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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Januar 2013

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an zwei inhaftierte Ärzte in SYRIEN
Die beiden syrischen Ärzte Mohamad Osama Abdulsalam Al-Baroudi und Mahmoud Al Refaai wurden im Februar 2012 in Krankenhäusern in Damaskus festgenommen. Sie werden zurzeit im Saydnaya-Gefängnis im Norden von Damaskus weitgehend ohne Kon­takt zur Außenwelt festgehalten. Als Grund der Inhaftierung von Mahmoud Al Refaai wird genannt, dass er verletzte Demonstranten in einem Feldlazarett behandelt haben soll. Ein kürzlich aus der Haft entlassener Arzt gab an, Zeuge von wiederholter Folter und Misshandlung an den beiden geworden zu sein. Einer anderen Kontaktperson nach soll einer der beiden sehr viel Gewicht verloren haben, der andere unter der Kälte und nur leichter Kleidung leiden. Zusätzlich sehr besorgniserregend ist, dass beide Fälle Militärgerichten übergeben worden sein sollen.
Information: Syrische Militärgerichte bestehen aus Militärrichtern. Die Angeklagten haben weder das Recht auf einen Rechtsbeistand noch können sie Zeugen benennen. Die Verfahren werden im Geheimen abgehalten, die Verhandlungstermine werden nicht bekannt gegeben. Urteile, die diese Gerichte verhängen, können nicht angefochten werden.
Gebet: Guter Gott, sei bei den beiden Ärzten. Wir bitten darum, dass die Gefangenen faire Gerichtsverfahren bekommen. Schütze ihr Leben und das all der anderen in Syrien, die sich unter großer Gefahr für Mitmenschen, für Freiheit und Demokratie einsetzen. 

Denken wir an gefolterte Gefangene in KASACHSTAN  
Der 36-jährige Rollstuhlfahrer Zhasulan Suleimenov und sein 25-jähriger Cousin Kuat Zhobolaev wurden im No­vem­ber 2009 wegen “Terrorismus“ angeklagt und zu acht Jahren Haft verurteilt. Beide Männer gaben vor Gericht an, von Angehörigen des Inlandsgeheimdienstes NSS unter Folter zu einem “Geständnis“ gezwungen worden zu sein. Zhasulan Suleimenov war in Rußland, wo er sich zur Behandlung seiner Querschnittslähmung aufhielt, festge­nom­men und nach Kasachstan ausge­liefert worden. Er wurde bisher dreimal in andere Haft­anstalten verlegt, mehr als elf Monate in Einzelhaft gehalten und auch während der Transporte miss­handelt. Zhasulan Suleimenov ist schwer erkrankt, hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwas­ser und grundlegender hygienischer Versorgung. Er und sein Cousin bedürfen dringend der Untersuchung und Behandlung durch unabhängige Fachärzte, was ihnen bisher verweigert wurde.
Gebet: Herr, du bist an der Seite der Misshandelten und Gefolterten. Wir danken dir für deine Nähe. Gib Zhasulan Suleimenov und Kuat Zhobolaev Trost und Hoffnung. Mögen ihre Leiden ein Ende nehmen, damit sie an Leib und Seele Heilung finden.

Denken wir an eine misshandelte Gefangene in VIETNAM
Die Menschenrechtlerin Ho Thi Bich Khuong wurde am Abend des 4. November 2012 von mehreren Mithäftlingen verprügelt. Sie erlitt dabei schwere Verletzungen und befindet sich seither auf der Krankenstation des Gefängnisses. Schon ein Jahr zuvor wurde ihr bei einer Misshandlung der Arm gebrochen. Ho Thi Bich Khuong verbüßt eine fünfjährige Gefängnisstrafe im Camp 5 des Gefängnisses K4 der Provinz Than Hoa, nachdem sie am 29. Dezember 2011 wegen “Propaganda gegen den Staat“ verurteilt worden war, weil sie in Interviews an ausländische Medien die Regierung kritisierte. Sie setzt sich seit den 80er Jahren mit friedlichen Mitteln für soziale Gerechtigkeit ein, obwohl sie immer wieder eingeschüchtert und durch Festnahmen drangsaliert wird.
Gebet: Herr, wir wollen mit unseren Gedanken und unserem Gebet bei Ho Thi Bich Khuong sein. Gib ihr Kraft, damit sie weiterhin für ihre Mitmenschen mutig eintreten kann. Herr, wir wollen für deine misshandelten Menschen unseren Mund auftun.

