ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an die Mitarbeiter einer Menschenrechtsorganisation in EL SALVADOR
In den frühen Morgenstunden des 14. November 2013 drangen drei bewaffnete Männer in San Salvador mit Hilfe des Fahrers, den sie mit der Waffe gezwungen hatten, in das Büro der Menschenrechtsorganisation Pro Búsqueda ein. Sie fesselten den Wachmann und den Vorstandsvorsitzenden, brachen Schränke auf, nahmen Laptops und Computer mit, übergossen die drei Aktenschränke mit Benzin und steckten sie in Brand. Da es keine Sicherungskopien der Dokumente gibt, ist ein beträchtlicher Anteil der Arbeit der Organisation vernichtet worden. Mitarbeiter von Pro Búsqueda gehen davon aus, dass der Anschlag die zwanzigjährige Arbeit der Organisation schädigen sollte, die sich seit 1994 darum bemüht, die in den Jahren des bewaffneten Konflikts (1980-1992) verschwundenen Kinder ausfindig zu machen. Besorgniserregend in diesem Zusammenhang ist die plötzliche Schließung des Büros von Tutela Legal, des historischen Archivs der Erzdiözese San Salvador. Dieses enthält Informationen, die dazu beitragen könnten, die Rechte der Opfer wiederherzustellen  und die Verantwortlichen der Menschenrechtsverletzungen vor Gericht zu stellen.
Gebet: Gott, wir erbitten deinen Schutz für die bedrohten Mitarbeiter von Pro Búsqueda. Gib ihnen Kraft, damit sie ihre wichtige Arbeit weiterführen können.

Denken wir an einen nierenkranken Inhaftierten im IRAN  
Hossein Ronaghi Maleki war im Dezember 2009 im Zuge der Unruhen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 festgenommen worden und verbüßt derzeit eine 15-jährige Haftstrafe. Er war u.a. wegen "Verbreitung von systemfeindlicher Propaganda" und "Beleidigung des Religionsführers und des Präsidenten" für schuldig befunden worden. Die Vorwürfe stehen mit Artikeln auf seinem Blog in Verbindung. Nach seiner Festnahme wurde er über ein Jahr lang in Einzelhaft festgehalten und gefoltert. Eine Niere wurde aufgrund einer Erkrankung bereits entfernt, die verbleibende Niere erfordert eine fortlaufende medizinische Versorgung. Am 4. November wurde er zur Behandlung in ein Krankenhaus gefahren, allerdings brachte man ihn nach drei Stunden zurück ins Evin-Gefängnis, ohne dass er die dringend benötigte medizinische Versorgung erhalten hatte. Es droht eine dramatische Verschlechterung seines Gesundheitszustands.
Gebet: Guter Gott, wir sind besorgt um die Gesundheit von Hossein Ronaghi Maleki und hoffen auf seine Freilassung und die nötige medizinische Versorgung. Schenke ihm Hoffnung und Hilfe.

Denken wir an Inhaftierte in MEXIKO
5 Männer, Victor Manuel Martinez Rentiera, Rogelio Amaya Marinez, Ricardo Renandez Lomeli, Gustavo Martinez Rentiera und Noé Fuentes Chavira wurden am 11.August 2010 von der Polizei in Ciudad Juarez festgenommen. Zwei Tage lang hat die Polizei sie an einem geheimen Ort geschlagen, gewürgt und vergewaltigt. Sie wurden gezwungen, ihre Fingerabdrücke auf Feuerwaffen zu geben. Am 13.August wurden sie der Presse als die Schuldigen für ein Autobombenattentat vorgeführt. Nach 80 Tagen Beugehaft (arraigo) hat ein Richter sie für schuldig erklärt wegen organisierten Verbrechens, Drogenhandels und illegalen Waffenbesitzes. Ein Prozess fand nicht statt. Die 5 Männer bleiben weiter in Haft in Gefängnissen, die 1000 km von ihren Familien und ihren Anwälten entfernt liegen. Es wurde keine Untersuchung der Misshandlungen vorgenommen.
Gebet: Guter Gott, steh den Gefangenen in ihrer Isolation bei. Stärke ihre Hoffnung, dass ihre ungesetzliche Gefangenschaft durch einen fairen Prozess beendet werden wird. Führe die Verantwortlichen zur Einsicht, dass jeder Mensch ein Recht auf einen fairen Prozess frei von Misshandlung hat.

