ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an Inhaftierte in USBEKISTAN
Für Murod Juraev, 60 Jahre, ehemaliger Abgeordneter des Parlaments und seit 19 Jahren inhaftiert, wurde die Haft willkürlich zum 4.Mal verlängert. Im Dezember 2012 wurde er zu 3 weiteren Jahren Haft verurteilt, weil er „sich weigerte, sich einer Anordnung der Strafvollzugsordnung zu fügen“. Dieser Passus aus dem usbekischen Recht wird immer wieder von den Behörden angewandt, um die Freilassung eines Gefangenen, dessen Haftzeit abläuft, zu verhindern. Im Fall von Murad hieß es, dass er die Karotten in der Küche schlecht gesäubert habe. Die Zeugen, die bei der Anhörung anwesend waren, berichten, dass Murod Juraev sehr abgemagert und erschöpft aussah. Er habe seine Zähne während der Haft verloren und leide an chronischen Kopfschmerzen.
Eine derartige Haftverlängerung droht auch Manradali Makhmondov, einem 72 jährigen Schriftsteller und Regimekritiker, der seit 13 Jahren inhaftiert ist und seit vergangenem November ins Krankenhaus verlegt wurde. Auch er sollte bald freigelassen werden.
Information: Usbekistan ist einer der repressivsten Staaten des postsowjetischen Systems. Seit 20 Jahren führt Islam Karimov eine autoritäre Regierung. Sie benutzt die „islamistische Gefahr“, um jegliche Opposition zu unterdrücken. In den Gefängnissen wird systematisch gefoltert.
Gebet: Guter Gott, steh den Gefangenen in der zermürbenden Haftzeit bei. Lass sie die Hoffnung auf eine Freilassung nicht aufgeben. Gib den Verantwortlichen Einsicht in die Unmenschlichkeit ihres Tuns und den Mut zur Umkehr.

Denken wir an einen willkürlich verhafteten Aktivisten in CHINA
Der 62-jährige gewaltlose Menschenrechtsverteidiger Zhu Chengzhi war am 8. Juni 2012 wegen “Störung der öffentlichen Ordnung“ inhaftiert, aber erst am 25. Juli offiziell festgenommen worden. Er hatte von den  Behörden gefordert, den Tod des langjährigen Aktivisten Li Wangyang aufzuklären, der unter verdächtigen, bisher nicht geklärten Umständen in einem Krankenhaus in Shaoyang verstorben ist. Erst am 4. Januar 2013 wurde dem Anwalt von Zhu Chengzhi von der Volksstaatsanwaltschaft mitgeteilt, dass sie beschlossen habe, Zhu Chengzhi für sechs Monate unter “häusliche Überwachung“ zu stellen, wobei dies nicht zwangsläufig zu Hause sein musste. Der Ort des Hausarrests ist geheim, so dass die Gefahr des Verschwindenlassens und weiterer Misshandlungen besteht.
Gebet: Gott, gib Zhu Chengzhi Kraft von deiner Kraft auf dem beschwerlichen Weg, den er für seine Mitmenschen und ihre Rechte auf sich nimmt. 

Denken wir an einen inhaftierten Anwalt in VIETNAM
In Vietnam wird ab 1. Januar 2013 die Religionsfreiheit mit dem umstrittenen Dekret 92 noch weiter eingeschränkt. Der Menschenrechtsanwalt Le Quoc Quan, der sich in Blogs immer wieder für mehr Glaubensfreiheit engagiert hatte, wurde am 27. Dezember 2012 in Hanoi verhaftet, als er seine Tochter zur Schule brachte. Er hat seither keinen Kontakt zur Außenwelt. Seine Verhaftung steht im Zusammenhang mit Repressionen gegenüber Regierungskritikern. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. In den letzten Jahren wurden auch andere Menschenrechtsverteidiger inhaftiert und verurteilt, so die Blogger Nguyen Van Hal, Ta Phong Tan und Frau Phan Tan Hal. Ebenso wurden vier christliche Angehörige der ethnischen Gemeinschaft der Hmong am 12. Dezember 2012 zu Haftstrafen zwischen drei und sieben Jahren verurteilt, weil sie im Mai 2011 an einer nicht genehmigten religiösen Versammlung teilgenommen hatten. 
Gebet: Herr, wir vertrauen auf dich, du bist die Mitte unseres Lebens und Handelns; wir wollen mit dir bei den gefährdeten Menschen in Vietnam sein. Lass sie deine Kraft erfahren und Trost in deiner Nähe finden. 