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in AFGHANISTAN
Am 20.Januar 2012 hat Abdul Sabor, ein 22 jähriger afghanischer Soldat, das Feuer gegen eine Gruppe von französischen Ausbildern auf einem Militärstützpunkt im Nordwesten von Kabul eröffnet. 5 Soldaten wurden getötet und 15 verletzt. Im Juli wurde Abdul Sabor durch das Militärgericht des Gefängnisses von Pul-Charki zum Tod durch Hängen verurteilt. Über den Ablauf des Prozesses war keine Information zu erhalten. Frankreich, das nach dem Anschlag auf seine Soldaten beschloss, seine Truppen beschleunigt aus Afghanistan abzuziehen, hat das Todesurteil nur zur Kenntnis genommen. Obwohl das Land sich sonst sehr engagiert für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt, hat es nicht darauf hingewirkt, dass das Urteil nicht vollstreckt wird. Auch im Berufungsverfahren vor der afghanischen Justiz wurde es bestätigt. Nun können nur noch das oberste Militärgericht oder der Präsident das Urteil abändern.
Information: In der afghanischen Strafgerichtsordnung von 1976 ist die Todesstrafe verankert. Sie wurde allerdings nach dem Sturz des Talibanregimes viele Jahre nicht mehr angewendet. 200 Personen warten z.Zt. auf die Vollstreckung des Todesurteils. In vielen Gerichten herrscht Korruption. Gefangene haben oft keinen Zugang zu Anwälten.
Gebet: Guter Gott, Herr allen Lebens, Du willst mehr als eine Gerechtigkeit, die Gleiches mit Gleichem vergilt. Hilf, dass die Todesstrafe an Abdul Sabor nicht vollstreckt und der Kreislauf der Vergeltung durchbrochen wird.

Denken wir an eine inhaftierte Frau in CHINA
Der Falun-Gong-Praktizierenden Li Shanshan, die derzeit in einem Umerziehungslager für Frauen in der Stadt Shijiazhuang inhaftiert ist, wurde angedroht, dass man ihre zweijährige Haftstrafe verlängern wird, wenn sie ihrem Glauben nicht entsagt. Sie war bereits ab 2006 für 15 Monate im Umerziehungslager, weil sie sich andauernd für die Freilassung ihres Mannes eingesetzt hatte, der selbst bereits mehrfach inhaftiert worden war. In den Lagern für die “Umwandlung“ von Falun-Gong-Praktizierenden werden oft Folter und andere Misshandlungen eingesetzt, um die Menschen dazu zu bringen, Ihrem Glauben abzuschwören. Außerdem müssen sie dort harte Zwangsarbeit verrichten.
Gebet: Herr, stärke Li Shanshan mit deiner Kraft und sei ihr nahe. Erbarme dich ihrer Peiniger, hilf ihnen, dass sie ihr falsches Verhalten erkennen und den Weg zur Umkehr finden.

Denken wir an leidende Flüchtlinge am GOLF VON ADEN
Wie Ulrich Delius, der Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), beim Internationalen Tag der Migranten am 18. Dezember 2012 berichtete, sterben jedes Jahr mehrere zehntausend Flüchtlinge beim Versuch, mit Booten von Dschibuti aus die Küste des Jemen zu erreichen. Dort werden viele erneut Opfer von skrupellosen Menschenhändlern, während sie darauf warten, nach Saudi-Arabien weiterreisen zu können. Sie werden entführt, gefoltert und nur nach Zahlung eines Lösegeldes freigelassen oder ermordet. Etwa zwei Drittel der Migranten stammen aus Äthiopien, die anderen aus Eritrea und Somalia. Sie wollen in Saudi-Arabien Arbeit finden. Viele sind bestens ausgebildete Universitätsabsolventen, die in ihrem Land keine Arbeit finden. Andere sind verarmte Bauern der ethnischen Gruppe der Oromo, die Opfer von Landraub und Verelendung wurden.
Gebet: Herr, wir können das grausame Schicksal dieser armen Menschen kaum nachvollziehen. Gib du ihnen Kraft und Trost. Hilf uns, ihnen im Gebet nahe zu sein.

Denken wir an einen inhaftierten Imam in GAMBIA
Der Imam Baba Leigh ist seit dem 3. Dezember 2012 ohne Anklage und ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert. Beamte des Geheimdienstes (National Intelligence Agency-NIA) wollten ihn zu einer Vernehmung in ihre Zentrale bringen. Seither fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. Weder seine Familie noch sein Rechtsbeistand haben Zugang zu ihm. Es ist zu befürchten, dass er misshandelt oder gefoltert wird. Imam Baba Leigh predigte jeden Freitag in der Moschee in Kanifing. Im September hatte er in seiner Predigt die heimlichen Hinrichtungen von neun Inhaftierten im August als “un-islamisch“ verurteilt. Seither hat er seine Kritik an der Regierung und an der Todesstrafe in den vergangenen Monaten in seinen Predigten fortgesetzt.
Information: Menschenrechtsverteidiger und politische Gegner sind in Gambia häufig willkürlichen Inhaftierungen, unfairen Gerichtsverfahren und Folter ausgesetzt.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für den Mut des Imam Baba Leigh, der unter Gefahren seine Stimme gegen die Todesstrafe erhebt. Möge er uns ein Beispiel dafür sein, den entrechteten und benachteiligten Menschen nach Kräften beizustehen.

