ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


 

Denken wir an eine gefolterte und missbrauchte Frau in MYANMAR
Anfang Mai 2012 war eine 48-jährige Frau aus dem Volk der Kachin während der heftigen Kämpfe zwischen Rebellen und Soldaten der birmanischen Armee im Bundesstaat Kachin im Norden Myanmars allein in ihrem Dorf zurückgeblieben. Sie wurde von birmanischen Soldaten in der Kirche entdeckt, mit Messern verletzt und drei Tage lang vergewaltigt. Am 4. Mai kehrten die geflohenen Dorfbewohner zurück, fanden die Frau in einem schweren Schockzustand und brachten sie in ein Krankenhaus.
Information: Viele Fälle der Gewalt von Militärs gegen Frauen und Zivilisten aus dem Volk der Kachin werden von mehreren Nichtregierungsorganisationen berichtet. Eine Sprecherin der “Kachin Women Association“ berichtete, dass im Fall von Sumlut Ro Ji, die vergewaltigt und verschleppt worden ist, das Oberste Gericht entschied, dass Angehörige der birmanischen Armee Frauen aus ethnischen Minderheiten straflos vergewaltigen und ermorden dürfen.
Gebet: Jesus Christus, du bist den Weg von Misshandlung und Folter gegangen. Erbarme dich der gefolterten Frau. Möge sie durch deine Liebe Heilung finden. Wir bitten dich für die Folterer. Neige ihre Herzen zu dir, damit sie durch die Kraft deiner Liebe verwandelt werden.

Denken wir an einen zu Unrecht verurteilten Mann in ÄTHIOPIEN
Der 30-jährige Christ Tamirat Woldegorgis, Mitglied einer Pfingstkirche und Vater zweier Kinder, war Schneider in einer Manufaktur im Süden des Landes in der von der Scharia kontrollierten Somali-Region. Als er von einem Arbeitskollegen zu Unrecht beschuldigt wurde, die Worte “Jesus ist Herr“ in den Koran geschrieben zu haben, wurde er verhaftet und ohne jegliche Beweise am 18. Nov. 2010 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Am 25. April 2012 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen, ohne Personal- und Entlassungspapiere. Seine Frau war aus Kummer gestorben, seine zwei Kinder sind verschwunden, sein Haus war abgerissen und seine Äcker werden von anderen bearbeitet. Krank von den vielen Misshandlungen im Gefängnis, versucht er nun von den Behörden Aufklärung über den Verbleib seiner Kinder und seines Eigentums zu bekommen, bisher ohne Erfolg.
Gebet: Jesus, du bist Herr für Tamirat Woldegorgis. Sein Glaube ist alles, was ihm geblieben ist. Gib ihm die Gewissheit, dass Du Kummer und Leid mit ihm teilst und bei ihm bist in aller Trostlosigkeit. Wir beten mit ihm, dass er seine Kinder wiederfindet.

Denken wir an zwei bedrohte Frauen in HONDURAS

Zwei freiwillige Helferinnen aus Europa, eine Französin und eine Britin, deren Namen aus Gründen der Sicherheit nicht genannt werden, arbeiten für das honduranische Projekt zur Schutzbegleitung “Proyecto de Accompanamiento en Honduras“ (PROAH). Ihre Aufgabe ist es, Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen und andere bedrohte Einzelpersonen zu begleiten, um sie vor möglichen Angriffen zu schützen. Nun bekamen sie selbst am 22. und 26. April 2012 Morddrohungen per SMS.Auch Personen, die unter dem Schutz des Projektes PROAH stehen, beka­men die gleichen Drohungen. Die Drohungen sind sehr ernst zu nehmen. Die Gruppe, die dahinter steht, bezieht sich mit dem Namen CAM (Comando Álvarez Martínez) auf einen ehemaligen General der Streitkräfte, in dessen Zeit von 1982 bis 1984 schwere Menschenrechtsverletzungen verübt wurden.
Gebet: Gott, lass die beiden Frauen deine Kraft erfahren, damit sie sich auf dem Weg, auf den du sie gestellt hast, gestärkt fühlen. Gib, dass sie sich bei drohender Lebensgefahr durch deine Nähe und Liebe geborgen wissen.

