ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an einen zum Tode verurteilten Mann in JAPAN
Der Japaner Hakamada Iwao wartet seit 44 Jahren – davon 30 Jahre in Isolierhaft - auf seine Hinrichtung. Er wurde 1968 wegen Mordes zum Tode verurteilt, obwohl die Beweislage nicht eindeutig ist und er unter Folter zu einem Geständnis gezwungen wurde. 2007 äußerte einer der Richter, die ihn damals verurteilten, Hakamada Iwao sei unschuldig. Am 19. Oktober 2012 wird nun ein Gericht entscheiden, ob aufgrund aktueller DNA-Analysen das Verfahren wieder aufgenommen werden soll.
Gebet: Gott, es gelingt uns kaum, die schwere Last einer so langen Gefangenschaft nachzuempfinden. Mögen die Richter nun zu einem gerechten Urteil für Hakamada Iwao kommen. Du aber sei ihm Quelle der Kraft und Hoffnung und bring ihm Heilung.

Denken wir an Gefangene in USBEKISTAN
In Usbekistan werden unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Terrorismus und religiösen Fanatismus oppositionelle Politiker und Verteidiger der Menschenrechte sowie Journalisten und unabhängige Anwälte verhaftet, gefoltert und zu schweren Gefängnisstrafen nach fadenscheinigen Prozessen verurteilt, nur weil sie die Politik der Regierung kritisiert oder ihre Religion friedlich ausgeübt haben. Zu den Inhaftierten gehören neben vielen anderen Ruhiddin Fahruddinov (Iman), Mukhammed Begjanov (Journalist), Azan Formonov (Menschenrechtler) und Murod Juraev (Oppositioneller).
Gebet: Guter Gott, schütze die Gefangenen in Usbekistan vor Misshandlung. Lass in ihnen die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und das Ende des ungerechten Systems nicht erlöschen. Wecke in den Sicherheitskräften die Achtung vor der Würde des Menschen.

Denken wir an eine bedrohte junge Christin in PAKISTAN
Das 14-jährige Mädchen Rimsha Masih wurde am neunten September durch ein Urteil des Gerichts auf Kaution freigelassen. Das Mädchen war am 16. August 2012 von der Polizei in Islamabad wegen angeblicher Blasphemie verhaftet worden, nachdem sich eine wütende Menge vor ihrem Haus versammelt und Rimsha beschuldigt hatte, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Inzwischen haben Zeugen ausgesagt, dass der im selben Wohnviertel lebende Imam dem Mädchen, das unter Down-Syndrom leidet, die Beweisstücke untergeschoben hat. Dennoch schweben Rimsha und ihre Familie weiter in großer Gefahr und halten sich versteckt. Hunderte Christen flohen seither aus der Wohngegend, denn immer wieder werden der Blasphemie beschuldigte Menschen von pakistanischen Mitbürgern getötet.
Gebet: Herr, wir wollen bereit sein, mit unserem Leben auf dich hinzuweisen, wie unsere Glaubensbrüder in Pakistan. Gib ihnen und uns dazu Kraft. Wir danken dir, dass du in dieser Zeit der Gefahr und Angst bei ihnen bist.

Denken wir an einen Menschen in Lebensgefahr in EL SALVADOR
Am 5. September 2012 erhielt der Priester Antonio Rodriguez Lopez die Information, dass ein Mordkomplott gegen ihn geschmiedet wird. Am nächsten Tag wurde diese Information von einer weiteren Quelle bestätigt. Einen Tag später wurde er auf dem Weg zu seinem Büro aus einem Wagen heraus direkt mit dem Tod bedroht. Er befindet sich in akuter Lebensgefahr. Pater Antonio Rodriguez ist in Projekten tätig, die die Rehabilitation ehemaliger Straftäter zum Ziel haben und leitet Maßnahmen, um zu verhindern, dass junge Menschen Bandenmitglieder werden.
Information: Bandengewalt stellt in El Salvador ein großes Problem dar. Erst 2011 wurde die Mitgliedschaft in einer Gang zum Straftatbestand erklärt.
Gebet: Gott, du schenkst Pater Antonio Rodriguez Kraft zum Aufstehen gegen das Verbrechen und für die Menschen. Wir danken dir dafür. Lass ihn auch weiterhin zum Segen werden und durch sein Tun den Menschen deine Liebe zeigen.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler in ASERBAIDSCHAN
Am 21. Juni 2012 wurde Hilal Mammadov, Menschenrechtler und Chefredakteur einer Zeitung der iranischsprachigen Minderheit der Talyshen, wegen angeblichen illegalen Drogenbesitzes festgenommen. Am 4. Juli 2012 wurde diese Anklage fallen gelassen und Hilal Mammadov wurden stattdessen unter anderem die „Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten“ und die „Anstiftung zu nationalem, rassischem und religiösem Hass“ zur Last gelegt. Während seiner Haft im Untersuchungsgefängnis von Baku wurde er gefoltert und in den ersten Hafttagen wurden ihm Wasser und Nahrung verweigert. Daraufhin reichte sein Rechtsanwalt eine Folterklage ein. Das Bezirksgericht in Baku wies diese Klage jedoch am 31. Juli 2012 ab und auch im Berufungsverfahren am 29. August, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, wurde die Klage abgewiesen.
Gebet: Gott, sei mit deiner Kraft und Nähe bei Hilal Mammadov und bewahre ihn vor weiterer Folter. Lass ihm Gerechtigkeit widerfahren.

