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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet September 2012

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an eine inhaftierte Menschenrechtlerin in VIETNAM
Frau Tran Thi Thuy, 40 Jahre alt, trat engagiert für Menschen ein, deren Grundbesitz illegal enteignet wurde. Im August 2010 wurde sie mit 6 weiteren Aktivisten verhaftet und im Mai 2011 in einem Schnellverfahren wegen umstürzlerischer Tätigkeit zu 8 Jahren Haft verurteilt. Im September 2011 befand eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, dass die Verhaftung willkürlich und eine Verletzung des internationalen Rechts sei. Frau Thuy ist unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt. Trotz nicht verheilter Wunden, die sie während der Befragung durch Schläge in den Bauch erlitten hat, muss sie Zwangsarbeit leisten. Sie muss den ganzen Tag lang Cashewnüsse entkernen, was wegen der dabei auftretenden ätzenden Harze zu Verbrennungen auf der Haut führt. Jede ärztliche Hilfe wird ihr verweigert. Sie wird mit allgemeinen Kriminellen inhaftiert, um sie physisch einzuschüchtern. Sie wurde mehrfach von den Sicherheitskräften dazu gedrängt, ihre Schuld einzugestehen. Da sie jedoch weiß, dass ihre frühere Tätigkeit in Einklang mit dem Recht auf persönliche Freiheit steht, lehnt sie es ab, zu unterschreiben.
Information: Viele Bauern werden illegal von den örtlichen Behörden enteignet. Ihnen wird eine geringe Entschädigung versprochen, was jedoch selten eingelöst wird.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Frau Thuy bessere Haftbedingungen erhält und gib ihr Kraft in ihrem Willen, dem Unrecht zu trotzen. Hilf, dass die arme Landbevölkerung nicht unrechtmäßig von ihrem Besitz vertrieben werden kann.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler in SYRIEN
Der Leiter des Syrischen Zentrums für Medien und Freie Meinungsäußerung in Damaskus, Mazen Darwish, wurde am 16. Februar 2012 während einer Razzia im Zentrum von Angehörigen des Luftwaffengeheimdienstes festgenommen. Monatelang erteilten die syrischen Behörden seiner Familie und seinen Rechtsbeiständen trotz wiederholter Nachfragen keine Auskünfte über seinen Verbleib und sein Wohlergehen. Anfang August wurde bekannt, dass Mazen Darwish vor ein geheimes Militärgericht gestellt werden soll. In den durch Vertreter des Militärs abgehaltenen Gerichtsverhandlungen ist die Anwesenheit von Rechtsbeiständen oder Zeugen nicht gestattet und gegen die von solchen Gerichten verkündeten Urteilssprüche können keine Rechtsmittel eingelegt werden. Welche Vorwürfe Mazen Darwish zur Last gelegt werden, ist nicht bekannt. Es besteht die Sorge, dass er in der Haft gefoltert und anderweitig misshandelt wird.
Gebet: Gott, sei mit deiner Kraft bei Mazen Darwish. Bewahre ihn vor Folter und vor einem unfairen Gerichtsverfahren. Hilf, dass er seine Freiheit wiedererlangt.

Denken wir an einen gefolterten Menschen in TADSCHIKISTAN
Als der Schwager des tadschikischen Präsidenten Rahmon mit mehreren Schüssen im Kopf tot aufgefunden wurde, nahmen die Behörden am 13. Juli einen 45-jährigen Mann fest, nachdem vor seiner Wohnung in einem Wassertank Munition entdeckt worden war. Der Mann, dessen Namen die Behörden nicht preisgeben, gab an, die Munition gehöre ihm nicht, sondern sei von der Polizei dort deponiert worden, als die Ordnungskräfte sein Anwesen zum dritten Mal durchsuchten. Aus Quellen vor Ort war zu erfahren, dass er in der Hafteinrichtung der Polizeiwache von Duschanbe, wo er noch immer festgehalten wird, schwer gefoltert wird, um ein “Geständnis“ zu erzwingen. Seine Familie wurde gezwungen, gegen ihn auszusagen.
Gebet: Gott, wir beten für diesen einsamen und gefolterten Menschen. Wir kennen seinen Namen nicht. Du aber kennst ihn. Wir sind gewiss, dass du bei ihm bist in aller Not und ihn nicht verlassen wirst. Dafür danken wir dir.

