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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2013 Monatsgebet Juli & August 2013

Monatsgebet Juli & August 2013

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen zu Tode gequälten jungen Mann in DJIBOUTI
Herr Sahal Ali Youssouf (24 Jahre alt) wurde am Abend des 6. Juni 2013 auf der Straße von einer Gruppe von 5 Polizisten (zwei in Uniform, drei in Zivil) im Beisein von Zeugen festgenommen. Er wurde in einem Polizeiwagen an einen unbekannten Ort verschleppt. Am 7. wurde er aus dem gleichen Auto heraus in dem Viertel „Carton“ wieder auf die Straße ausgeladen, wobei wieder Zeugen zugegen waren. Er lebte noch, war aber in einem kritischen Zustand. Sein Körper wies Spuren zahlreicher Folterungen auf. Einige Glieder waren gebrochen, sein Schädel eingeschlagen. Zahlreiche Brandspuren waren auf der Fußsohle zu sehen. Er erlag schnell seinen Verletzungen. Herr Sahal Ali Youssouf hatte an mehreren  Demonstrationen im Anschluss an die Wahlen von Februar 2013 teilgenommen, weil Wahlfälschungen vorgenommen worden waren. Die Polizei beschuldigt ihn, ein Polizeiauto gestohlen zu haben. Die Familie wollte eine Klage einreichen, aber die Polizei hat sich geweigert, sie anzunehmen. Auch eine Autopsie des Leichnams wurde verweigert.
Gebet: Guter Gott, nimm den Verstorbenen auf in Dein Reich. Tröste seine Familie. Hilf, dass die Verantwortlichen wegen der schweren Folterung vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden. Hilf auch, dass die Polizei in Djibouti Gefangene menschenwürdig behandelt.

Denken wir an von Folter bedrohte Usbeken in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Den drei Usbeken Bahtijor Mamashev, Mahamadillo Kadirzhanov und Gairatbek Saliev aus dem Südwesten Kirgisistans droht die Auslieferung von Russland an Kirgisistan. Die Männer waren im Juli 2010 nach Russland geflohen, nachdem es im Monat zuvor im Süden Kirgisistans zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Usbeken gekommen war. Gegen die Männer waren in Kirgisistan Vorwürfe wie Mord, Massenaufruhr und illegalen Waffen- und Munitionsbesitz erhoben worden.  Ihre Rechtsbeistände sind allerdings der Ansicht, dass die Vorwürfe jeder Grundlage entbehren und ethnisch motiviert sind. In allen drei Fällen weisen sie auf zahlreiche Unregelmäßigkeiten in den Dokumenten hin, welche die kirgisischen Behörden der russischen Generalstaatsanwaltschaft vorgelegt haben. Amnesty International ist der Ansicht, dass den drei Männern bei einer Auslieferung an Kirgisistan schwere Menschenrechtsverletzungen wie z.B. Folter oder Haft ohne Kontakt zur Außenwelt drohen.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um die Sicherheit der drei Männer. Sei bei ihnen und schütze ihr Leben. Hilf, dass sich die Menschenrechtslage in Kirgisistan ändert.

Denken wir an verletzte und getötete Menschen in PAKISTAN
Am 9. Juni 2013 haben Schüsse, die auf das Behindertenheim für Lepra-Kranke in Manghopir abgefeuert wurden, einen Mann schwer verletzt. Einige Tage zuvor wurden in der 500 Meter entfernten Schule mit Wohnheim für 80 Mädchen zwei Mitarbeiter erschossen. In Manghopir nördlich von Karachi hat die deutsche Ordensschwester und Ärztin Dr. Ruth Pfau das Marie Adelaide Leprosy Center mit 157 Zweigstellen im Land aufgebaut. Seit 50 Jahren widmet sie sich dieser Aufgabe. Die Patienten im Behindertenheim sind Aussätzige, die aufgrund ihrer Lepraerkrankung aus ihren Familien und Dörfern verstoßen wurden. Das Leprazentrum sollte für sie ein sicherer Zufluchtsort sein. Noch ist nicht klar, wer hinter den Angriffen steht. Die Höhlen um Manghopir, in denen sich früher Lepra-Kranke versteckt hatten, werden inzwischen von Taliban als Verstecke genützt.
Gebet: Gott, wir beten darum, dass die Attentäter das Verwerfliche ihres Tuns erkennen indem sie diese ärmsten deiner Menschen bedrohen und töten. Gib dass ihr Gewissen sie zur Umkehr bringt. Schenk den armen Leprakranken Vertrauen in deine Kraft und Hilfe.

