ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an gefolterte Menschen in NEPAL
Die 13-jährige Schülerin Sunita Soren und ihre Mutter, die 42 Jahre alte Tagelöhnerin  Tallu Soren, wurden von der Polizei des Ihapa-Distrikts in Anarmani ohne Haftbefehl auf die Polizeistation gebracht und tagelang gefoltert. Herr Niraj Chudal hatte Sunita Soren, die bei ihm für ein Jahr als Hausangestellte arbeitete, bei der Polizei angezeigt, dass sie Gold aus seinem Haus gestohlen habe. Mutter und Tochter wurden beschimpft, am ganzen Körper geschlagen und mit Elektroschock gefoltert. Um weiterer Folter zu entgehen, gestanden sie den Diebstahl, den sie nicht begangen hatten. Nach fünf Tagen schwerer Folter wurden sie freigelassen, weil die Polizei feststellte, dass sie mit dem Diebstahl nichts zu tun hatten. Mutter und Tochter sind sehr arm und haben ihre Arbeit verloren. Sie leben nun in ständiger Angst vor weiterer Folter, denn die Polizei streitet die Foltervorwürfe ab.  Die Menschenrechtsorganisation AHRC (Asian Human Rights Commission) setzt sich für die Opfer ein und fordert die Regierung auf, geeignete Mittel zu ergreifen, um solche Fälle zu verhindern und fordert entsprechende medizinische Versorgung der Opfer sowie Entschädigung für die erlittenen Verletzungen.
Gebet: Gott, wir denken an Tallu Soren und ihre Tochter Sunita, die Unrecht und Folter erdulden mussten, weil sie arm und schutzlos waren. Hilf du ihnen, lass sie deine Liebe spüren, damit sie wieder Vertrauen gewinnen und an Leib und Seele gesunden können. 

Denken wir an einen gefolterten Fotojournalisten in BAHRAIN
Der Fotojournalist Ahmad Fardan wurde am 26.12.13 um 2:30 Uhr morgens  bei einer Razzia seines Hauses von Beamten in Zivil festgenommen, die ihm keinen Haftbefehl vorlegten. Während des Transports in die Zentrale der Kriminalpolizei in Manama und auch dort wurde er geohrfeigt, geschlagen und am Penis gezogen. Als er in Atemnot geriet und das Bewusstsein verlor, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Eine Untersuchung ergab, dass zwei seiner Rippen gebrochen waren. Die Staatsanwaltschaft befragte ihn zu der Anklage der "Teilnahme an einer Versammlung" in Zusammenhang mit einer Demonstration am 16.12.13. Während des Verhörs wurden ihm die Augen verbunden und die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Vor seiner Entlassung am 9.1.14 wurde Ahmad Fardan von einem Angehörigen der „Sonderermittlungseinheit“ zu mutmaßlichen Misshandlungen seit seiner Festnahme befragt. Der Ermittler sagte, der Grund für das Treffen sei eine Eilaktion von Amnesty International vom 7.1.14. Am 14.1.14 veröffentlichte das Innenministerium eine Erklärung, in der bestritten wird, dass Ahmad Fardan gefoltert worden sei oder Rippenbrüche habe.
Gebet: Gott, wir bitten dich für die Menschen in Bahrain. Sei bei Ahmad Fardan und lass ihn deine stärkende Gegenwart spüren.  Begegne den Verantwortlichen und den Tätern von Misshandlung und Folter.

