrikanischen Dschibuti eingesetzt (vgl. DA 13/11). Während zwei der Inhaftierten bald wieder frei kamen, befindet sich Mohamed Ahmed weiterhin in äußerst kritischem Gesundheitszustand in Gefangenschaft. Daher soll mit dieser Briefaktion erneut seine Freiheit gefordert werden.
Mohamed Ahmed wird in der Hauptstadt im Zentralgefängnis „Gabode“ festgehalten, das für seine harten Haftbedingungen berüchtigt ist.
Der als politischer Oppositioneller bekannte Hirte wurde am 01. Mai 2010 verhaftet, weil er versucht hatte, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch Soldaten der Dschibutischen Nationalarmee (AND) zu schützen.
Für seinen mutigen Einsatz hat der 40-Jährige brutale Vergeltung erfahren. Zunächst wurde Mohamed Ahmed von den Soldaten, die ihn festgenommen haben, in einer Kaserne in geheimer Haft gehalten. Anschließend wurde er an verschiedene Orte gebracht, darunter in das Polizeidezernat Nord, wo er 10 Tage lang ohne Nahrung belassen wurde. Im Verlauf seiner Gefangenschaft wurde Mohamed Ahmed u.a. mit Stockschlägen schwer gefoltert. An ihm wurden Prügel auf die Fußsohlen und Scheinhinrichtungen vollzogen. Von den erlittenen Grausamkeiten hat er ein geplatztes Trommelfell und Rippenbrüche zurückbehalten. Große Mühe bereitet ihm die Nahrungsaufnahme und bewegen kann er sich nur unter Schmerzen. Nach Informationen der ACAT-Frankreich hatte sich Mohamed Ahmeds Gesundheitszustand zwischenzeitlich durch den Mangel an medizinischer Versorgung verschlechtert. Seine Situation ist extrem alarmierend.
Mohamed Ahmed gehört der „Front für die Wiederherstellung der Einheit und der Demokratie“ (FRUD) an, einer einstmals während des Bürgerkriegs in den 90er-Jahren bewaffneten politischen Oppositionsbewegung.

Die kritische Menschenrechtslage in Dschibuti ist nur selten Gegenstand der medialen Berichterstattung.
Obwohl Folter und Misshandlung per Gesetz verboten sind, wenden die Sicherheitskräfte vielfach solche Praktiken an, um Proteststimmen zum Schweigen zu bringen. Dabei genießen sie völlige Straffreiheit. Demonstrationen werden auch durch willkürliche Verhaftungen unterdruckt.
Das kleine Land am Horn von Afrika wird seit 1999 von Präsident Ismael Omar Guelleh regiert. Aufgrund seiner geostrategischen Lage hat Dschibuti große Bedeutung für die Kontrolle über einen der meistbefahrenen Seewege der Welt. Der Hafen der gleichnamigen Hauptstadt dient im Einsatz gegen die Piraterie den internationalen Seestreitkräften als Stützpunkt. Die Regierung ist zudem ein geschätzter Verbündeter des Westens im Kampf gegen den Terrorismus auf der Arabischen Halbinsel und in Somalia. Durch diese Kooperation erreicht es Dschibuti offenbar, dass über die regelmäßigen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und das Fehlen demokratischer Strukturen hinweggesehen wird.

Ausdruck der intensivierten diplomatischen Beziehungen auch zur Bundesrepublik Deutschland war etwa im Frühjahr 2010 die Eröffnung einer deutschen Botschaft in Dschibuti und im Herbst 2011 die Eröffnung einer Botschaft Dschibutis in Berlin.

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Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Staatspräsidenten der Republik Dschibuti und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto nach Dschibuti 0,75 EUR).
Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.05.2012.

[Fax-Nr. der Botschaft: 030/26934165, S.E. Herrn Mohamed Dileita Aden]

 

Monsieur Ismael Omar Guelleh
Président de la République
Palais Présidentiel
B.P. 6, Djibouti Ville

RÉPUBLIQUE DE DJIBOUTI 

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund tiefer Besorgnis über die fortdauernde Inhaftierung von Herrn Mohamed Ahmed ersuche ich Sie um Unterstützung. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ACAT-Deutschland wurde der 40-Jährige Hirte am 1. Mai 2010 von Soldaten der dschibutischen Nationalarmee (AND) verhaftet. Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass die Festnahme erfolgte, weil Herr Mohamed Ahmed versucht hatte, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch ebendiese Soldaten zu schützen.

In den ersten Wochen seiner geheimen Haft bei verschiedenen Sicherheitsdiensten wurde er schwer gefoltert. Gegenwärtig befindet sich Herr Mohamed Ahmed unter äußerst kritischen Bedingungen im Zentralgefängnis „Gabode“ in der Hauptstadt.
Im Einklang mit dem in der dschibutischen Verfassung, im Gesetz und im Völkerrecht verbrieften Verbot von Folter bitte ich die Behörden Ihres Landes hiermit:

  • Herrn Mohamed Ahmed, solange er sich noch in Gewahrsam befindet, stets vor jeder Art von Folter zu schützen und ihm die erforderliche medizinische Versorgung zu gewähren;
  • eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der erwähnten Folterungen und Misshandlungen durchzuführen und die für diese Taten Verantwortlichen in einem fairen Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards zur Rechenschaft zu ziehen.

 

Schließlich appelliere ich an Sie, den Gefangenen unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da er allein aufgrund seines mutigen Einsatzes für die von Soldaten bedrängte Frau inhaftiert worden ist.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:

S.E. Herrn Mohamed Dileita Aden
Botschaft der Republik Dschibuti
Kurfürstenstraße 84
10787 Berlin

 

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich dem Präsidenten der Republik Dschibuti meine Sorge um den Gefangenen Herrn Mohamed Ahmed mitteilen und darum bitten, sich dessen Schicksal anzunehmen. Gestatten Sie mir zudem, die Bitte vorzubringen, mich über die Maßnahmen zum Schutze des Inhaftierten und zur Aufklärung der erlittenen Menschenrechtsverletzungen zu informieren. Mit hochachtungsvollem Gruß

 



Zum Download als Word-Datei

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


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Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/