Denken wir an zwei Gefangene in SYRIEN
Der 65-jährige Muhammad Yassin al Hamwi wurde im September 2011 gemeinsam mit drei weiteren syrischen Staatsbürgern verhaftet. Am 25. Februar 2012 ist er wie auch zwei weitere Männer der Gruppe – Ahmad Kuraitem und Muhammad Muhammad Al Hamwi - wieder freigelassen worden, nachdem ein Richter sämtliche Anklagen zurückgewiesen hatte. Von dem dritten Mann, Abd Al-Akram AL-Sakka aber fehlt jede Spur. Muhammad Yassin Al Hamwi wurde am 4. Mai 2012 erneut von bewaffneten Angehörigen des Luftwaffengeheimdienstes in Haft genommen, die seinen Laptop und Fotoapparat sowie Reisepass mitnahmen. Seine Familie hat weder die Gründe für seine neuerliche Festnahme noch seinen Aufenthaltsort erfahren. Er ist in großer Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden, wie schon bei seiner ersten Inhaftierung.
Gebet: Gott, die Schatten des Krieges liegen über Syrien. Wir bitten dich für alle, die in Gefängnissen Folter und Misshandlungen erleiden und die wir deiner Güte anvertrauen. Mögen sie in deiner Gegenwart Zuflucht und Halt finden.

Denken wir an bedrohte Menschen in BRASILIEN
Illegale Holzfäller und Landräuber bedrohen kleine, von der Landwirtschaft lebende Gemeinden, die in rechtlich anerkannten Reservaten im Bezirk Lábrea im Nordosten des Bundesstaates Amazonas leben. Mit Schlägen, Drohungen, Brandanschlägen und Diebstahl wird versucht, die Bewohner und besonders ihre SprecherInnen von ihrem Land zu vertreiben. Nachdem die Gemeindesprecherin Dinhana Nink, deren Haus man niedergebrannt hatte, öffentlich auf diese Situation aufmerksam gemacht hatte, wurde sie vor den Augen ihres Sohnes erschossen. Auch die Gemeindesprecherin Nilcilene Miguel de Lima wurde geschlagen und mit vorgehaltener Waffe bedroht. Danach brannte man in ihrer Abwesenheit ihr Haus nieder. Sie steht zur Zeit unter besonderem Schutz von Polizeibeamtinnen. Untersuchungen können aus Mangel einer örtlichen Polizei nicht durchgeführt werden.
Gebet: Gott, wir beten für die bedrohten Gemeinden in Brasilien, die eine unfähige Regierung nicht zu schützen vermag. Stärke sie in ihrem Überlebenskampf, damit sie ihre Heimat nicht verlieren und in Frieden leben können.

Denken wir an einen ermordeten Umweltaktivisten auf den PHILIPPINEN
Als der 47-jährige Margarito J. Cabal, ein Mitarbeiter der öffentlichen Versorgungsbetriebe der Gemeinde Kibawe in der Provinz Bukidnon, am 9. Mai 2012 von der Arbeit nach Hause kam, feuerten zwei Unbekannten auf einem Motorrad ohne Nummernschild mehrere Schüsse auf ihn ab. Nachbarn brachten ihn in das nächstliegende Krankenhaus, wo er jedoch für tot erklärt wurde. Margarito Cabal hatte sich gegen ein Mega-Staudammprojekt eingesetzt, das Auswirkungen auf 22 Dörfer in der Region haben wird. Er hatte den Widerstand der Bewohner der betroffenen Dörfer gegen die Errichtung des Staudamms organisiert. Schon im April hatte Margarito Cabal seinen Kollegen von einem Polizeiauto berichtet, durch das er sich überwacht fühlte.
Gebet: Gott, wir vertrauen Margarito Cabal deiner Liebe an und bitten um deinen Trost für seine Familie. Wir befehlen dir alle Menschen auf den Philippinen an, die bedroht sind, weil sie ihr Land vor zerstörerischen Bauprojekten schützen wollen.

Denken wir an eine Inhaftierte Frau in KUBA
Niurka Luque Alvarez, ein Mitglied der Bürgerrechtsgruppe “Damen in Weiß“, wurde am 17. März 2012 während einer friedlichen Demonstration verhaftet und befindet sich seither im Frauengefängnis Manto Negro in Havanna. Sie leidet an Epilepsie, doch die Gefängnisleitung verweigert ihr die notwendigen Medikamente. Die Tochter Suanet Vicente Luque, die ihre Mutter am 2. Mai im Gefängnis besuchen konnte, berichtet, dass sich der Gesundheitszustand ihrer Mutter drastisch verschlechtert hat. Sie bekommt 5 bis 7 Anfälle pro Woche und hat sich dabei mehrere Verletzungen zugezogen. Sollte sie nicht umgehend die wichtige medizinische Versorgung erhalten, könnte ihr Leben in Gefahr sein. Der Sprecher von IGFM fordert die sofortige Verlegung von Frau Alvarez in ein Krankenhaus.
Gebet: Barmherziger Gott, sei du bei Niurka Luque Alvarez in Krankheit und Not. Gib ihr, die sich sonst für andere Gefangenen eingesetzt hat, Kraft von deiner Kraft, damit sie die schwere Zeit im Gefängnis überstehen kann.