Denken wir an drei misshandelte Brüder in MEXIKO
Am 18.Januar 2012 waren die drei Brüder Juan Antonio, Jesus Ivan und Luis Adrian Figueroa von der Kriminalpolizei festgenommen worden. Sie wurden an einem geheimen Ort gefoltert, bis sie nach 2 Tagen aussagten, Kaufleute erpresst zu haben. Einer der Brüder, Luis Adrian, wurde im August 2013 freigelassen, nachdem eine medizinische Untersuchung erwiesen hatte, dass er gefoltert worden war. Die anderen sind immer noch in Haft. Die Untersuchungen wegen des Vorwurfs der Folterung stagnieren. Immer wieder wird versucht, ihre Eltern und die sie vertretende Anwältin einzuschüchtern. So betrat am 16.12.2013 ein bewaffneter Mann die Tankstelle, in der der Vater der Brüder arbeitet, gab sich als Kriminalbeamter aus und behauptete, einem Benzindiebstahl nachzugehen. Von Seiten der Tankstelle war aber kein Diebstahl gemeldet worden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Brüder Figueroa bald einen fairen Prozess erhalten und dass ihre Folterer zur Rechenschaft gezogen werden. Hilf, dass die sich um die Söhne sorgenden Eltern und die Anwältin nicht bedroht werden.

Denken wir an getötete Christen in NIGERIA
Mehr als 50 Christen wurden im Ort Shonong im Bundesstaat Plateau am 7. 1. 2014 getötet. Augenzeugen berichteten, dass Mitglieder des muslimischen Stammes der Fulani gemeinsam mit Militärangehörigen und Mitgliedern der Boko Haram-Sekte das Dorf am helllichten Tag überfielen, während die Männer bei der Arbeit waren. Wer nicht fliehen konnte, überwiegend Alte, Kranke, Frauen und Kinder, wurde erschossen. Es war eine planmäßige Hinrichtung. Anschließend trieben die Attentäter das Vieh weg, plünderten die Häuser und setzten sie in Brand. Moderate Muslime, die die Ermordung der Christen nicht akzeptieren, werden ebenfalls getötet. Wie der Afrika-Referent von IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte), Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, erklärt, sei der als extremistischer Muslim bekannte Generalinspekteur der Polizei für das Massaker mitverantwortlich. Ziel der Terrorakte sei die Islamisierung Nord-Nigerias.
Gebet: Gott, wir bitten dich, sei den leidenden Menschen in Shonong nahe. Lass sie im Vertrauen auf dich neuen Mut und Hoffnung schöpfen. Gib, dass die Attentäter das Schreckliche Ihrer Tat erkennen, wieder zu dir und deinen Geboten der Liebe finden und durch deine Güte verwandelt werden.

Denken wir an einen bedrohten Indigenen in KOLUMBIEN
Flaminio Onogama Gutiérrez, Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Emberá Chamí im Südwesten Kolumbiens leisten den Paramilitärs, die auf dem Land der Gemeinschaft Drogen anbauen wollen, und den Interessensgruppen, die in der Gegend Kohle, Kupfer und Gold abbauen möchten, Widerstand. Am 1.1.14  wurden Jhon Braulio Saigama und Berlain Saigama Gutiérrez, zwei Sprecher der Gemeinschaft und Neffen von Flaminio Onogama, durch wiederholte Stiche getötet. Ihre Leichen wiesen Spuren von Folter auf. Zeugen berichteten, dass  Unbekannte, vermutlich Paramilitärs, auf der für die beiden abgehaltenen Totenwache nach dem Aufenthaltsort Flaminio Onogama fragten und wissen wollten, ob er der Beerdigung beiwohnen würde. Auch Ende Dezember hatten schon Bewaffnete nach seinem Aufenthaltsort gefragt. Flaminio Onogama Gutiérrez befindet sich in Lebensgefahr.
Gebet: Guter Gott, schütze die Rechte der Indigenen in Kolumbien. Stärke sie in ihrem Einsatz gegen die gewaltbereiten Gruppierungen. Sei mit den Verstorbenen und ihren Familien und schütze das Leben von Flaminio Onogama Gutiérrez.

