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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2013 Monatsgebet Juni 2013

Monatsgebet Juni 2013

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen von Folter bedrohten Korrespondenten in TURKMENISTAN
Rovshen Yazmuhamedov, Korrespondent bei Radio Free Europe/Radio Liberty, ist am 6. Mai von der Polizei festgenommen worden. Laut Angaben des von den USA finanzierten Rundfunksenders arbeitet er seit September 2012 als Korrespondent für den turkmenischen Bereich des Senders. Am 9. Mai setzte seine Familie den Sender von seiner Festnahme in Kenntnis. Er ist in der Vergangenheit bereits mehrmals von den Sicherheitsbehörden verhört worden. Derzeit wird er in einer vorläufigen Hafteinrichtung der Abteilung im Innenministerium festgehalten, die für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen und Fälle im Zusammenhang mit Terrorismus zuständig ist. Die Behörden haben sich bislang nicht zu den Anklagen geäußert. Wahrscheinlich steht seine Verhaftung in Verbindung mit seiner Arbeit, und er ist in großer Gefahr, gefoltert zu werden.
Information: RFE/RL ist eine der wenigen nicht-staatlichen Informationsquellen, die über das Leben in Turkmenistan berichten. Mit ausländischen Medien zusammenarbeitende Journalisten, deren kritische Haltung gegenüber der Regierung bekannt ist, sind oft Bedrohungen und willkürlichen Festnahmen ausgesetzt.
Gebet: Herr, wir sehen mit Besorgnis die Situation von Journalisten und Korrespondenten in Turkmenistan. Schütze sie und besonders Rovshen Yazmuhamedov und seine Familie vor Folter und Bedrohungen.

Denken wir an sechs gefolterte Männer in MAROKKO
Sechs  sahrauische Männer wurden am 9. Mai wegen ihrer Teilnahme an einer Protestveranstaltung für die Selbstbestimmung der Westsahara festgenommen. Der 17-jährige El Hussein Bah sagte aus, dass er gezwungen wurde, Papiere ungelesen zu unterschreiben, darunter auch ein "Geständnis". Seinen Aussagen zufolge drückten ihm Polizeibeamte einen mit Urin getränkten Schwamm ins Gesicht, zogen ihm die Hose herunter und drohten ihm mit Vergewaltigung. Er gab außerdem an, der "Brathähnchen-Folter" ausgesetzt worden zu sein, bei der er mit über den Beinen zusammengebundenen Händen an einem unter den Knien durchgeschobenen Metallstab aufgehängt und in dieser Position geschlagen und verhört wurde. Alle sechs Männer gaben dem Untersuchungsrichter gegenüber an, dass ihre "Geständnisse" durch Folter erzwungen wurden. El Hussein Bah sagt, er habe gehört, wie andere Häftlinge in separaten Zellen misshandelt wurden und später bemerkt, dass diese Häftlinge sichtbare Prellungen, Handschellenabdrücke und Schwellungen aufwiesen. Den sechs Männern drohen unfaire Gerichtsverfahren.
Gebet: Gott, wir sind schockiert über die Berichte der Gefangenen. Sei du ihnen mit deiner Kraft nahe und schütze sie vor weiterer Folter und Misshandlung.

Denken wir an einen Misshandelten in KAMERUN
Herr Richard Djimeli, ein 35 jähriger Filmemacher und Mitglied der Vereinigung zur Verteidigung der Rechte der Studenten in Kamerun, wurde in der Nacht vom 23. auf 24. März 2013 entführt, weil er einen Film gedreht hatte, der die Geschichte eines Diktators in einem imaginären afrikanischen Land zeigte. Der Film mit dem Titel „139...die letzten Schmarotzer“ wurde im März mehrfach in Douala und Yaoundé gezeigt, bevor er verboten wurde. Vor seiner Entführung hatte Herr Djimeli zahlreiche Morddrohungen bekommen und deswegen Klage erhoben. Es wurde ihm aber kein Schutz gewährt. Er wurde während der Verhöre über seinen Film mehrfach gefoltert und nach 10 Tagen wieder freigelassen. Er lebt heute an einem geheimen Ort, weil er sich von der Polizei nicht geschützt fühlt.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Herrn Djimeli vor weiterer Verfolgung. Hilf, dass es auch in Kamerun möglich wird, seine Meinung frei zu äußern.

