ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an eine bedrohte Menschenrechtlerin in KOLUMBIEN
Am 23.Januar 2012 wurde Frau Blanca Nubia Diaz Opfer eines Entführungsver-
suches in Bogota. Sie setzt sich für die Aufklärung der Vergewaltigung und Tötung
ihrer Tochter Irina del Carmen Villero Diaz ein. Die Tat war im Jahr 2001 von Pa-
ramilitärs begangen worden. Am 23. Januar 12 bemerkte Frau Diaz, wie ihr in Bo-
gota ein Auto folgte. Eine Frau stieg aus dem Wagen aus und nötigte sie mehrfach
einzusteigen. Dabei gab sie an, es gehe um eine Fahrt zur Anwältin. Als die Frau
Blanca Nubia Diaz ins Auto zerren wollte und sie nach Hilfe rief, fuhr das Auto
davon. Blanca Nubia Diaz ist Mitglied der Nationalen Bewegung für Opfer von
staatlichen Verbrechen. Diaz zeigte die Tötung ihrer Tochter damals bei der ört-
lichen Vertretung der Generalstaatsanwaltschaft an. Erst im Jahr 2008 forderte das
Verfassungsgericht die Behörden auf, mehr als 180 an Frauen und Mädchen began-
gene Sexualverbrechen zu untersuchen, darunter auch den Fall von Irina del Car-
men Villero Diaz.
Information: In Kolumbiens internen bewaffneten Konflikt, der nun schon seit 45
Jahren anhält, stehen Sicherheitskräfte und Paramilitärs einer Reihe von Guerillag-
ruppierungen gegenüber. Alle Konfliktparteien begehen routinemäßig schwere
Verbrechen gegen das Völkerrecht, einschließlich systematischer sexueller Über-
griffe auf Frauen und Mädchen. Die kolumbianischen Behörden haben bisher keine
wirksamen Schritte unternommen, um diese Gewalttaten gegen Frauen zu beenden
und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Gebet: Gott, wir bitten dich: Schütze das Leben und die Unversehrtheit von Blanca
Nubia Diaz und aller Frauen, die Opfer sind oder für die Einhaltung der Menschen-
rechte eintreten. Gib der Regierung in Kolumbien den Mut und die Kraft, die para-
militärischen Gruppen aufzulösen.

Denken wir an eine willkürlich inhaftierte Frau im SUDAN
Am 15. März 2012 um 2 Uhr morgens haben unbekannte Männer die Lehrerin Jali-
la Khamis Koko ohne Haftbefehl in ihrem Hause festgenommen. Sie befindet sich
derzeit in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt. Ihrem Ehemann wurde in der Zentrale
des Geheimdienstes mitgeteilt, dass sich seine Frau in ihrem Gewahrsam befände.
Der Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihrer Familie wird ihr verweigert. Ihr dro-
hen Misshandlungen und Folter. Jalila Khamis Koko gehört zur Volksgruppe der
Nuba und ist Mitglied der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung des Nordens.
Ihre Festnahme geht einher mit der Festnahme von Intellektuellen, Aktivisten und
anderen Menschen nubischer Herkunft.
Gebet: Guter Gott, bewahre Jalila Khamis Koko vor Folter und Misshandlung. Sei
ihr Trost in der Einsamkeit. Durch deine Kraft stärke in ihr die Hoffnung auf Be-
freiung.

