ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Ägypten 1

Denken wir an einen inhaftierten Menschen in Ägypten:
Am 30.10. 11 wurde der Menschenrechtsaktivist Alaa al Fatah von der ägyptischen Militärgerichtsbarkeit auf unbegrenzte Zeit inhaftiert. Bei einer Vorladung sollte er über seine Beteiligung an der Demonstration vom 9.10.2011 befragt werden. Alaa lehnte eine Aussage ab, wobei er sich darauf berief, dass das Militärgericht kein Recht habe, Zivilisten zu befragen. Bei der Demonstration vom 9.10.2011 hatten Hunderte von Ägyptern friedlich gegen die Übergriffe von Islamisten auf eine koptische Kirche im Bezirk Assuan demonstriert und die Entlassung des Generals Tantaoui gefordert. Sie wurden zunächst von Zivilisten mit Stöcken und Steinen attackiert. Unmittelbar darauf folgten Angriffe der Polizei und Sicherheitskräfte, die mit gepanzerten Fahrzeugen in die Menge fuhren und schossen. Es gab 25 Tote und 200 Verletzte. Die Verhaftung von Alaa al-Fatah ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass er diese blutigen Vorgänge am 20. Oktober in einem Zeitungsartikel beschrieben hat. Er wird nun beschuldigt, zur Gewalt gegen die Armeekräfte aufgerufen und Waffen gestohlen zu haben.

Information
Die ganze Familie von Alaa al Fatah ist bekannt für ihren Einsatz für Menschenrechte. Seit 2004 führt er mit seiner Frau ein Internetportal, in dem Korruptionsfälle und Menschenrechtsverletzungen offengelegt werden. 2006 war Alaa für 45 Tage im Gefängnis. Er kam damals nur durch internationalen Druck frei.

Gebet
Guter Gott, hilf, dass Alaa al-Fatah vor einem ordentlichen Gericht seine Unschuld beweisen kann. Hilf auch, dass in Ägypten die Gewalt gegen Christen ein Ende hat. Hilf allen, die in Ägypten für Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit und den Aufbau eines demokratischen Staates eintreten.

Türkei

Denken wir an verhaftete Menschenrechtsaktivisten in der Türkei:
Am 28. Oktober 2011 wurden in Istanbul im Rahmen eines Anti-Terror-Einsatzes gegen angebliche "Kollaborateure" des PKK-nahen Verbandes "Union der Gemeinschaften Kurdistans" über 48 Personen verhaftet. Unter den Festgenommenen befinden sich auch der Verleger Ragip Zarakolu und die Professorin Büsra Ersanli, Dozentin für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen an der Marmara-Universität Istanbul. Sie werden der "Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation" beschuldigt. Ragip Zarakolu ist Gründer des türkischen Menschenrechtsvereins (IHD) und Vorsitzender des "Komitees für Verlegerfreiheit der Union der Verleger der Türkei". Er hat zahlreiche Bücher über die Unterdrückung nationaler Minderheiten in der Türkei und den Völkermord an den Armeniern herausgegeben. Büsra Ersanli setzt sich für die politischen Rechte von Frauen ein.

Gebet
Guter Gott, sei mit deiner Kraft bei Ragip Zarakolu, Büsra Ersanli und allen politischen Gefangenen in der Türkei. Hilf, dass die Antiterrorgesetze nicht weiter missbraucht werden, um Menschenrechtsarbeit und Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

Kuba

Denken wir an misshandelte Bürgerrechtlerinnen in Kuba:
Idannia Yánez Contreras, Damaris Moya Portieles und Yanisbel Valido Pérez, drei Mitglieder der Oppositionsbewegung "Coalición Central Oppositora", wurden nach Berichten der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM),am 31. Oktober 2011 von der Polizei festgenommen und in der Haft so geschlagen, dass sie schwere Verletzungen erlitten. Damaris Portieles wurde so stark gewürgt, dass sie der Erstickung nahe war, Idania Contreras durch Polizeischläge am Arm und am Auge und durch Schnittwunden am Rücken schwer verletzt. Die IGFM berichtet von gezieltem Einsatz willkürlicher Verhaftungen und brutaler Gewalt gegen Menschenrechtler. Erschreckend sei die drastische Zunahme der Misshandlung von Frauen.

