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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2013 Monatsgebet März 2013

Monatsgebet März 2013

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an über 900 inhaftierte Rohingya in MYANMAR
Über 960 Angehörige der Volksgruppe der Rohingya sind seit Monaten in Myanmar unter katastrophalen Haftbedingungen inhaftiert. Im Juni und Oktober 2012 kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Rohingya und Rakhine, wobei mindestens 168 Menschen getötet wurden. Angehörige beider Bevölkerungsgruppen waren für die Gewalt verantwortlich. Während viele der anschließend festgenommenen Rakhine wieder entlassen wurden, blieb eine sehr große Anzahle der Rohingya inhaftiert. Freigelassene Rohingya berichten über katastrophale Haftbedingungen und regelmäßige Schläge des Wachpersonals oder inhaftierter Rakhine. Mindestens 68 Rohingya sollen aufgrund von Gewalt in der Haft zu Tode gekommen sein. Die Gefangenen erhalten kein faires Gerichtsverfahren.
Information: Die Rohingya sind eine muslimische Volksgruppe in Myanmar (Burma) im nördlichen Teil des Rakhaing-Staates. In Myanmar leben heute etwa eine Million Rohingya. Sie werden stark diskriminiert, sie haben keinen Anspruch auf myanmarische Staatsbürgerschaft. Aufgrund von Repressionen und Verfolgungen leben mindestens eine Million Rohingya als Flüchtlinge in Bangladesch und weiteren Ländern Asiens. Der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ wurde mehrfach der Zugang zu Lagern von Rohingya verweigert. Aus dem Gefängnis entlassene Rohingya geben an, aufgrund ihrer ethnischen Abstammung und ihres Glaubens regelmäßig misshandelt worden zu sein.
Gebet: Herr, wir bitten dich um Gerechtigkeit für die in Myanmar lebenden Rohingya. Sei mit deiner Liebe und Kraft bei ihnen.

 Denken wir an die Situation der Tibeter in CHINA
Am 13.02.2013 hat sich in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu ein tibetischer Mönch öffentlich verbrannt. Es war die 100. Selbstverbrennung von Tibetern seit Februar 2009. Die Verbrennungen dienen dem Protest gegen Chinas Tibet-Politik. Seit der massiven Zunahme der Selbstverbrennungen seit Oktober 2012 bestraft China systematisch Angehörige und Freunde der Menschen, die den Freitod gesucht haben. So waren am 1. Februar 2013 sechs Tibeter zu Freiheitsstrafen bis zu 12 Jahren verurteilt worden, weil sie den Leichnam eines Selbstmörders nicht den Behörden übergaben. Neben vermehrten Festnahmen und hohen Haftstrafen für Angehörige oder Freunde wird auch durch andere Maßnahmen der Druck auf die Tibeter erhöht. Dörfer, in denen sich Tibeter selbst verbrennen, sollen gemäß Dienstanweisungen künftig keine staatliche Unterstützung mehr erhalten. Mehreren Angehörigen wurden hohe Bestechungsgelder angeboten, damit sie in der Öffentlichkeit fälschlicherweise behaupten, die Verstorbenen hätten aus familiären Gründen den Freitod gesucht.
Gebet: Guter Gott, nimm dich der Verstorbenen an. Schenke Hilfe für die vielen Tibeter, die inhaftiert sind oder zu Haftstrafen verurteilt wurden, und sei bei allen, die so verzweifelt sind, dass sie bereit sind, den Freitod zu wählen.