Denken wir an verschollene Menschen in RUANDA                                                                       
Seit dem Herannahen der Präsidentschaftswahlen im August 2010 hält der ruandische Militärgeheimdienst illegal und ohne Anklage oder Gerichtsurteil Dutzende von Zivilisten in Militärlagern und anderen geheimen Haftorten fest, wo die Garantien für den Schutz von offiziellen Häftlingen umgangen werden. Monatelang sind die Inhaftierten ohne Kontakt zu ihren Angehörigen, zu einem Rechtsvertreter und ohne medizinische Versorgung. Diese rechtswidrig Inhaftierten sollen gefoltert und misshandelt werden. In diesem Zusammenhang sind Robert Ndengeye Uraneyeza und Sheikh Iddi Abasi seit März 2010 verschollen. Die ruandischen Behörden stritten das Vorhandensein geheimer Haftanstalten vor dem UN-Ausschuss gegen Folter im Mai 2012 in Genf ab.
Gebet: Gott, wir hoffen auf deinen Schutz für Robert Ndengeye Uraneyeza, Sheikh Idi Abasi und die willkürlich inhaftierten Menschen. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft.

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten Journalisten in SOMALIA
Der freiberufliche Journalist Abdiaziz Abdnur Ibrahim wurde am 10. Januar 2013 vom zentralen Ermittlungsdezernat (CID) der Polizei von Mogadischu willkürlich festgenommen und wird seither ohne Anklage in Haft gehalten. Dies geschah nach einem Interview mit einer binnenvertriebenen Frau, die berichtete, sie sei von Regierungskräften vergewaltigt worden. Obwohl er das Interview noch gar nicht veröffentlicht hatte und auch an einem Bericht von Al Jazeera nicht mitgewirkt hatte, in dem es um Vergewaltigungen in Siedlungen von Binnenvertriebenen ging, hält die Polizei ihn fest. Offensichtlich wollen die Behörden vermeiden, dass diese Fälle von massiven Menschenrechtsverletzungen an die Öffentlichkeit kommen. Die Polizei  beschlagnahmte u.a. seinen Laptop und seinen Digitalrecorder. Trotz anhaltender gesundheitlicher Probleme erhält er keine medizinische Versorgung. Er hat nur gelegentlich Zugang zu einem Anwalt. Inzwischen ist auch das mutmaßliche Opfer sowie eine Sozialarbeiterin, die ihr Beistand geleistet hatte, festgenommen worden.
Gebet: Wir wollen an die Opfer von Willkür denken und an diejenigen die ihnen beistehen und dafür Unrecht erleiden. Gott, gib Herrn Ibrahim Kraft, damit er nicht mutlos wird. Du zeigst uns den Weg der Versöhnung und des Friedens.

Denken wir an einen von Folter bedrohten Richter in SAUDI-ARABIEN
Der 76-jährige ehemalige Richter Dr. Suliaman al-Rashudi wird im al-Ha'ir-Gefängnis in Riad ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft gehalten. Er wurde am 12. Dezember 2012 festgenommen, nachdem er einen Vortrag über die Rechtmäßigkeit von Demonstrationen in der Scharia gehalten hatte. Es besteht die Gefahr, dass er gefoltert oder anderweitig misshandelt wird.
Information: In Saudi-Arabien wird Kritik am Staat grundsätzlich nicht toleriert. Diejenigen, die Kritik an der Regierung, deren Politik oder Handlungen üben, werden oft ohne Anklage und ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten.
Gebet: Guter Gott, wir bitten um ein faires Gerichtsverfahren nach internationalen Standards. Sei bei Suliman al-Rashudi und lass ihn deine Kraft und Anwesenheit spüren.

Denken wir an eine verurteilte christliche Familie in ÄGYPTEN
Am 13. Januar 2013 wurden Nadia Muhamed Ali und ihre sieben Kinder zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Nadia Muhamed Ali, ursprünglich Christin, konvertierte vor 23 Jahren zum Islam. Nachdem ihr Mann verstorben war, nahm die ganze Familie wieder den christlichen Glauben an. Sieben namentlich bekannte Beamte wurden zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, weil sie von 2004 bis 2006 der Familie geholfen hatten, die Namen und die Religionszugehörigkeit der gesamten Familie in den Dokumenten zu ändern.
Information: Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen gäbe es in Ägypten de facto kein Recht auf Religionsfreiheit. Außer Islam, Christentum und Judentum seien alle Religionen verboten, auch Religionslosigkeit. Die ehemals bedeutende jüdische Gemeinde sei durch ständige Anfeindungen erloschen, Konvertiten vom Islam zum Christentum müssten mit Verhaftungen und dem Schlimmsten rechnen.
Gebet: Herr, wir wissen die Familie von Nadia Muhamed Ali geborgen in deiner Liebe. Stärke und segne die sieben Beamten, gib ihnen deinen Frieden.