Denken wir an einen gewaltlosen politischen Gefangenen in VIETNAM
Seit dem 27. Mai 2013 befindet sich Dr. Cu Huy Ha Vu im Hungerstreik, um gegen seine Behandlung im Gefängnis zu protestieren. Im November 2010 wurde der 56-jährige Jurist festgenommen und beschuldigt, ein Mehrparteiensystem gefordert und ausländischen Medien Interviews gegeben zu haben. Wegen “Betreiben von Propaganda“ gegen den Staat wurde er im April 2011 zu sieben Jahren Gefängnis und anschließenden drei Jahren Hausarrest verurteilt. Zurzeit befindet er sich im Gefängnis Nr. 5 in Yen Dinh in der nördlichen Provinz Thanh Hoa. Seine Beschwerde im November 2012 beim Direktor des Gefängnisses blieb ohne Antwort. Deshalb trat er in den Hungerstreik und legte gegen seine Behandlung Beschwerde ein. Er gab an, dass sich sein Gesundheitszustand aufgrund von Misshandlungen verschlechtert habe und dass man ihm Nahrungsmittel, die seine Familie ihm brachte, verweigert habe. Seine Ehefrau fand ihn nach ihrem Besuch am 1. Juni 2013 in einem sehr geschwächten Zustand.
Gebet: Gott, wir wollen wachen und beten für Dr. Cu Huy Ha Vu, dem die elementarsten Menschenrechte versagt werden. Möge er spüren, dass er in deiner Liebe geborgen ist und von seinen Mitmenschen nicht vergessen wird.

Denken wir an einen bedrohten Menschenrechtler im SENEGAL
Nachdem Herr Seydi Gassama, Vorsitzender der Sektion von Amnesty International des Senegal, in einem im Mai veröffentlichten Jahresbericht von Amnesty auf die wiederholte Verletzung der Menschenrechte im Senegal insbesondere unter der neuen Regierung hingewiesen hat, haben ihn Abgeordnete der Regierungspartei öffentlich in Presseorganen beschuldigt, er wolle einen politischen Kampf führen. Am 27. Mai 2013 hat der Justizminister ihn beschuldigt, er wolle das Land destabilisieren. Er hat ihm angedroht, ihn zu verhaften. Dadurch soll der Jahresbericht von Amnesty unglaubwürdig erscheinen. Indem man die Vertreter von ai mit der politischen Opposition gleichsetzt, sollen sie mundtot gemacht werden.
Gebet: Guter Gott, schütze Herrn Gassama und alle, die unerschrocken für die Menschenrechte eintreten, vor Verfolgung.

Denken wir an zwei verhaftete Männer in SYRIEN
Der Student Suhaib Hassan Swaidan ist am 23. Mai 2013 in seiner Heimatstadt Homs festgenommen worden während er gerade ehrenamtlich in einem Rettungsteam des syrisch-arabischen Roten Halbmonds arbeitete. Während dieser Tätigkeit wurde er schon zweimal verwundet. Sein Bruder, der Student Abdullah Hassan Swaidan, wurde bereits am 9. Mai auf dem Weg nach Damaskus, wo er seine Abschlussarbeit abgeben wollte, festgenommen. Beide werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Für ihre Verhaftung wurden keine Gründe genannt und auch kein Haftbefehl vorgelegt. Örtliche Kontakte sind der Ansicht, dass die Anklagepunkte gegen die beiden Männer jeder Grundlage entbehren. Es ist zu befürchten, dass sie gefoltert oder anderweitig misshandelt werden.
Gebet: Gott, wir legen voll Vertrauen das Schicksal der beiden Brüder Swaidan in deine gütigen Hände. Wo immer sie sich befinden, wir sind gewiss du bist bei Ihnen und gibst ihnen Trost und Kraft durch deine Nähe.

Denken wir an einen von Hinrichtung bedrohten Menschen im IRAK
Auf Grundlage des Antiterrorgesetzes ist der 32-jährige Osama Jamal 'Abdallah Mahdi im Zusammenhang mit der Tötung eines irakischen Armeeoffiziers schuldig gesprochen worden. Am 15. Januar 2010 wurde er festgenommen und etwa 8 Monate lang in Einzelhaft gehalten. Dort wurde er Berichten zufolge gefoltert und zu einem "Geständnis" gezwungen. Laut seinen Angehörigen beinhaltete die Folter Schläge mit scharfen Gegenständen, Tritte, Aufhängen an den Armen, Verletzungen durch einen Bohrer und die Verabreichung von Elektroschocks an verschiedenen Stellen seines Körpers. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung im November 2010 ergab 20 Verfärbungsflecken in unterschiedlichen Formen und Größen. Im Gerichtsprozess zog er sein „Geständnis“ zurück, da es unter Folter erzwungen worden sei. Eine ihn belastende Zeugenaussage wurde mit der gleichen Begründung zurückgezogen. Trotzdem wurde er im Dezember 2011 zum Tode verurteilt und ist in akuter Gefahr, hingerichtet zu werden.
Gebet: Gott, wir bitten um Gerechtigkeit für Osama Jamal 'Abdallah Mahdi. Sei ihm nahe und schenke ihm Kraft und Trost. Bewirke Veränderung im Denken und Handeln bei den Verantwortlichen im Irak.

