ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an verfolgte Christen in NORDKOREA
Kenneth Brae, ein gebürtiger Südkoreaner mit US-amerikanischem Pass, ein Christ, der in China ein Touristikunternehmen leitete und Gruppenreisen nach Nordkorea durchführte, war im November 2012 festgenommen worden und im Mai 2013 zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, dass er die Reisen genutzt habe, um zu evangelisieren. Er wollte allen Menschen die Liebe Christi nahebringen. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un sieht jedoch in den Christen eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit seines Landes. Deshalb sind gegenwärtig in mehr als 30 Straf- und Umerziehungslagern etwa 70.000 Christen inhaftiert und Folterungen ausgesetzt. Sie werden wie Sklaven behandelt und gezwungen, bis zu 18 Stunden täglich zu arbeiten. Nach offiziellen Angaben gibt es in der atheistischen Republik Nordkorea in vier staatlich anerkannten Kirchen (1 russisch-orthodoxe, 1 katholische und 2 protestantische) nur etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Dort leben aber mehr als 300.000 Christen im Untergrund in ständiger Angst vor Entdeckung. Die Gemeinden im Untergrund beten insbesondere auch dafür, dass Gott den Diktator Kim Jong-Un von seinem Unglauben erretten möge. Noch vor 100 Jahren galt Pjöngjang mit seinen 100 christlichen Kirchen als das “Jerusalem des Ostens“. 
Gebet: Gott, stärke die Christen in Nordkorea in ihrem Glauben. Schenke ihnen und Kenneth Brae Hoffnung und sei ihnen nahe in der Angst vor Verfolgung. Gib ihnen Kraft von deiner Kraft.

Denken wir an bedrohte und misshandelte Menschen in MAURETANIEN
Am 6.Oktober 2013 haben Polizeikräfte gewaltsam ein friedliches Sit-in von Menschenrechtlern aufgehoben, die der Antisklavereibewegung  (IRA-Mauretanien) angehören. Seit dem 9.September 2013 veranstalteten sie ein Sit-in vor der Gendarmerie von Boutilimit, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Behörden angesichts eines Falles von Sklaverei nichts unternehmen. 25 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Vier weitere, namentlich MM. Sabbar Ould Elhoussein, Taghi Ould Beydar, Slama Ould Seyidi und Abdallah Ould Hemdy wurden durch die Polizei nach einem unverhältnismäßig harten Einsatz von Tränengas, Stockschlägen und Fußtritten verletzt. Bereits am 30. September 2013 hatte die Polizei gewaltsam ein Sit-in aufgelöst und 5 Aktivisten der Bewegung IRA Mauretanien festgenommen. Sie wurden beschuldigt, eine nicht genehmigte Versammlung abgehalten zu haben. 2 wurden in vorläufige Haft genommen.
Gebet: Guter Gott, Du hast den Menschen frei geschaffen. Gib allen, die sich dafür einsetzen, dass die Sklaverei ein Ende findet, Mut und Kraft. Schütze sie vor Verfolgung und Misshandlung.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler im SUDAN
Am 24.September 2013 wurde Herr Magdi Saleem, 67 Jahre alt, Rechtsanwalt, durch den nationalen Sicherheitsdienst gefangen genommen und an einen unbekannten Ort verschleppt. Er hatte an friedlichen Demonstrationen teilgenommen, in denen gegen die Erhöhung der Lebenshaltungskosten protestiert wurde. Man muss befürchten, dass er misshandelt wird. Die Proteste waren ausgelöst worden durch die Ankündigung des Präsidenten, Brennstoff, der u.a. zum Kochen erforderlich ist, nicht mehr zu subventionieren.
Information: In den letzten Wochen hat der Sicherheitsdienst mit unverhältnismäßiger Härte jede Art von Protest gewaltsam unterdrückt, um ein Aufkeimen des „arabischen Frühlings“ zu verhindern. Innerhalb von 3 Wochen wurden 170 Demonstranten erschossen, Hunderte verletzt und 8oo (Demonstranten, politische Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtler) gefangen genommen.
Gebet: Guter Gott, schütze Herrn Magdi Saleem vor Misshandlung und hilf ihm, dass er und die vielen anderen Gefangenen bald freigelassen werden. Gib den Menschen im Sudan Hoffnung, dass sie ihre Meinung frei äußern dürfen.

