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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2012 Monatsgebet Juli / August 2012

Monatsgebet Juli / August 2012

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an eine zum Tod verurteilte Frau in SAUDI ARABIEN
Der 22-jährigen jungen Frau Rizana Nafeek, einer Hausangestellten aus Sri Lanka, die 2007 in Saudi Arabien zum Tod verurteilt worden war, droht nun, nachdem das Oberste Gericht das Todesurteil bestätigt hat, die Vollstreckung des Urteils durch Enthaupten. Sie war 2005 unter der Anklage verhaftet worden, ein in ihrer Obhut befindliches Kind getötet zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war sie 17 Jahre alt. Rizana Nafeek hatte nie Zugang zu anwaltlichem Beistand. Während der Verhöre, die in einer ihr nicht verständlichen Sprache stattfanden, hatte sie den Mord „gestanden“, das Geständnis später jedoch zurückgezogen mit der Begründung, es sei ihr unter körperlicher Gewalt abgenötigt worden.
Gebet: Guter Gott, hilf Rizana Nafeek, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wird und dass ihre Tat durch eine gerechte Untersuchung aufgeklärt wird. Sei Du ihr in der Zeit des Wartens und der Unsicherheit nahe.

Denken wir an verhaftete und misshandelte Menschen auf den PHILIPPINEN
Am Nachmittag des 22. März 2012 waren der 20-jährige Elmer Ehorango Desoyo, der 17-jährige Reynaldo De los Santos und der 16-jährige Rey Rodrigo aus der Gemeinde San Andres in der Provinz Quezon nach der Arbeitssuche auf dem Weg nach Hause, als sie von zwei bewaffneten Männern in Zivil verhaftet wurden. Die Männer verbanden ihnen die Augen, fesselten und misshandelten sie. Schließlich brachten sie die Verhafteten in ein Militärlager, wo sie unter Todesdrohungen verhört wurden, weil man sie verdächtigte, Verbindungen zur ‚New People’s Army’, dem bewaffneten Arm der kommunistischen Partei der Philippinen, zu haben. Am nächsten Tag wurden die drei Gefangenen zur Polizeistation von San Andres gebracht und wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt. Zurzeit sind Elmer Ehorango Desoyo und Reynaldo De los Santos, der Anfang Mai 18 Jahre alt wurde, in Untersuchungshaft im Provinzgefängnis von Quezon, während sich Rey Rodrigo bis zum Prozessbeginn in einer Jugendstrafanstalt befindet.
Gebet: Gott, sei Elmer Ehorango Desoyo, Reynaldo De Los Santos und Rey Rodrigo in der Haft nahe. Bewahre sie vor weiteren Misshandlungen und hilf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an einen bedrohten Journalisten in BURUNDI
Der Redaktionschef des Senders „Radio publique africaine“ Herr Bob Rugurika wird z.Zt. von Polizei und Verantwortlichen des nationalen Nachrichtendienstes bedroht. Nach einem ersten Warnanruf hieß es in einem 2. Anruf am 7.März 2012 „Erinnere Dich daran, dass Du jung bist und dass Du Deine Frau und Dein Kind lebend sehen willst“. Diese Drohungen erfolgten nach mehreren Reportagen von Herrn Rugurika über den 2009 verübten Mord an Ernest Manirumva, Vizepräsident der Antikorruptionsbehörde, der gewichtige Korruptionsvorwürfe gegen die Polizei und Vorwürfe wegen illegaler Waffenkäufe aufzuklären versuchte. Am 22.Mai wurden nun 14 Personen wegen des Mordes zu schweren Strafen verurteilt, aber das Gericht hat sich geweigert, Hinweisen nachzugehen, die darauf abzielten, dass hohe Verantwortliche der Sicherheitskräfte und der Polizei in den Mord verwickelt sein könnten.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Bob Rugurika und hilf, dass die Journalisten ungehindert und ungefährdet recherchieren und berichten können, wenn es darum geht, Unrecht aufzuklären.

