ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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important


Usbekistan
: Murod Juraev u.a., willkürliche Haft                         

 

 

 Hintergrundinformationen

globe

Usbekistan: 26,1 Mio. Einwohner auf 447.400 km2 Fläche, BSP/Einw. 730$ (2007), Bevölkerung: 73,7% Usbeken, 5,5% Russen, 5,1% Tadschiken, 4,2% Kasachen, 2% Krimtataren, 2% Karakalpaken, 1,1% Koreaner u.a., Religion: 90% Muslime (Sunniten), Minderheiten von orthodoxen Christen und Juden. Die Republik Usbekistan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Im September 2011 hatte ACAT-Deutschland an den usbekischen Präsidenten appelliert, 17 aus politischen Gründen inhaftierte Männer freizulassen (vgl. DA 15/11). Nach Meldungen der ACAT-Frankreich sind derzeit drei Gefangene von Haftverlängerung betroffen bzw. bedroht oder ihre Verwandten werden am Besuch gehindert.
Für den ehemaligen Parlamentsabgeordneten Murod Juraev, 60 Jahre alt und seit 19 Jahren im Gefängnis, wurde die Haft bereits zum vierten Mal willkürlich verlängert. Am 4. Dezember 2012 wurde er zu drei weiteren Jahren verurteilt, weil er „sich weigerte, sich einer Anordnung der Strafvollzugsordnung zu fügen“. Diese Formulierung aus dem usbekischen Recht wird immer wieder von den Behörden angewandt, um die bevorstehende Freilassung eines Gefangenen zu verhindern. Im Fall von Murod Juraev hieß es, dass er die Karotten in der Küche schlecht gesäubert habe. Die Zeugen, die bei der Anhörung anwesend waren, berichten, dass Murod Juraev sehr abgemagert und erschöpft aussah. Er habe seine Zähne während der Haft verloren und leide an chronischen Kopfschmerzen.
Eine Haftverlängerung zwischen drei und fünf Jahren droht auch Mamadali Mahmudov einem 72 jährigen Schriftsteller. Der Regimekritiker ist bereits seit über 13 Jahren in Gefangenschaft. Nachdem ihm längere Zeit die medizinische Versorgung verwehrt blieb, wurde er im November 2012 ins Krankenhaus verlegt. In kürze soll seine offizielle Haftstrafe ablaufen.
Der Oppositionspolitiker Mukhammed Begjan, Bruder des Vorsitzenden der verbotenen demokratischen Partei „Erk“ (Freiheit), befindet sich seit 14 Jahren in Haft. Mukhammed Begjanov hat ebenfalls seine gesamten Zähne verloren. In jüngster Zeit wurden die wiederholten Bitten seiner Angehörigen, ihn zu besuchen, abgewiesen. Den im Ausland lebenden Angehörigen wurden zudem die Einreisvisa verweigert.

Alle drei Gefangenen wurden in der Vergangenheit Opfer von Folterungen. Aufgrund der schlimmen Haftbedingungen hat sich ihre Gesundheit massiv verschlechtert. Unter anderem leiden sie an Tuberkulose.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Usbekistan und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR).
Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.03.2013.
[Fax-Nr. der Botschaft: 030/39409862, S.E. Herrn Dilshod Akhatov; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]


Islam Karimov
ul. Uzbekistanskaya, 43,
700163 g. Tashkent

USBEKISTAN


Sehr geehrter Herr Präsident,

in großer Sorge um das Schicksal von drei inhaftierten Personen ersuche ich Sie um Unterstützung.
Der seit 19 Jahren gefangene ehemalige Parlamentsabgeordnete Herr Murod Juraev (Gefängnis 64/48 in Zarafshon), 60 Jahre alt, wurde am 4. Dezember 2012 willkürlich zu drei weiteren Jahren Haft verurteilt. Sein Gesundheitszustand ist sehr kritisch.
Dem bekannten 72-jährigen Schriftsteller Herrn Mamadali Mahmudov (Straflager 64/6 in Tchirchik), der sich bereits seit 13 Jahren in Gefangenschaft befindet, droht ebenfalls eine Haftverlängerung.
Die Angehörigen des Inhaftierten Herrn Mukhammed Begjan (Gefängnis 64/48 in Zarafshon) wurden in jüngster Zeit wiederholt an Besuchen gehindert. Weiteren im Ausland lebenden Familienmitgliedern werden die Einreisevisa nach Usbekistan verweigert.

