ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Usbekistan: Dilmurod Saidov u.a., drohende Folter, Gesundheitszustand                                     

 

 

 Hintergrundinformationen

globe

Usbekistan: 26,1 Mio. Einwohner auf 447.400 km2 Fläche, BSP/Einw. 730$ (2007), Bevölkerung: 73,7% Usbeken, 5,5% Russen, 5,1% Tadschiken, 4,2% Kasachen, 2% Krimtataren, 2% Karakalpaken, 1,1% Koreaner u.a., Religion: 90% Muslime (Sunniten), Minderheiten von orthodoxen Christen und Juden. Die Republik Usbekistan hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

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Der unabhängige usbekische Journalist und Menschenrechtsverteidiger Dilmurod Saidov wird seit dem Jahr 2009 in Gefangenschaft gehalten (vgl. Gebetsblatt August 2009; DA August 2011). Er hat sämtliche Hoffnungen auf eine Freilassung verloren. Seit Oktober 2013 befindet er sich im Straf- und Arbeitslager von Karshi. Im Dezember konnte ihn sein Bruder dort besuchen. Dieser berichtete: „[...] Er war abgemagert und wiegt kaum 55 kg. Dilmurod sagte mir, dass er gearbeitet hat im Camp. Ich weiß nicht, ob er mich beruhigen wollte, aber er sagte, dass er nicht von der härtesten Arbeit betroffen sei. Mein Bruder ist auf psychischer Ebene tot. Er glaubt nicht mehr an eine Freilassung durch eine Amnestie. Er hört nicht auf, an unsere Mutter zu denken, die sehr krank ist, und ebenso an seine Frau und seine Tochter, die bei einem Autounfall ums Leben kamen, als sie ihn kurz nach seiner Inhaftierung im Gefängnis besuchen wollten [...]“.
Dilmurod Saidovs Gesundheit ist stark angegriffen, er leidet an Tuberkulose und Nierenproblemen. Im Februar 2013 wurde er 10 Tage in Isolationshaft genommen, weil er sich geweigert hatte, Zwangsarbeit zu leisten. Diese Repressalie wurde mit der Verletzung von Haftregeln „begründet“, obwohl Isolationshaft von Kranken in der Strafvollzugsordnung verboten ist.
In einem ungerechten Prozess war Dilmurod Saidov zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsaffären aufgedeckt hatte. Die Vorwürfe gegen ihn lauteten „Erpressung“ und „Urkundenfälschung“. Zeugen haben vor Gericht ihre Aussagen widerrufen. Andere haben zugegeben, dass ihre Aussagen unter Druck seitens usbekischer Sicherheitsdienste entstanden seien.

Weiter in Gefangenschaft sind auch der ehemalige Parlamentsabgeordnete Murod Juraev und der Oppositionspolitiker Mukhammed Begjanov. Für sie haben wir uns zuletzt mit einer Dringlichkeitsaktion im März 2013 eingesetzt. Aufgrund der schlimmen Haftbedingungen ist ihr Gesundheitszustand sehr schlecht. „Ich glaube nicht, dass ich diesmal überleben werde“, schrieb Mukhammed Begjanov kürzlich an seine Familie. Diese wurde bereits wiederholt an Besuchen gehindert und den im Ausland lebenden Angehörigen die Einreise nach Usbekistan verweigert.
Auch Murod Juraev und Mukhammed Begjanov leiden an Tuberkulose. Darüber hinaus haben sie ihre Zähne verloren. In Gefangenschaft wurden sie gefoltert, ihre Haftstrafen wurden willkürlich verlängert.

Wir erinnern den usbekischen Präsidenten daran, dass auch diese Gefangenen auf ihre Freilassung warten.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Usbekistan und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto 0,75 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.04.2014.[Fax-Nr. der Botschaft: 030/394098 62, S.E. Herrn Durbek Amanov; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]



Islam Karimov
ul. Uzbekistanskaya, 43
700163 g. Tashkent
USBEKISTAN



Sehr geehrter Herr Präsident,

Berichte über die fortdauernde Inhaftierung des Menschenrechtsverteidigers Herrn Dilmurod Saidov (Straflager 64/49) und der beiden Politiker Herrn Murod Juraev (Straflager 64/6 in Tchirchik) und Herrn Mukhammed Begjanov (Gefängnis 64/48 in Zarafshon) erfüllen mich mit großer Besorgnis.
Alle drei Gefangenen befinden sich in einem äußerst schlechten gesundheitlichen Zustand. Sie leiden unter anderem an Tuberkulose und haben teilweise massiv an Gewicht verloren.

