ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an eine bedrohte Gemeinschaft in BRASILIEN
Die Quilombo-Gemeinschaft in Santa Maria dos Moreiras im brasilianischen Bundesstaat Maranhão wird bedroht und Ernteerträge vernichtet. Am 6.4.12 haben bewaffnete Männer die Palmenplantagen der Gemeinschaft verwüstet. Am 5.5. zerstörte ein Traktor bewaldete Flächen. Am 3.11.12 näherten sich bewaffnete Männer mit zwei Motorrädern und einem Auto und feuerten Schüsse in Richtung der 33 Familien der Gemeinschaft. Der Angriff folgt einer Serie von Drohungen, die einem Lokalpolitiker zugeschrieben werden, der Land in diesem Gebiet besitzt. 
Information: Quilombo-Gemeinden sind afro-brasilianische Siedlungen, die Ende des 16. Jahrhunderts entstanden, als sich flüchtende und freigelassene Sklaven der Sklaverei widersetzten. Die brasilianische Verfassung erkennt das Recht der Nachfahren auf das Land an, das schon seit langem von den Quilombolas besiedelt ist. Der Staat muss ihnen die Landtitel übertragen. Die o.g. Drohungen stehen in Zusammenhang mit Bestrebungen der Gemeinschaft, offiziell als Quilombo-Gemeinschaft anerkannt zu werden, was zur Enteignung von privatem Grundbesitz führen würde.
Gebet: Guter Gott, wir bitten um Gerechtigkeit für die Gemeinschaft der Quilombo in Santa Maria. Schütze die Gemeinschaft vor der Willkür der Machthabenden und verhilf ihnen zu ihrem Recht. 

Denken wir an inhaftierte und bedrohte Menschen in MEXIKO
Am 18.Januar 2012 wurden die drei Brüder Juan Antonio (22 Jahre), Jesus Ivan (18 Jahre) und Luis Adrian (14 Jahre) Figueroa Gomez von der Polizei im Staat Chihuahua festgenommen und an einem geheimen Ort gefoltert, um von ihnen das Geständnis zu erhalten, dass sie einer kriminellen Bande angehören, die Kaufleute erpresst. 2 Tage später sahen ihre Eltern im Fernsehen, wie ihre Söhne als Kriminelle vorgeführt werden, die der schweren Erpressung angeklagt sind. Nur so erfuhren sie etwas über ihren Verbleib. Die Anwältin der Brüder, Diana Morales Esther Rincon, Mitglied der Menschenrechtsorganisation Paso del Norte, hat einen Antrag gestellt, dass die bei der Folter mitwirkenden Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden. Seit der Antragstellung werden die Anwältin wie auch die Eltern der Brüder eingeschüchtert und bedroht, so dass sie sich gezwungen sahen, ihre Wohnung aus Sicherheitsgründen zu verlassen.
Gebet: Guter Gott, steh den 3 Brüdern in der Zeit ihrer Haft bei, damit sie nicht weiteren Schaden an Leib und Seele nehmen. Hilf, dass alle Folterer zur Rechenschaft gezogen werden und das Recht an die Stelle von Gewalt tritt.

Denken wir an inhaftierte Oppositionelle in GABUN
Am 15.August 2012 wollte die Oppositionspartei „Union nationale“ eine Versammlung abhalten, auf der sie über die Forderung nach einer neu zu wählenden Nationalversammlung, die auch eine neue Verfassung ausarbeiten sollte, beraten wollte. Diese Versammlung war nicht genehmigt. Am Nachmittag wurden mehrere Hundert Teilnehmer gewaltsam auseinandergetrieben. 62 Personen wurden festgenommen und dabei vielfach verletzt. Sie wurden getreten, mit Gewehrkolben geschlagen und gedemütigt. Die Polizei hat auch Geschäfte geplündert und zerstört. Die Festgenommenen wurden 6 Tage in Untersuchungshaft gehalten, dann dem Staatsanwalt vorgeführt und zwar ohne Beistand eines Anwalts. 40 Personen wurden zu je 12 Monaten Haft verurteilt wegen Störung der öffentlichen Ordnung und Zerstörung von Privatbesitz.
Gebet: Guter Gott, steh den inhaftierten Personen bei, damit sie nicht den Mut verlieren. Hilf, dass eine politische Ordnung sich auch in Gabun entwickelt, die eine demokratische Opposition einschließt.

