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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2012 Gebetsblatt März 2012

Gebetsblatt März 2012

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 


Denken wir an einen gesundheitlich gefährdeten Menschen in CHINA  
Der Falun Gong-Anhänger Zou Xiangyang, über dessen Schicksal wir im Januar 2012 berichtet hatten, ist dem Tode nahe. Seit März 2011 ist er im Gamgbei-Gefängnis im Norden von Peking inhaftiert. Vor kurzer Zeit durfte er das erste Mal Besuch erhalten. Er sagte seiner Familie, dass man sich nicht vorstellen könne, was er im Gefängnis erleiden müsse und dass er diese Qualen nicht länger ertragen könne. Seine Familie glaubt, dass seine schlechte körperliche Verfassung auf die jahrelange Folter und die Auswirkungen des Hungerstreiks zurückzuführen ist. Wenn er nicht umgehend aus gesundheitlichen Gründen freigelassen wird, droht er zu sterben.

Gebet:
Guter Gott, gib, dass das Herz der Folternden durch deine Liebe verwandelt wird. Möge Zou Xianyangs Leiden ein Ende nehmen und seine Befreiung nahen.

Denken wir an engagierte Menschen im KONGO
Am 28.11. fanden in der Demokratischen Republik Kongo Wahlen statt, die alles andere als demokratisch waren. Während die internationale Gemeinschaft kaum reagierte, hat die katholische Kirche den massiven Wahlbetrug öffentlich denunziert. Am 16. 2. 2012 hatten sich alle Pfarreien der Erzdiözese Kinshasa auf einen friedlich Protestmarsch vorbereitet, der von der Polizei gewaltsam niedergeschlagen wurde.

Gebet:
Wir bitten dich für Priester, Ordensleute, Laien und Männer und Frauen guten Willens im Kongo, die sich für demokratische Wahlen einsetzen. Gib ihnen Kraft von Deiner Kraft. 

Denken wir an eine gefährdete Frau im IRAN
Die bekannte Regimekritikerin Hanieh Farshi-Shotorban erhält keine für sie dringend notwendige Krankenhausbehandlung, obwohl sie an einer schweren Nierenerkrankung leidet. Ihr Gesundheitszustand ist äußerst kritisch. Frau Farshi-Shotorban wurde am 18. Juli 2010 in Täbriz verhaftet, aber erst im Juni 2011 zu sieben Jahren Haft verurteilt, die sie derzeit in dem für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis verbüßt. In der Untersuchungshaft wurde sie gefoltert, um ihr falsche Geständnisse abzupressen. Monatelang befand sie sich in Einzelhaft. Die Behörden verweigerten ihr, ihre Anwältin zu sehen und verurteilten sie in deren Abwesenheit.

Gebet: Guter Gott, wir beten für Hanieh Farshi-Shotorban, dass sie trotz Folter und Misshandlung die Hoffnung nicht verliert. Stärke sie in ihrem Überlebenskampf und hilf ihr, dass sie an Leib und Seele keinen Schaden nimmt.

Denken wir an ein Opfer von Folterung in TUNESIEN
Am 13. November 2011 beobachtete der Medizinstudent Zakaria Bouguira, dass am Flughafen von Tunis etwa 50 Polizisten auf elf junge marokkanische Fußballfans einprügelten, die einem Match zugeschaut hatten. Als Zakaria das Vorgehen der Ordnungskräfte mit dem Handy filmen wollte, nahmen ihn 20 Beamte der Grenzpolizei fest. Sie gingen gegen Zakaria vor, indem sie ihn traten und schlugen. Sie beschuldigten ihn, er sei ein Verräter, der das Video über Face­book zeigen wolle. Auf der Polizeistation wurden die Jugendlichen und er weiter misshandelt. Ihm wurde angedroht, er werde wegen Hochverrats belangt. Nachdem sich eine größere, über Facebook informierte Menge vor der Polizeistation versammelt hatte, wurde er freigelassen. Zakaria hat am folgenden Tag Anzeige gegen die beteiligten Polizisten erhoben, worauf aber keine Reaktion erfolgte. Nachdem Zakaria den Namen des Haupttäters, eines Vertreters der Gewerkschaft der Polizei, öffentlich gemacht hatte, wurde er erneut festgenommen, geschlagen und vor die Wahl gestellt, entweder den Vorwurf zu widerrufen oder verhaftet zu werden.