Denken wir an eine von Folter bedrohte Anwältin im SUDAN
Die Anwältin und Menschenrechtlerin Asma Ahmed befindet sich seit dem 4. Mai ohne Anklage und ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft. Sie ist vom sudanesischen Geheimdienst festgenommen worden. Ihr drohen Folter und andere Misshandlungen. Sie ist Mitglied der verbotenen Volksbefreiungsbewegung des Nordens (SPLM-N). Sie setzt sich außerdem für die Einhaltung der Menschenrechte ein; sie hat bereits zahlreiche politische Häftlinge vor Gericht vertreten.
Information: Gefangene werden vom sudanesischen Geheimdienst häufig gefoltert oder misshandelt. Zu den Foltermethoden zählen Treten sowie das Schlagen mit Stöcken, Gummischläuchen und den Fäusten. Häftlinge sollen gezwungen werden, tagelang in der sengenden Hitze oder in schmerzhaften Positionen auszuharren. Es werden ihnen Nahrungsmittel, Wasser und Schlaf vorenthalten. Weibliche Gefangene sind oft sexueller Gewalt ausgesetzt.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um Asma Ahmed. Wir bitten um Freilassung oder ein faires Gerichtsverfahren. Schütze sie vor Misshandlung. Wir bitten auch um eine Wandlung bei den Mitarbeitern des Geheimdienstes.

Denken wir an einen schiitischen Geistlichen in SAUDI-ARABIEN
Der schiitische Geistliche Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-Amr war am 17. Dezember 2012 zu drei Jahren Haft und anschließendem fünfjährigen Reiseverbot verurteilt worden. Das Angebot einer Freilassung unter der Bedingung, keine Freitagspredigten zu halten, hatte er abgelehnt. Die Anklagepunkte lauteten auf Verleumdung des Herrschaftssystems, Aufruf zu Veränderung und Ungehorsam und Verhöhnung seiner Religionsführer. Er hatte in seinen Predigten die Notwendigkeit einer Reform in Saudi-Arabien betont, eine konstitutionelle Monarchie, die gerechte Verteilung von Arbeitsplätzen und das Ende der Diskriminierung von religiösen Minderheiten gefordert. Nun droht ihm nach seiner Berufungsverhandlung in den nächsten Wochen eine noch härtere Strafe. Scheich Tawfiq Jaber Ibrahim al-Amr befindet sich im Gefängnis Al-Ha’ir. Seine Familie hat nur eingeschränkten Zugang zu ihm.
Gebet: Gott, du hast Scheich Tafiq Jaber Ibrahim stark gemacht durch deinen Geist. Verleih ihm Kraft, damit er weiterhin ein Zeuge sein kann für deine Gerechtigkeit. Gib auch uns Mut, für deine misshandelten und benachteiligten Menschen einzutreten.

Denken wir an Gefangene in VENEZUELA
In dem Gefängnis von Coro, das erst 2008 gegründet wurde, häufen sich Übergriffe und Gewalttätigkeiten gegen Gefangene. Von Ende März bis Anfang April 2013 wurden 301 Gefangene lange von Wärtern geschlagen, andere von der Gefängnisleitung und der Nationalgarde mit dem Tod bedroht. Menschenrechtler, die diese Art von Angriffen anprangern, werden regelmäßig eingeschüchtert und kriminalisiert. Am 12. April erhielt Marianela Sanchez Ortiz, juristische Beraterin der Menschenrechtsorganisation, einen Brief, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie und ihre Familie überwacht würden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass in venezolanischen Gefängnissen die Rechte des Menschen gewahrt und Menschen nicht länger gequält werden.

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger in BAHRAIN
Am 2. Mai war Naji Fateel, ein Vorstandsmitglied der bahrainischen Jugendorganisation für Menschenrechte (Bahrain Youth Society for Human Rights BYSHR), bei sich zu Hause im Dorf Bani Jamra im Nordwesten von Bahrain ohne Haftbefehl festgenommen und zur Kriminalpolizei (Criminal Investigations Directorate –CID) gebracht worden. Dort soll der 39-Jährige mehrere Stunden lang brutal gefoltert worden sein. Bei der Staatsanwaltschaft weigerte er sich, ohne Rechtsbeistand verhört zu werden. Er musste Dokumente unterzeichnen, die er nicht lesen durfte. Bei der Kriminalpolizei wurde er erneut gefoltert. Am 5. Mai wurde er ins Gefängnis Dry Dock in Manama verlegt. Am 9. Mai ordnete die Staatsanwaltschaft eine 60-tägige Haft an, angeblich bis zum Abschluss der Ermittlungen.
Information: Naji Fateel war schon mehrmals verhaftet und gefoltert worden und leidet an den Folgen der Folter. Dennoch ruft er immer wieder durch Twitter, Blogs und Vorträgen dazu auf, Menschenrechtsverletzungen öffentlich zu machen.
Gebet: Gott, wir wollen Naji Fateel in Gedanken und Gebet nahe sein. Gib du ihm Kraft zu dem gefahrvollen Einsatz für die Rechte der Menschen und schenke ihm Trost durch deine Nähe in allem Leid, das er erdulden muss.

