ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 


Denken wir an einen bedrohten Menschenrechtler im KONGO
 
Am 5. Januar 2012 wurde das Haus des Menschenrecht­lers Dismas Kitenge Senga in Kisangani angezündet, wäh­rend die Familie schlief. Obwohl sofort Feueralarm ausgelöst wurde, kam erst 3 Stunden später ein Löschfahr­zeug. Das Haus und das Inventar waren schon verbrannt, Personen kamen nicht zu Schaden. Das Feuer brach an der offen vor­gefundenen hinteren Tür des Hauses aus, so dass die Fami­lie das Eindringen eines Dritten vermutet. Der Bür­germeis­ter war vor Ort. Obwohl es keinen Poli­zeibericht gab, hat er einen Tag später in einer Sendung des nationalen Fern­sehsenders erklärt, dass ein elektri­scher Kurzschluss und kein strafrechtlicher Akt die Ur­sa­che war. Am 9. Januar wur­de ein Untersuchungsbericht der Kriminalpolizei dem Staatsanwalt von Kisangani über­geben. Der Anwalt von Herrn Kitenge erhielt jedoch keine Akteneinsicht. Am 7.Ja­nuar wurde Herr Kitenge im nationalen Fernsehsender diffamiert. Er verteidige nicht die Menschenrechte, son­dern gehöre zu den oppositionellen Politikern, die ein Kom­plott gegen die Regierung schmieden würden. Es wird vermutet, dass Herr Kitenge, dessen Haus schon einmal 2005 angezündet worden war, deswegen attackiert wird, weil er die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl und die Abhängigkeit der Justiz angeprangert hat.

Gebet:
Guter Gott, gib, dass Herr Kitenge und seine Familie vor weiteren Anschlägen geschützt und die von ihm erhobenen Vorwürfe von unabhängiger Seite geprüft werden. Lass ihn nicht müde werden, für Gerechtigkeit einzutreten.

Denken wir an einen verschwundenen Aktivisten in SYRIEN

Am 1. Januar 2012 ist der bekannte syrische Menschenrechts­aktivist Mohamed Anwar Dabbas von Sicherheitskräften schwer verletzt aus einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Daraya entführt worden. Er hatte an diesem Tag an ei­ner friedlichen Demonstration für Reformen teilgenommen, als plötzlich Scharfschützen auf die Demonstran­ten schossen. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass man ihn sofort in ein nahe gelegenes Privatkrankenhaus brachte. Da man dort die schweren Verletzungen nicht operieren konnte, wurde er in ein größeres Krankenhaus verlegt. Mitarbeiter der syrischen Luftwaffe entführten ihn von dort, angeblich um ihn in ein Krankenhaus in Damaskus bringen. Seither gibt es kein Le­benszeichen mehr von ihm.

Gebet:
Gott, dir befehlen wir Mohamed Anwar Dabbas an. Nimm dich seiner an und gib ihm Trost. Lindere seine Einsamkeit und Verlassenheit durch deine Nähe. 

Denken wir an verfolgte Christen in NIGERIA
Berichten zufolge, die die katholische Hilfsorganisation “Kirche in Not“ am 24. 01. 2012 von Repräsentanten der Kir­che in Nigeria erhielt, sind an die 35.000 Menschen im Norden Nigerias auf der Flucht in den Süden. Viele Kirchen wurden zerstört. Wie berichtet wird, herrscht Panik, viele haben alles verlassen und laufen um ihr Leben. Der katho­lische Priester und Menschenrechtsaktivist Prälat Obiora Ike spricht davon, dass eine regelrechte Christenverfolgung im Gange sei. Die seit einem Jahr operierende radikal-isla­mi­sche Boko-Haram-Sekte hat das offen erklärte Ziel, die Christen aus dem Norden Nigerias zu vertreiben. Laut “Human Rights Watch“ wurden seit Beginn der Terroran­schläge bereits 935 Menschen getötet, allein in diesem Jahr sind 250 Opfer zu beklagen.

Gebet:
Guter Gott, wir bitten dich für die Menschen in Nigeria, die auf der Flucht sind.
Lass sie auf ihrer Flucht hilfreiche und freundliche Men­schen finden. Gib ihnen die Kraft, auch in ihrem Elend darauf zu vertrauen, dass ihre Hilfe von dir kommt.

Denken wir an Menschen unter Falschanklage in INDIEN

Am 23. Dezember 2011 wurde Narayan Reddy, ein füh­render Vertreter der Kommunistischen Partei Indiens, im ost­indischen Bundesstaat Odisha festgenommen und fälsch­lich des Mordes angeklagt. Er leitet eine bereits seit Jahren andauernden Kampagne gegen die Enteignung von Gemeindeland, das von örtlichen Bauern bewirtschaftet wird. Auf diesem Land will ein südkoreanisches Unternehmen ein Stahlwerk bauen. Die Anklage gegen Narayan Reddy steht in Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern, welche die Zufahrtsstraße zu dem Werk bauen, und demonstrierenden Gegnern. Bei diesen Zusammenstößen, an denen Narayan Reddy nicht beteiligt war, kam es zu Verletzten und zu einem Todes­fall. Der An­trag auf Freilassung gegen Kaution, den Narayan Reddy am 9. Januar 2012 stellte, wurde von ei­nem örtlichen Gericht abgewiesen. Gegen den seit Novem­ber 2011 inhaftierten früheren Leiter der Kampagne und zehn weitere an ihr beteiligte Menschen wurden ebenfalls jeder Grundlage entbehrende Anklagen erhoben.

