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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2012 Gebetsblatt Mai 2012

Gebetsblatt Mai 2012

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an einen Inhaftierten im LIBANON
Seit zwei Jahren wartet Faysal Ghazi Moqalled darauf, dass das Berufungsgericht seine Verurteilung aufhebt. Er war 2009 zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden, weil er nach schwerer Folter unterschrieben hat, dass er ein Spion des israelischen Geheimdienstes Mossad sei. Er war 2006 von der Hisbollah für 5 Monate in illegaler Gefangenschaft gehalten und, eingesperrt in eine Zelle von weniger als 2 qm, wegen vermuteter Mitgliedschaft beim israelischen Geheimdienst schwer gefoltert worden. Im Juli 2006 wurde er während des Krieges zwischen Israel und dem Libanon in das Gefängnis des libanesischen Verteidigungsministeriums gebracht, wo er während seiner 20monatigen Haft wieder schwer gefoltert wurde. Erst nach 2 Jahren Haft konnte er mit einem Anwalt Kontakt aufnehmen. Das Militärgericht hat ihn im Juli 2009 zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil er Informationen an den Feind übermittelt habe. Herr Moqalled hat den Richter darüber informiert, dass er gefoltert worden sei, worauf der Richter nicht reagierte. Ein Verfahren beim Berufungsgericht wird immer wieder hinausgeschoben. Herr Moqalled leidet schwer an den Folgen der Folterungen wie Rückenschmerzen, psychologischem Trauma, alle Finger sind gebrochen, die Zähne ausgeschlagen.
Gebet: Guter Gott, hilf, das Herr Moqalled bald die Chance eines fairen Prozesses vor dem Berufungsgericht hat. Hilf auch, dass seine Peiniger zur Rechenschaft gezogen werden und dass Herrn Moqalled medizinische Hilfe zuteil wird.

Denken wir an misshandelte Dalit-Angehörige in INDIEN
Am 13. April 2012 berichtete Asian Human Rights Commission (AHRC) von einem schweren Verbrechen gegen Mitglieder der Dalit, einer verachteten und armen Bevölkerungsgruppe, mehrheitlich Tagelöhner. Neun namentlich bekannte Offiziere der Polizei brachen am 11. Januar 2012 um 23 Uhr in das Haus der Dalit-Familie Sarkar ein. Sie banden Herrn Dulal Sarkar und misshandelten ihn schwer. Seine Frau, Parbati Sarkar, die ihn beschützen wollte, wurde mit einem Stock und mit Fäusten so schwer misshandelt, dass sie bis heute in medizinischer Behandlung ist. Nachdem die Polizisten Haushaltsgegenstände zerstört hatten, verfuhren sie auf die gleiche Weise mit den Familien von Prafulla Sarkar und Kalipada Durani. Danach brachten die Polizisten Dulal, Prafulla und Kalipada auf die Polizeistation Berhampore und beschuldigten sie von der Polizei konstruierter krimineller Taten. Schriftliche Beschwerde beim Polizeichef blieb bis heute ohne jeden Erfolg. Nachforschungen ergaben, dass das kriminelle Verhalten der Polizei politisch begründete Rache war.
Gebet: Gott, dir befehlen wir die zu Unrecht Verhafteten, die Gequälten und Gefolterten an. Gib, dass sie an Leib und Seele Heilung finden durch deine Güte. Beschütze ihre Familien.