Denken wir an zwei von Hinrichtung bedrohte Männer in den PALÄSTINENSISCHEN AUTONOMIEGEBIETEN
Am 26. September wurde im Gazastreifen das Todesurteil gegen einen unter den Initialen A.Z.G. bekannten 35-jährigen Mann von dem Kassationsgericht bestätigt. Das Urteil war im Februar 2010 von einem erstinstanzlichen Gericht verhängt und am 15. Dezember 2012 von einem Berufungsgericht bestätigt worden. Es kann nun jederzeit vollstreckt werden. Weiterhin wurde ein unter den Initialen F.A. bekannter 23-jähriger Mann am 24. März 2013 von dem Zentralen Militärgericht in Gaza-Stadt wegen "Kollaboration mit dem Feind" zum Tode verurteilt. Zurzeit findet in diesem Fall ein Rechtsmittelverfahren vor dem Obersten Militärgericht statt. Der Rechtsbeistand teilte mit, sein Mandant sei während der Verhöre an Hand- und Fußgelenken aufgehängt und geschlagen worden, um ein "Geständnis" zu erzwingen.
Information: Nach Angaben örtlicher Menschenrechtsorganisationen befinden sich zurzeit mindestens 42 Gefangene in Gaza im Todestrakt. Laut NGOs vor Ort hat die Defacto-Regierung der Hamas seit 2009 bereits mindestens 17 Todesurteile vollstreckt, davon acht wegen einer mutmaßlichen "Kollaboration" mit den israelischen Behörden. Nach internationalen Standards sollten Militärgerichte grundsätzlich nicht befugt sein, Todesurteile zu verhängen.
Gebet: Gott, die Todesstrafe zerstört Leben. Wir bitten dich um ein Umdenken der Verantwortlichen im Gazastreifen. Schütze das Leben der zwei Männer.

Denken wir an einen gefangenen christlichen Pastor in CHINA
Der 61-jährige Gong Shengliang, Pastor und Begründer einer evangelischen Hauskirche mit mehreren zehntausend Mitgliedern, befindet sich nunmehr seit mehr als 13 Jahren in Haft. Die chinesischen Behörden hatten damals diese Hauskirche zum “bösen Kult“ erklärt und gleich mehrere geistliche Leiter verhaftet. Er wurde auf Grund von Aussagen, die durch brutale Folter von seinen Mitarbeitern erzwungen worden waren, der Vergewaltigung angeklagt und zum Tode verurteilt. Zahlreiche Interventionen und Petitionen bewirkten, dass die Todesstrafe zunächst in lebenslange Haft umgewandelt und 2006 auf 19 Jahre reduziert wurde. Die Folterungen und schweren Haftbedingungen haben seine Gesundheit schwerwiegend beeinträchtigt. Seit dem Schlaganfall am 2. Dezember 2012 ist er linksseitig gelähmt. Danach veröffentlichte seine Familie einen Aufruf an die Behörden, den Pastor aus gesundheitlichen Gründen freizulassen.
Gebet: Gelobt seist du, Gott allen Trostes. Du bist bei Pastor Gong Shengliang in allem Leid und aller Trostlosigkeit. Du gibst ihm Geborgenheit durch deine Nähe und Liebe. Dafür danken wir dir.