Denken wir an zwei von Auspeitschung bedrohte Aktivisten im SUDAN  
Najlaa Mohammed Ali, Anwältin und Menschenrechtsaktivistin, und Amin Senada, ebenfalls Aktivist, wurden am 21. Oktober in Port Sudan im Nordosten des Landes von Angehörigen der Polizei sowie Sicherheitskräften in ihrem Auto umstellt und festgenommen. Während die erste Beschuldigung lautete, Amin habe seine Hand auf die Schulter von Najlaa gelegt, behaupteten die Polizisten später auf der Wache der Polizei für Öffentliche Ordnung, sie hätten Najlaa Mohammed Ali und Amin Senada beim Küssen im Wagen "gestellt". Beide wurden gemäß Artikel 152 des sudanesischen Strafgesetzbuchs von 1991 wegen "anstößigen Verhaltens" angeklagt. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihnen bis zu 40 Peitschenhiebe. Es gibt Vermutungen, dass die Anklage auf die Menschenrechtsaktivitäten von Najlaa Mohammed Ali zurückzuführen ist. Sie nahm z.B. im September an landesweiten Demonstrationen teil.
Gebet: Liebender Gott, lass uns und die Verantwortlichen im Sudan erkennen, dass du uns Menschen liebst und wir uns gegenseitig mit Liebe begegnen sollen. Bewahre Najlaa und Senada und andere Inhaftierte im Sudan vor grausamen Körperstrafen.

Denken wir an einen inhaftierten politischen Aktivisten im JEMEN
In der südjemenitischen Stadt Aden wurde der 31-jährige Ingenieur Khaled al-Junaidi am 6. November 2013 festgenommen als er sich auf dem Nachhauseweg befand und wird seither ohne Anklage festgehalten. Der 41-jährige Vater von drei Kindern ist Mitglied und Sprecher der Jugend– und Studentenbewegung für Freiheit und Unabhängigkeit in Südarabien. Bisher durfte ihn nur einmal ein Familienmitglied im al-Solban-Gefängnis besuchen. Er klagte über Hunger und ist in Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden. Aufgrund der Beteiligung von friedlichen Protesten ist Khaled al-Junaidi bereits dreimal festgenommen und von Mitgliedern der staatlichen Sicherheit befragt worden. Der Grund für die Demonstrationen liegt offenbar in der Diskriminierung der Menschen aus dem Süden seit der Vereinigung des Landes nach dem Bürgerkrieg 1994.
Gebet: Guter Gott, sei Khaled al-Junaidi nahe in der Einsamkeit der Gefangenschaft, lass ihn die Hoffnung auf Freiheit nicht verlieren. Gib ihm Kraft von deiner Kraft.

Denken wir an eine verletzte junge Frau in ÄGYPTEN
Die 23-jährige Esra Mohamed wurde am 14. November 2013 in der Innenstadt von Kairo Opfer eines Säureangriffs. Dabei erlitt sie schwere Verletzungen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schreibt, dass die Täter in der Regel Islamisten sind, die Frauen und Mädchen beschimpfen und immer öfter auch tätlich angreifen. Den Anschlag auf die junge Frau rechtfertigten diese auf Facebook damit, dass sie es verdient habe, da sie unverschleiert und Atheistin gewesen sei. Die IGFM ist der Ansicht, dass in Ägypten die Gewalt gegen Frauen und besonders die Zunahme von Angriffen auf unverschleierte Frauen sich inzwischen zu einem schwerwiegenden kulturellen Problem entwickelt.
Gebet: Gott, wir erfahren, wie ein verblendeter Glaube Menschen zu Hass und Gewalt führen kann. Hilf diesen Menschen zu erkennen, dass dein Wesen und dein Weg Liebe ist. Wende sie zu dir, damit ihr Hass sich in Menschenliebe verwandelt. Wir hoffen, dass Esra Mohamed von ihren körperlichen und seelischen Verletzungen Heilung findet. Wir bitten um deinen Schutz für die Frauen in Ägypten.

Denken wir an einen zu Unrecht Inhaftierten im IRAK   
Shawqi Ahmad 'Omar wurde im Oktober 2004 von Kräften der USA im Irak festgenommen und bis 2010 ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festgehalten. Im Juni 2010 wurde er wegen illegaler Einreise in den Irak zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er geht davon aus, dass es sich um eine Personenverwechslung handelt, da er unter dem Namen eines Palästinensers, Shawqi Ahmad Sharif, verurteilt wurde. Im Februar 2011 reduzierte ein Kassationsgericht seine Haftstrafe auf sieben Jahre, womit er bereits 2011 hätte freigelassen werden müssen. Stattdessen wurde er im Juli 2011 den irakischen Behörden übergeben und befindet sich derzeit im Abu-Ghraib-Gefängnis. Er befand sich von Februar bis August 2013 im Hungerstreik, um gegen seine anhaltende Inhaftierung und seine Verurteilung aufgrund der Personenverwechslung zu protestieren. Er ist deshalb bei schlechter Gesundheit. Seine Familie hatte seit sechs Wochen keinen Telefonkontakt mehr zu ihm.
Gebet: Herr, sei Shawqi Ahmad 'Omar nahe und schenke ihm Kraft. Wir bitten um seine Freilassung. Steh den Angehörigen in ihrer Ungewissheit bei.
 