Denken wir an eine inhaftierte Menschenrechtlerin in CHINA
Die Menschenrechtlerin Mao Hengfeng wurde am 30.Oktober 2012 zu eineinhalb Jahren Haft in einem Lager für „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt, weil sie die soziale Ordnung gestört habe. Sie habe den Verkehr und das Leben der Anwohner gestört, indem sie an 2 Demonstrationen teilgenommen habe, auf denen Slogans ausgerufen wurden. In der Tat hat sie im Januar und Juli friedlich an 2 Demonstrationen in Shanghai teilgenommen, um zweier Menschenrechtler zu gedenken, die im Gefängnis verstorben waren. Frau Mao Hengfeng wurde in den letzten Jahren schon mehrfach inhaftiert und in der Haft gefoltert wegen ihres Engagements für die Rechte der Frau, für das Recht auf Wohnung und gegen Zwangsvertreibung. Es ist zu befürchten, dass sie wieder misshandelt wird.
Gebet:
Guter Gott, hilf, dass Frau Mao Hengfeng, die sich mutig für die Rechte ihrer Mitmenschen eingesetzt hat, in der Haft nicht den Mut verliert. Schütze sie vor Misshandlung. Lass die verantwortlichen Politiker in China erkennen, dass wirklicher Fortschritt nur erreichbar ist, wenn die Menschenrechte beachtet werden.

Denken wir an jugendliche Gefangene in Einzelhaft in USA
Nach einem Bericht, den Human Rights Watch (HRW) gemeinsam mit American Civil Liberties Union (ACLU) im Oktober 2012 veröffentlicht hat, werden Jugendliche in den Vereinigten Staaten oftmals über Wochen und Monate am Stück in Einzelhaft festgehalten. In dem 141-seitigen Bericht, der auf Untersuchungen, Interviews und schriftlicher Korrespondenz mit mehr als 125 jungen Gefangenen in Gefängnissen von 19 Bundesstaaten basiert, heißt es: “Die Minderjährigen mit wenig oder gar keinem Kontakt zu anderen Menschen in Einzelhaft wegzusperren ist gesundheitsschädlich, grausam und unnötig. Jugendliche beschreiben die Situation folgendermaßen: “Das Härteste an der Isolation ist, dass du in so einem kleinen Raum mit dir selbst gefangen bist. Es gibt nichts zu tun, also fängst du an, mit dir selbst zu reden und dich in deiner eigenen kleinen Welt zu verlieren. Das ist vernichtend.“ …“Du kannst nur implodieren oder explodieren….Du denkst ständig darüber nach, dich selbst oder andere umzubringen.“
Gebet: Gott, welch ein Leiden türmt sich vor uns auf. Wir wollen wachen und beten für diese Jugendlichen. Gelobt seist du, Gott allen Trostes, du teilst Kummer und Leid mit ihnen, ohne dich ist kein Trost. Bleibe bei ihnen.

Denken wir an einen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Roter Halbmond in SYRIEN
Am 8. November 2012 wurde Mohamed Raed al-Tawil, ein langjähriger Mitarbeiter der Hilfsorganisation Roter Halbmond, von einer Gruppe von Männern vor dem Hauptsitz der Organisation in Damaskus ohne Angabe von Gründen festgenommen, als er mit einem Kollegen das Gebäude verließ. Der Kollege berichtete jedoch, dass die Männer einen von der politischen Polizei ausgestellten Haftbefehl vorzeigten. Die syrischen Behörden haben bisher die Familie nicht über die Inhaftierung, den Aufenthaltsort und die Anklage gegen Raed al-Tawil informiert. Ein am 13. November freigelassener Mitgefangener berichtete, dass Raed al-Tawil schwer gefoltert wurde.
Information: Mitarbeiter des Gesundheitswesens sind Zielscheibe der Regierung, da sie auch Verwundete der Opposition behandeln ohne die Behörden zu informieren, um sie vor Verfolgung und Folter zu schützen.
Gebet: Herr, wir danken dir, dass du Mohamed Raed al-Tawil deine Nähe spüren lässt, wenn Ängste ihn gefangen halten. Du gehst den Weg des Leidens mit ihm und führst ihn mit sicherer Hand. Wecke das Gewissen der Folterer und verwandle ihr Herz durch deine Liebe.

Denken wir an die Opfer des Krieges im Ostkongo
Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Angehörigen der Rebellenarmee „M23“ in der östlichen Provinz Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo sind eskaliert. Seit Monaten leidet die Zivilbevölkerung unter dem Bürgerkrieg und den massiven Menschenrechtsverletzungen, für die sowohl Soldaten als auch Rebellen verantwortlich sind.
Zwei Mitglieder der ACAT-Nord-Kivu wurden aufgrund ihrer Recherchen über Menschenrechtsverletzungen von Kämpfern der „M23“ bedroht. Athnase Kanyamanda ist daher nach Uganda geflohen, Josias Shaetera hält sich im Territorium Rutshuru versteckt.
Gebet: Gott, wir bitten Dich für die Menschen im Ostkongo, die schon seit langem so viel Leid ertragen müssen. Steh ihnen in ihrer Not bei. Und hilf uns, dass wir trotz des seit Jahren andauernden Leids empfindsam bleiben für die Menschen, die in Afrika um ein menschenwürdiges Leben kämpfen.