Sehr geehrter Herr Präsident, hiermit bitte ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • die drei genannten Gefangenen unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden;
  • sie permanent vor jeder Art von Folter und Misshandlung geschützt werden und uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung wie auch Kontakt zu Familienangehörigen erhalten;
  • die willkürliche und missbräuchliche Anwendung des Artikels 221 des Strafgesetzbuchs (Nichtbefolgung von Anordnungen der Strafvollzugsadministration), die zur Verlängerung von Haftstrafen führt, ein Ende findet.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß


Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Dilshod Akhatov
Botschaft der Republik Usbekistan
Perleberger Str. 62
10559 Berlin

 
Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie zukommen lasse, möchte ich den Staatspräsidenten der Republik Usbekistan auf die Situation von drei Gefangenen aufmerksam machen und darum bitten, sich deren Schicksal anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß



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Kolumbien
: Pater Alberto Franco u.a., Sorge um Sicherheit

          

 Hintergrundinformationen

globe

Kolumbien: 44,9 Mio. Einwohner auf 1.141.748 km² Fläche, BSP/Einw. 2020 $ (2004), 58% Mestizen, 20% Weiße, 14% Mulatten, 4% Schwarze, 3% Zambos, 20.000 Ureinwohner, Religion: 92% Katholiken, Minderheiten von Protestanten und Juden. Kolumbien hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

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Die kirchliche Menschenrechtsorganisation „Comisión Intereclesial Justicia y Paz“ (CIJP) unterstützt afrokolumbianische und indigene Gemeinschaften in den Regionen Curvaradó und Jiguamiandó im Departamento Chocó in ihren Bemühungen, ihr Land zurückzuerhalten. Paramilitärs haben in diesen Gebieten das Land einiger afrokolumbianischer Gemeinden besetzt und versucht, diese zum Anbau von Ölpalmen zu zwingen. Palmöl ist ein lukratives Exportgut, das zur Herstellung von Speiseöl oder Seife verwendet wird. Darüber hinaus haben Bergbaufirmen großes Interesse, das Gebiet zu erschließen.
Die CIJP setzt sich insbesondere für zivile Gemeinschaften ein, deren Angehörige von Sicherheitskräften oder paramilitärischen Gruppierungen getötet, gefoltert oder vertrieben wurden. Viele dieser Gemeinschaften haben zudem Gewalt seitens linksgerichteter Guerillagruppen erfahren.
Pater Alberto Franco ist der Geschäftsführer der CIJP. Nach Angaben von Amnesty International wurden am 13. Februar 2013 in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá Schüsse auf sein gepanzertes Auto abgegeben.
Der Wagen, der ihm auf Veranlassung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission im Rahmen eines Schutzprogramms von der Regierung zur Verfügung gestellt wird, wurde von drei Schüssen getroffen. Pater Alberto Franco selbst befand sich zu dieser Zeit jedoch nicht im Auto. Vor dem versuchten Anschlag hatte er öffentlich verurteilt, frühere Regierungsbeamte aus der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe seien mitverantwortlich dafür, dass die afrokolumbianischen Gemeinschaften ihr Gemeindeland bisher nicht zurückerhalten hätten. Kürzlich hatten Unbekannte Pater Alberto Francos Haus sowie sein Büro beschattet.
Die Mitglieder der CIJP werden seit Jahren eingeschüchtert und bedroht.
Unmittelbar vor dem Angriff auf das Auto war die CIJP in einem anonymen offenen Brief an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte und an die Interamerikanische Menschenrechtskommission beschuldigt worden, Verbindungen zur Guerilla zu unterhalten.
Namentlich genannt wurden in dem Brief die CIJP-Mitglieder Danilo Rueda und Abilio Peña sowie der Menschenrechtsverteidiger Pater Javier Giraldo von der Nichtregierungsorganisation „Centro de Investigación y Educación Popular“.
Der Brief gelangte wenige Stunden vor einer Anhörung vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte zur Ermordung des Landwirts Marino López an die Öffentlichkeit.
Im Jahre 1997 war Marino López bei der als „Operation Genesis“ bezeichneten gemeinsamen Militäroperation kolumbianischer Streitkräfte und paramilitärischer Gruppen ermordet worden. Offizielles Ziel der Operation war die Bekämpfung der Guerillabewegung „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC). Im August 2012 wurde der pensionierte General Rito Alejo del Río aufgrund seiner Beteiligung an der Ermordung zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch er hat wiederholt behauptet, die CIJP unterstütze die Guerilla.