Gebet
: Guter Gott, hilf, dass die Polizei überall auf der Welt und auch im befreiten Tunesien die Würde des Menschen achtet. Hilf Zakaria Bouguira und seinen Freunden, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und auf einer unabhängigen und fairen Untersuchung der Vorgänge bestehen. Hilf dem tunesischen Volk, dass es die Relikte von Diktatur und Willkür ablegen kann.

Denken wir an einen misshandelten jungen Mann in ÄGYPTEN
Der 22-jährige George Ramzi Nakhla gehört der Jugendbewegung „6.April“ an, die in der Kairoer Innenstadt für Demokratie eintritt. In der Mohamed Mahmoud Straße kam es am 6.Februar 2012 nach dem Fußballspiel, bei dem 70 Menschen starben, zwischen Protestierenden und Polizei zu Zusammenstößen. Dabei wurde Herr Nakhla gegen festgenommen. Von der Polizeiwache Abdeen wurde er am Abend der Staatsanwaltschaft vorgeführt, die wegen angeblichen Angriffs auf einen Staatsbediensteten vier Tage und am 9. Februar weitere 15 Tage Haft anordnete. Er wurde in das Tora-Gefängnis gebracht. Wie Zeugen berichteten, scheint er sowohl auf der Wache als auch im Gefängnis misshandelt worden zu sein. Der Arzt bestätigte am 9. Februar, dass er Hämatome im Gesicht, Blutungen im Auge, sowie einen Bruch in einem Bein und im Rücken habe. Es scheint, dass er keine medizinische Versorgung seiner Verletzungen erhalten hat.

Gebet:
Guter Gott, wir wollen wachen und beten für den gefolterten George Ramzi Nakhla. Sei du bei ihm mit deinem Trost und gib ihm Kraft von deiner Kraft, damit er weiter für seine Rechte kämpfen kann.

Denken wir an einen verschwundenen Menschen in SRI LANKA
Am 11. Februar 2012 wurde der tamilische Geschäftsmann Ramasamy Prabaharan von mehreren bewaffneten Männern in Zivil aus seinem Haus in der Hauptstadt Colombo entführt. Die Familie erhielt eine Lösegeldforderung, jedoch hat sie seither nichts mehr gehört. Aufenthaltsort und das Schicksal von Herrn Prabaharan sind unbekannt. Er war schon einmal 2009 wegen des Verdachts, ein Anhänger der “Befreiungstiger von Tamil Eelam“ – LTTE zu sein, festgenommen worden, wurde aber im September 2011 aus Mangel an Beweisen freigelassen. In den 28 Monaten der Haft wurde er Opfer schwerer Folter. Derzeit strengt er eine Schadenersatzklage wegen der Folter an und legte Beschwerde gegen Polizeibeamte wegen Verletzung seiner Grundrechte ein. Deswegen war für den 13. Februar, zwei Tage nach seinem Verschwinden, eine Anhörung vor dem obersten Gerichtshof anberaumt.

Gebet:
Gott, unser Vater, öffne unsere Augen für die Menschen in der Nähe und Ferne, die unserer Liebe bedürfen. Wir bitten dich, gib Ramahami Prabaharam Kraft in der Verlassenheit und bewahre ihn vor erneuter Folter.