Denken wir an einen bedrohten Mann in UGANDA
Ibrahim, (Name aus Sicherheitsgründen geändert), ein Christ muslimischer Herkunft aus einer Ortschaft im Budaka Distrikt, wurde vor seinem Haus von einer Gruppe von etwa 30 Männern bedroht. Die Männer forderten ihn auf, zum Islam zurückzukehren oder sofort zu verschwinden. Sie sagten, dass er Glück hätte, weil gerade Ramadan sei, sonst hätten sie ihn gleich lebendig verbrannt. Der verantwortliche Beamte im Dorf, der herbeieilte und schlichten wollte, wurde ebenfalls bedroht und mußte sich zurückziehen. Seither hält sich Ibrahim mit Frau und Kind und seinen Schwiegereltern versteckt und will die Region verlassen. Obwohl die Strafverfolgung angelaufen ist, fürchtet er um sein Leben.
Gebet: Guter Gott, Ibrahim ist mit seiner Familie auf der Flucht vor Menschen, die ihn wegen der Treue zu dir töten wollen. Wir gehen mit ihm und beten darum, dass die Gewissheit deiner Nähe ihm Trost, Hoffnung und Frieden gibt.

Denken wir an misshandelte Gefangene in ISRAEL
Der 37-jährige Palästinenser Samer Al-Barq wird seit 2010 im Ramleh-Gefängnis bei Tel Aviv in Verwaltungshaft gehalten und der 33-jährige Hassan Safadi wird seit Juni 2011 dort festgehalten. Die beiden hatten sich schon im April 2012 aus Protest gegen schlechte Haftbedingungen, wie z. B. Inhaftierung ohne Anklage, Einzelhaft und die Verweigerung von Familienbesuchen, an einem Hungerstreik von ca. 2000 palästinensischen Gefangenen beteiligt, der im Mai beendet wurde. Nachdem Samer Al-Barqs Haftanordnung jedoch um weitere drei Monate und Hassan Safadis Haftanordnung erneut um sechs Monate verlängert worden waren, nahmen sie den Hungerstreik wieder auf. Seit dem 30. Juli sollen sie vom Wachpersonal des israelischen Gefängnisdienstes wiederholt misshandelt worden sein, vermutlich, um sie für ihren fortgesetzten Hungerstreik zu bestrafen. Die beiden Gefangenen befinden sich in einem schlechten Gesundheitszustand.
Gebet: Gott, sei Samer Al-Barq und Hassan Safadi in der Haft nahe und bewahre sie vor weiteren Misshandlungen. Hilf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten Menschen in CHINA
Der 62 Jahre alte Menschenrechtsaktivist Zhu Chengzhi, der am 9. Juni 2012 in Shaoyang von staatlichem Sicherheitspersonal abgeführt wurde, ist wegen “Untergrabung der Staatsgewalt“ am 9. August von der Volksstaatsanwaltschaft der Stadt Shaoyang angeklagt worden. Er befindet sich in einer Hafteinrichtung der Stadt Shaoyang und hat seit seiner Festnahme keinerlei Kontakt zur Außenwelt. Es ist zu befürchten, dass er in der Haft gefoltert wird. Er hatte eine Welle der Empörung in China ausgelöst, als er Fotos von dem Krankenhaus in Shaoyang, in dem der bekannte Aktivist Li Wangyang unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war, ins Internet gestellt hatte, um auf die Lügen der Behörden aufmerksam zu machen. Diese behaupteten, Li Wangyang habe Selbstmord begangen, was völlig unglaubwürdig sei, so Zhu Chengzhi, denn nach 22 Jahren Gefängnis, war Li Wangyang durch schwere Folter blind und taub, seine Hände zitterten, so dass er nichts festhalten konnte.
Gebet: Gott, wir beten darum, dass Zhu Chenzhi vor Folter und Misshandlung bewahrt bleibt. Gib ihm Kraft von deiner Kraft.  

Denken wir an bedrohte Menschen in ANGOLA
Inspiriert von dem arabischen Frühling veranstaltet eine Gruppe Jugendlicher seit März 2011 friedlich Demonstrationen in Luanda, um gegen die Politik der Regierung zu protestieren. Einige der Organisatoren dieser Bewegung wurden nun von bewaffneten Männern in Zivil angegriffen, unter ihnen Adolfo Campos, Alfonso Mayanda, Jeremias Manuel Augusto und Luaty Beirao. Gaspar Luambu, der ebenfalls protestierte, wurde entführt. Durch diese Angriffe will man die jungen Aktivisten offensichtlich zwingen, ihr Eintreten für die bürgerlichen Rechte aufzugeben und das zu einem Zeitpunkt, wo Angola sich im Vorwahlkampf befindet. Keiner der Angreifer wurde bisher belangt.
Gebet: Guter Gott, gib, dass die Jugendlichen sich friedlich für ihre Ziele einsetzen dürfen, ohne dass ihnen Gewalt angetan wird. Hilf, dass die Angreifer zur Verantwortung gezogen werden.

