ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Monatsgebete 2013 Monatsgebet April 2013

Monatsgebet April 2013

Drucken
Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an bedrohte Christen in PAKISTAN
Am 9. März 2013 hat eine aufgebrachte Menschenmenge im pakistanischen Lahore mindestens 40 Häuser von Christen in Brand gesetzt, weil ein Muslim den 28-jährigen Christen Sawan Masih fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigte, um ihm einen Denkzettel zu verpassen. Als er mit einer wütenden Menge, die er mobilisiert hatte, im christlichen Stadtteil Joseph-Colony eintraf und den Gesuchten nicht fand, attackierten sie den Vater Chaman Masih, verletzten ihn schwer und zündeten sein Haus und weitere Häuser an, obwohl die Polizei inzwischen Sawan Masih ihn Haft genommen hatte, um ihn zu schützen. Viele Bewohner flüchteten aus Angst um ihr Leben. So wurden etwa 40 Häuser ein Opfer der Flammen und viele Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.
Information: Ein hoffnungsvolles Zeichen wurde nach dem Anschlag in einer Tagung des Rates für interreligiösen Dialog gesetzt, die von muslimischen Religionsvertretern initiiert wurde. Diese verurteilten die jüngste Episode der Gewalt, verurteilten den Missbrauch des Blasphemiegesetzes und betonten die Solidarität mit allen christlichen Gemeinden in Pakistan.
Gebet: Guter Gott,  wir sind oft sprachlos, wenn wir sehen, was Menschen einander antun können. Hilf uns an deine Kraft in uns zu glauben, damit wir nicht müde werden uns für die Misshandelten einzusetzen. Wir ahnen, dass sie deine Kraft auch über uns erfahren müssen.

Denken wir an einen inhaftierten Mönch in MYANMAR
Seit Januar 12 haben die staatlichen Organe Hunderte von Häftlingen freigelassen, darunter zahlreiche politische Gefangene, was einen wesentlichen Schritt im Kampf gegen willkürliche Inhaftierungen in diesem Land darstellt.
Allerdings dürfen wir die nicht vergessen, die noch immer wegen gewaltlosen Meinungsäußerungen in Haft gehalten werden. Auch wurden die Gefangenen, die aufgrund von Begnadigungen freigelassen worden sind, gemäß § 401 des Strafgesetzbuchs von Myanmar bedingt aus der Haft entlassen. Alle, die davon betroffen sind, können, wenn sie nach Auffassung der Staatsorgane gegen die Bedingungen ihrer Freilassung verstoßen haben, wieder inhaftiert werden und den Rest ihrer Strafe verbüßen. So geschehen im Fall des Mönchs U Gambira, der 2007 wegen seiner Beteiligung an der Safranrevolution gefoltert und zu einer Freiheitsstrafe von 68 Jahren verurteilt wurde, am 13. Januar 2012 freigelassen und am 1. Dezember 2012 aufgrund eines unerlaubten Aufenthalts in einem Kloster in Yangon erneut verhaftet wurde.
Gebet: Guter Gott, sei mit deiner Kraft und Nähe bei U Gambira in seiner Gefangenschaft. Bewahre ihm die Hoffnung auf Freilassung.

Denken wir an gefolterte Menschen in WESTPAPUA/ INDONESIEN
Am Morgen des 15. Februars 2013 wurden Daniel Gobay, Asel Kobak und Eneko Pahabol auf ihrem Weg von Depapre nach Doprena von 5 Polizeibeamten mit vorgehaltenen Waffen gestoppt. Sie wurden gezwungen, die 30 Meter bis zur Polizeistation auf ihrem Bauch zu kriechen. Um 10 Uhr wurden 4 weitere Papua zur Station gebracht: Yosafat Satto, Matan Glembiap, Salum Yaru und Obed Bahabol. Alle 7 Gefangenen wurden unter Anwendung von Folter zu Kontakten zu den Aktivisten Terianus Satto und Sebby Sambom befragt. Sie wurden getreten, mit Elektroschocks gefoltert, zum Ausziehen gezwungen und mit Stöcken auf Kopf und Gesicht geschlagen bis es zu schweren Blutungen und Hörstörungen kam. Am nächsten Tag wurden alle, außer Daniel Gobay und Matan Klembiap entlassen. Sie sind weiter der Gefahr ausgesetzt, gefoltert zu werden.
Gebet: Herr, hilf uns, dich in den Leidenden zu erkennen. Lass den Gemarterten deine Nähe durch Menschen spüren.