Denken wir an gefolterte und getötete Menschen in INDIEN
Zwischen dem 9.und 10.Mai wurden Laishram Nobin, 42 Jahre, Ningthoujam Ingocha, 42 Jahre und Irengbam Roshan alias Boycha, 26 Jahre, durch Soldaten des 23. Bataillons der Assam Rifles in dem Teilstaat Manipur getötet. Sie hatten sich am 9.Mai zu dem Kommandanten Hanuman begeben, um nach Kapitulationsverhandlungen ihre Waffen abzugeben. Am 10.Mai wurden sie tot aufgefunden. Das Bataillon sagt, sie seien in eine militärische Konfrontation geraten. Dagegen spricht, dass die Körper der Opfer mit Spuren schwerster Misshandlungen bedeckt waren und Verstümmelungen aufwiesen.
Information: In Indien gibt es in mehreren Staaten Spannungen und Aufstände. Die indischen Sicherheitskräfte suchen die Ordnung wiederherzustellen, aber oft unter erheblicher Verletzung der Menschenrechte. Da in mehreren Staaten Indiens das Militär unter besonderem Schutz steht, werden Ausschreitungen nicht juristisch verfolgt.
Gebet: Guter Gott, wir beten für die drei gequälten Männer. Hilf, dass es den Menschen in Indien gelingt, ihre Konflikte friedlich beizulegen. Hilf auch, dass Soldaten in ihrem Beruf nicht die Achtung vor dem Menschen verlieren.

Denken wir an einen bedrohten Menschen in TOGO
Am 13.Juni 2012 hat die Organisation „Sauvons le Togo“ eine ordnungsgemäß angemeldete Demonstration im Zentrum von Lomé veranstaltet, um friedlich gegen Verletzung der Menschenrechte in Togo und Manipulation der Justiz zu protestieren. Die Demonstranten wurden von Sicherheitskräften mit Gummikugeln beschossen und mit Tränengas angegriffen. Als der Generalsekretär der togolesischen Liga zur Verteidigung der Menschenrechte Herr Célestin Agbogan versuchte in einen Dialog mit den Sicherheitskräften zutreten, insbesondere mit dem Kommandanten Amah, um sie zu bitten, den Beschuss der Kirche, in die sich die Demonstranten geflüchtet hatten, zu beenden, wurde er von mehreren Beamten durch Schläge mit dem Gummiknüppel misshandelt und zum Hauptsitz der Gendarmerie gebracht, allerdings bald wieder freigelassen.
Gebet: Guter Gott, gib, dass Herr Agbogan trotz der gewaltsamen Angriff nicht den Mut verliert, für die Menschenrechte einzutreten. Hilf, dass auch in Togo die Menschen friedlich ihre Meinung kundtun können.

Denken wir an einen bedrohten Menschenrechtler auf den MALEDIVEN
Am 4. Juni 2012 wurde Ismail Rasheed, ein bekannter Journalist und Menschenrechtler, der sich für Religionsfreiheit auf den Maldiven einsetzt, in der Nähe seines Hauses in der Hauptstadt Malé von einer Gruppe Männern angegriffen und mit einem Messer am Hals schwer verletzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er stundenlang notfallmedizinisch versorgt und mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden musste. Schon im Dezember 2011 war Ismail Rasheed bei einer von ihm organisierten Demonstration für religiöse Toleranz mit Steinen beworfen worden und hatte einen Schädelbruch erlitten. Es wird vermutet, dass die Anschläge von religiösen Gruppen verübt wurden, denen Ismail Rasheeds Kampagne für Religionsfreiheit ein Dorn im Auge ist.
Information: Gemäß der Verfassung ist maledivischen Staatsangehörigen nur das Praktizieren des sunnitischen Islam gestattet.
Gebet: Gott, wir bitten dich um vollständige Heilung für Ismail Rasheed. Sei mit deinem Schutz bei ihm und stärke ihn in seinem Einsatz für Religionsfreiheit.

Denken wir an einen durch Folter getöteten tibetischen Mönch in CHINA / TIBET
Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mitteilte, wurde der Tod des 32 Jahre alten Mönchs Khawang, der aus einer Nomadenfamilie stammte, erst am 14. Juni bekannt, nachdem Angehörige die Behörden mehrfach gedrängt hatten, den Verbleib des Inhaftierten offenzulegen. Khawang war am 25. Mai 2012 in der tibetischen Provinz Sichuan festgenommen worden. Er wurde beschuldigt, an einem Regierungsgebäude Banner befestigt zu haben, auf denen für die Unabhängigkeit Tibets geworben wurde. Der Mönch bestritt seine Tatbeteiligung. Wie Augenzeugen berichteten, wurde er daraufhin geschlagen und gefoltert. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen.
Information: Die GfbV wirft China vor, die Anti-Folter-Konvention systematisch zu verletzen. Ihr sind die Namen von mindestens 114 politischen Gefangenen bekannt, die in Haft oder aufgrund von im Gefängnis erlittener Folter gestorben sind.
Gebet: Gott, wir sehen das Leid der vielen Gemarterten und hoffen, dass sie in deiner Nähe von ihren Qualen Heilung finden. Mit deiner Hilfe wollen wir uns einsetzen und leben für eine Welt in Recht und Frieden.