Gebet
: Guter Gott, sei Narayan Reddy und allen Kampa­gnen­teilnehmern nahe. Lass ihnen und den von der Ent­eignung betroffenen Bauern Gerechtigkeit widerfahren.

Denken wir an inhaftierte Gewerkschafter im IRAN
Am 15. Januar 2012 wurde der Gründer der Malergewerkschaft Shahrokh Zamani an seinem Arbeitsplatz in der Stadt Tabriz im Nordwesten Irans festgenommen. Er soll eine 11-jährige Haftstrafe wegen „regimefeindlicher Pro­paganda“ und „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ ver­büßen. Zehn weitere Gewerkschafter wurden im Dezember 2011 und Januar 2012, zum Teil ohne Angabe von Grün­den, verhaftet oder nach Bestätigung ihrer Hafturteile durch das Berufungsgericht zum Haftantritt vorgeladen. Reza Shahabi, Schatzmeister der Busfahrergewerkschaft im Großraum Teheran, ist seit Juni 2010 im Evin-Gefängnis in­haftiert. Im November 2011 trat er in den Hungerstreik, den er jedoch am 23. Dezember nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus auf Bitten seiner Familie und vieler Arbeiteraktivisten beendete.

Gebet
: Guter Gott, sei mit deiner Hilfe und Nähe bei Shahro­k­h Zamani, Reza Shahabi und alle Gewerkschaf­tern, die wegen ihres Einsatzes für die Rechte von Arbei­tern inhaftiert worden sind. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft.

Denken wir an einen bedrohten Menschen im SUDAN

Am 26. Dezember 2011 wurde der 29 Jahre alte Ingenieur Mohamed Hassan Alim in seinem Haus in Khartum von Sicherheitskräften in Zivil festgenommen. Sie schlugen ihn vor den Augen seiner Mutter und brachten ihn in ei­nem Au­to weg. Seither wird er an einem geheimen Ort ohne Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten. Ihm drohen Folter und Misshandlungen. Während einer Veranstaltung an der Universität Khartum Anfang Dezember 2011 hatte er Nafi Ali Nafi, den Berater von Präsident Omar al-Bashir, öffentlich kritisiert und der Menschenrechtsverletzungen und der Korruption beschuldigt. Dies wurde auf Video auf­gezeichnet und verbreitet. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten als Mitglied der oppositionellen Ba’ath Partei war er schon einmal im Januar 2011 festgenommen und 45 Tage lang in geheimer Haft festgehalten worden. In dieser Zeit wurde er gefoltert und misshandelt.

Gebet:
Gütiger Gott, wir bitten dich, sei Mohamed Hassan Alim nahe, damit er den Mut nicht verliert trotz der furcht­baren Leiden, die ihm angetan werden. Stärke ihn in sei­nem Überlebenskampf.

Denken wir an einen inhaftierten Anwalt im IRAN
Am 8. Januar 2012 begann am Teheraner Revolutionsgericht un­ter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Pir Abbasi der Prozess gegen Abdolfattah Soltani, den bekannten Menschenrechtsanwalt. Ihm wird “regimefeindliche Pro­paganda“, “Verschwörung gegen die Staatssicherheit“ und “Akzeptanz eines gesetzeswidrigen Preises“ zur Last gelegt. 2009 wurde ihm in Abwesenheit der Internationale Men­schenrechtspreis der Stadt Nürnberg verliehen. Soltani war gemeinsam mit Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi Gründungsmitglied des Iranischen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger und vertrat vor Gericht vor allem politische Gefangene und ihre Familien. Soltani befindet sich seit dem 10. September 2011 im für Folter berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft.

Gebet
: Gerechter Gott, wir bitten dich für Abdolfattah Soltani, der zum Schweigen gebracht werden soll, weil er für die Rechte seiner Mitmenschen kämpft. Du, Herr, ver­magst, Geist und Sinn der Verantwortlichen zu wenden, damit sie ihre Verantwortung erkennen und zu einem gerechten Urteil finden.