Denken wir an bedrohte und getötete Menschen in TIBET/ CHINA
Am 6. März 2012 wurde der 28-jährige Tibeter Cherio in Qinghai von der chinesi-
schen Polizei erschossen als er versuchte, seinen Freund Tobwang zu retten, nachdem
die Polizei ihn aufgespürt hatte. Tobwang hatte sich in den Bergen versteckt, weil er
nach einer Demonstration gegen die chinesische Regierung von der Polizei gesucht
wurde. Der Verbleib des verhafteten Tobwang ist unbekannt, wie auch das Schicksal
vieler verhafteter Tibeter. Die chinesischen Behörden verweigern vielfach jede
Auskunft und jeden Kontakt zu den Gefangenen. Aus Protest gegen die Unterdrü-
ckung durch die chinesische Regierung zündete sich am 3. März 2012 die 20-jäh-
rige Studentin Tsering Kyi auf einem Markt an und verstarb kurz darauf.
Information: Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) befürchtet,
dass sich die Menschenrechtssituation in der Region weiter verschlechtert. Seit März
2011 haben sich mehr als 20 Menschen selbst verbrannt, weil sie keinen anderen
Weg sahen, um auf ihre Unterdrückung aufmerksam zu machen. Die Medien, In-
ternet und Telefone, sind weitestgehend blockiert. In ganz China werden schät-
zungsweise vier Millionen Menschen in Arbeitslagern wie Sklaven ausgebeutet.
Gebet: Guter Gott, wir wollen beten, damit wir sensibel werden für das Leid von
Menschen, die in unzähligen Gefängnissen und Arbeitslagern unterdrückt werden.
Sei Tobwang und den vielen leidenden Menschen in Tibet nahe. Stärke sie in ihrem
Überlebenskampf.

Denken wir an hingerichtete Menschen in BELARUS
Barmherziger, ewiger Gott, unsere Tage gehen dahin und unser Leben welkt wie
Gras, du aber bleibst. Du willst uns nicht dem Tode preisgeben. Für das Zeichen des
Kreuzes danken wir dir. In der Hoffnung, die uns durch Jesus Christus geschenkt
wird,
können wir bitten: nimm die beiden hingerichteten Menschen Wladislaw Kowalew
und Dmitri Konowalow auf in deine Liebe und schenke ihnen das ewige Leben.
Ihre trauernden Familienangehörigen lass Trost finden im Glauben an deine Güte.

Denken wir an eine in ISRAEL inhaftierte Palästinenserin
Am 26. Februar 12 wurde Hana Schalabi, 29 Jahre, erneut von der israelischen
Armee inhaftiert, nur wenige Monate nach ihrer Freilassung am 16.Okt.2011 im
Rahmen des Austausches von 1027 palästinensischen Gefangenen gegen den israeli-
schen Soldaten Gilad Ahalit. Hana Schalabi hat ihrem Anwalt mitgeteilt, dass sie ei-
ner diskriminierenden körperlichen Untersuchung unterzogen worden sei und dass
sie mehrere Tage in Isolationshaft verbracht habe. Seit ihrer Festnahme ist sie in den
Hungerstreik getreten, um gegen die schlechte Behandlung und gegen diese Form
der „Administrativhaftung“ zu protestieren, die es erlaubt, dass jemand auf unbe-
stimmte Zeit ohne Angabe von Gründen inhaftiert werden kann. Am 1.3. hat ihr
Anwalt Klage beim Militärgericht eingereicht. Am 4.März hat dieses die Administ-
rativhaft von 6 auf 4 Monate reduziert. Hana Schalabi setzt aber ihren Hungerstreik
fort, ihr Gesundheitszustand ist sehr besorgniserregend. Erstmalig war sie 2009 in-
haftiert worden, kurz nachdem israelische Soldaten ihren Bruder Samir getötet hat-
ten. Sie hatte damals eine Administrativhaft von 30 Monaten erhalten.
Information: Die Administrativhaft nach § 1226 der Militärordnung erlaubt es der is-
raelischen Armee Verdächtige ohne formale Anklage für 6 Monate zu inhaftieren.
Die Gründe für den Verdacht müssen nicht mitgeteilt werden, wenn der Staat Israel
gefährdet scheint und Informanten geschützt werden sollen. Die Haft kann immer
wieder von neuem angeordnet werden. Diese Vorgehensweise verstößt gegen in-
ternationales Recht.
Gebet: Guter Gott, steh Hana Schalabi in ihrem Leiden bei. Stärke alle, die in Israel
und Palästina für Frieden und das Existenzrecht aller und damit für ein Ende von
Terror und Notstand eintreten.