Denken wir an einen ermordeten Arbeitsrechtsaktivisten in BANGLADESCH
Am 4. April 2012 verschwand Aminul Islam, der 41-jährige Leiter der Textil- und Industriearbeiterföderation Bangladeschs, in Baipal bei Dhaka. Er hatte an diesem Tag das lokale Büro des Bangladesh Centre for Worker Solidarity (Zentrum für Arbeitersolidarität in Bangladesch), in dem er arbeitete, frühzeitig geschlossen, nachdem er und ein Kollege einen Polizeitransporter vor der Tür des Büros bemerkt hatten. Seine Familie und Kollegen suchten ihn und meldeten ihn bei der Polizei als vermisst. Am 8. April sah seine Frau in einer Lokalzeitung ein Foto seines Leichnams, der in der Nähe einer 100 Kilometer entfernt liegenden Polizeistation gefunden worden war. Als Aminul Islams Familie seinen Leichnam dort abholen wollte, erfuhr sie, dass er schon am Tag zuvor beerdigt worden war. Auf dem Bild des Ermordeten, das der Familie zur Identifizierung gezeigt wurde, waren die Spuren von schwerer Folter zu erkennen.
Gebet: Gott, wir vertrauen darauf, dass Aminul Islam in deiner Liebe geborgen ist. Sei mit deinem Trost bei seiner Familie und stärke die Menschen in Bangladesch, die sich trotz der Bedrohung für die Rechte der Arbeiter in der Textilindustrie einsetzen.

Denken wir an einen zu Tode gefolterten Menschen in PAKISTAN
Der sehr geachtete Lehrer Abdul Qudoos Ahmad (43) in Chenab Nagar, Provinz Punjab, der Präsident der Nusrat Abad Gruppe der Ahmadiyya-Gemeinde war, wurde am 10. Februar 2012 von der Polizei ohne Haftbefehl verhaftet und ohne Anklage 35 Tage lang in Polizeigewahrsam festgehalten. In einer Einzelzelle wurde er während der ganzen Zeit schwer gefoltert. Als sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechterte, zwang die Polizei ein Familienmitglied, ihn nach Hause zu nehmen. Obwohl die Familie für eine sofortige medizinische Hilfe sorgte, starb Herr Ahmad am 30. März 2012 infolge der grausamen Foltermethoden, die zu einem multiplen Organversagen führten. Bisher fand keine Untersuchung gegen die Polizei statt.
Information: Als Akt einer Hasskampagne ist die Inhaftierung und Folterung von Abdul Qudoos Ahmad gegen Ahmadiyya-Muslime zu sehen, die als Sekte angesehen werden und besonders in Pakistan verfolgt werden.
Gebet: Allmächtiger Gott, wir denken an Abdul Qudoos Ahmad, der durch Hass und menschliche Kälte unmenschliche Qualen erleiden musste. Er darf nun in deiner Liebe Heilung und Heil erfahren, das ist unsere Hoffnung. Du bist Liebe; wende das Herz der Folterer zu dir, damit sie sich und die Welt verwandeln.

Denken wir an Folteropfer in RUSSLAND
Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtet, melden sich in Russland Hunderte von Folteropfern zu Wort, nachdem bekannt wurde, dass ein junger Mann im März an den Folgen von Folter gestorben ist. Besonders hart betroffen sind Tschetschenen und andere Nordkaukasier. Die GfbV listet einige besonders harte Fälle aus dem Nordkaukasus auf, darunter den Fall der jungen Studentin Zara Murtalazieva. Sie wurde 2005 aufgrund gefälschter Beweise zu 8,5 Jahren Gefängnis verurteilt und wird im Frauengefängnis in Mordowien festgehalten. Dort wurde sie vergewaltigt und gefoltert. Mit rund 900.000 Inhaftierten sind die Gefängnisse in Russland völlig überfüllt, 90 Prozent der Gefangenen sind krank. Opferverbände und Menschenrechtsverbände fordern die konsequente Umsetzung des Folterverbotes.
Gebet: Barmherziger Gott, wir wollen beten für alle Gefangenen, die in unzähligen Gefängnissen gefoltert und erniedrigt werden, die sich nach Gerechtigkeit sehnen. Vater, möge dein Reich kommen; gib uns Kraft mitzuhelfen, den Weg dazu zu ebnen.