Denken wir an einen inhaftierten Schüler in BAHRAIN

Hassan `Oun, ein 18-jähriger Schüler des Technologie-In­stituts Shaik Khalifa nördlich der Hauptstadt Manama, wur­de am 3. Januar 2012 von mehreren Polizeibeamten in Zivil an seinem betrieblichen Ausbildungsplatz im nahege­le­genen ‘Arad ohne Vorlage eines Haftbefehls verhaftet und zur Po­lizeiwache Samaheej gebracht. Bei der Befragung gab er an, der Menschenrechtsorganisation Bahrain Center for Human Rights nach einer früheren Festnahme, Informationen hatte zukommen lassen, dass er bedroht und gefoltert worden war. Dies berichtete er am 4. Januar auch der Staatsanwaltschaft. Der anwesende Rechtsanwalt stellte fest, dass auch diesmal Spuren der Folter an seinem Körper zu erkennen waren. Er bleibt weiter in Haft, da er an Protestkundgebungen gegen die Regierung teilgenommen hatte. Es ist zu befürchten, dass er weiterhin gefoltert wird.

Gebet:
Barmherziger Gott, bewahre den mutigen jungen Men­schen Hassan ‘Oun vor weiterer Folter. Gib, dass seine Seele keinen Schaden nimmt durch das Leid, das ihm ange­tan wird. Möge er bald wieder in Freiheit leben können.

Denken wir an eine misshandelte Frau in SOMALIA
Nach Augenzeugenberichten wurde die 28-jährige Sofia Osman am 22. Dezember 2011 um 15 Uhr mit 40 Hieben vor Hunderten von “jubelnden“ Zuschauern ausge­peitscht: die Strafe für ihren Glaubenswechsel vom Islam zum Chris­tentum. Bei der Auspeitschung wurde sie ohnmäch­tig, starb aber glücklicherweise nicht. Sie wurde von ihrer Familie weggebracht. Sofia Osman war bereits im Novem­ber 2011 von Anhängern der radikal-islamischen Gruppe Al Shabaab aus ihrer Heimatstadt Janale entführt worden. Welche Demütigungen und Misshandlungen sie seither in den Händen ihrer Entführer erleiden musste, wollte sie nicht sagen. Sie entstammt einer traditionell muslimi­schen Familie und wurde vor vier Jahren Christin.
Information: Aufgrund ihres Glaubens werden in Somalia immer wieder Christen von Islamisten entführt, misshan­delt und teilweise brutal ermordet. Die Al Shabaab-Miliz kontrolliert inzwischen weite Teile des Landes im Süden.

Gebet:
Guter Gott, mit unserer Sehnsucht nach Hilfe und Heil kommen wir zu dir. In Jesus hast du uns deine Liebe gezeigt. Lass Sofia Osman nach allem Leiden diese Liebe erfahren, damit sie an Leib und Seele Heilung erfährt.

Denken wir an eine willkürlich inhaftierte Frau in VIETNAM
Laut einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vom 11. Januar 2012 ist die be­kannte Regimekritikerin Bui Thi Minh Hang ohne Ge­richtsurteil in ein Sonderstraflager für AIDS-Kranke eingewiesen worden. Frau Hang (47 Jahre alt) wurde am 27. November 2011 in Ho Chi Minh Stadt (Saigon) verhaftet, weil sie gegen Versammlungsverbot und leere Lippenbe­kenntnisse der Regierung demonstrierte. Es ist die vierte Verhaftung innerhalb von vier Monaten. In Hanoi, wohin sie transportiert worden war, hatte das Volkskomitee eine zweijährige “Umerziehung“ von Frau Hang angeordnet. Sie ist in Gefahr, mit HIV infiziert zu werden, da sie ge­meinsam mit AIDS-Kranken im fortgeschrittenen Sta­dium Nähnadeln herstellt, wobei die Verletzungs- und Anstec­kungsgefahr besonders groß ist. Es ist bekannt, dass diese Maßnahme öfters gezielt eingesetzt wird, um den Willen der Gefangenen zu brechen.

Gebet:
Guter Gott, wir erbitten deinen Beistand für Bui Thi Minh Hang, gib ihr Kraft, von deiner Kraft. Möge sie vor Ansteckung und Krankheit bewahrt bleiben.

Denken wir an bedrohte Christen in SYRIEN
Während der Bürgerkrieg eskaliert, versuchen radikal-is­la­mische Kräfte, nach einer Jahrhunderte alten toleranten Glaubenstradition der Imame Syriens, das friedliche Ne­ben- und Miteinander von Christen, Muslimen und Anders­gläubigen zu zerstören. Zum ersten Mal müssen nun auch die einheimischen Christen um ihr Leben fürchten. Zwei von ihnen wurden kürzlich entführt, einer wurde erhängt, die Leiche des anderen hat man zerstückelt wieder gefun­den. Weitere vier wurden verschleppt und ihre Entführer drohen mit Mord. In einem verzweifelten Appell an die österreichische Hilfsorganisation Christian Solidarity Inter­national (CSI) schrieb Erzbischof Matta Roham: “Europa muss durch Verhandlungen eine Lösung finden. Sonst sind zwei Millionen Christen vom Exodus bedroht“.

Gebet:
Gott, wir bitten dich, sei deinen leidenden Men­schen nahe, damit sie trotz aller Bedrohung den Mut nicht verlieren. Du bist es, der auch ihren Feinden den Weg der Versöhnung und des Friedens zeigen kann. Hilf auch uns, Herr, dein Reich der Liebe und des Friedens mitzugestal­ten.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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