Denken wir an verfolgte Christen im IRAN
Seit Mai 2011 verbüßt der Pastor Behnam Irani in dem Gefängnis von Ghezal Hesar zwei Strafen von 1 und 5 Jahren, weil er die Sicherheit des Staates bedroht habe. Er habe Gottesdienste und Predigten vor Muslimen gehalten. Alireza Seyyedian wird seit März 2012 im Evin-Gefängnis gefangen gehalten und muss eine Strafe von 6 Jahren aus den gleichen Gründen verbüßen. Beide wurden misshandelt. Pastor Irani hat zudem schwere gesundheitliche Probleme und erhält keine adäquate medizinische Betreuung. Im Oktober 2012 wurden 6 Christen: Mohammad Roghangir, Bijan Haghighi, Mehdi Ameruni, Massoud Rezaie, Eskandar Rezaie und Shahin Lahooti während einer Gebetsversammlung verhaftet und werden seitdem im Gefängnis von Vevak gefangen gehalten. Auch ihnen droht Misshandlung.
Gebet: Guter Gott, hilf den Christen im Iran, dass sie dort unbehelligt leben können. Tröste die genannten Personen in ihrer Haft, stärke ihren Glauben und gib ihnen Hoffnung auf ein Leben in Freiheit.

Denken wir an zwei bedrohte Journalisten in GAMBIA
Zwei Journalisten aus Ebo Town, Abubacarr Saidykhan und Baboucarr Ceesay, Vizepräsident der Pressegewerkschaft Gambia Press Union (GPU), erhielten am 25.10.12 per Mail eine Drohung. Darin hieß es: "Ihr wählt zwischen Leben und Tod … Ich werde mit meinem patriotischen Team kommen.“ Am 13.11.12 nachts hielt ein schwarzer Wagen ohne Nummernschilder neben Abubacarr Saidykhan. Einer der vier Insassen schrie: "Das nächste Mal werden unsere Patrioten dir den Schädel einschlagen.”
Information: Baboucarr Ceesay und Abubacarr Saidykhan wurden im September festgenommen und wegen "Verabredung zu einem Verbrechen" angeklagt. Sie hatten zuvor eine friedliche Demonstration gegen die im August vollstreckte Hinrichtung mehrerer Todestraktinsassen angemeldet. Die Anklagen wurden Berichten zufolge auf Anordnung des Präsidenten am 23. Oktober fallen gelassen.
Gebet: Gott, beschütze die beiden Journalisten. Gib ihnen Kraft und Mut für ihre wertvolle Arbeit und ihren Einsatz für die Menschenrechte und gegen die Todesstrafe.

Denken wir an eine gefolterte Menschenrechtlerin in HONDURAS
Die Journalistin Karla Zelaya, die sich in Landrechtsfragen engagiert und für die Kleinbauernorganisation Movimoento Unificado del Aguán (MUCA) arbeitet, wurde am 23. Oktober 2012 um 6Uhr30 in Tegucigalpa von zwei Männern gezwungen, in ein Auto einzusteigen. Die beiden Männer nahmen mit ihr auf dem Rücksitz Platz und verbanden ihr die Augen. Bei der dreistündigen Fahrt zwangen sie sie unter Morddrohungen über die führenden Mitglieder von MUCA zu berichten, während sie ihr mit einem spitzen Gegenstand Brust und Bauch einritzten. Danach wurde sie unter weiteren Drohungen freigelassen. Schon an den zwei vorangegangenen Tagen wurden sie und ihre Familie per SMS bedroht.
Gebet: Guter Gott, gib Karla Zelaya Kraft von deiner Kraft. Möge deine Nähe ihr Hoffnung und Zuversicht geben in den Tagen der Angst. Schenke ihr neuen Mut.

Denken wir an einen gewaltlosen politischen Gefangenen in ÄGYPTEN
Zehn ägyptische Menschenrechtsorganisationen haben bei der Staatsanwaltschaft wegen der schlechten Haftbedingungen von Alber Saber Sayad eine gemeinsame Beschwerde eingelegt. Laut ihrer Aussage wird der Gefangene, der derzeit wegen “Verunglimpfung der Religion“ vor Gericht steht, seit seiner Festnahme am 13. September im Tora-Gefängnis in einer unbeleuchteten Zelle festgehalten, die sich neben einem defekten Abwasserrohr befindet und daher von Insekten befallen ist. Er hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, die medizinische Versorgung ist mangelhaft. Bei der Gerichtsverhandlung am 17. Oktober wurden alle Anträge zurückgewiesen und die Anwälte in jeder Weise behindert. Es wird befürchtet, dass er kein faires Verfahren erhält.
Gebet: Wir bitten dich, Gott, gib Alber Saber Sayed Kraft von deiner Kraft, damit er die unmenschlichen Haftbedingungen ohne Schaden an Leib und Seele übersteht.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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