Denken wir an eine mit ihrem Sohn inhaftierte Menschenrechtsverteidigerin in INDIEN
Am 8.12.12 wurden Aparna Marandi und ihr vierjähriger Sohn Alok Marandi während einer Zugfahrt von Jhakandi nach Hyderabad festgenommen. Vorgeworfen werden ihr die Teilnahme an Protestveranstaltungen in 2006 und im November 2012. Sie wurden bis zum 10.12. in der Polizeistation für Frauen in Ranchi festgehalten und am 10.12. einem Richter vorgeführt. Anschließend wurden sie in die Haftanstalt nach Dumka gebracht. Die Polizei gibt keine Auskünfte über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand der beiden. Auch andere Behörden geben keine Auskünfte über Einzelheiten bzgl. der Vorwürfe gegen Aparna Marandi. Es besteht der begründete Verdacht, dass Aparna gefoltert wurde. Da sie nun ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird, besteht die Gefahr weiterer Folterungen.
Gebet: Guter Gott, schütze Aparna Marandi und Alok Marandi vor Folter und Misshandlung. Wir bitten dich um ein faires Gerichtsverfahren und die Freilassung, falls ihr keine international anerkannte Straftat nachgewiesen werden kann.

Denken wir an drei gefolterte und bedrohte Brüder in IRAK
Am frühen Morgen des 5. Dezember 2012 holten Angehörige der Sicherheitskräfte Adel Hamdi Shihab und seine Brüder Shamil Hamdi Shihab und Amer Hamdi Shihab aus ihrem Haus in Ramadi und brachten sie in das Amt zur Verbrechensbekämpfung. Die drei Brüder sind zwischen Ende vierzig und Anfang fünfzig. Berichten zufolge sind sie gefoltert oder anderweitig misshandelt worden. Einer der Brüder, Adel Hamdi Shihad, wurde am 13. Dezember freigelassen. Die anderen beiden werden weiterhin ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Ihnen droht weitere Misshandlung und Folter. Misshandlung und Folter sind in den Gefängnissen des Irak weit verbreitet, um “Geständnisse“ zu erpressen. Insbesondere können Folterungen in den Einrichtungen des Innen- und Verteidigungsministeriums straffrei verübt werden.
Gebet: Gott, bewahre diese Gefangenen, damit sie unversehrt in die Freiheit gelangen. Tröste und stärke ihre Angehörigen und gib ihnen Kraft von deiner kraft.

Denken wir an einen schwer gefolterten Mann in TUNESIEN
Semir el-Metoui wurde 2006 inhaftiert und zu 36 Jahren Haft wegen Diebstahls verurteilt. Am 7.April 2011 wurde er wegen einer schweren Diabeteskrise aus dem Gefängnis in das Krankenhaus Charles Nicole in Mornaguia gebracht. Sein Zwillingsbruder versuchte, mit ihm zu fliehen. Sie wurden jedoch von Soldaten gefasst, als sie in ein Taxi stiegen und der Polizei übergeben. Diese fesselte Semir und versetzte ihm zunächst im Krankenhausgarten derartige Schläge, dass ein Bein gebrochen wurde, dann schlugen und folterten sie ihn auf schwerste Art, so dass er innere Verletzungen und die Lähmung des rechten Beines davontrug. Seine Mutter hat am 17.April eine Klage wegen der Folterung eingereicht. Als die Presse von dem Fall berichtete, hat die Strafgerichtsbarkeit erklärt, Semir habe sich die Verletzungen selbst auf der Flucht bei einem Sturz aus dem 4. Stock beigebracht. Semir musste sich einer Operation unterziehen, nach der er in ein dreiwöchiges Koma fiel. Weil sein Gesundheitszustand so alarmierend war, entließ man ihn im Februar 2012 in die vorläufige Freiheit. Seine Mutter und er wurden im April 2012 zur Polizei bestellt wegen der Anklage wegen Folter, aber seither hat es keine weiteren Maßnahmen gegeben.
Information: In Tunesien wird nicht mehr so systematisch gefoltert wie zur Zeit der Diktatur, aber die Polizei wendet immer noch Gewalt in der Behandlung der Gefangenen an, ohne dabei fürchten zu müssen, bestraft zu werden. Die Richter stützen immer noch ihre Urteile auf erpresste Geständnisse.
Gebet: Guter Gott, gib Semir el Metoui trotz seelischer und körperlicher Verletzungen Mut zum Leben. Hilf, dass die Polizei die gewohnten Verhaltensmuster aufgibt und lernt, stets die Würde des Menschen zu achten.
 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/