 Denken wir an bedrohte Menschen in VENEZUELA
Als am 30.Mai 2012 Hernan Antonio Bolivar in sein Auto steigen wollte, wurde er gewaltsam entführt. Vier Männer forderten ihn auf, seine Frau Marianela Sanchez Ortiz, juristische Beauftragte bei der Organisation der Kontrolle der venezolanischen Gefängnisse, davon abzuhalten, die Regierung wegen der schlechten Haftbedingungen zu kritisieren. Andernfalls würden seine Frau und seine Familie es bereuen. Außerdem raubten sie ihn aus. Seit 2006 werden die Mitglieder dieser Organisation immer wieder bedroht wegen ihrer Offenlegung von Gewaltakten in Gefängnissen. Im Juni 2011 wurde Humberto Prado Sifontes mit dem Tod bedroht, als er die Regierung aufgefordert hat, auf Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden im Gefängnis zu reagieren. Im Mai 2012 sollte er für Schüsse im Gefängnis verantwortlich gemacht werden und wurde beschuldigt, zur Gewaltanwendung im Gefängnis zu ermuntern.
Information: Seitdem Hugo Chavez vor 13 Jahren zum Präsidenten gewählt wurde, ist die Justiz immer mehr unter den Einfluss der Regierung gekommen. Die Sicherheitsorgane, Polizei und Armee, wenden häufig Folter an. Die Gefängnisse sind überbelegt. 2010 starben 352 Gefangene infolge von Gewaltanwendung. Die Täter werden nicht zur Verantwortung gezogen.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der Menschen in Venezuela, die sich für eine faire Behandlung der Gefangenen einsetzen. Schütze auch die Gefangenen vor Misshandlung und Folter.

Denken wir an einen Jungen, der in PALÄSTINA getötet wurde
Am 20.Juni 2012 wurde der 12 jährige Palästinenser Mamoun Aldam durch eine israelische Rakete getötet, als er im Garten seines Elternhauses in Al-Zeitoun im Gazastreifen spielte. Sein blinder 67 jähriger Vater wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Der Vater ist verzweifelt, weil der Junge ihm in allem behilflich war. Nach Auskunft des palästinensischen Zentrums für Menschenrechte wurden durch die Luftangriffe vom 18. – 23.Juni 2012 12 Palästinenser, darunter Mamoun Aldam, getötet. 49 weitere wurden schwer verletzt.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass in dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern der Kreislauf von der Vergeltung durchbrochen wird und auch das Leiden so vieler Unschuldiger ein Ende hat.

Denken wir an einen verurteilten Pastor in VIETNAM
Am 31. Juli 2012 wurde in einem Berufungsverfahren die elfjährige Haftstrafe für den Mennoniten-Pastor Ngyen Cong Chinh bestätigt. Dazu war der 43 Jahre alte Pastor im März 2012 wegen “Untergrabung der nationalen Einheit“ verurteilt worden. Seit mehr als einem Jahr halten die Behörden 17 katholische Jugendliche, deren Namen bekannt sind, in Gewahrsam. Ulrich Dibelius, der Asienreferent der GfbV (Gesellschaft
für bedrohte Völker) hat Vietnem vorgeworfen, die Religionsfreiheit systematisch zu verletzen. Neben Katholiken sind es vor allem Mennoniten, die eingeschüchtert, bedroht und willkürlich verhaftet werden.
Gebet: Guter Gott, das Bekenntnis zu dir muss Pastor Ngyen Con Chinh mit harter Strafe büßen. Lass ihn und alle, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, deine Nähe spüren, damit sie durch deine Liebe gestärkt und getröstet werden.

Denken wir an misshandelte Menschen in TIBET/ CHINA
Chinesische Militärpolizisten überfielen In den frühen Morgenstunden des 16. August 2012 das tibetische Kloster Tsob Dun in der Präfektur Ngaba/Provinz Sichuan. Drei junge Mönche, der 19-jährige Lobsang Sangay, der 18-jährige Yarphel sowie der 18-jährige Namsay wurden von Polizisten Festgenommen. Ihr Verbleib ist völlig unklar. Seit dem 13. August waren jede Nacht bewaffnete Polizisten in den Klosterbereich eingedrungen und durchsuchten die Räumlichkeiten ohne rechtliche Grundlage. Die Mönche wurden stichprobenartig verhört und zusammengeschlagen.
Information: Nach Einschätzung der IGFM ist das Verhalten der chinesischen Behörden eine Reaktion auf die Selbstverbrennungen von tibetischen Mönchen. Bisher haben sich bereits 25 Tibeter in der Präfektur Ngaba selbst verbrannt, um gegen die Unterdrückung durch die Volksrepublik China zu protestieren.
Gebet: Gott, wir wollen wachen und beten für die gefangenen Mönche Lobsang Sangay, Yarphel und Namsay. Hilf uns und ihnen, damit wir deinen Weg der Versöhnung und des Friedens erkennen.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/