Gebet
Gott, wir bitten dich, gib, dass die Menschen, die über Macht verfügen, ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen erkennen und danach handeln, damit Gewalt ein Ende hat. Bewahre die drei Frauen vor weiterer Gewalt. Sei bei ihnen und stärke sie durch deine Kraft.

Myanmar

Denken wir an gefolterte Gefangene in Myanmar:
Am 26. Oktober 2011 trat Herr Nyi Nyi Tun und mit ihm 14 weitere namentlich bekannte, im Insein-Gefängnis inhaftierte politische Gefangene in den Hungerstreik. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen die Handhabung der Behörden, politischen Gefangenen im Gegensatz zu Strafgefangenen keine Reduzierung ihrer Freiheitsstrafe zu gewähren. Zwischen dem 27.10. und 2.11. wurde den Gefangenen das Trinkwasser verweigert, sie wurden gefoltert oder misshandelt. Am 29. Oktober wurden acht der 15 Streikenden in Hundezwinger verlegt, die etwa zwei mal drei Meter groß sind, fensterlos, schlecht belüftet, es gibt weder Betten oder Matten noch sanitäre Einrichtungen. Die Gefangenen durften weder von ihren Familien besucht werden, noch Briefe oder Päckchen mit Nahrungsmitteln erhalten.

Gebet
Gott, schau auf das Elend der armen Gefangenen. Sei du bei ihnen und gib ihnen Kraft von deiner Kraft, die unmenschliche Behandlung zu ertragen. Lass sie die Hoffnung auf baldige Befreiung nicht verlieren.

Guatemala

Denken wir an bedrohte Journalisten in Guatemala:
Die Journalistin Lucia Escobar hat ihren Wohnsitz verlassen, weil sie sich in Gefahr befindet. Sie hatte am 19. Oktober 2011 einen Artikel veröffentlicht, in dem sie die Verbrechen einer örtlichen Sicherheitsgruppe von Panajachel, die unabhängig von den staatlichen Sicherheitskräften agiert, angeprangert hat. Sie berichtete darin, dass eine Gruppe maskierter Männer Lynchmorde begangen habe und auch für Folterungen und das Verschwinden eines Anwohners von Panajachel verantwortlich sei. In einer Sendung des örtlichen Fernsehsenders wurde Lucia Escobar gedroht, dass sie "in einen Mülleimer geworfen werde". Vom 30.10. bis 2.11.2011 hat sie per Internet mehrere ähnliche Drohungen erhalten. Zudem wurde sie mit illegalen Geschäften und mit einem örtlichen Drogendealer in Verbindung gebracht. Auch der Korrespondent Gustavo Giron wurde bedroht, nachdem er von der Verhaftung von zwei Anführern der örtlichen Sicherheitsgruppe in einer Sendung des Fernsehens berichtet hatte. Kurz nachdem sein Bericht ausgestrahlt worden war, erhielt er Drohanrufe. Es wurde ihm gesagt, dass er es bereuen würde, sich eingemischt zu haben. Beide Journalisten haben eine Klage bei der Staatsanwaltschaft von Guatemala eingereicht. Auch dadurch befinden sie sich in großer Gefahr.

Gebet
Guter Gott, hilf, dass das Leben der Journalisten geschützt werde. Hilf auch, dass eine unparteiische Untersuchung der von Lucia Escobar genannten Verbrechen die Wahrheit ans Licht bringt und dass den Menschen in Panajachel nicht von denen, die sie schützen sollen, Gewalt angetan wird.

