ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Monatsgebete 2013 Monatsgebet Mai 2013

Monatsgebet Mai 2013

Drucken
Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen inhaftierten Schriftsteller im TSCHAD
Der Schriftsteller Jean Laokolé wurde am 22.03.13 von der Polizei wegen eines Blogeintrages vorgeladen. Am Abend desselben Tages wurde er von einer Gruppe in Zivil gekleideter Männer in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena festgenommen, als er mit seiner Familie in seinem Auto unterwegs war. Drei Tage lang wurde er in Isolationshaft festgehalten und  am 25.03. in die Hafteinrichtung Am Sinene verlegt. Am 01.04. erschien er vor Gericht. Die Anklage lautet auf Verleumdung. Die Freilassung gegen Kaution wurde ihm verweigert, wofür laut seinem Rechtsbeistand kein Grund vorliegt. Die Bedingungen in der Hafteinrichtung sind entsetzlich und kommen unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleich.
Information: In Tschad sind Gefängniszellen oft stark überbelegt, und die Versorgung mit Trinkwasser und Essen ist so unzureichend, dass die Gefangenen auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen sind. Im Großteil der Gefängnisse gibt es weder sanitäre Anlagen noch medizinische Versorgung.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich für Jean Laokolé und die andere Häftlinge in Tschad, sei du ihnen nahe und gib ihnen Kraft. Nach unserem Ermessen sind die geschilderten Haftbedingungen katastrophal,  wir hoffen auf Änderungen und deine Hilfe, einen Wandel zu ermöglichen.

Denken wir an Inhaftierte in BAHREIN
Am 17.März 2011 wurde Abduljalil Al-Singace, der Leiter des Büros für Menschenrechte der Opposition Haq, in das Gefängnis Al-Qurain gebracht, dort gefoltert, am ganzen Körper geschlagen sowie mehrmals am Tag gezwungen, lange auf einem Bein aufrecht zu stehen, obwohl sein linkes Bein behindert ist. Er wurde des Schlafes beraubt und 2 Monate in Einzelhaft genommen, ohne dass er Kontakt zu seiner Familie oder einem Anwalt hatte. Am 22.Juni 2011 wurden er und 20 weitere politische Oppositionelle durch den Gerichtshof der nationalen Sicherheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie im Rahmen der Protestbewegung von Februar 2011 für demokratische Reformen eingetreten waren. Sie hätten versucht, „eine terroristische Gruppe zu bilden und die Monarchie zu stürzen“. Obwohl die Angeklagten auf die Folterungen während ihrer Haft hingewiesen haben, hat auch das Berufungsgericht die Urteile, die auf erpressten Geständnissen beruhten, bestätigt. Am 7.Januar 2013 wurden die Urteile endgültig durch den Kassationsgerichtshof bestätigt.
Gebet: Guter Gott, gib den Gefangenen, die so Schweres erlebt haben, Mut zum Leben und lass sie die Hoffnung nicht verlieren.

Denken wir an bedrohte Menschenrechtsverteidiger in VENEZUELA

Am 12. April 2013 erhielt Marianela Sánchez Ortíz einen Brief mit der Warnung, sie solle ihre Arbeit für die Menschenrechtsorganisation OVP (Observatorio Venezolano de Prisiones) beenden, ansonsten werde sie und ihre Familie die Folgen erfahren, wie es ihr Mann schon erlebte, der in seinem Wagen von vier Männern mit der Waffe bedroht wurde. Die Organisation OVP beobachtet die Haftbedingungen in venezolanischen Gefängnissen. Eine Woche zuvor hatte die Ministerin für Strafvollzug den Leiter der Organisation, Humberto Prado, beschuldigt, Proteste in Gefängnissen zu organisieren, um das Strafvollzugssystem zu destabilisieren. Humberto Prado hat ebenfalls mehrfach Morddrohungen erhalten. Die Situation in den völlig überfüllten Gefängnissen ist desolat. Gewalt unter den Gefangenen fordert viele Todesopfer.
Gebet: Gott,  wir bitten dich, beschütze Frau Ortíz und ihre Familie und Humberto Prado. Gib Ihnen Kraft für ihren Einsatz für die Menschen in den  Gefängnissen.