Denken wir an einen misshandelten Menschenrechtler in MEXIKO
Am 19.September 2013 haben Bürgergruppen dagegen protestiert, dass die föderale Elektrizitätsgesellschaft am Abhang des Vulkans Popocatepetl im Staat Morelos ein thermoelektrisches Kraftwerk bauen will. Jaime Dominguez Perez, Leiter der Volksfront für die Verteidigung von Wasser, Land und Luft von Morelos wurde dabei von der Polizei festgenommen. Er wurde im Kommissariat beleidigt, mit dem Tod bedroht und auf Kopf, Ohren und Rücken geschlagen. Die Polizei sagte ihm, dass er seine Situation der Tatsache verdanke, dass er „dreckige Eingeborene“ verteidigen würde. 8 Stunden wussten seine Angehörigen nichts über seinen Verbleib. Erst nach 27 Stunden konnte er telefonieren und Besuch empfangen. Als er unter Kaution freigelassen wurde, litt er unter physischen (er konnte auf dem rechten Ohr nichts hören) und psychischen Folgen und musste im Krankenhaus die durch die Schläge verursachten Wunden behandeln lassen.
Gebet: Guter Gott, schütze Jaime Dominguez Perez vor weiterer Misshandlung. Gib ihm Mut, dass er weiter für die Rechte hilfloser Minderheiten eintritt.Denken wir an einen

Gefangenen in TUNESIEN

Am 1.September 2009 wurde Taoufik Elaiba, 50 Jahre, Vater von 4 Kindern, zuhause durch die Garde Nationale gefangen genommen. Er wurde während der ersten 6 Tage seiner 11-tägigen Untersuchungshaft schwer misshandelt, (er wurde geschlagen, er erhielt Elektroschocks und es wurden ihm die Fingernägel ausgerissen) bis er ein erzwungenes Geständnis unterschrieben hatte. Er leidet bis heute an den Folgen dieser Misshandlung, an heftigen Rückenschmerzen und einem Trauma. Als er nach 11 Tagen vor einen Untersuchungsrichter geführt wurde, hat er Klage erhoben wegen der erlittenen Misshandlung. Der Richter jedoch hat diese Klage nicht zur Kenntnis genommen und ihn ins Gefängnis von Mornaguia bringen lassen. 2 Jahre später wurde er auf Grund seines erzwungenen Geständnisses zu 22 Jahren Haft wegen Autodiebstahls verurteilt. Ein Jahr später wurde die Haft durch das Berufungsgericht auf 7 Jahre reduziert. Die Klage von Herrn Elaiba wegen Misshandlung wurde bis heute vom Gericht ignoriert.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Taoufik Elaiba Kraft zum Aushalten in der als ungerecht empfundenen Haft. Lindere seine physischen und psychischen Verletzungen. Hilf, dass er die Chance für einen fairen Prozess erhält und Folter und Misshandlung nicht länger geduldet werden.

Denken wir an bedrohte Menschenrechtler in KUBA
Am 12.10. wurden Tania Maceda Guerra, Mitglied der “Weißen Damen” und ihr Mann Juan Carlos González Leiva, Präsident der Menschenrechtsorganisation "Rat der Menschenrechtsberichterstatter in Kuba", daran gehindert, an einer Gedenkveranstaltung in Havanna teilzunehmen. Weiterhin wurden sie beschimpft und bedroht. Vor ihrem Haus fand eine „Demonstration der Ablehnung“ statt, an der Regierungsanhänger, Angehörige der "Kubanischen Revolutionären Polizei" und Beamte des Ministeriums für Staatssicherheit teilnahmen. Es wurde stundenlang extrem laute Musik gespielt, sie wurden daran gehindert das Haus zu verlassen, beleidigt und erhielten Morddrohungen, z.B.: „Wir werden euch töten, ihr Würmer!“ Einer der Demonstranten betrat sogar das Haus und griff Tania Maceda Guerra an.
Information: Die "Damen in Weiß" setzen sich für die Freilassung politischer Gefangener und die Aufhebung von Einschränkungen grundlegender bürgerlicher und politischer Rechte in Kuba ein. Der 12.10. ist der Todestag der Gründerin.
Gebet: Guter Gott, stärke die, die sich für Verfolgte einsetzen. Verändere die Gedanken derer, die sich über andere erheben und sie bedrohen. Schütze das Leben von Tania und Juan Carlos.