Denken wir an einen verschwundenen Menschen in SYRIEN
Am Nachmittag des 08. März 2012 wurde der Rechtsanwalt Umar Qandaqji von
Angehörigen der syrischen politischen Sicherheitskräfte an einem Kontrollpunkt in
Al Inshaat, einem Vorort der Stadt Homs, verhaftet. Nach einer Befragung wurde er
an den Geheimdienst der Luftwaffe übergeben. Umar Qandaqji ist ein bekannter
Menschenrechtsverteidiger, Mitglied einer Gruppe von Menschenrechtsanwälten,
die Gewissensgefangenen kostenlos Hilfe leisten. Es wird vermutet, dass er auf einer
Liste von Personen stand, die von den Sicherheitskräften gesucht wurden. Seit seiner
Festnahme wird er in Isolationshaft gehalten, sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Es
besteht große Sorge um seine Sicherheit, ihm drohen Misshandlungen und Folter.
Gebet: Gott, es fällt uns schwer, bei dem Ausmaß von Gewalt, Terror und Krieg in
Syrien auf Hilfe für einen Menschen zu hoffen. Wir bitten dich, stärke unser Ver-
trauen in deine Liebe. Gib Umar Qandaqji Kraft und Hoffnung durch deine Nähe.

Denken wir an die Kindersoldaten im KONGO
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag verurteilte Thomas Lubanga, den
Führer einer im Kongo aktiven bewaffneten Miliz, am 14. März 2012 wegen
Kriegsverbrechen für die Zwangsrekrutierung von Kindern unter 15 Jahren für
Streitkräfte während des bewaffneten Konflikts in der Ituriregion. Das Urteil sen-
det ein klares Signal an Menschenrechtsverbrecher weltweit, und es gibt Anlass zur
Hoffnung, dass vermehrt Verantwortliche für die Rekrutierung von Kindersoldaten
zur Rechenschaft gezogen werden. Denn obwohl im Kongo seit 2006 offiziell
Frieden herrscht und der kongolesische Staat 2009 ein Kinderschutzgesetz erlassen
hat, wurden bei brutalen Übergriffen durch militärische Gruppen und das kongole-
sische Militär weiterhin Kinder von zu Hause verschleppt, um sie mit Gewalt zu
Kämpfern zu machen. Im Kongo gibt es noch immer etwa 3000 Kindersoldaten.
Gebet: Barmherziger Gott, wir legen das Leid der missbrauchten, ihrer Kindheit
beraubten Kinder vor dich. Lass sie durch deine Liebe an Leib und Seele Heilung
finden. Das Vertrauen in deine Güte lässt uns hoffen, dass denen, die für dieses un-
ermessliche Leid Verantwortung tragen, vergeben werden kann.

Denken wir an eine bedrohte Frau in PAKISTAN
Am 28. Februar 2012 wurde die 28-jährige Christin Shamim Bibi aus Khichiwala,
Mutter eines fünf Monate alten Säuglings, verhaftet. Weil sie nicht zum Islam
übertreten wollte, hatten die Nachbarn sie mit falschen Anschuldigungen ange-
zeigt. Sie soll beleidigende Äußerungen gegen den Propheten Mohammed getan
haben. Deshalb soll sie sich nun wegen Blasphemie vor Gericht verantworten. Bei
Verurteilung droht ihr lebenslang Gefängnis oder die Todesstrafe.
Information: Immer wieder müssen in Pakistan Christen ins Gefängnis, weil sie
angeblich den Islam beleidigt haben. Oft löst ein Streit oder die Weigerung, zum
Islam überzutreten, eine Blasphemieanklage aus. Ohnehin können Christen in der
Regel ein faires Gerichtsverfahren nicht erwarten. Sie werden oft diskriminiert.
Gebet: Barmherziger Gott, mit dem Bekenntnis zu dir muss Shamim Bibi großes
Leid ertragen. Wir danken dir, dass wir darauf vertrauen können, dass deine Liebe
und Nähe ihr Kraft und Trost geben.