Denken wir an verletzte und getötete Menschen in NIGERIA
Am 18. März gegen 16 Uhr explodierte im Busbahnhof der Stadt Kano, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, zwischen zwei voll besetzten Bussen ein VW-Golf, vollgepackt mit Sprengstoff. Die beiden Busse wie auch andere Busse wurden zerstört. Die Zahl der Todesopfer wird zur Zeit mit 108, die der Verletzten mit 154 angegeben. Der Anschlag fand im Stadtteil Sabon Gari, was in der Haussa-Sprache “Ausländerviertel“ bedeutet,  statt. Dort wohnen vor allem Igbo, Einwanderer aus dem christlichen Süden Nigerias. Der Anschlag trägt die Handschrift der islamistischen Terrorsekte Boko Haram, die der Regierung und den Christen offen den Krieg erklärt hat und das Ziel hat, in Nordnigeria eine christenfreie Zone zu schaffen. Durch die Anschläge von Boko Haram haben allein in den letzten drei Monaten 509 Christen ihr Leben verloren.
Gebet: Gott, wir trauen auf dich. Du bist bei deinen Menschen in Nigeria in ihrer Trostlosigkeit, du teilst Not und Leid mit ihnen und tröstest sie. Gib uns Kraft, dir nachzufolgen. Die Getöteten wissen wir geborgen in deiner Ewigkeit.

Denken wir an eine bedrohte Menschenrechtlerin in KAMERUN
Am 5.April 2013 versuchten Unbekannte den Sohn der Leiterin der Menschenrechtsorganisation in Kamerun Frau Maximilienne Ngo Mbe zu entführen, als er in der Schule war. Seit einigen Wochen werden Frau Ngo Mbe und ihre Kinder bedroht durch einschüchternde Telefonanrufe und SMS, z.B. am 22. März 2013 durch folgende SMS: “Dreckige Schlampe, wir haben Deine Kinder im Visier, dein Leben wird bald zerstört. Unserm Land geht es dank unserem Präsidenten gut. Du wirst bald nicht mehr schaden können.“ Außerdem wird ihr Telefon durch Sicherheitsbeamte abgehört. Man wirft ihr ihre Arbeit als Menschenrechtlerin vor. Im September 2012 war bereits ihre Nichte aus der Schule weg entführt und missbraucht worden, weil man sie für die Tochter von Frau Ngo Mbe hielt. Frau Ngo Mbe hat dagegen geklagt, aber auf ihre Klage erfolgte keine Reaktion.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Frau Maximilienne Ngo Mbe und das ihrer Kinder und hilf, dass sie weiter für die Rechte der Menschen in ihrem Land eintreten kann.

Denken wir an einen gefangenen Jugendlichen in ÄGYPTEN
Am 3. April 2011 wurde Mohamed Ehab Sayed mit 17 Jahren von der Militärpolizei verhaftet, als er am Rande eines Tumultes mit Schüssen weglief. Am 14. April wurde er unter dem Vorwurf des Raubes und der Benutzung von Waffen zu 15 Jahren Haft durch ein Militärgericht verurteilt. Er kam in den Hochsicherheitstrakt des Tora-Gefängnisses in Kairo. Durch ein Berufungsverfahren wurde das Strafmaß auf 7 Jahre reduziert. Er wurde von den Gefängniswärtern geschlagen und eine Woche lang in eine Einzelzelle gesperrt. Die Familie des Gefangenen will Berufung gegen das Urteil einlegen, da er nicht wie ein Minderjähriger behandelt und ihm kein faires und öffentliches Verfahren zuteil wurde.
Information:Seit der „Revolution des 25. Januars“ 2011 sind tausende ÄgypterInnen inhaftiert worden, darunter mindestens 40 Minderjährige. Bei vielen Jugendlichen wurde die Strafe ausgesetzt oder das Strafmaß verringert.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um das Schicksal von Mohamed Ehab Sayed und anderen Minderjährigen. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft und stärke in uns das Vertrauen, sie durch unser Tun und Beten zu unterstützen.

Denken wir an von Folter bedrohte Männer in BANGLADESCH
Der Zeitungsherausgeber Mahmudur Rahman wurde am 11.04.13 in Dakha festgenommen. Er hatte zuvor Artikel veröffentlicht, in denen er die Regierung kritisierte. Am 12.04. verfügten die Behörden, dass er für die Dauer von 13 Tagen in Polizeigewahrsam bleiben muss. Schon früher war er wegen kritischer Artikel über die gegenwärtige Regierung der Partei Awami League inhaftiert und gefoltert worden. Am 03.04.13 wurde der Blogger Asif Mohiudeen festgenommen, nachdem er vermeintlich blasphemische Kommentare im Internet veröffentlicht haben soll. Er war bereits im Januar überfallen, geschlagen und mit Messerstichen verletzt worden. Er hat auch Drohungen erhalten, in denen er aufgefordert wurde, seine Tätigkeit einzustellen. Beide Männer sind in Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Guter Gott, bewahre Mahmudur Rahman und Asif Mohiudeen vor Folter und Misshandlung. Sei mit deinem Geist bei den Angehörigen von Regierung, Opposition, Behörden und Polizei in Bangladesch und zeige ihnen Wege des Friedens.