Denken wir an fünf zum Tod verurteilte Männer im IRAN
Die Todesurteile von fünf Angehörigen der arabischen Minderheit der Ahwazi wurden im Januar 2013 an die Vollstreckungsbehörde übersandt,  was bedeutet, dass die Hinrichtungen jederzeit vorgenommen werden können. Die Männer heißen Mohammad Ali Amouri, Sayed Jaber Alboshoka, Sayed Mokhtar Alboshoka, Hashem Sha'bani Amouri und Hadi Rashidi. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Vermutlich wurden sie gefoltert. Angehörige von Sayed Jaber Alboshoka berichten, dass sein Kiefer und Zähne während der Haft gebrochen wurden und dass Sayed Mokhtar Alboshoka in Folge der Folter an Depressionen und Gedächtnisverlust leidet. Hashem Sha'bani Amouri soll mit kochendem Wasser übergossen worden sein. Ihnen wurde der Zugang zu einem Rechtsbeistand und zu ihren Angehörigen verweigert. Sie waren im Zusammenhang mit ihren friedlichen Aktivitäten für die Minderheit der Ahwazi festgenommen worden. Sie wurden u.a. der "Feindschaft zu Gott und Verdorbenheit auf Erden" beschuldigt.
Gebet: Gott, sei bei den 5 Verurteilten und schütze ihr Leben. Hilf den Gefolterten und Unterdrückten im Iran. Schenke Veränderung bei den Tätern und Verantwortlichen.

Denken wir an Migranten in ITALIEN
Italienische Behörden schieben unbegleitete Kinder und erwachsene Asylsuchende in Gruppen nach Griechenland ab, wo sie entwürdigende, furchtbare Haftbedingungen erwarten und Misshandlungen durch Polizei und Sicherheitskräfte. Damit verletzt Italien seine Verpflichtung, schutzbedürftige Menschen angemessen zu versorgen. Sowohl italienisches Recht als auch das Völkerrecht verbieten, unbegleitete Kinder abzuschieben, wenn nicht gewährleistet ist, dass dies in ihrem besten Interesse geschieht. Kommerzielle Fährunternehmen führen Sammelabschiebungen durch. An Bord werden Erwachsene und Kinder in Maschinenräumen oder behelfsmäßigen Zellen festgehalten. Manchmal erhalten sie nicht einmal Nahrung. Die offiziell mit der Unterstützung der Migranten beauftragten Nichtregierungsorganisationen haben oft keinen geregelten Zugang zu ihnen.
Gebet: Herr, Wir wollen beten für alle Opfer, die durch menschliche Kälte und Hass von einem normalen Leben ausgeschlossen werden. Lass uns bereit sein, den schutzlosen Menschen nach unseren Kräften beizustehen.

Denken wir an Inhaftierte in MAROKKO, die nach unter Folter erzwungenen Geständnissen verurteilt wurden
Adel Lamtalsi, franko-marokkanischer Filmproduzent, wurde im September 2008 in Tanger verhaftet und in das geheime Gefängnis von Temara gebracht. Dort wurde er 3 Tage lang über seine Arbeit als Filmproduzent verhört. Dabei wurde er gefoltert und es wurde ihm der Daumen gebrochen, um einen Daumenabdruck von ihm zu erhalten. Am 3. Tag wurde er zur Gendarmerie von Larache gebracht, wo er geschlagen und gezwungen wurde, Dokumente in arabischer Sprache, die er nicht versteht, zu unterzeichnen. 2 Monate später wurde er auf der Grundlage von unter Folter erpressten Geständnissen wegen Drogenhandels zu 10 Jahren Haft verurteilt.
Moustafa Naim, franko-marokkanischer Animateur, wurde von Agenten der marokkanischen Polizei am 1.November 2010 im spanischen Hafen Algeciras, wo er zusammen mit seiner Frau mit einem Schiff aus Marokko ankam, entführt. Sie zwangen ihn unter Schlägen wieder das Schiff zu besteigen. In Marokko wurde er in das geheime Gefängnis von Temara gebracht, dort 10 Tage gefangen gehalten und gefoltert. Dann musste er ein Protokoll in arabischer Sprache, die er nicht verstehen kann, unterzeichnen. Am 20. November 2011 wurde er zu 8 Jahren Haft wegen Drogenhandels auf Grund des erpressten Geständnisses verurteilt, welche in der Berufung auf 5 Jahre reduziert wurden. Beide Gefangene werden häufig Opfer von Strafmaßnahmen ihrer Wärter. Angesichts der erlittenen Misshandlung verlangen beide eine Untersuchung, die aber bisher nicht stattfand.
Gebet: Guter Gott, steh den misshandelten und zu Unrecht Verurteilten bei und hilf, dass sie bald freigelassen werden oder dass zumindest ein rechtsstaatliches Verfahren erfolgt.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/