Denken wir an eine verschwundene Menschenrechtsaktivistin in KUBA
Die zweifache Mutter Damara Moya Portieles, Leiterin der kubanischen Bürgerrechtsbewegung “Coalicion Central Opositora“ ist verschwunden. Währen einer friedlichen Zusammenkunft kubanischer Regimekritiker am 4. Oktober 2013 drangen Beamte der Staatssicherheit in die Wohnung der Bürgerrechtlerin ein und schlugen sie zusammen. Dabei verlor sie das Bewusstsein. In diesem Zustand wurde sie von den Beamten weggetragen. Seither fehlt jede Spur von ihr. Auch die anderen Teilnehmer wurden zum Teil schwer verletzt, von vier Personen fehlt ebenfalls jede Spur. Es ist zu befürchten, dass sie in der Haft willkürlich misshandelt und gedemütigt werden. Die Polizei verweigert bisher jede Auskunft.
Gebet: Herr, du begleitest die Verschwundenen und bist bei ihnen auch in den dunkelsten Stunden. Dafür danken wir dir. Lass sie deine Nähe und Kraft erfahren. Wir bitten dich um die fehlgeleiteten Beamten. Öffne ihren Blick für das Verwerfliche ihres Handelns und verwandle ihr Herz durch deine Liebe.

Denken wir an einen von psychiatrischer Zwangsbehandlung bedrohten Mann in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Am 8. Oktober 2013 wurde Herr Mikhail Kossenko, 38 Jahre alt, durch Gericht zu einer zeitlich unbegrenzten Internierung in einem psychiatrischen Zentrum verurteilt. Herr Kossenko hatte am 6. Mai 2012 an Demonstrationen teilgenommen, in denen am Vorabend der Präsidentenwahl Reformen gefordert wurden. Nachdem es zwischen einigen Demonstranten und der Polizei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen war, wurden mehr als 4oo Personen, unter ihnen Herr Kossenko, verhaftet. Am Ende eines Prozesses wurde nun Herr Kossenko für schuldig befunden, Gewalt gegen die Polizei angewendet zu haben und zugleich für unzurechnungsfähig erklärt. Es gibt keine Beweise dafür, dass Herr Kossenko Gewalt angewendet hat. Zwei von drei Polizisten haben ihn nicht erkannt, der dritte wurde hinter verschlossenen Türen befragt. Während des Prozesses hat der Richter eine Untersuchung der Gesundheit von Herrn Kossenko durch einen unabhängigen Arzt abgelehnt. Herr Kossenko leidet seit 2000 an einer leichten Schizophrenie, aber die Ärzte haben ihn nie so eingeschätzt, dass er eine Gefahr für sich oder die Gesellschaft darstellt und eine Einweisung in eine Psychiatrie erforderlich ist. Während der 16-monatigen Untersuchungshaft zeigte er nie Zeichen von Aggressivität. Zahlreiche Experten haben die Entscheidung des Gerichts als reine Strafmaßnahme eingeschätzt.
Information: Unter Gorbatschov wurde in Russland vor 20 Jahren die häufig angewendete Strafe der zwangsweisen Internierung in einer psychiatrischen Einrichtung verboten. Unter dem autoritären Regime Putins ist sie wieder mehrfach angewendet worden. Menschenrechtler haben keinen Zugang zu diesen Einrichtungen.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Kossenko Kraft und Lebensmut in den bitteren Verhältnissen der psychiatrischen Einrichtung. Schenke ihm die Hoffnung auf ein Ende der Gefangenschaft. Lass die Verantwortlichen, Ärzte und Richter, zu einer fairen Einschätzung des Falles von Herrn Kossenko kommen.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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