Denken wir an bedrohte und getötete Christen in ÄGYPTEN
Der Christ Sedky Sherif, Vater von drei Kindern, wurde am 17. Mai bei einem Kampf vor einer koptischen Kirche in Alexandria getötet. In Zeitschriftenberichten hieß es dazu: „Ein Streit zwischen zwei jungen Männern habe sich zu einer Familienfehde ausgeweitet, die dann die Ausschreitungen im Westen der Stadt ausgelöst hätten. Die Kämpfe hielten Sicherheitskreisen zufolge zwei Stunden an, bevor die Polizei sie beenden konnte“. Wie Zeugen aussagten, war der Körper von Sedky Sherif von Wunden übersät. Mina Milad Saber, ein Teenager, wurde beim Angriff schwer verletzt und liegt im Koma. Einige Tage zuvor, am 13. Mai, hatten Muslime im Dorf Menbal in der Provinz Minya die Kirche und zahlreiche christliche Geschäfte geplündert und zerstört. Dabei wurden mehrere Christen verletzt und man drohte, alle Christen aus dem Dorf zu vertreiben.
Die jüngste Welle von Angriffen gegen Christen zeigt, dass es keine Anzeichen für ein Abflauen der Gewalt gegen Christen in Ägypten gibt.
Gebet: Gott, wir sind mit unseren Gebeten bei den leidenden Menschen in Ägypten. Sei ihnen Trost und Hoffnung. Möge dein Friede zur Versöhnung zwischen den Religionen führen.

Denken wir an einen gefährdeten Anwalt im KONGO
In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 2013 wurde in das Büro des Anwaltes Jean Marie Kabangele Ilunga eingebrochen. Der Anwalt recherchiert in der Sache des Doppelmordes an zwei Menschenrechtlern, Herrn Fidèle Bazana und Herrn Floribert Chebey, beide Mitglied der Organisation „Stimme für die, die keine Stimme haben“. Sein Büro wurde verwüstet. Ein Dossier, das Notizen für das Plädoyer im Prozess enthielt und zahlreiche andere Unterlagen und eine Robe wurden gestohlen. Herr Ilunga hat bei der Polizei deswegen Klage erhoben. Im Kontext dieses Einbruchs stehen auch Drohungen oder anonyme Anrufe an andere Rechtsanwälte, die sich mit dem Fall befassen. Sie sollen eingeschüchtert werden, da am 9. April die Untersuchungen vor dem hohen Militärgericht wieder aufgenommen werden.
Gebet: Guter Gott, steh den Anwälten, die den Mord an den Menschenrechtlern aufklären wollen, bei, dass sie ihre Arbeit ausüben können, ohne persönlich Schaden zu nehmen. Gib ihnen den Mut, sich weiter für das Recht einzusetzen.

Denken wir an willkürlich verhaftete Menschen in der TÜRKEI
Im Zusammenhang mit der gewaltsamen Räumung des Taksim-Platzes und des Gezi-Parks Mitte Juni in Istanbul sollen Hunderte von Personen verhaftet worden sein. Die türkische Anwaltsvereinigung verfügt über die Namen von mindestens 70 Verhafteten, von denen seither jede Spur fehlt. Die türkischen Behörden weigern sich bisher, Auskunft darüber zu geben, wo die Betreffenden in Haft gehalten werden. Es wird befürchtet, dass Folter und Misshandlung in Haft und Polizeigewahrsam drohen. Die türkische Ärztekammer berichtet bereits von 7.600 Verletzten. Besonders  Besorgnis erregend ist, dass auch Ärzte, die Verletzte in Notzentren medizinisch versorgen, wie auch Journalisten und Rechtsanwälte verhaftet worden sind und strafrechtlich verfolgt werden sollen.
Gebet: Gott, gib den Menschen, die den Opfern der Gewalt beistehen, Kraft von deiner Kraft. Wir wollen im Gebet den Opfern der staatlichen Willkür nahe sein.

Denken wir an einen bedrohten Anwalt in KAMERUN
In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 2013 wurde in das Büro des Anwaltes Herrn Michel Togué eingebrochen. Er ist bekannt für die Verteidigung der Rechte lesbischer und homosexueller Personen und er ist juristischer Berater für die Menschenrechtszentrale in Afrika. Man hat seinen Laptop und Pass und andere Dokumente mitgenommen. Herr Togué hat eine Klage bei der Polizei eingereicht. Er ist regelmäßig Opfer von Beschattung, Drohanrufen oder Mails, in denen man mit der Entführung seiner Kinder droht oder ihn als Päderasten beschimpft. Das hat ihn 2012 veranlasst, seine Kinder außer Landes zu bringen. Im April 2013 wurde auch seine Wohnung durchsucht. Er erhielt Anrufe von Spezialeinheiten der Polizei, dass er überwacht würde. All seine Klagen bei der Polizei blieben ohne Wirkung. Ähnlich wie Herrn Togué geht es auch anderen Menschenrechtsverteidigern in Kamerun, deren Familien auch bedroht und die auch Opfer von Einbrüchen werden.Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Michel Togué. Lass ihn nicht müde werden, für die Rechte unterdrückter Minderheiten einzutreten.

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/