Denken wir an einen bedrohten Strafverteidiger in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Der aus Tschetschenien stammende Strafverteidiger Magamed Abubakarov, der zurzeit in der nordkaukasischen Republik Kabardino-Balkarien arbeitet, hat seit dem 6. Februar 2013 mehrfach Drohungen per SMS von einer ihm unbekannten Handynummer erhalten. Magamed Abubakarov ist weithin bekannt für seine mutige Arbeit im Zusammenhang mit einigen Straffällen, bei denen es um gegen Polizeibeamte erhobene Vorwürfe wegen konstruierter Anklagen, Entführungen und Folter ging, sowie für seine Interviews, die er den Medien zu diesen Themen gibt. Schon in der Vergangenheit war Magamed Abubakarov mehrfach bedroht worden und hatte im Dezember 2011 bei einem dubiosen Autounfall schwere Verletzungen erlitten. Nachdem er die Drohungen und die Nummer des Absenders bei der Polizei gemeldet hatte, erhielt er abermals eine Nachricht, in der er mit dem Tod bedroht wurde. Die Polizei hat es bisher versäumt, auf seine Beschwerde zu reagieren.
Gebet: Gott, wir bitten um deinen Schutz für Magamed Abubakarov. Gib ihm weiterhin Kraft und Mut für seine Arbeit.

Denken wir an Gefangene in MEXIKO
Am 16.Juli 2009 wurden 4 Männer, Orlando Santaolaya, Ramiro Lopez Vasquez und die Brüder Ramiro und Rodrigo Ramirez Martinez vom mexikanischen Militär festgenommen, ohne dass ein Haftbefehl vorlag. Sie wurden an einem unbekannten Ort schwer gefoltert, damit sie ihre Zugehörigkeit zu einer Bande von Kidnappern gestehen. Am 17.Juli unterzeichneten sie eine entsprechende Erklärung. Sie wurden dann in Untersuchungshaft genommen, wo sie wieder gefoltert wurden. Dann brachte man sie in das Gefängnis von El Rincon, wo sie seit 3 Jahren in Präventivhaft sind. Sie haben trotz ihrer Wunden keine medizinische Versorgung bekommen. Wenn sie Besuch von ihren Angehörigen bekommen konnten, war das Militär zugegen, um sie einzuschüchtern. Die 4 Gefangenen haben Klage wegen Folterung eingereicht, aber seit 3 Jahren stockt die Untersuchung. Sie selber und ihre Familien wurden wegen der Klage mehrfach bedroht.
Information: In Mexiko wurden im Zuge des „Kampfes gegen das Verbrechen“ die Polizei und das Militär verstärkt, um ein Ende der Gewaltspirale herbeizuführen. Dabei greifen beide häufig zu Repressalien, um Erfolge aufweisen zu können.
Gebet: Guter Gott, steh den Gefangenen bei. Lass ihre seelischen und körperlichen Verwundungen heilen und hilf, dass sie in einem fairen Prozess ihre Sache vertreten können.

Denken wir an zwei junge Frauen mit ihren Kindern im IRAN
Am 22. September wurden zwei junge Frauen, Taraneh Torabi mit ihrem fünf Monate alten Sohn Barman und Zohreh Nik-Aein mit dem zehn Monate alten Sohn Resam in das berüchtigten Gefängnis von Semnan gebracht, wo den Insassinnen Folter und sexueller Missbrauch drohen. Dies geschah allein auf Grund der Tatsache, dass sie zur Religionsgemeinschaft der Bahá’i gehören. Die beiden Frauen haben nur von ihrem Recht auf Glaubensfreiheit Gebrauch gemacht und wurden dafür von einem Gericht in Semnan zu jeweils 20 und 23 Monaten verurteilt. Sie werden im Gefängnis unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten.
Information: Die mehr als 300.000 Bahá’i im Iran werden seit dem Amtsantritt von Präsident Ahmadinedschad im Jahr 2005 systematisch verfolgt. Willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Alle nichtpersischen Volksgruppen und nicht-schiitischen Glaubensgemeinschaften und die religiösen Minderheiten der Bahá’i oder Christen werden unterdrückt und diskriminiert.
Gebet: Wir wollen beten, damit wir sensibel werden für das Leid von Männern Frauen und Kindern in unzähligen Gefängnissen, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Kultur verfolgt und unterdrückt werden. Gott, wir danken dir, dass wir Taraneh Torabi und Zoreh Nik-Aein mit ihren Kindern deiner Obhut und Liebe anvertrauen dürfen.