China

Denken wir an eine gefangene Frau in China:
Am 29. Oktober 2011 wurde Li Shanshan von Sicherheitsbeamten in Tangshan, Provinz Hebei, im Norden Chinas festgenommen, weil sie für die Freilassung ihres Ehemannes Zhou Xiangyiang eintritt. Dieser war am 5. März 2011 erneut festgenommen worden, nachdem er bereits von 2003 bis 2009 sechs Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Die chinesischen Behörden gaben am 10. November an, dass sie Li Shanshan zwei Jahre "Umerziehung durch Arbeit" auferlegt haben. Sie weigern sich, ihren Haftort bekannt zu geben. Ihr drohen Folter und andere Misshandlungen. Von Januar 2006 an verbrachte sie aus dem selben Grund bereits 15 Monate in einem Umerziehungslager.

Information
Die Umerziehungslagern habe das Ziel, Falun Gong-Anhänger dazu zu bringen, ihren Überzeugungen abzuschwören, oft unter Einsatz von Folter.

Gebet
Gott, gib Li Shanshan die Kraft, die neuerliche Haft ohne Schaden an Leib und Seele zu überstehen. Lass sie in Not und Bedrängnis deine Nähe und Liebe spüren und darin Trost finden.

Ägypten 2

Denken wir an bedrohte Flüchtlinge in Ägypten:
Wie die ägyptische Menschenrechtsorganisation "New Generation Foundation for Human Rights" aus der Sinai-Stadt El Arish berichtet, werden afrikanische Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien auf ihrem Weg nach Israel auf der Sinai-Halbinsel Opfer schwerster Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Wie Überlebende berichten, entführen skrupellose Menschenhändler die Flüchtlinge und halten sie unter unmenschlichen Bedingungen in Höhlen fest, gefesselt, misshandelt und vergewaltigt. Wenn Angehörige das geforderte Lösegeld nicht zahlen, werden Flüchtlinge ermordet und illegal Organe entnommen, um sie zu verkaufen.

Information
Der neue Innenminister bemüht sich, die Rechtlosigkeit im Nord-Sinai, die durch den Zusammenbruch des Mubarak-Regimes und dem Rückzug der Polizei aus der Region entstanden war, zu beenden.

Gebet
Barmherziger Gott, dir befehlen wir diese Menschen an, die auf der Flucht sind und auch noch den Grausamkeiten der Menschen hilflos ausgeliefert sind. Wende dich zu ihnen. Mögen sie in deiner Güte Zuflucht finden. Möge ihr Leid ein Ende nehmen und ihre Befreiung nahen.

Brasilien

Denken wir an bedrohte indigene Menschen in Brasilien:
Am frühen Morgen des 18. November 2011 drangen 40 bewaffnete Männer, von denen viele Kapuzen trugen, mit Lastwagen in das Lager der indigenen Gemeinschaft der Guaraní-Kaiowá ein. Das Lager befindet sich auf dem ihnen angestammten Land im Süden des Bundesstaates Matto Grosso do Sul. Die Männer griffen die Gemeinde an, verletzten dabei mehrere Personen und erschossen den Gemeindesprecher Nísio Gomes. Den Leichnam warfen sie auf den Lastwagen, ergriffen drei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren und fuhren davon. Von dem Leichnam und den Kindern fehlt bisher jede Spur. Die Gemeinschaft der Guaraní-Kaiowá, die unter gefährlichen Bedingungen entlang einer Schnellstraße lebte, war am 1.November 2011 auf ihr Land zurückgekehrt, das ihnen bereits seit 2008 zugesprochen aber noch immer nicht amtlich eingetragen ist. Trotz der ständigen Bedrohung durch den Großgrundbesitzer will die Gemeinschaft auf ihrem angestammten Land bleiben.

Gebet
Guter Gott, erbarme dich der armen Guaraní-Menschen, die nirgendwo geduldet werden und sogar um ihr angestammtes Land kämpfen müssen. Wir legen das Schicksal der entführten Kinder in deine gütigen Hände. Sei ihnen Trost und Hilfe.

