ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an bedrohte Menschen in MEXIKO
Am 27. Juli sind Angehörige der föderalen Polizei in das Zentrum Todo per ellos, eine Schutzunterkunft für Migranten, eingedrungen. Sie haben den für das Haus Verantwortlichen, Jose Ramon Verdugo Sanchez wie auch Ehrenamtliche und Migranten beschimpft und sie mit Stöcken bedroht. Sie drohten, Herrn Sanchez festzunehmen und die Migranten mit Stockschlägen zu vertreiben.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Zufluchtstätte für Migranten nicht gefährdet ist und schütze die, die sich für die Migranten einsetzen.

Denken wir an einen ermordeten Journalisten in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Am 9. Juli 2013 wurde in Semender, Hauptstadt von Dagestan, Herr Akhmednabiev,  56 Jahre, Vizedirektor der Zeitschrift Novoe Delo und Reporter für die Webseite Kavkazski Uzel, ermordet. Er prangerte die Verletzungen der Menschenrechte, Korruption und religiöse Diskriminierung an. Er hatte bereits verschiedene Morddrohungen erhalten und war Opfer eines Mordversuches gewesen, aber der Staatsanwalt hatte es abgelehnt, eine Untersuchung einzuleiten. In Dagestan wurden in den letzten 13 Jahren bereits 17 Journalisten ermordet.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Akhmednabiev Deinen Frieden. Schütze die Menschen in Dagestan vor Gewalt, insbesondere die, die  Gewalt anprangern und sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Denken wir an einen Inhaftierten Tadschiken in USBEKISTAN
Der 38-jährige Tadschike Abdumavlon Abdurakhmonov reiste am 25. April nach Usbekistan, um sein Kind aus erster Ehe zu besuchen. Er hätte am 28. April wieder nach Tadschikistan zurückkehren sollen. Am 29. April erhielt seine Familie einen Anruf von dessen Ex-Frau, dass er am 27. April vom usbekischen nationalen Sicherheitsdienst festgenommen worden sei. Seine Angehörigen hatten seitdem keinen Kontakt mehr zu ihm. Berichten zufolge wurde er zwei Tage lang auf einer Polizeiwache in Bekobod in Ost-Usbekistan, 150 km von der Hauptstadt Taschkent entfernt, festgehalten. Am 10. Juni erhielt die Familie einen Anruf von einem Mann, der angab, in einer Hafteinrichtung in Taschkent inhaftiert gewesen zu sein, in der auch Abdumavlon Abdurakhmonov inhaftiert war. Die Familie erhielt bisher weder über die Konsulate und Außenministerien noch über die Ombudsmänner für Menschenrechte beider Staaten aussagekräftige Antworten. Da er ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten wird, fürchtet seine Familie, dass er Folter und Misshandlungen ausgesetzt ist.
Gebet: Liebender Gott, wir bitten dich um Aufklärung der Situation für Abdumavlon Abdurakhmonov und seine Familie. Möge er vor Folter bewahrt bleiben und zu seiner Familie zurückkehren können.

Denken wir an einen entführten Pater in SYRIEN
Der italienische Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio ist am 30. Juli 2013 in Raqa nahe der türkischen Grenze entführt worden und befindet sich seither in der Gewalt einer dschihaddistischen Gruppe mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al Kaida. Obwohl das italienische Außenministerium seit dem 6. August mit den Entführern in Verbindung steht und mit ihnen über die Freilassung des Paters verhandelt, befindet er sich noch immer in den Händen der Entführer. Der 58-jährige Pater Dall’Oglio arbeitet seit 30 Jahren in Syrien, wo er sich insbesondere für den christlich-islamischen Dialog einsetzte. Laut Berichten hatte sich der Jesuit vor seiner Entführung in das Quartier der Gruppe “Islamischer Staat Irak und Levante“ begeben, um zwischen Kurden und dschihaddistischen Kämpfern zu vermitteln.
Gebet: Gott, du hast uns mitten hinein gestellt in unsere Welt. Herr, Jesus Christus, du hast Pater Dall’Oglio gerufen, dir nachzufolgen. Möge deine Gegenwart ihm Hilfe und Trost sein und dein Geist ihn stärken bei seiner gefahrvollen Arbeit.