Denken wir an einen verschleppten Mann in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Der 23 Jahre alte Rustan Aushev aus Inguschetien (Nordkaukasus) wollte am 17. Februar 2012 mit dem Zug nach Belarus reisen. Wie die Familie tags darauf erfuhr, war er auf dem Bahnhof von Mineralnye Wody von Männern in Zivil (Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes, wie sich später herausstellte) festgenommen und mit einem weißen Kleintransporter fortgebracht worden. Dies bestätigten Augenzeugen und die Videokameras des Bahnhofes. Über seinen Verbleib herrscht nach wie vor Ungewissheit. Sein Leben könnte in Gefahr sein. Nach Angaben seiner Familie ist Rustan Aushev zu keiner Zeit in ungesetzliche Aktivitäten verwickelt gewesen.
Information: Bei der Bekämpfung der Gewalt im Nordkaukasus ist das Vorgehen der Sicherheitskräfte ebenfalls von Gewalt geprägt. In Inguschetien wurden Menschen in mehreren Fällen Opfer von Verschwindenlassen.

Gebet:
Gott, wir bitten dich für den verschwundenen Rustan Aushev. Sei du bei ihm in seiner Verlassenheit und gib ihm Kraft von deiner Kraft. Wir beten, dass er vor Misshandlungen bewahrt bleibt und bald zu seiner Familie zurückkehren kann.  

Denken wir an einen verschwundenen Menschen in MAURETANIEN
Herr Bakary Bathily, Generalsekretär der nationalen Studentenvereinigung von Mauretanien, der von der Polizei aus bisher nicht mitgeteilten Gründen gesucht wurde, ist seit dem 2.2.2012 verschollen. An diesem Tag hatten die Behörden ein Sit-in einer Gruppe von Studenten unter Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas aufgelöst. Studenten, die dabei verhaftet wurden, wurden von den Behörden nach dem Aufenthalt von Bakary Barthily befragt. Die Studenten selbst wurden eine Woche später freigelassen, ohne dass die Familie aber noch etwas von Barthily gehört hätte. Es wird befürchtet, dass er sich in physischer und psychischer Gefahr befindet. Im September 2011 war er während einer Demonstration gegen irreguläre Praktiken bei der Rekrutierung für einen Monat inhaftiert worden. In der Haft erlitt er ein Schädeltrauma und verlor alle Zähne.

Gebet: Guter Gott, steh Herrn Bakary Bathily bei, wo immer er sich auch befindet. Hilf, dass er bald wieder unbeschadet zu seiner Familie zurückkehren kann.

Denken wir an ermordete Tibeter in CHINA / TIBET
Am 9. Februar 2012 erschossen Mitglieder der chinesischen Polizei zwei verwundete Tibeter, Yeshi Rigsel, 40 Jahre alt und Yeshi Samdup, 38 Jahre alt. Am ersten Tag des chinesischen Neujahrs, am 23. Januar, hatten sich in der Präfektur Karcze / Provinz Sichuan Proteste entwickelt, nachdem chinesische Sicherheitskräfte wahllos Tibeter festgenommen hatten. Bei der Niederschlagung der Proteste schoss die Militärpolizei auf die unbewaffneten Tibeter. Augenzeugen berichten von mindestens fünf Toten und etwa 30 Verletzten, darunter auch Yeshi Samdup und der Mönch Yeshi Rigsel. Beide flohen in die Berge, wo sie von Polizisten aufgespürt und erschossen wurden.
Information: Seit der “Befreiung“ Tibets 1950 durch Chi­nas “Volksbefreiungsarmee“ sind auf tibetischer Seite etwa 80.000 Tote zu beklagen, 90% aller Klöster wurden zerstört, sehr viele Mönche sind misshandelt und ermordet worden.

Gebet:
Wir bitten dich, Gott, sei den leidenden Tibetern nahe, damit sie trotz der bitteren Erfahrungen den Mut nicht verlieren. Yeshi Rigsel und Yeshi Samdup sind in deiner Güte geborgen. Ihren Unterdrückern aber zeige den Weg der Versöhnung.  