Denken wir an eingesperrte Christen in ERITREA
Wie das Hilfswerk Open Doors von örtlichen Kontaktpersonen erfahren hat, sind in Eritrea am Karfreitag, 6.April 2012, 21 Christen verhaftet worden. Die elf Frauen und zehn Männer waren allesamt als Lehrer im Militärausbildungslager Sawa im Westen des Landes stationiert. Sie wurden von Militärbeamten überrascht, als sie heimlich einen Gottesdienst zum Gedenken an die Kreuzigung Jesu feierten. Sie sind dort in Metallcontainern eingesperrt und Misshandlungen und Folter ausgesetzt.
Information: Vor zehn Jahren setzte das Regime von Eritrea mit einem Dekret den Startpunkt für die Unterdrückung, Gefangennahme und Folter von Hunderten von Christen, die nicht zu den vom Staat zugelassenen religiösen Gemeinschaften gehören: zur Eritreisch-Orthodoxen, zur Katholischen und Evangelisch-Lutherischen Kirche. Dazu kommt der Islam. Etwa 100.000 Christen sind landesweit inhaftiert.
Gebet: Gott, wir bitten dich, sei deinen leidenden Menschen nahe, damit sie nicht den Mut verlieren, trotz der bitteren Erfahrungen. Du bist es, der uns den Weg der Versöhnung und des Friedens zeigst. Hilf uns, bereit zu sein, diesen Weg zu gehen.

Denken wir an einen Gefangenen in ALGERIEN
Am 18.04.2012 wurde Herr Abdelkader Kherba, Mitglied des nationalen Komitees zur Verteidigung der Rechte Arbeitsloser und der algerischen Liga zur Verteidigung der Menschenrechte während eines Sit-ins, das vor dem Gericht von Sidi Mohamed im Rahmen einer Protestaktion der Justizbeamten gegen die Arbeitsbedingungen in der Justiz organisiert worden war, von Beamten der Sicherheitskräfte von Algier verhaftet. Von den Teilnehmern an der Protestaktion wurde nur Herr Kherba verhaftet. Er wurde in das Kommissariat von Kaveniayk gebracht und am 19.April dem Staatsanwalt vorgeführt. Ihm und seinem Anwalt wurde mitgeteilt, dass er der Anstiftung zum Menschenauflauf beschuldigt wird. Am 26.April soll der Prozess stattfinden. Es wird vermutet, dass durch seine willkürliche Verhaftung seine Aktivität zur Verteidigung der Menschenrechte sanktioniert werden soll. Seine Verhaftung ist auch zu sehen auf dem Hintergrund der allgemeinen Unterdrückung der gewerkschaftlichen Tätigkeiten, vor allem des nationalen Comités zur Verteidigung der Rechte Arbeitsloser.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass der Prozess für Herrn Kherba ein gutes Ende nimmt. Lass ihn nicht müde werden, weiterhin für die Rechte von Unterdrückten einzutreten.

Denken wir an einen verschwundenen Arzt in SYRIEN
Am 19. März verließ Dr. Mohamed Al-Ammar das Krankenhaus in Dera’a, in dem er tätig ist, um nach Hause zu gehen. Dort ist er jedoch nicht angekommen. Die Erkundigungen der Familie bei der Polizei nach seinem Verbleib erbrachten keine Erkenntnisse. Aus einer inoffiziellen Quelle erfuhr die Familie, dass der Arzt am Kontrollpunkt zwischen Krankenhaus und Wohnung festgenommen wurde und in Dera’a beim militärischen Geheimdienst festgehalten wird. Ein ehemaliger Mitgefangener teilte der Familie zudem mit, dass die Haftbedingungen dort miserabel seien, Folter und andere Misshandlungen seien an der Tagesordnung. Dr. Mohamed Al-Ammar setzt sich seit vielen Jahren im Internet und in Vorträgen für einen friedlichen Demokratisierungsprozess in Syrien ein. Seit Beginn der Unruhen ist er aufgrund seines Engagements bereits viermal festgenommen worden.
Gebet: Guter Gott, wir bitten für alle, die unter der Gewalt des totalitären Regimes in Syrien leiden. Gib ihnen und Dr. Mohamed Al-Ammar Kraft von deiner Kraft. Möge er von Misshandlungen verschont sein und die Hoffnung auf Befreiung nicht verlieren.