Denken wir an einen Gefangenen im LIBANON
Seit dem 12. Juni 2010 wird Tarek Rabaa im Gefängnis des Verteidigungsministeriums gefangen gehalten. Wegen einer französischen Telefonnummer, unter der er einen Anruf auf seinem Handy erhielt, als er 2007 an einer Weiterbildung im Frankreich teilnahm, wurde er 108 Tage lang verhört und dabei gefoltert. Die libanesischen Sicherheitsdienste vermuten, dass diese Nummer einem Agenten des Mossad gehörte. Am 7. Februar 2011 wurde gegen Herrn Rabaa der Prozess wegen Kollaboration mit Israel eröffnet. Ein Rechtsmediziner hat in einem Gutachten festgestellt, dass Herr Rabaa gefoltert worden ist, aber das Gericht hat das Gutachten nicht berücksichtigt. Seine Anwältin hat kürzlich herausgefunden, dass es die Telefonnummer einer kleinen Transportfirma war. Dennoch wird er weiter gefangen gehalten und sein Prozess wird immer wieder verschoben.
Gebet: Guter Gott, hilf, das Herr Tarek Rabaa die körperlichen und seelischen Folgen der Misshandlung bewältigt. Gib, dass ihm ein fairer Prozess zuteil wird und seine lange Haft ein Ende findet.

Denken wir an eine koptische Lehrerin in ÄGYPTEN
Die 24-jährige koptische Grundschullehrerin Demiana Ebeid Abdelnour ist seit dem 8. Mai wegen angeblicher Blasphemie in Untersuchungshaft. In einer Grundschule in Luxor wurde sie von drei Schülern beschuldigt, im Unterricht über die Geschichte der Weltreligionen den Islam und den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sie musste sich vor drei Untersuchungsausschüssen verantworten. Obwohl sie von allen Vorwürfen freigesprochen wurde, befindet sie sich weiter in Untersuchungshaft. Die IGFM fordert von Präsident Mursi die sofortige Freilassung der Lehrerin.
Gebet: Guter Gott, bewahre Demiana Ebeid Abdelnour vor Leid und Gefahr. Stärke in ihr die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Freiheit.

Denken wir an einen inhaftierten Palästinenser in ISRAEL
Der 62-jährige Ahmed Qatamesh war am 21. April 2011 im Hause seines Bruders in Ramallah von israelischen Sicherheitskräften verhaftet und unter Administrativhaft gestellt worden. Seither ist die Haft immer wieder verlängert worden, ohne dass er wegen einer kriminellen Handlung angeklagt oder vor Gericht gestellt worden wäre. Ahmed Qatamesh ist Hochschullehrer, der öffentlich seine Meinung kundtut und sich auch schriftlich zu politischen und kulturellen Themen äußert. Für seine Inhaftierung gibt es jedoch keinen offensichtlichen Grund. Mit der Inhaftierung sollen offenbar seine Ansichten unterdrückt werden. Die aktuelle Verwaltungshaft war am 28. April 2013 zu Ende. Einen Tag später, am 29. April, wurde die Haft jedoch, nun zum fünften Mal, um weitere vier Monate verlängert. Durch die lang andauernde Haft verschlechtert sich sein Gesundheitszustand zusehends. Einen Arzt seiner Wahl wurde ihm nicht erlaubt. Nur seine Tochter darf ihn einmal im Monat besuchen.
Information: Das Administrativhaftverfahren erlaubt, Betroffene aufgrund geheimer Beweise auf unbestimmte Zeit in Haft festzuhalten. Die Militärstaatsanwaltschaft verweigert Häftlingen und ihren Anwälten aber den Zugriff auf diese Beweise und nimmt ihnen damit das Recht, eine wirksame Verteidigungsstrategie aufzubauen.
Gebet: Guter Gott, du begleitest Ahmed Qatamesh auch in den dunklen Stunden der Gefangenschaft und der Ungewissheit. Sei ihm Trost und gib ihm Kraft und Hoffnung. 

Denken wir an eine bedrohte Richterin in TUNESIEN
Am 2. Mai 2013 fand Frau Kalthoum Kennou, Präsidentin der Vereinigung tunesischer Verwaltungsbeamter und Richterin am Obersten Gerichtshof, in ihrem Büro in Tunis einen anonymen Brief mit Morddrohungen. Sie wurde darin aufgefordert, nicht mehr weiter für die Unabhängigkeit der Justiz und die Integrität der Verwaltung einzutreten. Ferner sei „die Entscheidung gefallen, ihren Tagen ein Ende zu machen.“ Frau Kennou hat sofort das Innenministerium benachrichtigt und die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Sie wird nun zu ihrem Schutz von Ferne observiert. Der Brief gleicht in Ton und Stil einem anderen Drohbrief, den der Richter Sfax erhalten hat. Frau Kennou hat erklärt, dass diese Drohungen sehr ernst genommen werden müssten, aber dass sie nicht den Kampf für die Unabhängigkeit der Justiz aufhalten könnten.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Frau Kennou und stärke die Kräfte in Tunesien, die eine unabhängige Justiz und unparteiische Verwaltung aufbauen wollen.
 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/