Denken wir an einen zum Tod verurteilten Häftling im IRAN
Am 16. Januar 2012 hat das Oberste Gericht das im November 2010 verhängte Todesurteil gegen den 42 jährigen Saeed Malekpour bestätigt. Saeed Malekpour, ausgebildet als Ingenieur, seit 2004 wohnhaft in Kanada, wo er als Webdesigner arbeitete, wurde im Oktober 2008 während eines Besuchs bei seinem kranken Vater im Iran verhaftet. Er wurde beschuldigt, pornographische Seiten im Internet veröffentlicht zu haben. Seit 2008 ist er im Gefängnis von Evin inhaftiert. Ein Jahr verbrachte er in Einzelhaft, wurde vielfach physisch und psychisch misshandelt und hat unter Folter die Vergehen, die ihm zur Last gelegt wurden, gestanden. Obwohl ein Geständnis unter Folter nach Art. 38 der iranischen Verfassung nicht verwendet werden darf, wurde er zum Tod verurteilt.

Gebet
: Guter Gott, steh Saeed Malekpour in seiner Angst und Not bei. Lass ihn auch in dieser ausweglosen Lage deine Nähe spüren und auf deine Verheißungen vertrauen. Gib den Verantwortlichen im Iran die Größe, das Urteil nicht zu vollstrecken.

Denken wir an einen verschwundenen Menschen in SYRIEN
Am 7. Februar 2012 verließ der 26-jährige Hazem Taisir Mattar gegen 20.30 Uhr die Wohnung eines Familienangehörigen in Daraya, weil er zu seiner Arbeitsstelle gehen wollte. Seither gilt er als vermisst. Möglicherweise ist er festgenommen worden und befindet sich derzeit in geheimer unbestätigter Haft. In diesem Fall bestünde Gefahr, dass er gefoltert oder anderweitig misshandelt wird. Soweit bekannt, ist Hazem Taisir Mattar kein Aktivist für Reformen in Syrien. Seine Festnahme und geheime Haft könnte damit zusammenhängen, dass die Sicherheitskräfte ihn und seine Familie ins Visier genommen haben, nachdem die Behörden seinen Bruder Ghayath Mattar, einen bekannten Aktivisten, im September festgenommen und später getötet hatten.

Gebet:
Gott, erbarme dich des jungen, verschwundenen Hazem Taisir Mattar. Gib, dass er in diesen schrecklichen gewalttätigen Auseinandersetzungen nicht zerbrochen wird.

Denken wir an einen Inhaftierten in USBEKISTAN
Der 58-jährige Mukhamed Begjanov, der seit 13 Jahren im Arbeitslager von Koron inhaftiert ist und am 13.12.2011 entlassen werden sollte, muss weitere 5 Jahre im Gefängnis verbringen. Er war Herausgeber der oppositionellen Zeitung der Partei ERK, die 1993 verboten wurde. Er floh in die Ukraine, wurde dort verhaftet und an Usbekistan ausgeliefert. Er wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Am vorgesehenen Tag der Entlassung, dem 13.12.2011, wartete seine Familie vergeblich auf ihn. Am 23.1.2012 wurde ihr mitgeteilt, dass ein Wandergericht im Arbeitslager ihn zu 5 weiteren Jahren Haft verurteilt habe, weil er angeblich drei Mithäftlinge geschlagen habe. Mukamed Begjanow wurde während seiner Haft mehrfach gefoltert. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend. Es wird vermutet, dass die weitere Inhaftierung willkürlich ist und nur seine Zugehörigkeit zu einer oppositionellen Partei sanktionieren soll.

Gebet
: Guter Gott, lass Mukamed Begjanow nicht verzweifeln. Hilf den Richtern, dass sie die Willkür und die Unangemessenheit ihres Vorgehens erkennen und zu Recht und Gerechtigkeit finden.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/