Denken wir an einen Verstorbenen in TADSCHIKISTAN
Umed Tojiev starb am 19.1.2014 in einem Gefängniskrankenhaus. Der 34-jährige war Landarbeiter und gehörte der oppositionellen Partei der Islamischen Wiedergeburt an. Er wurde am 30.10.13 auf einem Markt in der Region Sughd festgenommen. Seiner Familie zufolge wurde er in der Haft misshandelt, um ihn zu dem "Geständnis" zu zwingen, terroristische Handlungen begangen zu haben. Zwischen dem 30.10. und dem 2.11. sollen mehrere Beamte ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen und ihm Schlaf, Nahrung und Wasser vorenthalten haben. Außerdem sollen sie ihm durch nassen Stoff hindurch Elektroschocks verabreicht haben, um keine Misshandlungsspuren zu hinterlassen. Er sprang daraufhin aus Verzweiflung aus einem Fenster im 3. Stock der Polizeistation und brach sich beide Beine. Erst am 13.11. durfte er einen Rechtsbeistand treffen. Aussagen eines Anwalts zufolge musste Umed Tojiev bei einem Treffen in den Raum getragen werden, da er nicht allein gehen konnte. Er habe gezittert und geweint und gesagt, dass er zu einem "Geständnis" gezwungen worden sei. Als offizieller Grund für seinen Tod wird "Thromboembolie" genannt. Die Familie ist der Meinung, dass er medizinisch unzureichend versorgt wurde.
Gebet: Gott, wir bitten um deinen Beistand für die Familie des Verstorbenen. Mit Sorge verfolgen wie die Berichte über routinemäßige Folter in Tadschikistan und hoffen auf eine Zukunft mit fairen Gerichtsverfahren und humanen Haftbedingungen in diesem Land.

Denken wir an einen von Folter bedrohten Studenten im SUDAN
Während einer Konferenz in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurde am 24.12.13 der 26-jährige Student und Blogger Tajeldin Ahmed Arja festgenommen, auf der er den tschadischen Präsidenten Deby und den sudanesischen Präsidenten Bashir offen kritisierte und sie für die in Darfur verübten Gräueltaten verantwortlich machte. Tajeldin Ahmed Arja wurde umgehend von 8 Angehörigen des Sicherheitsdienstes gepackt und abgeführt und befindet sich nun in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Er ist in Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, sei bei Tajeldin Ahmed Arja und schütze ihn vor Folter. Hilf dem Land auf dem Weg zu Frieden und Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte.

Denken wir an einen inhaftierten christliche Menschenrechtsanwalt in CHINA
Der fast 50-jährige Gao Zhisheng, einer der bedeutendsten Menschenrechtsanwälte Chinas, befindet sich nunmehr seit fünf Jahren fast ununterbrochen in Gefangenschaft, meist ohne Kontakt zur Außenwelt. Zeitweise galt er sowohl für seine Familie als auch für die Weltöffentlichkeit als “verschwunden“, da es kein Lebenszeichen von ihm gab. Er wurde in der ganzen Zeit seiner Inhaftierung schwer gefoltert. In den vergangenen fünf Jahren durften ihn Familienangehörige nur zweimal besuchen. Der letzte Versuch von Angehörigen vor zwei Jahren, Gao zu besuchen, ist gescheitert. Seine Ehefrau Geng He war vielfachen Repressalien ausgesetzt. Deshalb floh sie mit den beiden Kindern in die USA. ACAT-Deutschland hat sich mehrfach durch Briefe und Dringlichkeitsaktionen für ihn eingesetzt und für ihn gebetet.
Gebet: Herr, wir befehlen Gao Zhisheg deiner Güte an. Gib ihm, der sich so viele Jahre lang auf dein Gebot hin für die Entrechteten und Wehrlosen eingesetzt hat, Kraft im Leid und Hoffnung auf das Ende seines Leidensweges. 