Denken wir an zwei Gewerkschafter in KOLUMBIEN
Am 12.02. wurde der Gewerkschaftsführer Ricardo Machado von einem bewaffneten Mann bedroht. Am 03.03. erhielt der Gewerkschafter Wilder Martínez eine SMS, die lautete: „…deine und Ricardos Tage sind gezählt, weil ihr eure Nase in Dinge steckt, die euch nichts angehen. Entweder haltet ihr den Mund oder wir bringen euch zum Schweigen…". Beide gehören der kolumbianischen Gewerkschaft Sintramienergetica an. Sie verteidigen ihre Gewerkschaft gegen ein vom multinationalen Unternehmen Glencore angestrebtes Strafverfahren. Außerdem haben Sie sich dafür eingesetzt, dass das Bergbauunternehmen bestimmte Bergbaumaßnahmen nicht durchführt, die mutmaßlich negative Umweltauswirkungen auf einen Fluss der Region haben.
Gebet: Guter Gott, beschütze das Leben von Ricardo Machado, Wilder Martinez und den vielen anderen engagierten Menschen in Kolumbien, die sich für die Rechte der Bevölkerung einsetzen und dabei auch starken Gegnern wie multinationalen Unternehmen entgegentreten.

Denken wir an einen getöteten Kopten in LIBYEN
Am 10. März 2013 starb der 45-jährige ägyptische Kopte Ezzat Hakim Attalah in einem Gefängnis in der ostlibyschen Stadt Benghazi in Folge von Folter. Er war am 28. Februar mit vier weiteren Kopten wegen angeblicher “Verbreitung des Christentums“  verhaftet worden. Unter demselben Vorwurf und wegen angeblicher “illegaler Einwanderung“ sollen rund 100 ägyptische Kopten in libyschen Gefängnissen inhaftiert sein. In keinem der Fälle soll es Hinweise darauf geben, dass die Opfer in irgendeiner Weise missioniert hätten, auch Ezzat Hakim Attalah nicht, der in Libyen legal gearbeitet hat. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
Information: Die größte ägyptische Tageszeitung “Al-Ahram“ spricht von der Ermordung des Kopten. In Kairo kam es nach den Berichten über den Foltertod  Attalahs zu Protesten vor der libyschen Botschaft.
Gebet: Guter Gott, steh den Kopten bei, die als Minderheit immer wieder unter Druck geraten. Lasst uns auch beten für die, denen Religionsfreiheit für Andersgläubige fremd ist: mögen sie erkennen, dass eine humane Welt nur möglich ist, wenn jeder frei nach seinem Glauben leben kann.

Denken wir an drei verschwundene Männer in SYRIEN  
Am 20. September 2012 wurde der Leiter der außenpolitischen Abteilung des NCB (Nationaler Koordinationskreis für demokratischen Wandel), Abd al-Aziz al-Khayyir zusammen mit Iyad Ayash und Maher Tahan nach der Rückkehr von einem Besuch in China am Flughafen von Damaskus an einem Kontrollpunkt des Geheimdienstes der Syrischen Luftwaffe (AFI) festgenommen und laut örtlichen Quellen in die Hafteinrichtung des AFI gebracht. Dennoch bestreiten die syrischen Behörden, dass sich die drei Männer in ihrem Gewahrsam befinden. Somit werden sie unter Bedingungen festgehalten, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Das NBC, dem alle drei Männer angehören, ist ein weitgehend säkularer Zusammenschluss von politischen Gruppen, die sich für einen friedlichen Wandel einsetzen. Abd al-Aziz al-Khayyir hatte bereits zuvor lange Zeit als politischer Gefangener in Haft verbracht. Es besteht die Gefahr, dass sie gefoltert werden.
Information: Folter und sonstige Misshandlungen sind in syrischen Gefängnissen weit verbreitet. Amnesty liegen die Namen von mehr als 980 Personen vor, die seit Ausbruch der Unruhen im März 2011 in Haft gestorben sind. 
Gebet: Gott, sei mit deiner Kraft bei den drei Männern und lass sie deine Gegenwart spüren. Schütze ihr Leben und ihre Gesundheit.

Denken wir an Gefangene in MAROKKO
24 Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara wurden vom marokkanischen Militärgericht zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Verurteilten werden beschuldigt, bei der Zerstörung eines Lagers bei Gdeim Izik 9 marokkanische Sicherheitskräfte getötet zu haben. Obwohl die Beschuldigten Zivilisten sind, wurden sie vom Militärgericht abgeurteilt. Es wurden keine Beweise vorgelegt, dass sie mit dem Tod der Sicherheitskräfte zu tun hatten. Außerdem sind die Richter nicht darauf eingegangen, dass die Beschuldigten über erlittene Folterungen geklagt und eine medizinische Untersuchung verlangt hatten.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die 24 Verurteilten nicht mutlos werden. Gib, dass sie die Chance zu einem fairen Berufungsverfahren haben.