Denken wir an einen verhafteten Journalist im SUDAN
Der bekannte Journalist Faisal MohammedSalih wurde am 8. Mai 2012 von Angehörigen des sudanesischen Geheimdienstes (National Intelligence and Security Services – NISS) in seinem Haus in Khartum festgenommen. Grund für seine Festnahme ist offenbar ein Interview, das er am 19. April dem Nachrichtensender Al-Jazcera gegeben hatte, in dem er sich regierungskritisch geäußert hatte. Danach wurde er 13 Tage lang bis zu seiner Festnahme vom Geheimdienst drangsaliert. Er wird ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und befindet sich in akuter Gefahr gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.
Information: Den sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen – dies zum ersten Mal gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt.
Gebet: Guter Gott, bewahre Faisal Mohammed Salih vor Misshandlungen und Folter und lass ihn die Hoffnung auf Befreiung nicht verlieren.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler in BELARUS
Im November 2011 war Ales Bialiatski, der Vorsitzende des belarussischen Menschenrechtszentrums Viasna, von einem Gericht in Minsk wegen „Unterschlagung von Einkommen in großem Umfang“ zu viereinhalb Jahren Haft, Konfiszierung von Eigentum und einer Geldbuße verurteilt worden. Das Urteil, das sich auf Geld bezog, welches im Jahr 2008 von internationalen Organisationen zur Finanzierung der Menschenrechtsarbeit von Viasna auf ein Konto Ales Bialiatskis in Litauen überwiesen worden war, wurde am 24. Januar 2012 im Berufungsverfahren bestätigt. Seit dem 28. Februar 2012 ist Ales Bialiatski unter strengen Haftbedingungen und mit eingeschränktem Kontakt zur Außenwelt in einer Strafkolonie in der Stadt Bobruisk inhaftiert. Nachdem Ales Bialiatskis Ehefrau das Bußgeld (ca. 70.000 Euro) im Januar bezahlt hatte, erging am 29. März 2012 ein neuer Gerichtsbeschluss, der die Geldbuße um weitere 12.700 Euro erhöhte, um sie angeblich an die Inflationsrate anzupassen.
Gebet: Guter Gott, sei Ales Bialiatski in der Haft nahe und stärke ihn mit deiner Kraft. Hilf, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt und er seine Freiheit wiedererlangt.

Denken wir an inhaftierte Aktivisten in MAURETANIEN
Biram Dah Abeid, der Vorsitzende von IRA-Mauretanie, einer Organisation, die sich gegen die Sklaverei einsetzt, wurde in der Hauptstadt Nouakchott am 28. April 2012 verhaftet, weil er am Tag zuvor aus großer Sorge Bücher von vier Imamen verbrannt hatte, in denen diese die Sklaverei rechtfertigten. In den folgenden Tagen wurden weitere zehn Mitglieder von IRA-Mauretanie verhaftet. Am 2. Mai brachten die Behörden die elf Inhaftierten an einen unbekannten Ort. Seither konnten sie keinen Kontakt zur Außenwelt und zu Rechtsbeiständen aufnehmen.
Information: Artikel 19 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, dessen Vertragsstaat Mauretanien ist, schützt das Recht auf freie Meinungsäußerung in jeder Form und mit Mitteln der eigenen Wahl.
Gebet: Guter Gott, schenke den Menschen, die sich mutig gegen die Sklaverei in Mauretanien einsetzten und dafür im Gefängnis sind, Kraft von deiner Kraft. Bewahre sie vor Misshandlungen und Folter.

Denken wir an entführte Menschen in AFGHANISTAN
Nach einer Mitteilung des internationalen christlichen medizinischen Hilfswerks “Medair“ vom 24. Mai 2012 sind vier seiner Mitarbeiter am 22. Mai von bewaffneten Männern verschleppt worden. Bei den Verschleppten handelt es sich um eine britische und eine kenianische Ärztin sowie zwei einheimische Mitarbeiter. Sie waren auf Reittieren in der Provinz Badachschan im Norden von Afghanistan unterwegs, um Medikamente in ein abgelegenes Krankenhaus zu bringen. Nach Polizeiangaben verlangen die Geiselnehmer Lösegeld in unbekannter Höhe. Aus Sorge um das Leben der Mitarbeiter will das Hilfswerk keine weiteren Angaben machen, da es um das Leben der Entführten fürchtet. Erst im vorigen Jahr waren zwei deutsche Entwicklungshelfer ermordet worden.
Gebet: Guter Gott, bewahre die Helfer vor Schaden an Leib und Seele, wo immer sie sich befinden mögen. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft.




Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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