Denken wir an einen bedrohten Mann in KOLUMBIEN
Der Menschenrechtsanwalt José Humberto Torres befindet sich in Lebensgefahr.
Die paramilitärische Gruppe “Los Rastrohos“ und andere Paramilitärs, sowie Poli-
tiker mit Verbindung zu derzeit inhaftierten Paramilitärs haben bekannt gegeben,
dass eine von ihnen aufgebrachte Summe von 120.000 US-Dollar als Belohnung
für die Tötung des Anwalts ausgesetzt wurde. José Humberto Torres ist Mitglied
des Komitees Stiftung für politische Gefangene und Sprecher der kolumbianischen
Plattform für Menschenrechte. Er war maßgeblich am Verfahren gegen den Leiter
des zivilen Geheimdienstes beteiligt, das zu dessen Verurteilung führte. Erst vor
kurzem hatte er einen Antrag auf Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen gegen
mehrere Abgeordnete des kolumbianischen Kongresses gestellt, die mit Paramili-
tärs zusammenarbeiten und für deren Straftaten verantwortlich sein sollen.
Gebet: Guter Gott, wir hoffen auf deine Hilfe für den mutigen Anwalt José Hum-
berto Torres, der sein Leben riskiert, indem er bedrohten und gefangenen Men-
schen hilft. Gib ihm Kraft von deiner Kraft. Wir bitten auch für die Menschen in
der Regierung, dass sie ihre Verantwortung erkennen und verantwortlich handeln.

Denken wir an einen willkürlich Inhaftierten in DSCHIBUTI
Am 5.2.2012 wurde Abdallah Mohamed Youssouf, ein 21 jähriger Bewohner des
Dorfes Haidu in der Region von Madlas, von Soldaten der nationalen Armee von
Dschibuti festgenommen, während sie die Region von Madlas auf der Suche nach
Rebellen der „Front für die Wiederherstellung von Einheit und Demokratie“
durchkämmt haben. Abdallah wird zur Last gelegt, verwandtschaftliche Bezie-
hungen zu dem Führer der „Front“ zu haben. Während der Haft in der Kaserne von
Wadi wurde er mehrfach durch Stockschläge misshandelt. Zudem wurde er ge-
zwungen, Seifenlauge zu trinken. Er wurde dann in das Gefängnis der Hauptstadt
Dschibuti gebracht, wo er weiter misshandelt wird und ohne Beistand seines An-
walts und seiner Familie ist.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Abdullah Mohamed Youssouf Gerechtigkeit wider-
fährt. Lass seine Peiniger zur Einsicht in die Unmenschlichkeit ihres Tuns gelan-
gen.

Denken wir an eine misshandelte Journalistin in GUINEA
Am 27.Februar 2012 wurde Mara Kounkou, Journalistin bei der Wochenzeit-
schrift Le Lynx in Conakry von Polizisten, die bei der Zentralbank von Guinea sta-
tioniert sind, angegriffen, als sie das Gebäude der Bank betrat, um an einer Fern-
sehsendung teilzunehmen. Vier Polizisten fragten sie nach ihrem Presseausweis.
Als sie erfuhren, dass sie nicht für die staatliche Presse arbeite, sondern für einen
privaten Verlag, haben sie sie sofort von allen Seiten mit Schlägen traktiert und ih-
ren Kopf gegen die Wand geschlagen, so dass sie im Krankenhaus behandelt wer-
den musste. Der Leiter der Polizei hat sein Bedauern ausgedrückt und eine Unter-
suchung eingeleitet, aber bis heute ist es zu keiner Anklage gekommen.
Information: Seit Jahrzehnten wird Gewaltanwendung in Guinea banalisiert. Ob-
wohl laut Verfassung Folter und Gewaltanwendung von Seiten der Sicherheitsorga-
ne verboten sind, werden Gewalttäter nie bestraft. Die private Presse wird einge-
schüchtert, zumal wenn sie sich kritisch gegen die Regierung des Präsidenten
Condé äußert.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass das Bewusstsein für Recht und Menschenwürde bei
den Sicherheitskräften in Guinea gestärkt wird. Hilf auch, dass die Schuldigen für die
Misshandlung von Mara Kounkou zur Rechenschaft gezogen werden.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/