ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Pakistan

Denken wir an einen verschwundenen Anwalt in PAKISTAN
Der Rechtsanwalt Mohan Lal Menghwar, der zur Dalit Hindu-Minderheit gehört, war am 23. Dezember 2011 auf dem Weg von seinem Wohnort Bhadisindhu in der Provinz Sindh zu einer Gerichtsverhandlung beim Obersten Gericht von Sindh. Dieses befindet sich in der Stadt Hyderabad, 56 km von seinem Wohnort entfernt. Als er am Gericht nicht ankam, entstand unter den Anwälten und Klienten Panik. Erst um 19 Uhr informierte die Polizei die Familie, dass das Auto mit allen Gerichtsakten ohne den Anwalt an einem Taxistand in Tando Jam gefunden wurde, weigert sich aber, in der Entführungssache etwas zu unternehmen mit der Begründung, dass man nicht wisse wo die Entführung erfolgt sei. Inzwischen erhielt der Seniorkollege des Opfers eine Lösegeldforderung in Höhe von 10 Millionen Rupies (ca. 144.000 € ).

Information: Es ist bekannt, dass religiöse muslimische Gruppen unbehelligt von der Provinzpolizei in den ländlichen Gebieten der Hindus operieren können. Die Entführungen, besonders auch von Mädchen, deren Vergewaltigungen und erzwungene Konversion zum Islam, haben ein solches Maß erreicht, dass viele Hindufamilien nach Indien fliehen.

Gebet: Herr, nimm dich der Verfolgten Hindus an, höre das Gebet der Gedemütigten und Entrechteten. Wende Herz und Sinn der religiösen Eiferer zu Einsicht und Umkehr. Sei mit deiner Kraft bei Mohan Lal Menghwar und seiner Familie.

 

Tschad

Denken wir an einen Gefangenen im TSCHAD
Daniel Denzombé Passalet, der Präsident der Menschenrechtsorganisation im Tschad, hatte am 18.Dezember 2011 in einem Interview in Radio France Internationale angeprangert, dass die Untersuchung des im September 2011 an dem Dorfhäuptling begangenen Mordes behindert werde und dass dessen Ehefrau nun von Sicherheitskräften entführt worden sei. Er selbst wurde am 19.Dezember 2011 vom Staatsanwalt verhört und wegen „verleumderischer Anschuldigungen“ inhaftiert. Er wurde in das Gefängnis von Moussoro, 300 km im Norden von N’Djamena, gebracht, in dem bereits Verurteilte inhaftiert sind, während andere Untersuchungshäftlinge in einem Gefängnis der Hauptstadt untergebracht sind. Es wird befürchtet, dass er physische und psychische Misshandlung erfährt. Offensichtlich soll dadurch die Menschenrechtsarbeit im Tschad behindert werden.

Gebet: Guter Gott, hilf, dass Daniel Passalet, der sich für die Aufklärung von Verbrechen mutig eingesetzt hat, einen fairen Prozess erhält und bald wieder freigelassen wird. Gib, dass die Verantwortlichen im Tschad an Aufklärung und nicht Verschleierung von Verbrechen interessiert sind.

 

Algerien

Denken wir an einen zu einer ungerechten Strafe verurteilten Menschenrechtler in ALGERIEN
2001 hatte Herr Mohamed Smain, Führer der in Relizane tätigen algerischen Liga für die Verteidigung der Menschenrechte, die algerische Presse über die Entdeckung eines Massengrabs benachrichtigt, das von der Miliz von Relizane, angeführt von Hadj Fergane, dem ehemaligen Bürgermeister, angelegt worden sei. Wegen Diffamierung von Personen und falscher Anschuldigungen hatte Herr Fergane gegen ihn geklagt und Herr Smain wurde 2002 vom Gericht in Relizane zu 2 Monaten Gefängnis und der Zahlung einer hohen Geldsumme verurteilt. Das Berufungsgericht hat 2007 die Gefängnisstrafe bestätigt und die Summe noch erhöht, wogegen Herr Smain Revision beim Obersten Gericht eingelegt hat. Auch das Oberste Gericht hat nun im Dezember 2011 dieses Urteil bestätigt. Damit ist ganz offenkundig, dass Menschenrechtsaktionen bestraft werden.

Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Gerichte in Algerien nicht zur Vertuschung der Massenmorde beitragen, sondern helfen, diese Morde aufzuklären.

 

Vietnam

Denken wir an inhaftierte Hoa-Hao Buddhisten in VIETNAM
Ein Volksgericht der südvietnamesischen Provinz An Giang hat am 13. Dezember 2011 den 71-jährigen Nguyen Van Lia zu fünf und den 58-jährigen Tran Hoai An zu drei Jahren Haft verurteilt. Sie sind leitende Mitglieder der von der Regierung nicht anerkannten und unterdrückten Traditionellen Buddhistischen Hoa-Hao Kongregation und hatten ausländische Diplomaten über die Einschränkung der Religionsfreiheit in Vietnam informiert. Der Prozess gegen sie wegen angeblichen „Missbrauchs demokratischer Freiheiten zur Verletzung von Staatsinteressen“ fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und die Angeklagten hatten keinen Rechtsbeistand. Tran Hoai An befindet sich seit Juli 2011 in Haft. Nguyen Van Lia ist schon seit April 2011 inhaftiert und sein Gesundheitszustand ist sehr besorgniserregend. Er berichtete seiner Familie, dass er gefoltert worden sei, weil er das von ihm geforderte Geständnis verweigerte.