Herr Saidov wurde 2009 in einem ungerechten Prozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Zuvor hatte er Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsfälle aufgedeckt. Zeugen haben vor Gericht ihre Aussagen widerrufen oder erklärt, dass ihre Aussagen unter Druck entstanden seien.
Die Haftstrafen von Herrn Juraev, der seit 20 Jahren in Gefangenschaft ist, und von Herrn Begjanov, der seit 15 Jahren inhaftiert ist, wurden willkürlich verlängert. Die Familie von Herrn Begjanov wird seit längerem an Besuchen gehindert. Weiteren im Ausland lebenden Angehörigen werden die Einreisevisa nach Usbekistan verweigert.

Sehr geehrter Herr Präsident, hiermit ersuche ich Sie,

  • Herrn Dilmurod Saidov, Herrn Murod Juraev und Herrn Mukhammed Begjanov unverzüglich, bedingungslos und dauerhaft freizulassen;
  • die Gefangenen wirksam vor Folter, Misshandlungen und anderer Gewalt zu schützen;
  • ihnen, so lange sie sich noch in Haft befinden, stets die erforderliche medizinische Versorgung sowie uneingeschränkte Kontakte zu Angehörigen und Anwälten zu garantieren.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit vorzüglicher Hochachtung 



Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:

S.E. Herrn Durbek Amanov
Botschaft der Republik Usbekistan
Perleberger Straße 62
10559 Berlin


Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, dass ich Ihnen als Kopie zukommen lasse, möchte ich den Präsidenten der Republik Usbekistan auf die Inhaftierung von drei Männern aufmerksam machen und darum bitten, sich Ihres Schicksals anzunehmen. Sehr dankbar wäre ich Ihnen für Informationen über seitens der Regierung zu Gunsten der Gefangenen unternommenen Anstrengungen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Zum Download des Briefes als Word-Datei

 


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Sri Lanka:Balendran Jeyakumari u.a, drohende Folter, Sorge um Sicherheit                             

 

 

 Hintergrundinformationen

globe

Sri Lanka: 19.6 Mio. Einwohner auf 65.610 km2 Fläche, BSP (2007): 1540 $, Bevölkerung: 81,9% Singhalesen, 8,0% Moors (Muslime), 5,1% Indien- oder Kandy-Tamilen, 4,4% Ceylon- oder Jaffna-Tamilen, Religion: 77% Buddhisten, 8,5% Muslime, 8% Hindus, 6 % Katholiken; unabhängig seit dem 04.02.1948. Sri Lanka hat das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe sowie den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert.

 

Status-dialog-information-icon

Die bekannte Menschenrechtsaktivistin Balendran Jeyakumari wurde am 13. März 2014 zusammen mit ihrer Tochter Vibushika Balendran in Kilinochchi, im Norden Sri Lankas, festgenommen. Die Behörden bestätigten, dass Balendran Jeyakumari von der Abteilung der Polizei für Terrorismusermittlungen (Terrorist Investigation Division - TID) inhaftiert wurde und in der Haftanstalt von Boosa festgehalten wird. Die 13-jährige Vibushika Balendran wurde zu einem späteren Zeitpunkt an die Abteilung für Bewährung und Kinderbetreuungsleistungen (Department of Probation and Child Care Services) übergeben.
Amnesty International hat zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen Mitarbeiter des TID Häftlinge in Colombo und Boosa gefoltert oder anderweitig misshandelt haben. Somit besteht auch Anlass zu ernsthafter Sorge um Balendran Jeyakumari und Vibushika Balendran.
Die Behörden behaupten, dass die Menschenrechtlerin festgenommen wurde, weil sie einem Mann Schutz gewährt hätte, der im Zusammenhang mit einem Schusswechsel verdächtigt worden war. Berichten zufolge stritt Balendran Jeyakumari jedoch vor Gericht eine Verwicklung darin ab.
Mehrere Personen, darunter ein Mitglied des sri-lankischen Parlaments, haben die Behörden beschuldigt, den Vorfall inszeniert zu haben, um der Menschenrechtlerin eine Straftat zu unterstellen.
Balendran Jeyakumari hatte sich mit ihrer Tochter bei zahlreichen Demonstrationen gegen das Verschwindenlassen eingesetzt und Informationen über ihren verschwundenen Sohn Mahindan eingefordert. Nach ihren Angaben wurde er während des Bürgerkriegs von den LTTE-Rebellen („Liberation Tigers of Tamil Eelam“ – „Befreiungstiger von Tamil Eelam“) zwangsrekrutiert. Als er sich im Jahre 2009 Regierungskräften stellte, verschwand er.
Zwei weitere bekannte Menschenrechtsverteidiger, K. M. Rukshan Fernando und der Pfarrer Praveen Mahesan, wurden am 16. März in Kilinochchi unter Berufung auf das Antiterrorgesetz (Prevention of Terrorism Act - PTA) von BeamtInnen des TID festgenommen. Sie kamen zwar am 18. März ohne Anklage wieder frei, sind jedoch weiterhin in Gefahr, drangsaliert oder erneut inhaftiert zu werden. Ihre Rechte auf Bewegungs-, Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wurden eingeschränkt.
Rukshan Fernando ist Berater für die Menschenrechtsorganisation INFORM in Colombo. Der katholische Priester Praveen Mahesan leitete früher das Zentrum für Frieden und Versöhnung (Centre for Peace and Reconciliation - CPR) in Jaffna und arbeitet derzeit als Gemeindepfarrer in Kilinochchi.
Die Polizei in Kilinochchi sagte einem besorgten Arbeitskollegen, dass Pfarrer Praveen und Rukshan Fernando festgenommen worden seien, weil sie „falsche Informationen“ über die Menschenrechtssituation im Norden Sri Lankas verbreitet hätten, um so den Ruf des Landes zu schädigen. Der zuständige Beamte bei der Polizei in Kilinochchi sagte einem Rechtsbeistand in Colombo, dass die beiden Männer unter Verdacht stünden, weil sie Familien besucht hatten, die Angehörige im Krieg verloren hatten.