Denken wir an Gefangene in GUINEA
Zur Zeit findet vor dem Schwurgericht von Conakry der Prozess gegen 33 Militärangehörige und Zivilpersonen statt, denen vorgeworfen wird, am 18.Juli 2011 an einem Anschlag auf das Privathaus des Staatschefs beteiligt gewesen zu sein. In der Nacht vom 18.Juli wurde das Haus von einer bewaffneten Einheit angegriffen, um den Präsidenten zu töten. Am Tag darauf wurden 25 Angehörige des Militärs verhaftet und z.T. schwer misshandelt, um Geständnisse von ihnen zu erhalten. So sagte der Angeklagte Baba Alimon Barry bei dem Verhör am 16.Januar 2013 aus, dass er vom Leiter der Nationalgarde einer Sondereinheit übergeben wurde, damit er dort „weichgekocht“ werde und die ihm vorgeworfenen Taten gestehe. Er wurde 2 Tage in gebeugter Haltung an einen Pfahl gebunden ohne essen und trinken zu können. Drei der Inhaftierten sind unter nicht geklärten Umständen während der Haft gestorben. Die Angeklagten haben mehrere Offiziere der Verteidigungs- und Sicherheitsorgane benannt, die an den Misshandlungen beteiligt waren. Dennoch hat die Justiz keine Untersuchung gegen diese mutmaßlichen Folterer eingeleitet.
Gebet: Guter Gott, steh den misshandelten Personen bei. Hilf, dass ihnen ein fairer Prozess gemacht wird und auch ihre Folterer zur Rechenschaft gezogen werden.

Denken wir an einen getöteten Mann in PALÄSTINA 
Am Abend des 30.November 2013 drangen maskierte Männer in das Haus von Iyad el Madhoun im Lager von Jabalia im Gazastreifen ein. Sie haben ihn vor den Augen seiner Frau mit Schlägen und Fußtritten gequält und ihn gewaltsam mitgenommen. Nachbarn, die von den Schreien alarmiert waren, sahen, dass er von Männern in Polizeikleidung mitgenommen wurde. Einer von diesen Männern sagte, sie sollten fortgehen, er arbeite für die palästinensische Polizei, die SSI. Vier Stunden später wurde Iyad el Madhoun tot neben dem Krankenhaus Kamil Odwan aufgefunden. Nach dem Bericht der Ärzte, die ihn anschließend im Krankenhaus von Skifa untersuchten, wies sein Körper Spuren von schwerer Folterung auf.
Gebet: Guter Gott, nimm Herrn Iyad el Madhoun auf in Dein Reich. Gib seiner Familie Trost, indem die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Schütze die Menschen im Gazastreifen vor Terror und Gewalt ihrer Mitbürger.

Denken wir an misshandelte Menschenrechtsaktivisten in KUBA
In der Stadt Ciego de Ávila wurde der blinde Menschenrechtsanwalt Juan Carlos Gonzáles Leiva, Mitbegründer der IGFM-Arbeitsgruppe auf Kuba, am 9. 1. 2014 gemeinsam mit sieben weiteren Menschenrechtsaktivisten von Mitarbeitern der Staatssicherheit festgenommen. Bei der Festnahme wurden sie auf offener Straße schwer misshandelt. Dabei wurden der rechte Fuß von Herrn Gozáles Leiva und der Zeigefinger der linken Hand gebrochen. Er erlitt Quetschungen am ganzen Körper und verlor vorübergehend das Bewusstsein. Anlass für die gewaltsame Festnahme war, dass Gonzáles Leiva sich weigerte, eine Ausgabe der regimekritischen Zeitung „La Voz Ávilena“ (Die Stimme von Ávila), die er bei sich trug, auszuhändigen. Alle Regimekritiker wurden misshandelt, auf die Polizeiwache gebracht und nach einigen Stunden ohne Erklärung freigelassen.
Gebet: Gott, du liebst uns und schenkst uns in deiner Gnade Trost und Zuversicht. Gib Juan Carlos Gonzáles und seinen misshandelten Mitstreitern diese Zuversicht und Kraft, damit sie weiter ihre Stimme für Gerechtigkeit und Frieden erheben können.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/