Gebet: Guter Gott, sei Nguyen Van Lia und Tran Hoai An nahe und bewahre sie vor weiterer Folter und Misshandlung. Hilf, dass die vietnamesische Regierung dazu bewegt werden kann, das Recht auf Religionsfreiheit zu respektieren.

 

Sri Lanka

Denken wir an verschwundene Menschenrechtsaktivisten in SRI LANKA
Lalith Kumara Weeraraju und Kugan Muruganandan, zwei Menschenrechtsaktivisten aus Jaffna im Norden Sri Lankas, wurden zuletzt am 9. Dezember 2011 beim Verlassen des Hauses von Kugan Muruganandan gesehen. Sie hatten sich auf eine Pressekonferenz vorbereitet, die anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember stattfinden und auf der eine Protestaktion für den 13. Dez. angekündigt werden sollte. Diese Protestaktion sollte auf die durch das srilankische Militär an der tamilischen Zivilbevölkerung begangenen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen und zur  Freilassung von Gefangenen, die seit Kriegsende ohne Anklageerhebung festgehalten werden, aufrufen. Obwohl ein örtliches Parlamentsmitglied eine Vermisstenanzeige aufgab und Beschwerden beim Verteidigungsministerium und der Nationalen Menschenrechtskommission einreichte, wurden keine ernsthaften Schritte unternommen, um das Verschwinden der beiden Menschenrechtsaktivisten aufzuklären. Es gibt Hinweise dafür, dass sie zurzeit an einem unbekannten Ort im Bezirk Jaffna inhaftiert sind.

Gebet: Guter Gott, sei mit deinem Schutz bei Lalith Kumara Weeraraju und Kugan Murugananda, wo immer sie sich befinden. Hilf, dass sie ihre Freiheit wiedererlangen.

 

Tunesien

Denken wir an einen Gefangenen in TUNESIEN
Seit 13 Jahren ist der Algerier Abdelaziz Zidani, 55 Jahre alt, im Gefängnis von Nadhor inhaftiert. Er wurde im Februar 1998 in Tunis wegen Drogenhandels gefangen genommen und während der Untersuchungshaft so lange gefoltert, bis er ein Geständnis unterzeichnet hat, das in arabischer Sprache abgefasst war, einer Sprache, die er nicht versteht. Auf der Grundlage des erzwungenen Geständnisses wurde er zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er leidet an Diabetes und Herzproblemen. Seine Mutter, wohnhaft in Algerien, kann ihn wegen ihres hohen Alters nicht mehr besuchen. Er hat nur über ACAT-Mitglieder Kontakt zur Außenwelt. Nach der Revolution hat der neue Präsident auf dem Gnadenwege die Dauer der Haft auf 22 Jahre gesenkt. Abdelaziz Zidani hat mehr als die Hälfte der Haft verbüßt und bittet um weitergehende Begnadigung oder bedingte Freilassung.

Gebet: Guter Gott, gib, dass Abdulaziz Zidani nicht den Mut verliert. Hilf, dass mit der neuen Regierung in Tunesien die Unverwertbarkeit von erzwungenen Geständnissen erkannt wird und dass Abdulaziz Zidani bald ein neues Leben in Freiheit antreten kann.

China

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten Mann und seine Ehefrau in CHINA
Der Falun-Gong-Anhänger Zhou Xiangyang hat aus Protest gegen seine willkürliche Festnahme einen Hungerstreik begonnen. Seine Festnahme erfolgte am 5. März 2011 in seinem Haus in Tangshan (Provinz Hebei) durch Sicherheitskräfte, die ihn und seine Frau in Untersuchungshaft nahmen. Seither befindet sich Zhou Xiangyang im Gangbei-Gefängnis im Norden von Peking. Seine Frau Li Shanshan wurde nach einigen Wochen freigelassen. Danach trat sie mit der Familie ihres Mannes sofort durch einen öffentlichen Brief und einer Petition mit 2.300 Unterschriften für seine Freilassung ein. Deshalb wurde sie im Oktober erneut festgenommen und zu zwei Jahren “Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt. Zhou Xiangyang hat bereits insgesamt über acht Jahre im Gefängnis verbracht, weil er sich kritisch über die Verfolgung von Falun-Gong-Anhängern geäußert hatte. In der Haft erlitt er schwerste Folter.  

Gebet: Guter Gott, wir legen das Schicksal von Zhou Xiangyang und Li Shanshan in deine Hände. Mögen sie in deiner Güte Trost und Heilung erfahren. Wir bitten dich für die Folterer; gib ihrem Verstand Einsicht und ihren Herzen Liebe zurück.