Denken wir an Tausende Familien in ANGOLA, die aus ihren Häusern vertrieben wurden
Am 1. Februar 2013 erschienen gegen 5 Uhr morgens mehr als 500 Soldaten, ferner Polizisten der schnellen Eingreiftruppe sowie private Sicherheitsdienste in dem Viertel Mayombe von Cacuaco, 20 km von Luanda. Sie zerstörten mit Bulldozern die Häuser von Tausenden von Familien und vertrieben die Menschen. 2 Kinder wurden dabei getötet, mehrere Personen, die sich der gewaltsamen Vertreibung widersetzten, wurden geschlagen, 6 Personen inhaftiert. Die Vertriebenen (etwa 5000 Personen) wurden von den Maßnahmen völlig überrascht. Ihnen wurden neue Parzellen in einem anderen, aber nicht bewohnbaren Stadtgebiet zugewiesen. Es gab weder Entschädigung noch Aufbauhilfe. Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen fehlten. Auch wurde ihnen keine Rechtssicherheit für die neuen Parzellen gegeben. Auf dem bisherigen Wohngebiet der Vertriebenen will eine portugiesische Firma einen neuen Stadtteil mit 10000 Wohnungen bauen.
Gebet: Guter Gott, steh den schutzlos Vertriebenen bei. Lass sie Anwälte finden, die sich für ihre Rechte einsetzen. Wandle die Herzen der Reichen, dass sie das Besitzrecht der Schwächeren achten.

Denken wir an Gefangene in VENEZUELA
Lisnardo Danielson Llorente Garcia und Nehemias Etifaz Camacho Correa, zwei Angestellte des Umweltministeriums, befanden sich in dem Waldschutzgebiet von Santa Maria del Orinoco, im Staat Amazonas, als sie am 14. November 2012 von Soldaten der bolivarischen Nationalgarde festgenommen wurden. Sie wurden beschuldigt, 2 Gewehre, die den Soldaten des Waldschutzgebietes gehörten, gestohlen zu haben. Sie wurden mehrere Stunden lang schwer gefoltert und danach gezwungen, Dokumente zu unterschreiben, die bestätigen, dass sie keine Misshandlung erfahren haben. Der Arzt, der sie dann im Krankenhaus untersuchen sollte, hat keine wirkliche Untersuchung vorgenommen. Am 15. November erschienen ein Staatsanwalt und Verteidiger und haben die Klagen der Opfer aufgenommen und versprochen, einen unabhängigen Arzt zu schicken. Bis heute ist dies nicht erfolgt.
Gebet: Guter Gott, gib den Misshandelten neuen Mut. Lass sie die Hoffnung nicht aufgeben, dass ihre Anschuldigungen in einem fairen Prozess überprüft werden und ihnen Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an Frauen in ZIMBABWE

Am 13. und 14. Februar 2013 haben in Harare und Bulaway Frauen der Bewegung „Frauen in Zimbabwe erhebt euch“ friedlich für einen demokratischen Ablauf der Wahlen im März demonstriert. Dabei wurden viele Personen zusammengeschlagen, 188 wurden vorübergehend festgenommen. Gerade in Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen gab es vermehrt Gewaltmaßnahmen gegen Bürger, die für die Einhaltung von Menschenrechten demonstrieren.
Gebet: Guter Gott, stärke den Mut der Frauen in Zimbabwe, damit sie trotz aller Repressionen sich weiter für eine gerechte und demokratische Ordnung in Zimbabwe einsetzten.

Denken wir an einen Journalisten in KUBA
Am 6. März trat der Journalist Calixto Ramón Martínez Arias in den Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung im Gefängnis von Combinado del Este am Rande der kubanischen Hauptstadt Havanna zu protestieren. Die Gefängnisleitung verlegte ihn daraufhin in eine Strafzelle. Angehörigen von Calixto Ramón Martínez Arias zufolge ist die kleine Zelle, in der er sich nun befindet, nicht beleuchtet und verfügt weder über sanitäre Anlagen noch über einen Schlafplatz. Zudem darf er die Zelle nicht verlassen, um sich im Freien zu bewegen. Er arbeitet für die nichtstaatliche Nachrichtenagentur Hablemos Press. Er wurde am 16.09.2012 von der kubanischen Revolutionspolizei in Havanna festgenommen. Er hatte Vorwürfe untersucht, denen zufolge von der Weltgesundheitsorganisation gelieferte Medikamente, die den Choleraausbruch Mitte 2012 stoppen sollten, nicht verteilt, sondern am Flughafen behalten wurden. Noch immer hat die Staatsanwaltschaft keine Anklage gegen ihn erhoben. Vermutlich ist seine Inhaftierung politisch motiviert und steht im Zusammenhang mit der friedlichen Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung.
Gebet: Herr, sei mit deiner Kraft bei Calixto Ramón Martínez Arias, lass ihm Gerechtigkeit und eine menschenwürdige Behandlung zuteil werden und schütze ihn vor weiterer Folter.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/