Denken wir an einen bedrohten Menschenrechtler in KOLUMBIEN
Am 13. Februar 2013 wurde das gepanzerte Auto von Pater Alberto Franco in der Hauptstadt Bogotá  von drei Schüssen getroffen. Er selbst befand sich zu dieser Zeit nicht im Wagen. Pater Alberto Franco hatte zuvor öffent­lich verurteilt, dass frühere Regierungsbeamte mitverant­wortlich dafür seien, dass Gemeindeland in den Fluss­ge­bie­ten Curvaradó und Jiguamiandó im Departamento Chocó, das man  afroko­lum­bianischen und indigenen Ge­meinschaften weggenommen hatte, nicht zurückgege­ben worden war. Er unterstützt die Bemühungen der Gemeinschaften, ihr Land zu­rückzuerhalten. Pater Alberto Franco ist der Geschäftsführer der kirchlichen Men­schenrechts­organisation Comisión Intereclesial Justicia y Paz, die sich in kolumbia­nischen Konfliktregionen für zivile Gemeinschaften einsetzt, deren Angehörige von Si­cherheitskräften oder paramilitärischen Gruppen getötet, gefoltert oder vertrieben wurden.Dadurch sind sowohl Pater Alberto wie auch die übrigen Mitarbeiter von Justicia y Paz in ständiger Lebensgefahr.
Gebet: Herr, wir bitten dich, sei deinen leidenden Menschen nahe. Gib Pater Alberto Franco und seinen Mitarbeitern, die sich nach deinem Wort und Auftrag unter Lebensgefahr für sie einsetzen, Kraft durch deine Nähe und Liebe.  

Denken wir an einen inhaftierten Studenten im SUDAN
Am 11. Dezember 2012 verließ der 26-jährige Mohammed Osman Moussa seine Wohnung in der Stadt Omdurman und wurde auf dem Weg zur Universität vom sudanesischen Geheimdienst festgenommen. Der ursprünglich aus der westlichen Region Darfur stammende Student macht in seiner Funktion als Medienbeauftragter der Studierendenschaft der Eastern Nile University aktiv auf Menschenrechtsthemen aufmerksam. Seit seiner Festnahme wird er an einem unbekannten Ort in Haft gehalten. Der Zugang zu einem Rechtsbeistand und seiner Familie wird ihm bisher verweigert. Mohammed Osman Moussa hat ein Herzleiden und benötigt täglich Medikamente. Es ist unklar, ob er Zugang zu medizinischer Versorgung erhält. Außerdem besteht die große Gefahr, dass er gefoltert oder auf andere Weise misshandelt wird.
Gebet: Gott, sei Mohammed Osman Moussa in der Haft nahe und bewahre ihn vor Folter. Hilf, dass er die nötige medizinische Versorgung erhält und seine Freiheit wiedererlangt.

Denken wir an palästinensische Gefangene in ISRAEL
5 palästinensische Gefangene befinden sich zur Zeit im Hungerstreik in israelischen Gefängnissen, um gegen die über sie verhängte Administrativhaft zu protestieren.
Samer Issawi aus Jerusalem ist seit mehr als 190 Tagen im Hungerstreik. Er wurde im Oktober 2011 aus dem Gefängnis entlassen und am 7. Juli 2012 wieder verhaftet und in Administrativhaft genommen, weil er versucht haben soll, von Jerusalem nach Cisjordanien zu gelangen, obwohl ihm nach der Haftentlassung verboten worden war, sich frei zu bewegen. Er liegt zur Zeit  im Gefängniskrankenhaus von Ramla. Er wiegt noch 48 Kilo und ist nach Aussage des Roten Kreuzes dem Tod nahe.
Jafaar Ezzedine (41 Jahre) und Tareq Qaadan (40 Jahre) wurden im November 2012 verhaftet und in Administrativhaft genommen. Sie sind seit November 2012 im Hungerstreik. Auch sie waren vorher in Haft gewesen und im Juli 2012 freigelassen worden, nachdem 2000 weitere palästinensische Gefangene in einen Hungerstreik getreten waren. Tareq hatte 15 Monate Haft verbüßt, weil er Wortführer in einer Protestaktion an der amerikanischen Universität von Jenine war.
Ayman Sharwaneh hat 2012 sechs Monate lang einen Hungerstreik geführt, ihn unterbrochen und nun wieder aufgenommen, weil die israelische Justiz weiterhin kein Urteil gefällt hat.
Oday Kilani (25 Jahre) ist seit Dezember 2012 im Hungerstreik, um gegen die 4 monatige Verlängerung seiner Administrativhaft zu protestieren. Alle 5 Gefangenen wollen erreichen, dass sie freigelassen werden oder einen ordentlichen Prozess erhalten.
Information: Die Administrativhaft darf nach internationalem Recht nur bei äußerster Gefährdung der Sicherheit des Staates angewendet werden. Das israelische Militär wendet sie auch gegen oppositionelle palästinensische Politiker an. Es kann eine 6 monatige Administrativhaft verhängt werden, ohne dass eine Beschuldigung erfolgt. Die Haft kann immer wieder verlängert werden. Da die Beweise als geheim gelten, kann der Gefangene sich nicht verteidigen. Zur Zeit befinden sich 178 Gefangene in israelischen Gefängnissen in Administrativhaft.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der Gefangenen und stärke ihre Hoffnung auf Freilassung. Hilf, dass Terror und Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern ein Ende finden und damit auch jede Form der Administrativhaft überflüssig wird.