Turkmenistan

Denken wir an einen gefangenen Pastor in TURKMENISTAN
Ilmuriad Nurliev, der 46-jährige Pastor der Gemeinde “Svet Miru“ (Licht der Welt) in Mary im Südosten von Turkmenistan, wurde im August 2010 unter falscher Anschuldigung festgenommen und am 21. Oktober 2010 wegen angeblichen Betrugs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anschuldigungen waren zwei Frauen seiner Gemeinde durch Drohungen abgepresst worden. Er muss die Strafe weit weg von seiner Familie im Osten des Landes im Arbeitslager Seydi verbüßen. Seine Frau legte Berufung gegen das Urteil ein, bisher ohne Erfolg. Pastor Nurliev war vor Jahren Christ geworden. Als Leiter seiner Gemeinde war er besonders in der Hilfe für Drogenabhängige tätig. Wegen seines Engagements wurde er von den Behörden schikaniert. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört dem Islam an. Christliche Gemeinden werden massiv eingeschüchtert und häufig von der Polizei verhört.

Gebet: Guter Gott, wir beten mit der Familie von Pastor Nurliev um seine baldige Freilassung durch die bevorstehende allgemeine Amnestie. Möge ihre Hoffnung in  Erfüllung gehen. Gib den Christen in Turkmenistan Kraft gegen alle Anfeindungen und hilf, dass sie ihren Glauben in Gemeinschaft mit anderen Christen leben können.


Mexiko

Denken wir an zwei entführte Frauen in MEXIKO
Eva Alarcón und Marcial Bautista, Mitglieder der Umweltorganisation OCESP (Organización de Campesinos de la Sierra de Petatlan y Coyuca de Catalán), wurden am 7. Dezember aus einem Bus im Bundesstaat Guerrero entführt. Bewaffnete Männer umstellten den Bus und zwangen die beiden Frauen mit Waffengewalt, aus dem Bus auszusteigen. Beide waren auf dem Weg nach Mexiko-Stadt, wo sie an einem Treffen der Friedensbewegung “Movimiento por la Paz con Justicia y Dignidad“ (MPJD) teilnehmen wollten. Obwohl Ermittlungen von den Behörden eingeleitet wurden, fehlt von den beiden jede Spur. Man muss große Sorge um ihre Sicherheit haben. Anhänger der Friedensbewegung werden verstärkt verfolgt und angegriffen. Erst am Tage zuvor wurde der 73-jährige Gemeindesprecher von Santa María Ostole entführt und einen Tag später tot aufgefunden. Er wurde erschossen und zuvor gefoltert.

Gebet: Gott, wir sind gewiss, dass du Eva Alarcón und Marcial Bautista  auch in den dunkelsten Stunden begleitest und hältst. Lass sie in Not und Verlassenheit deine Nähe und Liebe erfahren.


Kuba

Denken wir an willkürlich Inhaftierte in KUBA
Am 30. November 2011 wurden Yvonne Malleza Galano, ihr Mann Ignazio Martinez Montejo und Isabel Hajdée Alvara Mosquera verhaftet, als sie friedlich gegen Armut und Betrug in Havanna protestierten. Yvonne wurde 10 Tage an einem geheimen Ort ohne Kontakt zu einem Anwalt festgehalten. Alle drei sind nun in dem Centre alternatif d’accusation in Havanna inhaftiert. Obwohl gegen sie noch keine offizielle Anklage erhoben und der Grund ihrer Verhaftung noch nicht mitgeteilt wurde, deuten Anzeichen darauf hin, dass sie als politische Häftlinge gelten, weil sie von ihrem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht haben. Yvonne wurde des öfteren angegriffen und inhaftiert, weil sie friedlich die Aktivitäten der „Damen in Weiß“ unterstützte.

 Info: Die „Damen in Weiß“ sind Frauen, Mütter oder Schwestern von politischen Häftlingen, die regelmäßig in Protestmärschen die Freilassung der Angehörigen fordern. Auch unter Ráoul Castro geht der Staat gewaltsam gegen jede Form von Protest vor.

Gebet: Guter Gott, gib, dass die Gefangenen in einem fairen Prozess erfahren, was man ihnen vorwirft und sich verteidigen können.


Syrien

Denken wir in dieser Stunde an zahlreiche Gefolterte in SYRIEN
Glaubwürdigen Berichten zufolge wurden im vergangenen Jahr in Syrien 617 Menschen zu Tode gefoltert, unter ihnen 39 Kinder.
37 000 Oppositionelle befinden sich zurzeit in Haft. Eine unbekannte Zahl von ihnen wird durch Elektroschocks und andere brutale Methoden gefoltert. Weil die Gefängnisse nicht ausreichen, müssen sich z.B. in Homs  300 Gefangene 65 Betten teilen. Sogar eine Kirche ist in Homs in ein improvisiertes Gefängnis verwandelt worden, in dem Regierungsgegner misshandelt wurden.

Gebet: Gott, wir beten für die Menschen in Syrien. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft, damit sie die unmenschlichen Bedingungen ihrer Haft überstehen können. Hilf ihnen, die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft nicht zu verlieren.

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Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/