Denken wir an einen inhaftierten deutschen Bürger in CHINA
Der Geschäftsmann Robert Rother aus Unna (NRW) wurde am 21. Mai 2011 von mehreren Polizisten ohne Angabe von Gründen in einer Hotelbar festgenommen, wo er sich mit einem Freund verabredet hatte. Seitdem wartet der 31-jährige Investment-Banker im Gefängnis der Stadt Shenzhen auf seinen Prozess. Dieser wird vom Staatsanwalt mit der Behauptung, es müsse noch etwas überprüft werden, immer wieder verzögert,   obwohl die Beschuldigungen, in denen es um gefälschte Unterschriften und Vertragsbetrug geht, durch das Geständnis der Geschäftsführerin längst widerlegt sind. Sie hatte während der Abwesenheit von Robert Rother seine Unterschrift gefälscht. Misshandlung und Folter bis hin zur Androhung von Erschießung haben die physische und psychische gesundheitliche Verfassung von Robert Rother extrem verschlechtert, seine Haut ist mit entzündeten Pusteln übersät und sein Augenlicht ist stark geschwächt. Angemessene medizinische Behandlung wird ihm verweigert. Er ist stark suizidgefährdet.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Robert Rother, der allein und der staatlichen Willkür ausgesetzt der Verzweiflung nahe ist. Sei du ihm nahe mit deiner Kraft, bewahre ihn und stärke in ihm die Hoffnung auf Freiheit.

Denken wir an misshandelte Jugendliche in GUINEA
33 Jugendliche in Conakry wurden am 24. September 2013 von der Polizei gewaltsam in ein Auto geschleppt und zu einem 600 km entfernten Militärlager gebracht. Während der Fahrt, die eine Nacht und einen Tag dauerte, wurden sie brutal geschlagen, z.T. mit scharfen Gegenständen. In dem Militärlager erhielten sie keine medizinische Betreuung. Einer von ihnen, Herr Boubacar Sow, erlag seinen Verletzungen. Nach 11 Tagen willkürlicher Verhaftung erreichte der Minister für Menschenrechte ihre Freilassung. Mitte Oktober konnten sie ihre Klagen über die erlittenen Misshandlungen dem Staatschef Alpha Condé vortragen. Nun ist es notwendig, dass die für die Misshandlung Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Gebet: Guter Gott, nimm den zu Tode misshandelten Herrn Boubacar Sow auf in Dein Reich und lass den Lebensmut der 32 anderen misshandelten Jugendlichen nicht sinken. Hilf, dass sich ihre Peiniger in einem fairen Prozess verantworten müssen.

Denken wir an einen misshandelten Mann in BAHRAIN 
Am 2. Mai 2013 wurde Herr Naji Fateel, Mitglied der Menschenrechtsvereinigung von Bahrain, von Agenten in Zivil gefangen genommen. Er wurde in mehrfachen Sitzungen der Folter unterzogen (Vortäuschen von Ertränken, Elektroschocks, Schläge, Schlafentzug). Er musste wegen seiner unter Folter erlittenen Verletzungen zweimal zum Krankenhaus des Innenministeriums gebracht werden. Am 4. Mai wurde er dem Staatsanwalt vorgeführt, der ihn unter Androhung erneuter Folter zwang, ein Geständnis zu unterschreiben, ohne dass er es vorher lesen konnte. Dann wurde er in das Gefängnis von Dry Dock gebracht. Während des Prozesses hat er die Spuren der Folter gezeigt, aber der Richter hat sie nicht beachtet. Am 29. September 2013 wurde er auf der Grundlage des Antiterrorgesetzes wegen Teilnahme an der „Koalition des 14. Februar“ und seines Eintretens für 49 andere Angeklagte, die zum großen Teil auch gefoltert worden waren, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Herr Naji Fateel war bereits 2007 und 2012 inhaftiert und z.T. gefoltert, wurde dann aber gegen Zahlung einer Kaution freigelassen. Ein Urteil durch das Berufungsgericht steht aus.
Gebet: Guter Gott, steh dem gequälten Herrn Naji Fateel und den Mitgefangenen bei. Hilf, dass sie von ihren physischen und psychischen Verletzungen geheilt werden. Gib ihnen die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens und ein Ende der Unterdrückung in Bahrain.


Gott, umhülle uns mit den Kleidern des Heils

und dem Mantel der Gerechtigkeit,
dass uns und allen Geschöpfen Luft zum Atmen bleibt,
dass uns
und allen Geschöpfen Mut für die Gegenwart bleibt,
dass uns
und allen Geschöpfen die Erde zum Leben bleibt.
Gott, segne und behüte uns
und alle Geschöpfe. Amen.
Almuth Voss
(aus einer Gottesdienstvorlage der EKD zum „Tag der Menschenrechte 2013)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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