Bahrain

Denken wir an Gefangene in Bahrain Am 28. November 2011 soll eine Sitzung des Berufungsgerichts stattfinden, in der es um das Urteil über 20 Ärzte bzw. Krankenschwestern aus Bahrain geht. Am 29.September wurden sie durch das Gericht der nationalen Sicherheit in einem Schnellverfahren zu Strafen zwischen 5 und 15 Jahren verurteilt, weil sie laut erzwungenem Geständnis zum Umsturz aufgerufen oder Pflege aus politischen Gründen verweigert hätten. Die Angeklagten arbeiteten in dem Krankenhaus von Salmaniyya, dem zentralen Krankenhaus des Landes, das viele bei Demonstrationen Verletzte aufgenommen hat. Die Beschuldigten wurden im März und April verhaftet, weil sie öffentlich die Ausschreitungen der Polizei und des Militärs während der Protestaktionen angeprangert hatten. Sie wurden während der Haft misshandelt und gedemütigt. Im September kamen sie gegen Kaution bis zum Urteil des Berufungsgerichts frei. Obwohl dieses ein ziviles Gericht ist, droht ihnen auch hier ein ungerechter Prozess, weil sie ihre Meinung frei geäußert und damit gegen staatliche Interessen verstoßen haben.

Gebet
Guter Gott, gib, dass die Angeklagten, die den Mut hatten, ihre Meinung zu Übergriffen der Polizei zu äußern, frei gesprochen werden. Hilf, dass auch in Bahrain die Freiheit der Meinung respektiert wird.

Russland

Denken wir an einen inhaftierten Menschen in Russland:
Der 33 jährige tschetschenische Gefangene Zoubair Zoubairaiev, der in Minoussinsk (Sibirien) inhaftiert ist, braucht, wegen der Verletzungen, die er durch Folter erlitt, dringend medizinische Hilfe. Für Vergehen, die er unter Folter eingestanden hatte, wurde er 2005 zu 5 Jahren Haft verurteilt. Er wurde immer wieder u.a. durch Schläge und Elektroschocks gefoltert. Während des Besuchs seines Anwalts im Oktober konnte er nur mit Hilfe eines Mitgefangenen gehen. Alleine konnte er weder sitzen noch stehen. Er leidet an einer gebrochenen Wirbelsäule und Schädeltrauma und möchte dringend verlegt werden, weil er den Ärzten seines Gefängnisses misstraut. Die Gefängnisleitung will ihm keine medizinische Versorgung gewähren und droht, ihn so zu schlagen, dass er den Tag seiner Entlassung, vorgesehen für Juni 2012, nicht erleben wird. Er trägt nun eine Marke mit der Aufschrift "selbstmordgefährdet". Menschenrechtsvertreter fürchten, dass so ein möglicher Tod, der Folge der Misshandlung ist, als Selbstmord vertuscht werden könnte.

Information
Tschetschenische Gefangen sind in russischen Gefängnissen besonders oft Opfer von Folterungen. Obwohl ein Gesetz vorschreibt, dass Gefangene nicht weiter als 300 km entfernt vom Heimatort untergebracht werden sollen, werden sie in der Regel weit entfernt, z.B. in Sibirien inhaftiert, so dass ihre Angehörigen sie nicht erreichen können. Es ist gefährlich für Gefangene, gegen Folter zu klagen. Folterer werden zudem nicht gerichtlich belangt.

Gebet
Guter Gott, gib, dass Zoubair Zoubairaiev bald ärztliche Hilfe zuteil wird und seine Leiden gelindert werden. Wandle den Hass der Gefängniswärter in Mitgefühl. Lass sie in den Gefangenen Mitmenschen sehen.

Zitat

"Gott wird geboren, wenn Liebe, Gerechtigkeit, Freiheit und Friede nicht nur mehr Worte sind, sondern Realitäten, die Mühe machen."
Thyacinthe Vulliez

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Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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