Denken wir an die Menschen, die täglich in ÄGYPTEN in Lebensgefahr sind und getötet werden.
Die Situation in Ägypten erscheint fast aussichtslos. Täglich kommen Demonstranten und Polizisten gewaltsam ums Leben. Selbsternannte Militärregierung und Anhänger des gestürzten Präsidenten bezichtigen sich gegenseitig, Menschen vorsätzlich zu ermorden. Auch internationale Beobachter werfen den Sicherheitskräften vor, Demonstranten durch gezielte Schüsse in Brustkorb und Kopf zu töten, wobei es fraglich bleibe, ob von den Getöteten eine ernsthafte Gefahr für das Leben anderer ausgegangen sei. Dieser exzessive Gebrauch von Gewalt verletzt die Prinzipien, die die UNO 1990 für den Gebrauch von Schusswaffen durch Sicherheitskräfte aufgestellt hat. Christliche Gemeinden in Ägypten sind der Gewalt weitgehend schutzlos ausgeliefert. Das Leben ihrer Priester und Gläubigen ist immer wieder in Gefahr, Kirchen wurden wiederholt zerstört.
Gebet: Guter Gott, nimm die Getöteten auf in Dein Reich. Hilf, dass die ägyptische Regierung das Leben der Menschen in ihrem Land schützt, welcher politischen Richtung und welcher Religion auch immer sie angehören. Lass die streitenden Parteien auf Gewaltanwendung verzichten. Lass sie auf dem Weg von Verhandlungen eine friedliche Zukunft suchen. Schütze auch die Christen, die schon immer in Ägypten lebten und in ihrer Heimat bleiben wollen.

Denken wir an eineninhaftierten Minderjährigen in BAHRAIN
Wie ein Augenzeuge berichtete,war der 13-jährige Salman Mahdi Salman allein unterwegs als er am 11. August 2013 in der Nähe eines Einkaufszentrums im Westen der Hauptstadt Manama von Sicherheitskräften ohne Haftbefehl festgenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es dort keine Demonstration. Der Junge wurde auf die Polizeiwache gebracht, zunächst freigelassen, einen Tag später unter  Drohung wieder inhaftiert. Eine 7-tägige Untersuchungshaft, die die Jugendstrafanwaltschaft anordnete, wurde am 21. August um weitere sieben Tage verlängert. Salman Mahdi Salman befindet sich in einer Jugendstrafanstalt. Seiner Familie berichtete er, man habe ihn durch Schläge zu dem falschen Geständnis zwingen wollen, er sei bei der Festnahme maskiert gewesen und habe einen Molotowcocktail bei sich gehabt.
Gebet: Herr, schenke dem jungen Salman Mahdi Salman Hoffnung in seiner Not und stärke ihn in den Tagen der Angst. Lass ihn deine Nähe erfahren – gerade im Leid. 

Denken wir an einen gefährdeten Menschenrechtsverteidiger in VENEZUELA
Der Menschenrechtsverteidiger Víctor Martínez lenkt seit Jahren die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Korruptionsfälle bei der Polizei und von ihr begangene Menschenrechtsverletzungen im westvenezolanischen Bundesstaat Lara. Seit der Ermordung seines Sohnes Mijail ist er wiederholt angegriffen worden. Am 26. November 2009 wurde Mijail Martínez erschossen, als er gerade an einer Dokumentation über Personen arbeitete, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen der Polizei geworden waren. Die beiden tatverdächtigen Männer wurden 2011 festgenommen, sind nun aber wieder auf freiem Fuß. Dadurch schwebt Víctor Martínez in Lebensgefahr. Er und seine Familie benötigen staatlichen Schutz.
Gebet: Gott, wir sehen den Mut und den Einsatz der Familie Martínez für verfolgte und misshandelte Mitmenschen. Schenke Víctor Martínez und allen anderen Menschenrechtsverteidigern in Venezuela Kraft und Schutz bei ihrer wichtigen Aufgabe.

Denken wir an einen Inhaftierten im IRAK
Niaz 'Aziz Saleh ist seit 20 Monaten in Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Nordirak, ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert. Die ersten drei Monate musste er in Einzelhaft verbringen und wurde wiederholt geschlagen. Er hatte als Registraturbeamter im Hauptsitz der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) gearbeitet. 2011 hatte das Wochenmagazin Levin Artikel veröffentlicht, in denen Einzelheiten des Wahlbetrugs der KDP bei den Parlamentswahlen im kurdischen Nordirak geschildert wurden. Das Magazin hatte vertrauliche Parteiinformationen erhalten, und Angehörige der KDP vermuteten, dass Niaz 'Aziz Saleh diese Informationen weitergeben hatte. Am 5. Januar 2012 nahmen Mitarbeiter des Geheimdienstes der KDP ihn in seinem Büro fest. Seit zwei Monaten befindet er sich im Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren. Seine Familie hat zwei Rechtsbeistände mit seiner Vertretung beauftragt, doch die können erst tätig werden, wenn er formal angeklagt wird. Die Anwälte sind zudem daran gehindert worden, ihn zu besuchen.
Gebet: Gott, sei mit deiner Kraft bei Niaz 'Aziz Saleh. Wir hoffen auf seine Freilassung oder ein faires Gerichtsverfahren. Schenke, dass sich die Menschenrechtslage im Irak verbessert.