Denken wir an einen verfolgten Menschen in IRAN
Im Oktober 2009 wurde der Iraner Yousouf Nadarkhani verhaftet. Als Sohn muslimischer Eltern war er mit 19 Jahren zum Christentum übergetreten. Er war verhaftet worden, weil er dagegen protestierte, dass seine beiden Kinder (8 und 6 Jahre) am Islamunterricht teilnehmen sollten. Zunächst nur wegen seines Protestes festgenommen, wurde er bald wegen des Abfalls vom Islam und wegen der Evangelisation angeklagt, worauf die Todesstrafe im Iran steht. Die im Oktober 2010 verhängte Todesstrafe wurde auch vom Berufungsgericht im September 2011 bestätigt. Am 8.September 2012 wurde er im Rahmen eines erneuten Gerichtsverfahrens vom Vorwurf der Apostasie freigesprochen. Wegen des Vorwurfs der Evangelisation wurde der Pastor zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, die er bereits verbüßt hat, da er seit 2009 gefangen gehalten wurde. Er wurde aus der Haft entlassen.
Gebet: Guter Gott, wir danken Dir dafür, dass Du Pastor Yousef Nadarkhani beigestanden hast und dass er frei ist. Gib auch uns Standhaftigkeit im Glauben.

Denken wir an eine bedrohte Menschenrechtlerin in BANGLADESCH
Im Mai 2011 hatte die Lehrerin und Menschenrechtlerin Shampa Goswami ein Vergewaltigungsopfer dazu ermutigt, die Täter bei der Polizei anzuzeigen. Nachdem vier Männer wegen der Vergewaltigung verhaftet worden waren, wurde Shampa Goswami im Oktober 2011 selbst von einer Gruppe von Männern vor einem Laden belästigt und bedroht. Sie erstattete Anzeige gegen zehn Männer, woraufhin der Vater eines dieser Männer und ein Mitglied des Schulverwaltungskomitees versuchten, sie unter Druck zu setzen, damit sie ihre Anzeige zurückzog. Sie stellten manipulierte Fotografien von ihr ins Internet und drohten ihr mit der Entlassung aus dem Schuldienst. Nachdem Shampa Goswami sich im März und Juni 2012 erneut mit Anzeigen zur Wehr gesetzt hatte, wurden die beiden verhaftet, später aber gegen Kaution freigelassen. Am 30. August 2012 erhielt Shampa Goswami einen Brief ihres Schulleiters, in dem sie „unsozialer und unmoralischer Aktivitäten“ beschuldigt wurde und am 10. September 2012 wurde sie von ihrer Stelle als Lehrerin suspendiert.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Shampa Goswami, die wegen ihres Einsatzes für die Rechte von Frauen nun selbst Bedrohung und Unrecht erfährt. Sei mit deiner Hilfe bei ihr und gib ihr Kraft von deiner Kraft für ihre Menschenrechtsarbeit.