Die Behörden in Colombo gaben später an, dass die beiden Männer über Versuche der LTTE, sich aus dem Ausland „neu zu formieren“, befragt worden seien, und dass ihnen „Anstiftung zu Gewalt unter Gemeinschaften“ vorgeworfen werde.

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto nach Sri Lanka 0,75 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.04.2014.[Fax-Nr. der Botschaft: 030/80909757, S.E. Herrn Upali Sarrath Kongahage;


Mahinda Rajapaksa
Presidential Secretariat
Colombo 1
SRI LANKA


Exzellenz,

aufgrund tiefer Besorgnis über die Festnahmen von MenschenrechtsverteidigerInnen ersuche ich Sie um Unterstützung.
Die bekannte Menschenrechtsaktivistin Frau Balendran Jeyakumari wurde mit ihrer 13-jährigen Tochter Vibushika Balendran am 13. März 2014 von der „Terrorist Investigation Division“ (TID) in Kilinochchi verhaftet. Sie soll sich derzeit in der Haftanstalt von Boosa befinden. Ihre Tochter wurde zu einem späteren Zeitpunkt an das „Department of Probation and Child Care Services“ übergeben.
Ich bitte Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass die körperliche und psychische Integrität beider Personen wirksam geschützt wird und sie uneingeschränkten Zugang zu Rechtsbeiständen, Familienangehörigen und medizinischer Versorgung erhalten. Ebenso ersuche ich Sie, die unverzügliche und bedingungslose Freilassung Vibushika Balendrans anzuordnen und dies auch für Frau Balendran Jeyakumari zu veranlassen, sofern sie nicht einer international anerkannten Straftat angeklagt wird. In diesem Fall bitte ich Sie, für ein faires Verfahren gemäß internationalen Standards zu sorgen. Darüber hinaus sollte das „Verschwinden“ ihres Sohnes Mahindan untersucht werden.

Auch der Berater der Menschenrechtsorganisation INFORM, Herr K. M. Rukshan Fernando, und der Pfarrer Herr Praveen Mahesan wurden am 16. März 2014 in Kilinochchi von BeamtInnen des TID unter Berufung auf das Antiterrorgesetz (Prevention of Terrorism Act - PTA) festgenommen. Zwar kamen sie am 18. März ohne Anklage wieder frei, ihre Rechte auf Bewegungs-, Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sollen jedoch eingeschränkt worden sein.
Exzellenz, ich appelliere an Sie, auch diese Menschenrechtsverteidiger vor weiteren Repressalien, insbesondere vor Gewaltanwendung, zu schützen und die Einschränkung ihrer Rechte aufzuheben.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen.
Mit hochachtungsvollem Gruß





Als Kopie mit der Bitte um Hilfe an:
S.E. Herrn Upali Sarrath Kongahage
Botschaft der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka
Niklasstr. 19
14163 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Präsidenten der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka auf die Festnahmen mehrerer MenschenrechtsverteidigerInnen aufmerksam machen und darum bitten, sich ihres Schicksals anzunehmen. Sehr dankbar wäre ich Ihnen für Informationen über die zum Schutze der genannten Personen unternommenen Anstrengungen. Hochachtungsvoll

 


Zum Download des Briefes als Word-Datei

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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