Denken wir an drei Verschwundene in MEXIKO
Am Morgen des 29. Juli befanden sich José de Jesús Martínez Chigo und Diana Laura Hernández Acosta in Nuevo Laredo im Norden Mexikos mit dem Auto auf dem Heimweg, als sie an einem Kontrollpunkt von Marinesoldaten gestoppt und gezwungen wurden, in ein Militärfahrzeug einzusteigen, das mit ihnen zu einem provisorischen Militärgelände fuhr. Ein Angehöriger von José Martínez beobachtete die Festnahme, folgte dem Fahrzeug und sah, wie sie das Gelände betraten. Die Familien der beiden begaben sich noch am selben Tag zu der Militäreinrichtung. Dort wurde ihnen mitgeteilt, dass keine Zivilpersonen auf dem Militärgelände festgehalten würden. Die Angehörigen haben beim Büro der Generalstaatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Bei einem anderen Vorfall wurde der 17-jährige Raúl David Álvarez Gutiérrez am 30. Juli gegen 11.30 Uhr von Marinesoldaten an einem Kontrollpunkt im Süden der Stadt angehalten und zu einem Militärlaster gebracht. Seither fehlt jede Spur von ihm. Augenzeugen des Vorfalls möchten aus Angst vor Vergeltungsschlägen nicht aussagen. Die Angehörigen haben dennoch versucht, beim Büro der Staatsanwaltschaft Beschwerde einzulegen. Die Staatsanwaltschaft nahm die Beschwerde aufgrund fehlender Augenzeugen jedoch nicht auf. Die Militärbehörden haben bislang in  beiden Fällen nicht auf die Anfragen der Angehörigen und der lokalen Menschenrechtsorganisationen bezüglich der Inhaftierung und dem Verbleib der drei Personen reagiert.
Gebet: Guter Gott, bewahre und beschütze das Leben von José, Diana und Raúl. Sei ihnen und ihren Familien nahe.

Denken wir an einen getöteten Menschenrechtler in SOMALIA
Am 13. Juli 1013 wurde Herr Abdi Farah Dheere, Vizepräsident der Organisation „Peace and Human Rights Network“ in der Stadt Gaalkacyo erschossen, als er am Abend aus der Moschee kam. Seit Anfang des Jahres 2013 wurden 3 Menschenrechtler und 5 Journalisten in Somalia ermordet, ohne dass eine Strafverfolgung eingeleitet wurde. Die somalische Regierung tut nichts, um die Gewalt gegen diese Gruppe von Menschen einzudämmen.
Gebet: Guter Gott, nimm den getöteten Herrn Abdi Farah Dheere auf in Dein Reich. Hilf, dass das Leben derer, die sich für andere einsetzen, geschützt werde.

Denken wir an gefolterte und getötete Flüchtlinge auf der Sinai-Halbinsel in ÄGYPTEN                              
Seit mehr als zwei Jahren dokumentiert die israelische Nichtregierungsorganisation “Hotline for Migrant Workers“ auf der ägyptischen Halbinsel Sinai eines der laut UNHCR-Chef Guterres “größten zur Zeit stattfindenden Gewaltverbrechen gegen Flüchtlinge“. Die Migrationsrouten der Flüchtlinge aus den subsaharischen Ländern änderten sich mit den Tumulten des arabischen Umbruchs, als Kriminelle Organisationen begannen, Flüchtlinge über die Halbinsel nach Israel zu schleusen. Mit brutaler Gewalt werden im großen Stil Flüchtlinge entführt und gefoltert, um Lösegeld zu erpressen, bis zu 30.000 US-Dollar und mehr. Viele überleben die Folterkammern nicht oder fallen einer illegalen Organentnahme zum Opfer. Selbst vor Kindern machen die Folterknechte nicht Halt. Bei den Opfern handelt es sich vor allem um Flüchtlinge aus Eritrea, wenige aus dem Sudan und Äthiopien. Ein Beispiel ist das Schicksal von Selomon. Der 28 Jahre alte Informatiker musste aus Eritrea fliehen, weil er sich für Menschenrechte eingesetzt hatte. Aus einem UN-Flüchtlingslager wurde er von  Menschenhändlern entführt und an Beduinenclans verkauft, die ihn während acht Monaten, bis seine Schwester ihn freikaufen konnte, so schwer gefoltert hatten, dass er seine Hände nie wieder wird gebrauchen können. Obwohl alle seit zwei Jahren gesammelten Daten an die israelischen Behörden und Interpol weitergegeben werden, wird kaum etwas unternommen, um dieses schreckliche Geschehen zu beenden und die Folterknechte gehen weiter ungestraft ihrer grausamen Tätigkeit nach.
Gebet: aus den lateinamerikanischen Psalmen von Ernesto Cardenal
Herr, du bist ein Verteidiger der Rechtlosen, du erinnerst dich der Morde und vergisst die Klage der Armen nicht. Blick auf mich im Konzentrationslager, Herr, zerschneide den Stacheldraht, hol mich heraus aus den Toren des Todes, dass ich dir Psalmen singe vor Zions Toren.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/