Denken wir an bedrohte Menschen in KOLUMBIEN
Die christlichen Menschenrechtsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz unterstützt in kolumbianischen Konfliktregionen zivile Gemeinschaften, in denen bereits zahlreiche Mitglieder von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen getötet, gefoltert oder vertrieben wurden. Am 20. Juni 2012 erhielten Mitarbeiter der Organisation wie auch die Sprecherin des Indigenenrates im Departemento Cauca, Ayda Quilcue, Morddrohungen per SMS, in denen zugleich auch Mitarbeiter mehrerer anderer Organisationen und Gewerkschaften bedroht werden. Alle Mitglieder dieser Organisationen sind in großer Gefahr. Die Schutzmaßnahmen, die von der Regierung zugesagt wurden, werden bisher nicht angemessen umgesetzt.
Gebet: Gott, wir hoffen auf deine Hilfe und Kraft für die Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen, damit sie nicht den Mut verlieren trotz der Lebensgefahr, in der sie sich befinden. Wir bitten um deine Hilfe für die Menschen, deren Rechte verletzt werden, in ihrem Überlebenskampf.

Denken wir an inhaftierte, von Folter bedrohte Menschen in CHINA
Wang Junling ( auch Wang Xiaomei genannt) wurde am 26. Mai 2012 in der Stadt Cangzhou in der nordöstlichen Provinz Hebei vor einem Haus, das ihr als Versteck gedient hatte, verhaftet. Sie hatte sich seit der Inhaftierung ihres Bruders Wang Xiaodong am 25. Februar 2012 aktiv für die Freilassung ihres Bruders eingesetzt und zwar durch eine Petition und einen offenen Brief im Internet. Wang Xiaodong ist Lehrer und wurde ohne Haftbefehl wegen seiner Zugehörigkeit zur Falun-Gong-Bewegung festgenommen, sein Bargeld und andere Besitztümer beschlagnahmt. Beide sind in Gefahr, in der Haft gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, du vermagst die Herzen der Folterer zu dir zu wenden, damit sie durch deine Liebe verwandelt werden. Wir beten für Wang Junling und Wang Xiaodong, dass sie vor Folter und Misshandlungen verschont bleiben mögen.

Denken wir an bedrohte Menschen in HONDURAS
Am 13. Juni versuchten Unbekannte Juan Vásquez und Sotero Chavarría, zwei Angehörige der indigenen Organisation COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indigenas de Honduras), zu ermorden. Beide Menschenrechtsverteidiger wurden während einer Autofahrt von zwei Personen auf einem Motorrad beschossen und verloren dadurch die Kontrolle über ihr Fahrzeug, blieben aber glücklicherweise unverletzt. Die Organisation COPINH setzt sich seit fast 20 Jahren für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Drohungen und Aggressionen gegen die Mitglieder von COPINH nehmen seit Monaten stark zu. So wurde im vergangenen Monat Santos Alberto Rodríguez von Polizisten erschossen.
Information: Unternehmen setzen private Sicherheitskräfte und bezahlte Schläger auf Mitglieder von COPINH an, um geplante Megaprojekte entgegen dem Willen der betroffenen Bevölkerung durchzusetzen.
Gebet: Gott, wir wollen im Gebet an die Menschen denken, denen das Recht auf ihr Land von den Mächtigen mit Gewalt streitig gemacht wird. Gib ihnen und ihren Helfern Kraft von deiner Kraft. Mögen sie in deiner Gegenwart Hilfe und Halt finden. 

Denken wir an einen zu lebenslanger Haft verurteilten Menschenrechtsverteidiger in Kirgisistan
Azimjan Askarov prangert seit Jahren die Misshand­lungen durch Polizeikräfte in der Region Jalal-Abad im Süden von Kirgisistan an. Er wurde im Juni 2010 festgenom­men, nachdem er gewaltsame Zusammen­stöße zwischen ethnischen kirgisischen und usbeki­schen Gruppen im Süden Ihres Landes dokumentiert hatte. Vor und nach seiner Verur­teilung zu lebens­langer Haft wurde er so misshandelt, dass er im Nov. 2010 ins Kran­ken­haus gebracht werden musste. Auch seine Familienangehörigen wurden schikaniert und misshandelt, sein Bruder so zusammengeschlagen, dass er heute behindert ist.
Azimjan Askarov benötigt unbedingt medizinische Versorgung, die er gegenwärtig nicht erhält.
Gebet: Wir denken an das unendliche Leid, das Azimjan Askarov und seine Familie durchstehen muss. Gott, Gib ihnen Kraft von deiner Kraft.
 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/