Denken wir an eine inhaftierte Menschenrechtsverteidigerin im IRAN
Am 14. Februar 2012 verurteilte ein Berufungsgericht Nargess Mohammadi, die stellvertretende Leiterin des Zentrums für den Schutz der Menschenrechte, das in Fällen von Menschenrechtsverletzungen unentgeltlich juristische Unterstützung leistete und 2008 von der iranischen Regierung verboten wurde, zu einer 6-jährigen Haftstrafe. Am 21. April 2012 wurde sie zum Haftantritt einbestellt. Schon am gleichen Tag verhaftete die Polizei sie im Haus ihrer Eltern in der Stadt Zanjan, ohne ihr Zeit zu geben, sich auf die Haft vorzubereiten und sich selbst bei den Gefängnisbehörden zu melden. Nargess Mohammadi, die im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert ist, leidet an ungeklärten Muskellähmungen und benötigt medizinische Behandlung. Sie ist die Mutter von sechsjährigen Zwillingen, die nun von beiden Elternteilen getrennt sind, da Nargess Mohammadis Ehemann, der Journalist Taghi Rahmani, vor einigen Monaten das Land verließ, als er zum wiederholten Mal inhaftiert werden sollte.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Nargess Mohammadi, sei ihr in der Haft nahe und hilf, dass sie die medizinische Behandlung erhält, die sie braucht. Steh ihr und ihrer ganzen Familie in dieser schweren Zeit der Trennung bei.

Denken wir an einen verhafteten Studenten im SUDAN
Der Student Haidar Mahmoud Abderrahman Manis, aktives Mitglied der studentischen Vereinigung der Universität Darfur, wurde am 28.3.2012 von sudanesischen Sicherheitskräften verhaftet, als er mit einem Freund auf dem Markt in der Hauptstadt Khartum war. Vier Männer in Zivil zwangen ihn, in ein Auto zu steigen, das dem nationalen Sicherheitsdienst gehörte. Er wird seither an einem unbekannten Ort festgehalten und kann weder mit einem Anwalt noch seiner Familie Kontakt aufnehmen. Er hatte kürzlich an verschiedenen Universitäten öffentlich über die Situation in Darfur, Südkordoan und im Bundesstaat Blauer Nil gesprochen, Provinzen, in denen jegliche Protestbewegung gegen das herrschende Regime in Khartum unterdrückt wird.
Information: Im Sudan wird jede Art von Protest unterdrückt. Der Sicherheitsdienst ist allgegenwärtig. Ein Gesetz von 2010 erlaubt es, Verdächtige bis zu 4 Monaten ohne richterliche Kontrolle festzuhalten. Oft wird während der Haft gefoltert. Das gleiche Gesetz schützt die ausführenden Beamten vor Strafverfolgung. Zu besonders intensiven Protesten kam es in den genannten Provinzen, die gegenüber internationalen humanitären Organisationen vollständig abgeriegelt sind.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Haidar Mahmoud Abderrahman Manis bald wieder freigelassen wird und die Menschen im Sudan ihre Meinung frei von Repression äußern dürfen.

Denken wir an bedrohte Menschenrechtsverteidiger in TOGO
Der Vorsitzende und der Generalsekretär der ACAT-Togo, Jil-Benoît Kossi Afangbedji und Pierre Claver Dekpoh, werden aktuell eingeschüchtert und bedroht. Die Einschüchterungen stehen offensichtlich im Zusammenhang mit öffentlichen Äußerungen der beiden Menschenrechtsverteidiger zu Foltervorwürfen gegen den togolesischen Geheimdienst ANR. Es bestehlt Anlass zu großer Sorge um die Sicherheit der ACAT-Mitglieder und anderer Menschenrechtsverteidiger im westafrikanischen Togo. Sie engagieren sich in einem Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen „Sauvons le Togo“ („Wir retten Togo“) und hatten sich über die Umstände der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zur Aufklärung von Foltervorwürfen gegen den Geheimdienst geäußert.
Gebet: Gott, gib Jil-Benoît Kossi Afangbedji und Pierre Claver Dekpoh und den weiteren Menschenrechtsverteidigern in Togo Kraft von deiner Kraft und stärke unser Vertrauen sie durch unser Gebet zu unterstützen.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/