Denken wir an einen gefolterten Menschenrechtsverteidiger in ISRAEL
Der palästinensische Menschenrechtsverteidiger Hassan Karajah wurde am 23. Januar 2013 in seinem Haus im Dorf Saffa nahe der Stadt Ramallah im besetzten Westjordanland festgenommen und seitdem ohne Anklage in Haft gehalten. Seinem Rechtsbeistand sagte er, dass er von Angehörigen des israelischen Sicherheitsdiensts bei den Verhören gefoltert und misshandelt werde. Er wird bis zu 14 Stunden am Tag verhört, wobei seine Arme und Beine in einer schmerzhaften Position an einen Stuhl gebunden sind. Weiterhin werden ihm nötige Medikamente verweigert.
Information: Hassan Karajah ist Koordinator der Jugendarbeit der Kampagne Stop the Wall, die sich gegen den Bau eines Zauns bzw. einer Mauer zwischen den Palästinensischen Gebieten und Israel einsetzt. Unterstützer von Stop the Wall sind in der Vergangenheit bereits mehrfach von israelischen Sicherheitskräften drangsaliert worden.
Gebet: Guter Gott, wir hoffen auf ein faires Gerichtsverfahren, medizinische Versorgung und Schutz vor Folter für Hassan Karajah. Zeige Wege auf für Fortschritte in der Lösung des Israel-Palästina-Konfliktes.

Denken wir an willkürlich inhaftierte Männer in MALAYSIA
Polizeibeamte nahmen am 7. Februar in Kuala Lumpur Mohd Hilmi Hasim und seinen Kollegen Yazid Sufaat in der Cafeteria, in der beide arbeiten, fest. Am nächsten Tag wurden Yazid Surfaat und eine dritte Person, Halimat Hussein, vor Gericht gestellt und wegen “Anstiftung bzw. Förderung terroristischer Handlungen“, die mit dem Konflikt in Syrien in Zusammenhang stehen sollen, angeklagt. Mohd Hilmi Hasim musste bisher nicht vor Gericht erscheinen und befindet sich weiterhin ohne Anklage  und ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand in Haft und könnte gefoltert und anderweitig misshandelt werden. Er und Yazid Sufaat sind die ersten, die unter dem neuen malaysischen Sicherheitsgesetz festgenommen wurden und bis zu 28 Tagen von der Polizei festgehalten werden können. Obwohl innerhalb von 48 Stunden der Zugang zu einem Rechtsbeistand gestattet werden muss, wird dies Mohd Hilmi Hasim verweigert, was die Foltergefahr erhöht.
Gebet: Herr, wir bitten, gib den willkürlich verhafteten Mohd Hilmi Hasim, Yazid Sufaat und Halmat Hussein Kraft von deiner Kraft. Bewahre sie vor Misshandlungen und Folter. Herr, wir wollen Unrecht nicht schweigend hinzunehmen. Gib uns Kraft, dagegen anzugehen. 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/