Denken wir an zwei inhaftierte Derwische im IRAN 
Kasra Nouri  und Saleh Moradi, Derwische eines Sufi-Ordens im Iran, sind seit 2011 bzw. 2012 im Adel-Abad-Gefängnis in der Stadt Schiras inhaftiert. Sie waren auf einer Webseite aktiv, auf der über Menschenrechtsverletzungen gegen Derwische berichtet wird. Am 15.01.13 traten sie in einen Hungerstreik, um gegen die Behandlung von inhaftierten Derwischen im Evin-Gefängnis in Teheran zu protestieren. Beide sollen jeweils 35 Kilo an Körpergewicht verloren haben. Am 25.03. wurden sie an Händen und Füßen gefesselt, und es wurde ihnen unter Zwang Brot verabreicht. Dieses Vorgehen soll von den Behörden gefilmt worden sein. Am 01.04. wurde Kasra Nouri in eine Einrichtung des Geheimdienstministeriums verlegt, wo man ihn brutal schlug und dann wieder ins Gefängnis brachte. Beide Männer sind auf die Krankenstation des Gefängnisses verlegt worden, wo man ihnen per Tropfinfusion Flüssigkeit verabreicht. Bisher haben sie kein Gerichtsverfahren erhalten, der Zugang zu Rechtsbeiständen wird ihnen untersagt.
Gebet: Gott, schütze das Leben von Kasra Nouri  und Saleh Moradi und sei mit deiner Kraft bei ihnen und den zahlreichen anderen Gefolterten und von Folter bedrohten Menschen in den Gefängnissen im Iran.

Denken wir an bedrohte Menschen in MAURETANIEN, die sich für Menschenrechte einsetzen
Am 9.März 2013 wurden Männer, die der Antisklavereibewegung angehören, von Polizeieinheiten attackiert, als sie sich friedlich in einem Privathaus in Kaedi versammelten. Sie wurden mit Tränengas aus dem Haus vertrieben und mit Stöcken geschlagen, so dass sich einige im Krankenhaus behandeln lassen mussten. 9 Männer wurden festgenommen und 3 Tage wegen „Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung“ gefangen gehalten, obwohl es in Mauretanien kein Gesetz gibt, das Versammlungen im Privathaus verbietet. Die Mitglieder der Antisklavereibewegung werden regelmäßig Opfer von Angriffen, Einschüchterungen und juristischer Verfolgung, weil sie die in Mauretanien noch sehr verbreitete Sklaverei zur Anzeige bringen wollen.
Gebet: Guter Gott, gib den Menschen in Mauretanien, die sich dafür einsetzen, dass die unmenschliche Sklaverei ein Ende hat, Mut und die Kraft, dies weiter zu tun, bis alle Versklavten frei sind.

Denken wir an 3 politische Gefangene in USBEKISTAN
Der ehemalige Parlamentsabgeordnete Murod Juraev, heute 60 Jahre alt, ist seit 19 Jahren inhaftiert. Für ihn wurde jetzt die Haft zum 4. Mal willkürlich verlängert. Er ist sehr abgemagert, hat seine Zähne verloren und leidet an chronischen Kopfschmerzen.
Die Angehörigen des Oppositionspolitikers Mukhammed Begjanov, der sich seit 14 Jahren in Haft befindet, wurden in jüngster Zeit wiederholt an Besuchen gehindert. Der 72 Jahre alte Schriftsteller Mamadali Mahmudov wurde nach über 13 Jahren Gefangenschaft nach einem erlittenen Herzinfarkt und starken öffentlichem Engagement endlich aus der Haft entlassen.
Alle drei wurden unter konstruierten Anklagen und in unfairen Prozessen zu den langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie haben in der Haft Folter erlitten. Ihr Gesundheitszustand hat sich aufgrund der schlimmen Haftbedingungen massiv verschlechtert; u.a. leiden sie an Tuberkulose.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um das Schicksal der usbekischen Dissidenten. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft und stärke in uns das Vertrauen, sie durch unser Tun und Beten zu unterstützen.

Denken wir an bedrohte Menschenrechtaktivisten in MEXIKO
Am 2.April 2013 wurde in das Büro der Menschenrechtsorganisation Codigo-Dh in Mexiko eingebrochen. Die Leiterin Sara Méndez stellte danach fest, dass die Computer durchsucht und Dossiers von Opfern gestohlen worden waren. Es gibt immer wieder Angriffe gegen diese Organisation. Sie verteidigt u.a. Mariano Lopéz Gómez, der sich friedlich gegen das Projekt des Windparks in Tehuantepec einsetzt. Er wurde vom Militär am 2.April verhaftet und einen Tag später wieder freigelassen.
Gebet: Guter Gott, gib, dass die Menschen in Mexiko, die sich friedlich für die Freiheitsrechte einsetzten, dies tun können, ohne immer wieder eingeschüchtert zu werden.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/