Nach Angaben der internationalen Menschenrechtsorganisation Frontline kamen bei der „Operation Genesis“ zahlreiche weitere Zivilisten ums Leben oder fielen dem Verbrechen des „Verschwindenlassens“ zum Opfer. Die CIJP hatte zu den Menschenrechtsverletzungen recherchiert. Frontline vermutet, dass die derzeitigen Repressalien gegen die CIJP in direktem Zusammenhang mit ihrem legitimen Engagement zur Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen der Sicherheitskräfte und paramilitärischen Gruppen stehen.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Kolumbien und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.03.2013. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/26396125, S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]


Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República de Colombia
Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26
Bogotá D. C.
KOLUMBIEN


Sehr geehrter Herr Präsident,

Berichte über einen versuchten Mordanschlag auf den Geschäftsführer der kirchlichen Menschenrechtsorganisation „Comisión Intereclesial Justicia y Paz“ (CIJP), Pater Alberto Franco, erfüllen mich mit großer Besorgnis.
Wie die ACAT-Deutschland berichtet, wurden am 13. Februar 2013 in Bogotá drei Schüsse auf sein gepanzertes Auto abgegeben. Pater Alberto Franco selbst befand sich zu dieser Zeit jedoch nicht in seinem Fahrzeug. Kürzlich hatte er öffentlich kritisiert, frühere Regierungsbeamte aus der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe seien mitverantwortlich dafür, dass die afrokolumbiani­schen Gemeinschaften in den Regionen Curvaradó und Jiguamiandó im Departamento Chocó ihr Gemeindeland bisher nicht zurückerhalten hätten.
Unbekannte hatten in jüngster Zeit Pater Alberto Francos Haus sowie sein Büro beschattet.
Unmittelbar vor dem Angriff wurde die CIJP in einem offenen Brief an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte beschuldigt, Verbindungen zur Guerilla zu unterhalten.
Namentlich genannt wurden in dem Brief die CIJP-Mitglieder Herr Danilo Rueda und Herr Abilio Peña sowie der Menschenrechtsverteidiger Pater Javier Giraldo von der Nichtregierungsorganisa­tion „Centro de Investigación y Educación Popular“.
Aufgrund dieser Vorkommnisse ersuche ich Sie, in Absprache mit den genannten Personen wirksame Maßnahmen zu ihrem Schutze vor jeder Art von Gewalt zu ergreifen.
Ebenfalls appelliere ich an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass eine vollständige und unabhän­gige Untersuchung des Angriffs vom 13. Februar 2013 und der weiteren Einschüchterungen durchge­führt wird, damit die Verantwortlichen in einem fairen Verfahren gemäß internationalen Standards vor Gericht gestellt werden können.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Botschaft der Republik Kolumbien
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin

 

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie zukommen lasse, wende ich mich an den Staatspräsidenten der Republik Kolumbien, um ihn im Falle mehrerer bedrohter Menschenrechtsverteidiger um Unterstützung zu ersuchen. Mit hochachtungsvollem Gruß



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Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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