Denken wir an bedrohte Menschen in KOLUMBIEN
Seit einigen Monaten häufen sich Drohungen von paramilitärischen Gruppen gegen Menschenrechtler, die sich in der Vereinigung MOVICE zusammengeschlossen haben und gegen die Vertreibung von Bauern oder afro-amerikanischen Gemeinden von ihrem Landbesitz eintreten. Sie fordern die Rückgabe der Ländereien an ihre ursprünglichen Besitzer, wie es ein Gesetz, das Anfang 2012 in Kraft trat, vorsieht. So fand am 29.April 2012 Rosa Amelia Hernandez eine Gewehrkugel vor ihrer Tür. Am 8.Mai wurden Franklin Torres, Pedro Geney, Ingrid Vergara und der Anwalt Jeison Pava durch e-mails aufgefordert, 4 Särge zu kaufen. Am 1.Juni fand Juan David Diaz Chamorro die Botschaft, dass man ihn töten würde, weil der die „wahren Besitzer“ von ihren Ländereien vertreiben wolle. 13 weitere wurden mit dem Tod bedroht, weil sie „das Land von reichen Bürgern wegnehmen und Guellilleros wie sie selbst es seien geben wollten“.
Information: Seit 1948 wurden Millionen von Hektar kleinen Bauern und afro-amerikanischen Gemeinden durch paramilitärische Gruppen weggenommen. Die Zahl der so Vertriebenen erreicht 5 Millionen. Seitdem es das Gesetz zur Rückgabe der Ländereien gibt (Anfang 2012), wurden bereits 16 Menschen , Verteidiger der Menschenrechte, getötet. Die paramilitärischen Gruppen, die eigentlich nach einem Gesetz von 2005 demobilisiert sein sollten, können ihr Unwesen weiter treiben, weil staatliche Ordnungskräfte mit ihnen gemeinsame Sache machen.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der so bedrohten Männer und Frauen, die sich für legitime Rechte von Mitbürgern einsetzen. Hilf, dass auch in Kolumbien bestehende Gesetze eingehalten werden und der Staat sich gegen die bewaffneten und gewaltbereiten Gruppierungen durchsetzen und seineBürger schützen kann.

Denken wir an einen verschwundenen Ehrenamtlichen in CHINA
Der 27-jährige Song Guangqiang, der ehrenamtlich bei einer Nichtregierungsorganisation in Peking tätig ist, wurde am 4. Mai 2012 von der Polizei festgenommen. Seinem Rechtsbeistand, der ihn am 15. und 31. Mai besuchte, berichtete er, dass er in Zusammenhang mit seiner Beteiligung an einem Projekt zur Unterstützung von Antragstellern, die Entschädigung für ihnen widerfahrenes Unrecht fordern, verhört und wegen „Anfangens von Streit und Provozierens von Ärger“ angeklagt worden sei. Am 12. Juni 2012 wurde der Rechtsbeistand darüber in Kenntnis gesetzt, dass Mitarbeiter der Pekinger Behörde für öffentliche Sicherheit Song Guangqiang einige Tage zuvor mitgenommen hätten und er nun „überwacht wohne“. Seither weigern sich die Behörden, die Familienangehörigen über seinen Verbleib zu informieren. Song Guangqiang ist in Gefahr, gefoltert und auf andere Weise misshandelt zu werden.
Gebet: Guter Gott, sei Song Guangqiang nahe, wo immer er sich befindet. Bewahre ihn vor Folter und hilf, dass er seine Freiheit wiedererlangt.

Denken wir an gefolterte Studenten in WESTPAPUA/ Indonesien
Nachdem am 27. August 2012 bei Unruhen im Wohnkomplex Oranga in Abepura der Ladenbesitzer Piet Penturi getötet wurde, rückte die Polizei mit 25 Fahrzeugen in einem Studentenwohnheim an und setzte Tränengas und Warnschüsse ein. Ca. 80 Studenten traten vor die Wohnheime und wurden wahllos geschlagen und getreten. Die Misshandlungen und Folterverhöre hielten von 0.30 Uhr bis 1.30 Uhr an. Dabei wurden der 15-jährigen Alexander Sambon und der 22-jährigen Heri Hisage am ganzen Körper getreten und mit Gewehren an Hinterkopf und Gesicht geschlagen, um Geständnisse zu erzwingen. Die Zimmer wurden nach Hinweisen auf politische Tätigkeiten durchwühlt. Von den festgenommenen Studenten sind noch immer 16 namentlich bekannte Personen inhaftiert. Man muss davon ausgehen, dass sie weiteren Misshandlungen und Folter ausgesetzt sind, wie es Praxis vor Ort ist.
Gebet: Gott, wir legen dir das Schicksal der jungen Papua ans Herz. Bewahre sie vor weiterer Gewalt und Folter. Wir beten mit ihnen um Frieden und Freiheit für ihr Land.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/